Hallo.
Es wäre gut gewesen, hättest Du das Bundesland hingeschrieben
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Zuerst auf jeden Fall die bekannte Leier: auf keinen Fall die Leistungskurse völlig nach den späteren Ambitionen legen. Speziell in den drei südlichen Bundsländern BaWü, Bayern und Sachsen verpaßt man im Vergleich zum Leistungskurs in einem Grundkurs kaum etwas. An einer ganz vernünftigen Schule, die sich an die Lehrpläne hält, kommt man in jedem späteren Studium auch sehr gut zurecht, wenn man nicht das ganze allgemeinbildende Abi auf ein oder zwei Bereiche zusammenschustert.
Ich würde ihr aus guter Erfahrung (eigenes Abitur, Studium, Nachhilfe) raten, wenigstens ein Leistungsfach zu wählen, was sie sehr interessiert, womit sie aber später höchstwahrscheinlich nicht mehr viel zu tun haben wird.
Der Einfluß des Unterschieds Leistungskurs-Grundkurs wird weitestgehend überschätzt - sofern in den Kursen, bei den Lehrern und in der Schule alles halbeswege normal läuft, entstehen bspw. im Mathematikgrundkurs keine Nachteile. Man sollte im Hinterkopf behalten, daß im Studium die gesamten Grundlagen sowieso noch einmal wiederholt werden, zwar schneller, aber viel besser aufbereitet.
Ähnliches gilt für einen Physikgrundkurs. So gut wie alle Oberstufenschüler, denen ich Nachhilfe gegeben habe, waren über die lezten Jahre hinweg im Nachhinein dankbar, daß ich zu einem ausgewogenen, sprich nicht übermäßig spezialisierten, Abitur geraten habe.
Ich selbst habe mir einst den Mathematikgrundkurs verkniffen - mein Zweitstudium in Mathematik geht prima, und ohne Nachteile.
Zudem sollte man auch ein Auge auf die Noten werfen. Ein Grundkurs wird an den entscheidenden Ecken entspannter bewertet; gerät man im Leistungskurs an irgendwelche Lehrer, die einen an der Klatsche haben („Mehr als 10 Notenpunkte gibt es bei mir nicht!“, „Ich bevorzuge eine binäre Bewertung: Bei Aufgaben gibt es entweder volle Punktzahl oder Null.“ etc.), ist man deutlich mehr Punkte in Rekordzeit los als in einem Grundkurs.
Es ist ein Unterschied, ob ich mir den ganzen Bereich „Leistungskurse“ versaue, weil ich von mir aus nur 7 oder 8 Punkte in einem Fach herausschleppe (oder weniger), oder ob ich in einem Grundkurs bei ähnlicher Wissensausbeute 11 oder 12 (oder eventuell mehr) Punkte einsacke.
Es kommt ganz darauf an, welche Endnote man anpeilt.
Darüber hinaus kann sich auch die Interessenlage des Kindes noch einmal ändern, wenn es den Zugang zu bisher weniger interessanten Fächern findet.
Zweitens, der Informatikgrundkurs ist sicherlich nicht verkehrt, solange dafür nicht Physik geopfert wird. In der Schule ist das Niveau in Info noch nicht so übertrieben, daß Programmierunkundige-Programmierunwillige-Programmierdesinteressierte, wie bspw. ich, rigoros zur ‚5‘ durchgereicht werden.
Info als zweistündiges Fach sollte sicherlich reichen, wenn es nur zum Überblick-gewinnen benutzt werden soll.
Bei einem vierstündigen Grundkurs ist dann schon mehr zu tun; bei mir artete das einst schon einmal in ein, zwei richtig langen und zeitintensiven Hausaufgaben aus (und anderen Kunststückchen).
MfG