Bevor nicht alles in Ordnung ist, darf ich doch nicht lesen
oder mich vergnügen.
Aber wenn ich beginne Ordnung zu machen, werde ich nie fertig.
Ich fange alles an und nichts wird fertig. Das macht mich so
fertig, daß ich erst gar nicht anfange und hinterher ist
nichts passiert.
Dann nimm dir doch ganz bewusst nur soviel vor, wie man in einer halben oder ganzen Stunde wirklich schaffen kann, eine ganz konkrete, überschaubare Menge von Arbeit, z.B. ein Schrankfach. Und belohne dich hinterher mit einer halben Stunde Lesen oder Vergnügen.
Am nächsten Tag ist dann die nächste Einheit dran.
Liebe® Staudigl:
vorab möchte ich sagen: ich bin keine Expertin… nur ein nachdenklicher Mensch.
Du schreibst von vielen Plänen… und von vielen Dingen die du tun könntest…
Meine gedanken dazu sind: Viele Kleinigkeiten ergeben auch einen großen Berg.
Der erscheint dan groß, hoch… unbezwingbar… zuviele Dinge, die man/frau tun könnte…
Meine Frage an Dich ist: was willst Du tun? Zuallererst und wirklich gerne.
Und dann -> tu auch nur das Eine. Gerne und mit Genuss. Kleine Schritte.
Vielleicht ist aber auch die Entscheidung , was Du zuerst machen möchtest allein für dich im Moment schon ein „unüberwindlicher Berg“?
Möglicherweise magst Du folgendes:
Wenn die Gelegenheit besteht: Nutze die Mittagspause… was hältst Du von dem Gedanken, dich ein wenig auf eine Bank zu setzten… dich dabei von der Sonne bescheinen zu lassen, die Sonnenstrahlen auf deiner Haut zu erspüren…ein wenig die Menschen um dich herum zu betrachten…
Was ich damit meine ist, dass es wohltuend sein kann, sich mal ein wenig auf ganz
kleine angenehme Dinge zu „beschränken“, den Blick auf etwas zu richten, was sonst oft unbeachtet bleibt. Und dem eigenen Empfinden nachzuspüren, welches sich dabei einstellt.
Denn oft genug ist es unser eigenes Empfinden, welches wir im Bestreben bestmöglich in der Alltagsmaschinerie zu funktionieren , hintenanstellen…
Interessant finde ich es immer, wie aggressiv Menschen darauf reagieren, wenn man ihnen vorschlägt, die Glotze rauszuwerfen.
Das erinntert mich an die Zeiten, wo ich noch geraucht habe und das Fauchen anfing, wenn ich mich über dieses und jenes gesundheitliche Zipperlein beklagte und statt viel „daidaitutsitutsi“ lediglich zur Antwort bekam: Dann hör doch auf zu rauchen.
Jaja, wie wahr, aber das will man dann ja nicht wirklich hören *g*.
Das verlockende am Fernseher oder auch Computerspielen etc. ist ja grade das mehr oder weniger völlig passive Konsumieren. Für alles andere muss man den Hintern hochbewegen, und das ist ungleich anstrengender. Ich hab Leute gekannt, die völlig ausgerastet sind, als ihr Fernseher mal kaputt war, und in den Stunden/Tagen bis Ersatz da war völlig ratlos rumgesessen haben, und nicht gewusst haben, was sie jetzt mit sich anfangen sollen. Wenn die Selbstdisziplin also nicht vorhanden ist, hilft tatsächlich nur eins: raus mit dem Ding.
(Weniger rauchen klappt auch bei den wenigsten Menschen)
Gruß
Marion, seit 3 Jahren Nichtraucher, seit 11 Jahren ohne Fernseher
Hallo vbt,
ist schon in Ordnung…ich hatte mir die Schwäche erlaubt
und gejammert. Das Positive an dem ganzen ist, daß ich
mich damit beschäftigt habe und Antworten bekommen habe, die
mich getröstet haben, mir andere Sichtweisen gezeigt haben und
die mich auch geärgert haben - aber das ist ja nicht schlecht.
Ich krieg das schon hin. Das Fernsehen ist allerdings nicht das
Hauptproblem sondern nur eine Folge davon, aber das konntest
du nicht ahnen.
Grüße
Staudigl
Hallo Marion,
zuerst möchte ich betonen, daß ich nicht aggressiv reagiert habe
sondern mich gekränkt habe. Aber das war gestern und heute ist
heute.
Dann gratuliere ich dir zu deiner Selbstdisziplin, größte Bewunderung
dafür, alle Achtung.
Ich krieg das schon hin.
Grüße
Staudigl
Hallo Malte,
ja, ich habe es ausprobiert, nein, es hat nichts genützt.
Wenn ich nicht in den Fernseher starrte, starrte ich halt
in die Ecke.
Aber es wird schon werden, ich krieg das hin.
Grüße
Staudigl
Hallo karotier,
du hast es ziemlich gut auf den Punkt gebracht und ich möchte dir dafür danken.
Wenn ich mich auf die kleinen Schritte und die kleinen Freuden beschränke und dies durchziehe, wird sich das große Problem auch Schritt für Schritt lösen - diese Hoffnung habe ich zumindest und von der laß ich mich jetzt auch nicht abbringen.
Nochmals herzlichen Dank
Staudigl
Ich kann mir gut vorstellen, daß mir das gelingen könnte!
Heute in der Früh habe ich das heutige „Schrankfach“ schon geplant
und ich glaube, es wird mir gelingen.
Ganz fertig wird man nie, da hast du recht, aber man kann sich gekonnt fertig machen und dagegen werde ich ankämpfen.
Danke!
Staudigl
Schön, dass Du das so siehst, aber noch mehr hoffe ich, dass Du hier wirklich Hilfe findest. Ich hab’ das sehr wohl, in großem Ausmass sogar, und ich fände es immens schade, wenn Du aus Verletztheit hier nicht mehr hereinschauen würdest.
Vielleicht magst Du Dir ja mal einfach nur etwas Anstehendes von der Seele reden, würd’ mich freuen über eine Mail von Dir!
Ich sprech niemandem ab, durch *whatever* verletzt zu sein.
Ich find’s nur abstrus.
aber profound/Silvia hat ihre Schreibweise so hinbekommen,
Du hast aber Recht, allein der Tipp, TV abzuschaffen, wär’ gar
nicht ein tatsächlicher Ausdruck von Missachtung der Würde.
Aber es geht schließlich ja nicht nur um Worte, sonder um
viiiiel, viel mehr, wie zB der Zusammenhang, die Art, wie
geschrieben wird, der „Geist“ dahinter (so Du mit dieser
Formulierung etwas anfangen kannst).
… dass sie damit deutlich mehr Sternchen einfährt als Du
Sie trifft sozusagen den „Forumsgeist“ genau, und der wird
eben nicht von wortkargen, zynischen Barbaren wie uns
bestimmt
*Hüchenzieh*
Deine Reaktion find’ ich großartig, vbt. Ich wußte doch, dass Du’s nicht im Sinn hast, absichtlich jemanden unangenehm zu berühren. Das machen die allerwenigsten. Aber dass Du so offen dazu stehst und sagst, was Sache ist, find’ ich persönlich immens wohltuend, weil damit jegliche abstoßenden, zurückweisenden und damit trennenden Empfindungen und Emotionen neutralisiert werden - nicht nur für den, den’s selbst betrifft, sondern auch für alle die, die mitlesen.
ich hatte mal ‚ne ähnliche Phase - nach Hause kommen, in‘ Sessel plumsen, Fernseher an - und dann hab ich sogar stundenlang endlos langweilige, ätzende Serien gesehen und meistens hinterher nicht einmal gewußt, was ich den ganzen Nachmittag und Abend hab auf mich einrieseln lassen…
Fernseher weg war für mich keine Lösung, was mir aber da rausgeholfen hat, war eigentlich eine Kleinigkeit: beim Nachhausekommen nicht hinsetzen…
Hört sich vielleicht blöd an, aber, wenn ich den Hintern erstmal im Sessel hatte, dann war da kein Rauskommen mehr, also bin ich, wenn Feierabend war, als erstes in die Küche, hab da 'n bischen rumgewurschtelt, Freitags gleich den Staubsauger geholt, usw. Und wenn ich dann 'ne Stunde Pflichten erledigt habe, dann hab ich es mir ganz bewußt schön gemütlich gemacht - mir lecker Knabberkram hingestellt, einen schönen Video ausgewählt und es dann richtig genossen, rumzufaulen…
hola! bei mir ging/geht es sogar so weit, dass ich zu faul bin mein auto zu tanken!!! dazu kommt, dass ich nur halbtags arbeite, mein mann den ganzen tag und nebenbei den haushalt schupft weil ich es einfach nicht gebacken kriege im moment. meinen hund muss er ausführen - ich kann einfach nicht. und bei mir war das auch nicht immer so. ich zwinge mich regelrecht kleinigkeiten im haushalt zu tun wie wäsche abnehmen (die mein mann gewaschen und aufgehängt hat), das bett machen (mein mann macht es immer, ausser er muss vor mir aufstehen und das kommt fast nie vor), kochen (wenns geht etwas, dass man alles in einem topf machen kann wie fleisch mit gemüse und reis…). wenns an der tür klopft oder das telefon läutet zieh ich ein gesicht weil das ja sich unterhalten bedeutet und ich nicht weiter trübsinnig vor mich hin starren kann. wie auch immer, sobald ich etwas gemacht habe, fühle ich mich grossartig und schwöre mir, weiter zumachen.
bei einem arztbesuch wegen magenschmerzen wurde eine depression diagnostiziert (hat nix mit winter zu tun - ich lebe auf gran canaria) und ich bekomme seit november tabletten.
ich rate dir, dich einem arzt an zu vertrauen; du brauchst dich nicht zu schämen, du bist noch immer genauso viel wert. du musst halt nur deine batterien neu aufladen, vielleicht dein leben überdenken, kleine änderungen vornehmen - aber erst wenn du stark genug bist dafür.
ich weiss, hört sich alles verworren an - aber ist ja auch ein ziemlich komplexes thema.
saludos