Fachwerkhaus Dachstuhl dämmen&ausbauen

Ich spiele mit dem Gedanken, den Dachstuhl eines Fachwerkhauses (Bj. 1881, fast komplett renoviert und umgebaut 1990) teilweise nach und nach auszubauen. Hier interessiert mich zunächst die Dämmung des Daches.

Bei der Sanierung 1990 wurden diagonal Metallbänder als Windrispen eingebaut. Der Dachstuhl ist ansonsten noch original und soweit in Ordnung, da müsste nichts repariert werden. Die Sparren sind natürlich Fachwerkhaustypisch krumm und schief. Daher frage ich mich, wie die Dämmung und anschließende Verkleidung (z.B. mit Gipskarton?) am besten ablaufen würde und welche Materialen ihr empfehlen würdet.

Außerdem interessiert mich, wie die Dachpfannen am besten fixiert werden sollten. Es ist alle paar Jahre mal vorgekommen, dass der Wind einzelne Pfannen gelöst hat. Es handelt sich um ganz gewöhnliche Dachpfannen („Harzer Pfanne“?).

Vielleicht etwas missverständlich - 1990 wurde nur knapp die Hälfte des Dachstuhls ausgebaut und seitdem bewohnt. Um den restlichen, noch originalen Teil geht es jetzt also :wink: Der Fußboden ist auch bereits gemacht worden.

Hallo!

Ob alt oder neu, das Verfahren ist gleich.

Frage:
Ist schon eine 2. Dachdichtungsebene vorhanden, also eine Unterspannbahn unter den Pfannen ? Und ist diese Folie diffusionsoffen ?
Da „Harzer Pfanne“, ist es recht neu gedeckt, also wird man hoffentlich diese Folie unter den Latten eingezogen haben.

Jetzt stünde dem kompletten Ausdämmen des vollen Sparrenmaßes nichts im Wege.

Was man nimmt ist weitgehend eine Kostenfrage. Preiswert und gängig ist Mineralwolle in Rollenform oder als Plattenware(Dämmkeile).
Schwere Materialien wie Steinwolle oder Holzfasern haben besseren Schallschutz und sommerlichen Hitzeschutz.

Raumseitig muss dann natürlich die berühmte Dampfsperre/-bremse eingezogen werden und abgedichtet/abgeklebt werden.

Darauf dann eine Konterlattung und Lattung für die Innenverkleidung.
Da Balken krumm und schief muss man dieses Lattengerüst eben entsprechend auffüttern und eben ausrichten, damit die Kartonplattenverkleidung eben wird.

Sollte die Dämmstärke nicht ausreichen(Energie-Einsparverordnung) wird sich sicherlich fast automatisch eine innere Querdämmmöglichkeit über die Sparren ergeben.
Bei bestimmten Maßen darf die dann auf der Sperrfolie liegen und es ist keine neue oder gar 2. Folie nötig.
In beiden Fällen hat man so einen Schutzabstand zur wichtigen Folie, kann sogar flache Einbauten(Elektrik) und Dübel/Nägel setzen.

An eine Sicherung der Pfannen hätten die Dachdecker aber bereits denken müssen, wenn das Haus steil(>=60°) und/oder durch Lage oder Örtlichkeit dem Wind besonders ausgesetzt ist.
Dazu gibt’s für jede Pfannenform Befestigungen (Sturmklammern).
Die sitzen unsichtbar im seitlichen Falz oder am oberen Rand der Pfannen. Man kann aber auch Schrauben verwenden, es gibt vorh. oder auszubrechende Löcher in der Pfanne(im oberen Überdeckungsbereich)

Es muss nicht jede Pfanne gesichert werden, 2-4 Stk/m² reicht meist aus.

Das wäre auch nachträglich machbar, dazu muss nicht alles abgedeckt werden, man kann das örtlich machen und sich so langsam vorarbeiten.

MfG
duck313

Habe mich vertan, Harzer Pfanne ist doch nicht zutreffend. Ist ein älteres Modell, kann aber nicht sagen was genau weil ich zur Zeit nicht da vor Ort bin. ich weiß leider auch nicht, wann das Dach gedeckt worden ist. Spätestens jedoch in den 70ern.

Jedenfalls gibt es keine Folie, nur die Pfannen, Dachlatten und Windrispen :wink:

Das verkompliziert die Sache etwas, richtig?

Schonmal Danke :wink:

Hallo!

Ja,deutlich sogar.

Ein Dach aus Pfannen allein ist ja nicht wasserdicht, es kommt (und darf auch) geringe Nässe hinein(Schlagregen,Flugschnee). Dann würde die Dämmung in Pfannennähe feucht und kann schlimmstenfalls ihre Dämmeigenschaft verlieren.
Ein Teil wird sicherlich über die warme Jahreszeit auch austrocknen.

Dazu muss zw. Pfannen und Dämmung ein Luftspalt (ca. 4 cm mind.) bleiben. Luftspalt ist von Traufe her zum First belüftet.

Man kann also nicht voll ausdämmen und um den Luftraum exakt freizuhalten, muss man feste Plattenware als Dämmstoff nehmen, evtl. sogar Hilfslatten als Anschläge montieren.

Sonst bleibt es so wie besprochen. Weil man nicht die volle Sparrentiefe nutzen kann, kann die Dämmstärke nicht reichen, dann innen die Querdämmung zusätzlich.

Aber Dachdecker muss prüfen, ob Pfannen noch OK und wie lange sie noch halten werden. Sonst eben auch von Außenseite alles neu, dann mit Unterdach oder Spannbahn, evtl. Aufsparrendämmung, die auch Funktionen des Unterdachs übernehmen kann.

MfG
duck313

Hallo Fragewurm,

Außerdem interessiert mich, wie die Dachpfannen am besten
fixiert werden sollten. Es ist alle paar Jahre mal
vorgekommen, dass der Wind einzelne Pfannen gelöst hat. Es
handelt sich um ganz gewöhnliche Dachpfannen („Harzer
Pfanne“?).

Irgendwelche Pfanne, auch mitten im Dach oder immer nur welche am Rand?

MfG Peter(TOO)

Wenn ich mir das so durchlese: Wäre es nicht am einfachsten, das alles vom Fachmann machen zu lassen? Dämmung, Ausbau, Renovierung vom Dach … ich glaube da steckt man selbst mehr Geld durch investierte Zeit & Informationsbeschaffung rein, als es direkt machen zu lassen. Ist zumindest meine Erfahrung bei Malerarbeiten & Co.
Schau bei http://www.dastelefonbuch.de/Branchen/Dachdeckerei.html und telefonier dich ein bisschen durch, zumindest können die dich glaube ich besser & verlässlicher beraten als wir hier. Ob du dann den Auftrag auch rausgibst oder nicht ist ja dann egal …

Hi erstma,

Vollsparrendämmung ist Mist gleich mal vorweg weil niemand ohne Aufpreis und schon gar nicht Anfang 1990 Vollsparren diffusionsoffene Aufparrenunterspannbahn verkauft etc betrieben hat. Ich gehe dafon aus, dass nach damahligen standard ein Sparrenmaß von 80x80 verbaut wurde und daher eine Aufdoppelung erforderlich ist. 40mm Dachlatte aufschrauben und 100mm Dämmung einbringen (20mm Lüftungsquerschnitt) darauf dann die Gipskartonplatten aufschrauben.
WARNUNG: alte Fachwerkhäuser sind nicht für Komplettabdichtung konzipiert worden die Gefahr von Schimmelbildung ist bei unzureichender Lüftung sehr hoch.