Fähigkeit zum Alleinsein für Partnerschaft

Hallo Zusammen,

Folgende These bereitet mir Gedanken: „Man muss allein sein können. Erst wenn man diese Fähigkeit erlangt hat, hat man das Potenzial eine erfüllte Partnerschaft einzugehen“
Ist dem zuzustimmen?
Aber ist es nicht ganz normal, dass man in einer Beziehung irgendwann den anderen „braucht“. Gehört es nicht dazu?

Und noch was: Gibt es so etwas wie eine Beziehungssucht?
Menschen, die alleine gar nicht mehr klarkommen?
Kann eine Störung dahinterstecken?
Oder ist es gesund, wenn die verliebten Partner eine Art Abhängigkeit entwickeln?

LG

Hallo

ich denke mal nach meinen erfahrungen soll jeder die faehigkeit haben alleine zu sein, wenn der partner zb von der arbeit spaet nach hause kommt oder fuer 3 monate weg ist, ist es zwar gesund sowas wie sehensucht oder vermissen zu haben, dennoch in der lage sein sein eigenes leben auf die reihe zu bekommen. Es ist natuerlich auch die frage in wiefern sich der partner von der partnerin sich physisch trennt und ob noch gefuehle da sind. Heisst nicht dass wenn du in der lage bist alleien zu sein gleich dass du ihn nicht mehr liebst. Klar gibts ne menge leute die eben mit dem alleinleben nicht klarkommen und suchen dementsprechend eine 0815 beziehung.
Meiner meinung nach ist es ne persoenliche entwicklung sich selbstaendig im leben klarzukommen und sich stattdessen mit hobbies oder freunden zu beschaeftigen anstatt truebsalblasen und auf r maennersuche zu gehen. Das ist gesuender fuer die psyche sowohl auch fuer die beziehung.
abhaengigkeit gibt es in der beziehung immer, die natuerlich in form von liebe sich entwickelt hat. Dennoch menschen die bereit sind fuer ne beziehung und es auch danach sehnt, heisst es immernoch nicht dass sie beziehungssehnsucht sind. Sie suchen nach nem partner sind aber nicht obsessiv nach aussuche und koennen im leben auch zufriedend klarkommen.
Meiner meinung nach alles in balance und daraus keine obsession ist eben gesuender.

lg

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Hallo,

ich wäre sogar dafür, jeden mal für mindestens 6 Monate zum Singeldasein zu zwingen…

Ich bin meiner Meinung nach innerlich am meisten gewachsen, als ich alleine zum Arbeiten und Wohnen nach München gehen musste.

In diesen fünf Jahren bin ich ohne Beziehung und später mit Fernbeziehung seelisch am meisten gewachsen.
Ich weiß nicht wie ich das besser ausdrücken sollte.

Sich plötzlich seinen Alltag ganz alleine organisieren zu müssen, auch Abende / Wochenenden (zumindest anfangs) alleine meistern zu müssen, auch Probleme mit Wohnung, Auto, Job ect. auf sich allein gestellt irgendwie auf die Reihe zu bringen, da Familie / Freunde 250 km weit weg sind, bringt einem super viel.

Und wie soll es jemand anderes mit mir aushalten, wenn ich es selber nicht kann?

Ich sehe das gerade bei Bekannten, die beiden sind jetzt seit ihrem 14. Lebensjahr nun ca 15 Jahre zusammen.
Nun muss er seit Jahresanfang 1 mal im Monat für je 2 Tage dienstlich nach HH.
Man glaubt es nicht, was das für ein Drama ist…

Mein Man war im Februar für 3 Wochen auf Reha… wir haben zwar täglich abends telefoniert, aber ich bin keine 1200 km hin und zurück gefahren um ihn zu besuchen. Warum auch?
Wir haben ja täglich miteinander gesprochen.

Ich empfinde meinen Mann als perfekte Ergänzung zu mir, was aber nicht impliziert, immer aufeinander hocken zu müssen.

grüsse
dragonkidd

Hi,

die These stimmt schon zum Teil, aber eben nur zum Teil. Es gibt viele Leute, die sehr gut alleine sein
können, ZU gut, und die es trotzdem oder gerade deswegen nicht gut schaffen, mit anderen
zusammenzuleben.
Was wichtiger ist, ist, dass man auch *bei sich* sein kann. Dazu muss man nicht alleine leben, und das
kommt auch nicht automatisch durchs Alleinsein. Wer *bei sich* ist, der geht erst gar keine symbiotische
Beziehung ein, in der er vom Partner abhängig ist; der kann auch den Partner *brauchen*, ohne sich selber
aufzugeben, und der hat weniger Angst vorm Verlassenwerden, weil er weiß, dass andere Menschen im
Leben kommen und gehen, aber die Liebe zu sich selbst bleibt ein Leben lang.

Judy

Hi Shoshana

Folgende These bereitet mir Gedanken: „Man muss allein sein
können. Erst wenn man diese Fähigkeit erlangt hat, hat man das
Potenzial eine erfüllte Partnerschaft einzugehen“
Ist dem zuzustimmen?

Grundsätzlich ja. Diese These hat mit dem Reifungsprozess der Persönlichkeit zu tun. Wenn eine Persönlichkeit reif genug ist, allein sein zu können, ist sie gleichsam reif für eine Partnetschaft, wo sie den anderen nicht nervt und klammert.

Aber ist es nicht ganz normal, dass man in einer Beziehung
irgendwann den anderen „braucht“. Gehört es nicht dazu?

Erich Fromm hat mal geschrieben:
Die unreife Persönlichkeit sagt: „Ich liebe dich, weil ich dich brauche.“
Die reife sagt: „Ich brauche dich, weil ich dich liebe.“

Und noch was: Gibt es so etwas wie eine Beziehungssucht?

Nein, das wäre mir zu undifferenziert. Ich würde sofort nach den jeweiligen Hintergründen schauen wollen.

Menschen, die alleine gar nicht mehr klarkommen?

Ja, natürlich, das ist neurotisch und sollte behandelt werden.

Kann eine Störung dahinterstecken?

Ja.

Oder ist es gesund, wenn die verliebten Partner eine Art
Abhängigkeit entwickeln?

Nur vorübergehend. Wenn wir (frisch) verliebt sind, fallen wir sozusagen in eine Art vorübergehenden Irrsinn.
:wink:
Gruß,
Branden

Hallo Zusammen,

Folgende These bereitet mir Gedanken: „Man muss allein sein
können. Erst wenn man diese Fähigkeit erlangt hat, hat man das
Potenzial eine erfüllte Partnerschaft einzugehen“
Ist dem zuzustimmen?
Aber ist es nicht ganz normal, dass man in einer Beziehung
irgendwann den anderen „braucht“. Gehört es nicht dazu?

Hi Shoshana,

meine recht laienhafte Meinung hierzu lautet, dass mit „allein sein“ gemeint ist, dass ein Mensch alleine bestehen kann. Auf eigenen Füßen steht. Sich mit sich selbst beschäftigen kann. Und weder finanziell, seelisch und moralisch am Tropf des Partners hängt.

Die meisten Menschen wünschen sich wohl eine Beziehung. Und es ist nicht gut, Bedürfnisse zu unterdrücken. Wenn man noch unterscheiden kann, dass man eines selbst und des anderen willen mit ihm zusammen ist, wird das ein rundes Ding :smile:

Und noch was: Gibt es so etwas wie eine Beziehungssucht?

Glaube schon.

Menschen, die alleine gar nicht mehr klarkommen?
Kann eine Störung dahinterstecken?
Oder ist es gesund, wenn die verliebten Partner eine Art
Abhängigkeit entwickeln?

Was ist Abhängigkeit?

Verlässlichkiet, Standfestigkeit, Vertrauen ist gut. Soziale und finanzielle Abhängigkeit odre gar Hörigkeit nicht.

Grüße

M

LG

sone und solche
Moin,

Folgende These bereitet mir Gedanken: „Man muss allein sein
können. Erst wenn man diese Fähigkeit erlangt hat, hat man das
Potenzial eine erfüllte Partnerschaft einzugehen“
Ist dem zuzustimmen?

Ich persönlich finde es nicht schmeichelhaft, wenn mein Partner GAR NICHT ohne mich auskommt. Eher unangenehm. Ebenso habe ich es in früheren Zeiten selbst als eher unangenehm empfunden, wenn ich ohne den Partner im Grunde „keinen Schritt“ machen wollte (damit meine ich durchaus Wochenendtrips, die daran scheiterten…). Es schränkt einen schon sehr ein und hat mir persönlich viel Spaß im Leben genommen - erst nach einer Trennung und in den folgenden Jahren habe ich es endlich gelernt, Alleinsein auch zu genießen und es ist zu einem wichtigen persönlichen Freiraum geworden, den ich mir nicht mehr wegdenken könnte.

Als gesund würde ich es schon empfinden, wenn jeder doch so weit mit sich allein auch auskommt, dass er ohne größere seelische Probleme einen Krankenhausaufenthalt, einen Urlaub, eine Dienstreise des Partners übersteht.

Und zwischen „Brauchen“ und „Abhängigkeit“ sehe ich einen himmelweiten Unterschied. ABHÄNGIG möchte ich weder emotional noch finanziell von meinem Partner sein. Letzteres kann man vielleicht nicht immer ausschließen, aber es wäre für mich unangenehm und ein Zustand, den ich schnellstmöglich beenden würde.

Und noch was: Gibt es so etwas wie eine Beziehungssucht?
Menschen, die alleine gar nicht mehr klarkommen?

Da kann ich nur laienhaft dazu sagen, dass ich schon viele Menschen, überwiegend Männer, erlebt habe oder kenne, die zumindest permanent nahtlos Partnerschaften eingehen. Da könnte man meinen, dass sie nicht in der Lage sind, allein zu sein.

Die Frauen, die ich kenne und erlebe hingegen, gönnen sich in den meisten Fällen eine Auszeit nach einer Trennung und brauchen auch eine zeitlang, bis sie emotional sich auf jemanden wieder einlassen.

Gruß
Demenzia

Hi

ich wäre sogar dafür, jeden mal für mindestens 6 Monate zum
Singeldasein zu zwingen…

Ein superinteressanter Denkansatz! Ein paar liebe Menschen um mich herum, die es gut mit mir meinen und meine Lage objektiv einschätzen, sagen exakt dasselbe…

Ich bin meiner Meinung nach innerlich am meisten gewachsen,
als ich alleine zum Arbeiten und Wohnen nach München gehen
musste.

Wie war es? Hattest Du anfangs Angst?
Und ein komisches Gefühl?
Es war doch nicht von vornherein eine Bereicherung? Oder?

Und wie soll es jemand anderes mit mir aushalten, wenn ich es
selber nicht kann?

Stimmt!!!

LG

Salut,

meine recht laienhafte Meinung hierzu lautet, dass mit „allein
sein“ gemeint ist, dass ein Mensch alleine bestehen kann. Auf
eigenen Füßen steht. Sich mit sich selbst beschäftigen kann.
Und weder finanziell, seelisch und moralisch am Tropf des
Partners hängt.

Sich finanziell de facto abzugrenzen erscheint einfach. Doch bei seelisch und moralisch wird es schwierig und die Grenzen fließend…Erst durch Hingabe, entsteht doch Leidenschaft(?)wie kann man sich gleichzeitig hingeben und dem anderen öffnen und seelisch und moralisch abgegrenzt bleiben?Geht das?

Was ist Abhängigkeit?

Verlässlichkiet, Standfestigkeit, Vertrauen ist gut. Soziale
und finanzielle Abhängigkeit odre gar Hörigkeit nicht.

Standfestigkeit ist ja eben keine Abhängigkeit!
Was ist mit emotionaler Abhängigkeit?
Das man die Liebe der anderen zu „brauchen“ glaubt?

Was ist mit Menschen, die stolz auf ihre Beziehung sind und sich ein Stück weit über den anderen definieren?
Gehört so etwas dazu?
Oder ist es mangelnder Selbstwert?

LG

Wie war es? Hattest Du anfangs Angst?
Und ein komisches Gefühl?
Es war doch nicht von vornherein eine Bereicherung? Oder?

Klar hatte ich Angst und ein komisches Gefühl, aber hinterher zu wissen, du hast die Angst überwunden,
du hast dieses oder jenes schon Geschafft
und im Nachhinein zu sehen und zu wissen was man im Ernstfall alles alleine geschafft hat,
gibt einem einfach ein Gutes Gefühl
und das Selbstvertrauen und Selbstbewußstsein wird unheimlich gestärkt…

Ich kann nur jedem raten: mal raus, weg, was alleine machen!

Grüße
Dragonkidd

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Hi nochmal,

wie
kann man sich gleichzeitig hingeben und dem anderen öffnen und
seelisch und moralisch abgegrenzt bleiben?Geht das?

Ich denke, bei der vollständigen Hingabe ist man wohl tatsächlich eher wenig abgegrenzt. Aber gibt man sich den ganzen Tag lang dem anderen hin?

Ich denke, was v.a. wichtig ist, ist dass jeder ein für sich und den Partner richtiges Maß an Spielraum findet. Meine Schwester ist bspw. ein extrem abhängiger Mensch: sie hat keine eigene Meinung, sie braucht jemanden, der ihr sagt, was sie zu tun hat. Sie ist verheiratet, hat ein Kind und ist damit superglücklich, obwohl ihr Mann ihr sogar den Umgang mit ihren langjährigen Freundinnen veerbietet.
Für die beiden ist das okay, nur noch zu zweit zu sein, nie allein, aber auch nie mit Freunden. Deshalb maße ich es mir nicht an, zu urteilen, dass Abhängigkeit per se schlecht ist. (ich möchte nur nicht deren Kind sein, aber egal…)
Für mich selbst käme das allerdings gar nicht in Frage. Ich habe jahrelang alleine gelebt, ich mag meinen Tagesablauf, meinen Job, habe einen großen Freundeskreis, den ich auch jetzt in der Beziehung nicht vernachlässigen möchte, weil es Jahre gedauert hat, einen wirklich verlässlichen und „sicheren“ Freundeskreis und erfüllende Beschäftigungen zu finden. Mich erdrückt es da schon, wenn mein Freund mich jeden Tag sehen will, ich bin so an das Alleinsein gewöhnt und ziehe daraus auch die Kraft, die ich brauche, denn ich bin halt eher jemand, der sich nicht allzusehr auf andere verlassen will.

Es ist schon das Wichtigste, einen Partner zu haben, der das gleiche Bedürfnis nach Freiraum/ Enge hat wie man selbst, und dann ist es auch okay so. Zu symbiotische Beziehungen bergen halt die Gefahr, dass der eine ohne den anderen nichts mehr ist, und wenn der andere dann doch mal weg ist - was dann?
Dann haben die beiden vielleicht aber wenigstens 30 supererfüllte Jahre gehabt, während die Unabhängigeren sich die Hälfte der Zeit eher einsam gefühlt haben? Es gibt auch hier kein „richtig“ und kein „falsch“, es gibt nur das für einen selbst passende Maß.

UNd wenn man Angst vor dem Alleinsein hat, dann sollte man es wohl wirklich eine Zeit lang praktizieren. Das „richtige Maß“ heißt wohl auch: das Maß, bei dem man sich am wenigsten Sorgen und Gedanken macht.

Was ist mit Menschen, die stolz auf ihre Beziehung sind und
sich ein Stück weit über den anderen definieren?

Ich finde, das gehört dazu, aber es ist eben wieder die Frage, wie weit du „ein Stück weit“ definierst. Wenn dein Partner so toll ist, dass du dich gerne über ihn definierst - schön! Aber wenn du Angst hast, ohne seine Liebe nichts wert zu sein, dann solltest du an dir arbeiten.
Wie auch immer, es geht hauptsächlich doch darum, Ängste loszuwerden, oder?

Grüße
Judith

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Hi,

Ich denke, bei der vollständigen Hingabe ist man wohl
tatsächlich eher wenig abgegrenzt. Aber gibt man sich den
ganzen Tag lang dem anderen hin?

Ich finde die Grenzziehung nicht ganz einfach…Wie findet man die individuelle Balance von Distanz und Nähe?
Durch Ausprobieren und schauen, was einem besser tut?

superglücklich, obwohl ihr Mann ihr sogar den Umgang mit
ihren langjährigen Freundinnen veerbietet.

Ob dieses Glück für immer anhält, wage ich zu bezweifeln. Eine Beziehung kann nicht permanent harmonisch verlaufen. In den kleinen Krisenmometen blickt man sich um und merkt, dass man isoliert von den anderen ist. Das ist problematisch.

UNd wenn man Angst vor dem Alleinsein hat, dann sollte man es
wohl wirklich eine Zeit lang praktizieren. Das „richtige Maß“
heißt wohl auch: das Maß, bei dem man sich am wenigsten Sorgen
und Gedanken macht.

…klingt sehr vernünftig und plausibel…

Wenn dein Partner so
toll ist, dass du dich gerne über ihn definierst - schön! Aber
wenn du Angst hast, ohne seine Liebe nichts wert zu sein, dann
solltest du an dir arbeiten.

In unserer Gesellschaft wird ein Partner doch schon fasr als eine Art Statussymbol angesehen („Mein Haus, mein Auto, meine Frau“)und das Alleinsein als eine Art „Versagen“.Oder ist es nur meine subjektive Wahrnehmung?
Wenn jemand bei einem Klassentreffen -nach vielen Jahren-als Single aufkreuzt, hat er doch oft ein mulmiges Gefühl…
Deswegen auch die Frage ob eine Beziehungssucht entstehen kann…

LG

Hi

Ob dieses Glück für immer anhält, wage ich zu bezweifeln. Eine
Beziehung kann nicht permanent harmonisch verlaufen. In den
kleinen Krisenmometen blickt man sich um und merkt, dass man
isoliert von den anderen ist. Das ist problematisch.

KLar, find ich auch. Aber meine Schwester braucht eben ein Alphamännchen (vorher waren es dann Alpha-Freundinnen), die kann nicht anders. UNd vielleicht kommt ja für sie einen neue Führungsperson, wenn die Beziehung kaputtgehen sollte? Weiß keiner.

In unserer Gesellschaft wird ein Partner doch schon fasr als
eine Art Statussymbol angesehen („Mein Haus, mein Auto, meine
Frau“)und das Alleinsein als eine Art „Versagen“.Oder ist es
nur meine subjektive Wahrnehmung?
Wenn jemand bei einem Klassentreffen -nach vielen Jahren-als
Single aufkreuzt, hat er doch oft ein mulmiges Gefühl…

MIt dem Gedanken hatte ich als 7-Jahre-Single auch zu kämpfen. UNd hab dann irgendwann festgestellt, dass mich die Leute, die mir wichtig sind, NICHT daran messen, ob ich eine Beziehung habe oder nicht. Bzw. konnte, wenn sie vorher wirklich die Meinung hatten, jemand ohne Beziehung sei weniger wert, ich sie durch mein Vorbild irgendwann vom Gegenteil überzeugen. Und je älter man wird, desto mehr lernt man doch im Umfeld auch Leute kennen, die einfach Beziehungspech haben, obwohl sie tolle Menschen sind - verurteilst du die denn?
Wer sich von diesem Statusdenken „mein Haus, meine Frau, mein Auto“ gefangennehmen lässt, muss selbst wissen, dass es unfrei macht und irgendwo abhängig von der Meinung solcher Leute mit sehr engem Horizont.
Die Gesellschaft sucht sich ja jeder selber aus. Du kannst dich doch auch beim Haus und beim Auto bewusst dagegen entscheiden, ohne die weniger wert zu fühlen - geht bei Beziehungen genauso.

Ich für meinen Teil habe so viele tolle, attraktive, ältere Frauen kennengelernt, die seit 20 Jahren keinen Partner hatten, weil sie gar nicht wollten - sie machten auf mich oft einen weniger unglücklichen Eindruck als so manche Frau, die krampfhaft an einer Beziehung festhält, an der sie kaputtgeht. Nur um zu sagen, sie hat eine Beziehung. Wenn man soweit ist, dann richtet man sich nach der Meinung der falschen Personen, denke ich…

Judith

1 „Gefällt mir“

Hi

MIt dem Gedanken hatte ich als 7-Jahre-Single auch zu kämpfen.

Und dennnoch hast Du es über den langen Zeitraum hiweg durchgezogen?!
Wow!
Darf ich Fragen wo Deine Prioritäten in der Zeit lagen und was Dir Bestätigung gegeben hat?

UNd hab dann irgendwann festgestellt, dass mich die Leute,
die mir wichtig sind, NICHT daran messen, ob ich eine
Beziehung habe oder nicht. Bzw. konnte, wenn sie vorher
wirklich die Meinung hatten, jemand ohne Beziehung sei weniger
wert, ich sie durch mein Vorbild irgendwann vom Gegenteil
überzeugen.

Schade, dass man die Leute erst überzeugen muss und dass so ein Denken vorherscht…es gibt auch ziemliche Versager, die sehr jung heiraten…Eigentlich sind nur die erfüllten und glücklichen Beziehungen zu bewundern…und die sind, wenn man genau hinsieht, eine Rarität

Und je älter man wird, desto mehr lernt man doch
im Umfeld auch Leute kennen, die einfach Beziehungspech haben,
obwohl sie tolle Menschen sind - verurteilst du die denn?

Nein! Ich bewundere sie, frage mich, wie sie es schaffen und stelle fest, dass ich noch einiges lernen muss.

Die Gesellschaft sucht sich ja jeder selber aus.

Freunde ja! Aber die Gesellschaft ist ziemlich vorgegeben

Du kannst
dich doch auch beim Haus und beim Auto bewusst dagegen
entscheiden, ohne die weniger wert zu fühlen - geht bei
Beziehungen genauso.

Kling theoretisch vernünftig und ist praktisch nicht ganz leicht.

Ich für meinen Teil habe so viele tolle, attraktive, ältere
Frauen kennengelernt, die seit 20 Jahren keinen Partner
hatten, weil sie gar nicht wollten - sie machten auf mich oft
einen weniger unglücklichen Eindruck als so manche Frau, die
krampfhaft an einer Beziehung festhält, an der sie kaputtgeht.
Nur um zu sagen, sie hat eine Beziehung. Wenn man soweit ist,
dann richtet man sich nach der Meinung der falschen Personen,
denke ich…

Ich denke auch. Man investiert Zeit, Kraft und Lebensenergie in etwas, was einen enttäuscht und verletzt…Also gibt man sich noch mehr Mühe…ein Teufelskreis, der niemandem zu wünschen ist.
Und das blöde: Das Alleinsein ist danach umso schwerer, weil man ja davor permanent „beschäftigt“ war.

Shoshana

Hallo Zusammen,

Folgende These bereitet mir Gedanken: „Man muss allein sein
können. Erst wenn man diese Fähigkeit erlangt hat, hat man das
Potenzial eine erfüllte Partnerschaft einzugehen“
Ist dem zuzustimmen?

Diese These ist falsch. Begünstigende Faktoren für ein Zusammenleben sind die Anzahl der Geschwister. Ich denke, man kann diese Fähigkeit nicht erlernen, sondern nur erfahren.

Aber ist es nicht ganz normal, dass man in einer Beziehung
irgendwann den anderen „braucht“. Gehört es nicht dazu?

Es gibt den Spruch:" Alleine hilft Dir keiner auf, seid Ihr aber zu zweit, kann der andere Dir aufhelfen, wenn Du stürzt.

Und noch was: Gibt es so etwas wie eine Beziehungssucht?
Menschen, die alleine gar nicht mehr klarkommen?

Gewiss, hier würde es zutreffen, mal alleine zu leben. Ansonsten projeziert man seine Sucht in den anderen, dem Partner. Der Partner kann unsere Defizite nicht immer aufheben.

Kann eine Störung dahinterstecken?

Nicht unbedingt, kann sein. Aber was wäre eine Störung im konkreten Fall?

Oder ist es gesund, wenn die verliebten Partner eine Art
Abhängigkeit entwickeln?

Eine gewisse Abhängigkeit wird sich in einer Beziehung immer entwickeln und das ist normal. Bedenklich wird es erst, wenn einer ohne den anderen nicht mehr leben kann.

Gruß

Hallo Zusammen,

Folgende These bereitet mir Gedanken: „Man muss allein sein
können. Erst wenn man diese Fähigkeit erlangt hat, hat man das
Potenzial eine erfüllte Partnerschaft einzugehen“
Ist dem zuzustimmen?
Aber ist es nicht ganz normal, dass man in einer Beziehung
irgendwann den anderen „braucht“. Gehört es nicht dazu?

Doch, aber spalterische Kräfte (Medien…) wollen dies gern anders darstellen.

Geh Deinen Weg, lass Dir nicht von irgendwem dazwischenpfuschen.

mfg