Fagen Unternehmensplanung

Das Eigenkapital soll möglichst hoch.
Der Cash Flow im 1. Jahr möglichst geing und im 2. und 3. Jahr wahrheitsgemäss sehr hoch sein.

Fragen.

  1. Wie begündet man die Kosten für Meistertitel im Eigenkapital?
    Zugangsvoraussetzung zum fürhren des Gewerbes?

  2. Wie bekommt man maschinen udn Software die man als Oriiginal bzw als Teil in der Hand hat und über 475 Euro liegen ohne Rechnung in den Buisnesplan?
    Sagen wir das Simatic S7 Packet (Habe ich einmal als Privatperson geschenkt bekommen von Siemens) mit Wert 4800 Euro soll nun die Lizenz in das Eigenkapital fliessen.
    Oder die Grosse Neuwertige Hilti Te 72 oder 74, die ich mal vor Jahren über Ebay gekauft habe und keien Rechnung da ist soll nun einfliessen.

  3. Wenn ich ein gebrauchten Bus als 2. Firmenfahrzeug, Kaufpreis 8000 Euro kaufe. Den kann ich auf 3 mal dann abschrieben? 33% ?

  4. Wie ist das mit der Miete der Räumlichkeiten? Da ist doch Mehrwertsteuer dabei. Wie und wo schriebe ich sie raus?
    Oder schriebe ich einfach (enthaltene Merhwertsteuer: xx,xx Euro) ?

  5. ich habe den Cash Flow mal fiktiv im ersten jahr auf 49890 Euro und im 2. Jahr über 250000 Euro.
    Aus der Begründung das im ersten jahr erst aufgebaut und eingerichtet wird, kontakte geknüpft, spitzen Mitarbeiter gesucht etc.
    Aber bekommen die da nicht das breite Grinsen wenn ich ganz knapp unter den 50000 Euro bleiben will?

Sage schon mal Danke für Antworten.
Zoomi

Hallo Zoomi
hab schon einiges von dir gelesen.
Scheinst je ganz Klever zu sein.
Wir arbeiten übrigens im selben Bereich.
Du sollest zumindest mal angeben was für eine Gesellschaftsform
du als Firma anstrebst. GmbH oder OHG aber was auch immer.
Je nach dem kannst du deine Sachwerte dann von dir selber kaufen.
Generell kann ich dir nur raten einen Steuerberater zu nutzen
du gehst sonst im Papierkram unter. Die Steuerheinis werden immer
bekloppter. Die Gesetze ändern sich alle 5 minuten.

Kannst du auch Rockwell programmieren ?
Ich bin im Automobilsektor da redet keiner mehr von Siemens.

Bis auf den nächsten Kontakt
Gruß Norbert

Hallo zoomi,

  1. Wie begündet man die Kosten für Meistertitel im
    Eigenkapital?

Wenn Du Dich nicht sehr weit von Bilanzierungsgrundsätzen des HGB entfernen willst (was grundsätzlich möglich wäre, aber ausführlich erläutert werden müsste und auf diese Weise mit einem sehr unguten Geschmäckle verbunden wäre), kannst Du bloß Dinge aktivieren, für die jemand anders Geld bezahlen würde. Da der Meistertitel glücklicherweise nicht handelbar ist, keine Aktivierung.

  1. Wie bekommt man maschinen udn Software die man als
    Oriiginal bzw als Teil in der Hand hat und über 475 Euro
    liegen ohne Rechnung in den Buisnesplan?

Der Businessplan muss keine 1:1-Wiedergabe einer GuV nach HGB-Grundsätzen sein. Unabhängig davon: Wenn die Dinge aus dem Privatvermögen in das zu gründende Unternehmen eingelegt werden, kann man dieses grundsätzlich auch ohne Rechnung „von früher“ machen. Einlage erfolgt zum Verkehrswert = was jemand anders dafür bezahlen würde, in dem aktuellen Zustand der Dinge. Abschreibung nach erwarteter Restnutzungsdauer.

Sagen wir das Simatic S7 Packet (Habe ich einmal als
Privatperson geschenkt bekommen von Siemens) mit Wert 4800
Euro soll nun die Lizenz in das Eigenkapital fliessen.

Buchungssatz wäre - vorausgesetzt, die Lizenz hat für das Unternehmen einen Wert und ist nicht auf nichtgewerbliche Nutzung beschränkt - „Immaterielle Wirtschaftsgüter an Eigenkapital“.

Oder die Grosse Neuwertige Hilti Te 72 oder 74, die ich mal
vor Jahren über Ebay gekauft habe und keien Rechnung da ist
soll nun einfliessen.

Gleiche Geschichte. In diesem Fall täte ich als Bewertungshilfe den Preis von damals herannehmen, vermindert um die Beträge, die sich bei einer linearen Abschreibung auf die gesamte Nutzungsdauer ergeben würden. Zu diesem Buchwert dann in der Eröffnungsbilanz ausweisen.

  1. Wenn ich ein gebrauchten Bus als 2. Firmenfahrzeug,
    Kaufpreis 8000 Euro kaufe. Den kann ich auf 3 mal dann
    abschrieben? 33% ?

Denke, der ist mehr als zwei Jahre alt. Dann sind drei Jahre Restnutzungsdauer nicht zu kurz.

Bei der Bewertung von eingelegten Wirtschaftsgütern zwei Dinge beachten: (1) Vorsichtsprinzip „Der Kaufmann darf sich niemals nicht reicher machen, als er ist“ und (2) betreffend Bewertung mit Blick auf künftige Verwertungsmöglichkeiten: „Hoffnung ist der Tod des Kaufmanns“.

Unabhängig von Planrechnungen: Wenn in einem Aufwasch mit der Planrechnung auch eine Eröffnungsbilanz erstellt werden soll, die später Grundlage für Bilanzierung und Buchführung ist, besonders aufpassen bei der Einlage von Gegenständen aus dem Privatvermögen, wenn es sich um die Sachgründung einer (Einmann-?)GmbH dreht. Wegen nominal unzutreffend hoch ausgewiesener Werte der eingelegten Gegenstände missglückte Sachgründung kann später steuerlich und haftungstechnisch durchaus unangenehm werden.

  1. Wie ist das mit der Miete der Räumlichkeiten? Da ist doch
    Mehrwertsteuer dabei.

Ist sie das? Bei gewerblichen Mietverträgen gibt es beides. Es kommt darauf an, ob der Vermieter zur Regelbesteuerung optiert hat. Wenn er das nicht getan hat, ist die Vermietung erstmal USt-frei wie bei Wohnungen auch.

Wie und wo schreibe ich sie raus?
Oder schreibe ich einfach (enthaltene Merhwertsteuer: xx,xx
Euro) ?

Das kommt jetzt drauf an, ob die USt überhaupt einen nennenswerten Einfluss auf die Liquiditätsplanung hat. Das hat sie bloß, wenn zu Beginn der Tätigkeit richtig dick investiert wird und wenn die angeschafften Dinge eher lange Nutzungsdauern haben.

Sonst täte ich schlicht netto rechnen, so wie Du auch die Preise kalkulieren wirst, wenn Du nicht grad für private Endverbraucher tätig wirst.

Auf diese Weise gewöhnst Du Dich auch schon an Denken, Reden und Verhandeln in Netto-Entgelten. Und die Darstellung der ganzen Kiste wird auch klarer.

Aber bekommen die da nicht das breite Grinsen wenn ich ganz
knapp unter den 50000 Euro bleiben will?

Als ich vor Jahren (gabs damals für KfW-Kredite) ab und zu Planrechnungen aus den Angaben der Gründer destilliert habe, lösten so hohe Erwartungen für das erste Jahr immer alle Alarmglocken aus: Wo sind die Risiken, an die der nicht gedacht hat? Wo nimmt er seine Aufträge her? Wo ist der Haken, den er nicht sieht, so dass er als Unternehmer von Anfang an mehr verdienen will als jetzt?

Unabhängig davon, was Gutachter etc. davon halten, bin ich dafür, dass Du die Kiste erstmal selber noch mal gaaanz kritisch in die Hand nimmst: Sind die Erwartungen zu hoch? Wie siehts aus mit Risiken, Haftung, Gewährleistung etc. (die sich zwar grundsätzlich nur auf den Ertrag auswirken und nicht auf den Cash flow, was aber schon ganz anders aussehen kann, wenn mit echten oder gesuchten Begründungen Einbehalte vorgenommen werden, Zahlungen verweigert oder hinausgeschoben werden etc. - Du weißt, wie viele Mittelständler nicht nur von Mehdorns Projektfritzen in die Pleite gefahren wurden). Zahlen die Auftraggeber im Ziel, kommt das Geld wirklich rein, werden die Aufträge vorbehaltlos abgenommen? Besonders wenn Du von Anfang an mit Fremd-AK arbeitest, geht das Geld für die Leute weg, egal ob etwas dafür reingekommen ist, oder ob es erst ein halbes Jahr später oder gar nicht kommen wird.

Ohne die Einzelheiten zu kennen und beurteilen zu können, käme mir die Hälfte der angegebenen Zahl unmittelbar glaubwürdiger vor.

Schöne Grüße

MM

Hallo,
erst mal vielen Dank, das ist wirklich hilfreich und verständlich geschrieben. Und lehrreich.

Bei den 50000 rechne ich schon so weit nach unten wie es nur geht.
Die Gründung soll als Privatperson erfolgen :stuck_out_tongue:, dann habe ich den gazen anfangsstress mit dem HGB weg von mir. Im 2. oder 3. Jahr dann natürlich eine GmbH.
Wegen Förderungen, Steuer, Einnahmenüberschussrechnung etc.

Anfangs wollen wir mit zpeziellen dennch generellen Margen einsteigen.
So bleibt mir in der Strategie ein breies Spektrum und kann in Kürzerster Zeit auf Markt, Kunden bzw. Aufträge reagieren.
Wir haben halt ein kompendium von sehr viel Wissen und Geschick. Mit unseren best ausgebildeten modernen technischen und handwerklichen Fähigkeiten könen wir da einiges bieten.
Hinzu kommt das wir auch die grundlegenden mechnischen Dinge wie Feilen, Schweissen, Drehen, Fräsen zwar nicht perfekt aber gut beherrschen.
Also von der Wandsteckdose bis zum Industrie Scheissroboter, keine Probleme.
Da wir nicht mit ausländischen Konkurenten im Preis mithalten können setzen wir auf Qualität, Wissen und Sorgenfreiheit.
Bei uns funktioniert es, wir wissen genau was wir tun und der Kunde weis er kommt mit einen Problem oder Auftrag zu uns und hat es zum vereinbarten Zeitpunkt dort wo er es haben möchte.
Er muss sich darübe keine Gedanken machen ob es in Ordnung ist, ob was schief läuft, ob Proleme nicht gelöst wurden, ob es pünktlich kommt. Wir sagen bei uns nur Meisterliche Arbeit. Das kostet aber bei uns auch, da wir hoch Qualifiziert sind und viel Energie in die Sache bringen.

Grüsse Zoomi

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