Fall, Beispiel und Fallbeispiel

hallo

mein pädagogikprofessor hat im seminar erwähnt, dass es das wort fallbeispiel nicht gibt und nochmal eine genaue definition von fall und beispiel gebracht. leider war das so prägnant, dass ich dem zwar folgen konnte und es sich plausibel anhörte, aber wiedergeben könnte ich das nicht. kann mir das jemand nochmal darlegen? speziell die unterschiede?

ein doktorant hat mir gegenüber dann auch noch erklärt, dass es diese unterscheidung nicht gäbe und er sehr wohl das wort fallbeispiel benutzt.

wie weit verbreitet sind diese beiden auffassungen?

gruss

doktorant

Korrekt: Doktorand.

Hallo!

mein pädagogikprofessor hat im seminar erwähnt

Da es sich vermutlich um eine fachsprachliche Definition haltet, sollte Dir das ein Pädagoge besser erklären können. Wobei es natürlich sein kann, daß es ein Spleen deines Professors ist.

dass es das
wort fallbeispiel nicht gibt

Allgemeinsprachlich gibt es dieses Wort natürlich, man könnte es las „Fall, der als Beispiel dient“ paraphrasieren.

ein doktorant hat mir gegenüber dann auch noch erklärt, dass
es diese unterscheidung nicht gäbe und er sehr wohl das wort
fallbeispiel benutzt.

Dann vermute ich, es ist in der Tat ein Spleen deines Professors.

wie weit verbreitet sind diese beiden auffassungen?

Die Auffassung, daß es Fallbeispiel nicht gibt, höre ich heute zum erstenmal. Im Psycholopgiestudium war das Wort gang und gäbe.

Gruß,
Max

Hallo,

Allgemeinsprachlich gibt es dieses Wort natürlich, man könnte
es las „Fall, der als Beispiel dient“ paraphrasieren.

Ja, aber das wäre ein Pleonasmus, denn ein „Beispiel“ ist immer ein (fiktiver oder realer) Fall, der als Argumentationshilfe herbeigezogen wird.

Gruß

Anwar

Hallo,

Allgemeinsprachlich gibt es dieses Wort natürlich, man könnte
es las „Fall, der als Beispiel dient“ paraphrasieren.

Ja, aber das wäre ein Pleonasmus, denn ein „Beispiel“ ist
immer ein (fiktiver oder realer) Fall, der als
Argumentationshilfe herbeigezogen wird.

Gruß

Hallo,

darauf antworte ich mit einem klaren und entschiedenen „Jein“.
Ich denke nämlich ebenso wie Denker, dass es schon auf den Kontext der jeweiligen Fachrichtung ankommt, um

Ein Beispiel ist alles, was ein Abstraktum durch Konkretisierung veranschaulicht. So kann ich dir beispielswiese den § 223 StgB auf verschiedene Weisen erklären:
a) Ich erzähle dir, dass eine „üble unangemessene Behandlung“ darin besteht, dass ich jemandem auf die Nase haue, so wie man das aus Schulhofraufereien kennt.
b) Ich haue dir auf die Nase und sage: „Siehst du, das ist 223 StGB“.
Beides sind Beispiele.

Ein Fallbeispiel würde ich dir - zumindest was die Juristerei betrifft - hingegen dann liefern, wenn ich mit dir die BGH-Entscheidung zum „Tritt mit dem beschuhten Fuß“ durchgehen würde.
Dies ist ein isolierter Sachverhalt, der allerdings paradigmatisch für eine Vielzahl ähnlich gelagerter Fälle stehen kann (nicht muß).

MFG Cleaner

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Ja, aber das wäre ein Pleonasmus, denn ein „Beispiel“ ist
immer ein (fiktiver oder realer) Fall

Zumindest im psychologischen Sprachgebrauch, so wie ich ihn kenne, ist ein Fall niemals fiktiv. Ein Fallbeispiel ist also ein Beispiel mit realem Hintergrund, während ein normales Beispiel auch fiktiv sein kann.

gruß,
Max

doktorant

Korrekt: Doktorand.

Fakt: Du bist ein Pedand Pedant.

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Fakt: Du bist ein Pedand Pedant.

Selbst wenn es so wäre, täte das hier nichts zur Sache.

Fakt: Du bist ein Pedand Pedant.

Selbst wenn es so wäre, täte das hier nichts zur Sache.

Wenn es so wäre?

-> Ich hätte nicht reagiert, wäre mir dies nicht schon öfters negativ aufgefallen.

Es täte nichts zur Sache?

-> Ausgangsfrage:

mein pädagogikprofessor hat im seminar erwähnt, dass es das wort fallbeispiel nicht gibt und nochmal eine genaue definition von fall und beispiel gebracht. leider war das so prägnant, dass ich dem zwar folgen konnte und es sich plausibel anhörte, aber wiedergeben könnte ich das nicht. kann mir das jemand nochmal darlegen? speziell die unterschiede?

Deine Anwort:

doktorant
Korrekt: Doktorand.

Enough said.

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-> Ich hätte nicht reagiert, wäre mir dies nicht schon öfters
negativ aufgefallen.

Warum „negativ“? Derartiges ist doch kreativ, engagiert und alles andere als „negativ“!

Und zum Vorwurf des Pedantismus: genausogut könnte man die Meinung vertreten, meine Antwort sei alles andere als „pedantisch“, da ich schließlich sehr unpräzise bis gar nicht auf die ursprüngliche Frage eingehe…

Meines Erachtens sollte man falsche Schreibweisen wie hier „Doktorant“ in einem öffentlichen Forum nicht unkommentiert lassen, da solche Fehler sich wie ansteckende Krankheiten epidemisch verbreiten.

Wenn Du schon nicht dankbar bist für Dich selbst, falls Du etwas dazulernen konntest, sei es wenigstens für die Anderen, die nun hier, dank meiner, neben der falschen auch die (als solche gekennzeichnete) korrekte Schreibweise „Doktorand“ rezibieren können.

Hallo,

Und zum Vorwurf des Pedantismus : genausogut könnte man die
Meinung vertreten, meine Antwort sei alles andere als
„pedantisch“, da ich schließlich sehr unpräzise bis gar nicht
auf die ursprüngliche Frage eingehe…

Pedanterie!

MFG Cleaner

P.S.: Die Frage wäre nun, ob dir meine „hingekackte“ Antwort gefällt.

4 „Gefällt mir“

OT: Korrektur, Form, Floskeln

Pedanterie!

Oh, stimmt! Du hast Recht! Danke! :smile:

.

P.S.: Die Frage wäre nun, ob dir meine „hingekackte“ Antwort
gefällt.

Aber selbstverständlich gefällt sie mir! Sehr sogar! Ich empfinde sie überhaupt nicht als „hingekackt“, sondern als absolut angemessen!

Nie würde ich erwarten, daß jemand, der mich in irgendeinem Punkt belehren kann und dies auch zu tun gewillt ist, zusätzlich noch weitere Zeit mit irgendwelchen Erklärungen oder Floskeln versäumen soll!

Wenn jeder, der eine Korrektur einzubringen gedenkt, erstmal ein paar idiotische Runden „Höflichkeitsgeschnörkel“ drehen muß, vergeht ihm doch verständlicherweise von vornherein die Lust!

Genauso wie Deine obige müssen derartige Belehrungen sein, die eigentlich keiner weiteren Erklärung (z. B. grammatikalischer Natur) bedürfen: kurz, direkt, präzise, schnörkellos. Das bringt’s. Alles andere ist nach meinem Empfinden einfach nur überflüssig und wirkt seltsam betulich und unecht bis verlogen.

Hallo,
mir gefällt auch deine Antwort, illustriert der Zusammenhang der verschiedenen posts doch genau das, was ich und verschiedene andere Schreiber zum Ausdruck bringen wollen.
Augenblicklich entsteht hier nämlich gerade so etwas wie Kommunikation. Und diese ist m.E. wichtig, denn ich teile die folgende Auffassung nicht.

Genauso wie Deine obige müssen derartige Belehrungen sein, die
eigentlich keiner weiteren Erklärung (z. B. grammatikalischer
Natur) bedürfen: kurz, direkt, präzise, schnörkellos.

Ich versuche zu verdeutlichen. Stelle dir einmal vor, ich wäre ein Türsteher in einem Lokal deiner Wahl - es muss nun nicht unbedingt eine Disco sein, es kann ja auch z.B. ein Casino oder Theater sein. Du willst die Lokalität betreten und ich will dir den Eintritt verweigern, weil du falsch gekleidet bist. Welche der folgenden Aussagen würdest du derart akzeptieren, dass du künftig andere Kleidung trägst, respektive bei welcher Aussage würdest du das Lokal überhaupt noch einmal aufsuchen wollen?

a) „Falsche Klamotten!“ (gerne auch gepaart mit einer abweisenden Geste)
b) „Hallo, es tut mir leid, aber ich kann keinen Einlass gewähren, da die heutige Kleiderordnung eine grüne Krawatte und rosa Gamaschen vorsieht. Sobald du diese trägst, erhältst du aber gerne Eintritt.“

MFG Cleaner

P.S.: Ich persönlich habe beispielsweise nun deshalb ausführlich geantwortet, weil hier die Kommunikationsvoraussetzungen gestimmt haben.

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Ich finde beide Varianten völlig ok. Bei „Falsche Klamotten“ könnte ich ja fragen: „wie sollen sie denn sein?“, falls ich nicht schon anhand von aushängenden Plakaten bzw. der Webseite des Veranstalters informiert wurde oder die Info entweder vergaß bzw. ignorierte.

Dies meine ich auch im übertragenen Sinn.

Falls es etwas zu korrigieren gibt, sollte derjenige, dessen Schreibe die Korrektur zuteil wird, einfach nur dankbar sein, egal ob der jeweilige Korrekteur ein paar Höflichkeitsschnörkel anbringt oder eben nicht.

Genauso dankbar wie ich es Dir gegenüber bin.

Höflichkeitsschnörkel dauern länger und ich möchte auf Korrekturen keineswegs verzichten müssen, nur weil demjenigen, der es besser weiß, evtl. die Zeit fehlt, langatmige, höflichkeitsschwülstige Erklärungen abzugeben. Die brauche ich nicht.