'Fair Company' und Antidiskriminierung?

Hallöchen,

Zum Thema vorneweg. Es gibt eine Initiative, die sich „Fair Company“ nennt.
Siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Fair_Company

Ziel der Initiative ist es, der Strömung vorzubeugen, statt durch fair bezahlte Arbeitskräfte Tätigkeiten durch billige Praktikanten erledigen zu lassen. Eines der Kriterien ist:

… bieten Praktika vornehmlich zur beruflichen Orientierung während der Ausbildungsphase…

Okay, angenommen folgende Situation:
Ein „Fair Company“ Unternehmen schreibt ein Praktikum explizit für Studenten kurz vor Studienabschluss aus, d.h. wendet sich an junge Leute, die im Praktikum die Theorie der Uni mit Unternehmenserfahrung zu Expertise verküpfen möchten, um so direkt nach dem Abschluss mit vorhandenen Praxiskenntnissen in den Arbeitsmarkt einsteigen zu können.

Jetzt bewirbt sich aber auf dieses Praktikum ein 50-jähriger „Längst-Absolvent“ (d.h. Langzeitarbeitsloser)

Allein aufgrund der „Fair-Company“ Spielregeln muss man dieser Person absagen.

Ist dies nicht ein Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz?

Gruss,
Michael

Hallo

Ob hier eine Verstoß gegen das AGG vorliegt, müßte man anhand der sachlichen Kriterien prüfen, die die Gesellschaft zugrunde legt. Leider, da hast Du schon Recht, ist es heute an Idiotie kaum zu beschreiben, was gemäß dem AGG alles erklagt werden kann. Chancenlos ist also auch der 50jährige lange Studierte nicht.

Gruß,
LeoLo

Hoi.

Keine Sorge, hier greifft das AGG nicht ein.

Nach §8 und §10 AGG darf man besondere Sachen verlangen bzw. gewisse Berwerber ablehnen:
"§ 8 Zulässige unterschiedliche Behandlung wegen beruflicher Anforderungen
(1) Eine unterschiedliche Behandlung wegen eines in § 1 genannten Grundes ist zulässig, wenn dieser Grund wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit oder der Bedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt, sofern der Zweck rechtmäßig und die Anforderung angemessen ist."

Ergo, kein Problem…wobei es sicher Leute geben wird, die es versuchen…

Ciao
Garrett