hey ho,
Hallo Bananenschale (Nicks gibt es hier, die gibt es gar nicht) ;o)
bin gerade in der L17-Ausbildung und habe demnächst Prüfung.
Für die alten Säcke mit Klasse3- Lappen wie mich bitte nochmal zum Verständnis: L17-Ausbildung hat ‚(begleitetes) Fahren mit 17‘ zum Ziel, richtig?
Auf alle Fälle wünsche ich dir schon mal viel Erfolg bei der Prüfung!
Habe jetzt angefangen zu lernen und bin auf „Fahren auf Sicht“
gestoßen. Schon klar was „Fahren auf Sicht“ heißt, aber wie
kann ich mir die benötigte Sichtweite ausrechnen?
Ähhm, Sichtweite ist die Entfernung, innerhalb derer du etwas sehen kannst (muss ja keine Zeitungsschlagzeile sein, ein anderes Fahrzeug wäre aber schon schön zu erkennen… ;o) ) Die brauchst du nicht berechnen, da reicht schätzen völlig aus, kleiner Tipp: die weißen Leitpfosten stehen auf Landstraßen und Autobahnen in einem Abstand von 50m zueinander (in Kurven und bei Einmündungen (die sind auf Autobahnen aber eher selten) aber auch mal enger zusammen)…
Mal ein Beispiel dazu damits klarer wird was ich meine:
Gerne, Beispiele finde ich immer klasse!
Ich fahre beispielsweise auf der Autobahn > Fahren auf Sicht;
Meine Sichtweite beträgt 70 m
Siehst du, die wird vorgegeben, dann brauchst du sie nicht berechnen… ;o) Ist übrigens schon relativ neblig/regnerisch oder dunkel bei dir… Allerdings darfst du die Nebelschlussleuchte noch nicht einschalten! ;o)
Wie schnell darf ich fahren? Wenn möglich auch bitte eine
Formel dazu!
Du kriegst von mir nur die Formel(n) - nicht, dass ich hier versehentlich deine Aufgaben mache… ;o) Also:
Dein Anhalteweg muss kleiner sein als die Sichtweite (bei Autobahnen, weil es dort keinen Gegenverkehr gibt oder zumindest geben sollte!),
bei Straßen mit Gegenverkehr muss der Anhalteweg kleiner sein als deine HALBE Sichtweite, weil der Entgegenkommende ja auch eine gewisse Geschwindigkeit hat und damit einen Weg (innerhalb deiner Sichtweite) zurücklegt, der dir dann zum Bremsen fehlt…
Der Einfachheit halber wird hier angenommen, dass der Entgegenkommende:
- genauso schnell fährt wie du,
- genauso weit gucken kann wie du,
- dass seine Reaktionszeit genauso lang ist wie deine und sogar
- dass sein Auto die gleichen Verzögerungswerte an den Tag legt wie deins,
womit dann beide den gleichen Anhalteweg hätten…
Schon daran siehst du eigentlich, dass diese ‚Berechnungen‘ völlig theoretischer Natur sind und ungefähr nichts mit der Realität zu tun haben (können), aber okay, du machst ja auch eine theoretische Prüfung…
Und weiterhin werden in den Formeln technische Werte zugrunde gelegt, die (ich glaube) aus den 60ern oder 70ern stammen… Zum Glück hat sich in den letzten Jahren/Jahrzehnten einiges auf dem Techniksektor weiterentwickelt - jedenfalls möchte ich kein Auto fahren müssen, dass bei einer Gefahrenbremsung (also mit alles!) so mies verzögert, wie es die Ergebnisse der u.g. Formeln erahnen lassen (nach denen würde nämlich ein Auto aus 100km/h immernoch einen Bremsweg von 100/10 x 100/10 = 100m (bzw. durch 2 geteilt, weil Gefahrenbremsung, also 50m) haben, ein modernes Auto steht aber nach ca. 36m!!!)…
Aber nichtsdestotrotz musst du mit den alten Werten rechnen, die moderne Zeit hat in den Prüfungsbögen noch nicht überall Einzug gehalten!
Die Formeln waren jetzt übrigens nicht so schwer zu finden (und du solltest sogar die Bücher dafür haben)…:
Zitat (mehr oder weniger rechtschreibkorrigiert):
"Definitionen:
Reaktionsweg ist die Strecke, die ein Fahrzeug in der Zeit zurücklegt, die der Fahrer braucht, um eine Situation zu erkennen und mit dem Fuß anfängt, das Bremspedal zu drücken. Die Geschwindigkeit ändert sich in dieser Zeit nicht.
Bremsweg ist die Strecke, die ein Fahrzeug in der Zeit vom Drücken des Bremspedals bis zum Stillstand zurücklegt. Dabei verringert sich die Geschwindigkeit anfangs wenig und erst am Ende des Bremsweges stark.
Anhalteweg ist die Strecke, die ein Fahrzeug vom Erkennen der Situation [durch den Fahrer] bis zum Stillstand zurücklegt, also die Summe aus Reaktions- und Bremsweg.
Faustformeln […]:
Reaktionsweg in Meter = 3 x (Geschwindigkeit in km/h / 10)
Bremsweg in Meter = (Geschwindigkeit in km/h / 10) x (Geschwindigkeit in km/h / 10)
[Was da die Klammern drin zu suchen haben, erschließt sich mir nicht, weil alles Punktrechnung ist und damit das Gleiche herauskommt, ob man nun erst das in Klammern ausrechnet oder nicht, aber ich lass sie dann mal stehen, wo sie stehen… ;o)]
Gefahrbremsung = Bremsweg / 2
[das ist neu aufgenommen, das gab es zu meiner Zeit noch nicht]
Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg
Bei diesen Faustformeln wird eine Reaktionszeit von 1 Sekunde angenommen. Bei der normalen Bremsung wird eine Verzögerung von ca. 4m/sec² (man bemerkt ein deutliches Abbremsen, es ist aber noch nicht unangenehm) und bei der Gefahrbremsung von ca. 8m/sec² (die Reifen quietschen, es haut einen in die Gurte und ungesicherte Ladung fliegt nach vorne) angenommen."
Quelle: http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtop… (war der erste Eintrag bei Google)
LG
MfG zurück, Olli