Fall: Entführung von 10 jähriger

Hallo Nina,

aber 8 jahre - 8 x 12 monate… und niemand hat irgendwas
bemerkt, keiner hat sich gewundert was das kind da an seiner
seite gemacht hat als er sie auch in die öffentlichkeit
mitgenommen hat…

Was soll dieses Irgendwas gewesen sein? Das ist ein emotionales, aber kein logisches Argument.
Natürlich haben unterschiedliche Nachbarn Irgendwas bemerkt.
Da war die ewige Baustelle, ohne dass man außen was sehen konnte.
Natürlich haben sich Nachbarn darüber gewundert, was das Mädchen an seiner Seite macht.

Wann hättest du aber die Polizei informiert? Wärst du zu ihm hin und hättest du versucht ihn auszufragen? Wärst du in sein Haus eingebrochen um nach der „Leiche im Keller“ zu suchen?

Die Vorstellung, dass ein solches Verbrechen unbemerkt mitten in einem Wohngebiet passiert, ist grausig. Aber logisch betrachtet ist das kein Problem.

Gruß
Carlos

Die Frau wird ein Leben lang mit diesen Defizit (keine Schule,
keinen Beruf, keine sozialen Kontakte,
Vergewaltigungsbewältigung etc.) zu kämpfen haben.

Meine Frage dazu:

Meint Ihr das ein Mensch so etwas aufarbeiten kann? Sind
solche Defizite überhaupt nachholbar? Wie wird sich diese
junge Frau in Zukunft entwickeln? Kann diese junge Frau
irgendwann normale Beziehungen zum anderen Geschlecht
aufbauen?

Hallo

Von dem Fall habe ich gestern oder so erfahren. Als es passiert ist, war ich noch in Österreich, aber ich kann mich nicht erinnern an diese Geschichte. Jetzt ist der Fall „Weltnews“.

Ich glaube ganz ehrlich, daß die Defizite wie Schulbildung und persönliche Entwicklung noch das wenigste sind, das diese Frau zu bewältigen hat. Es gab schon Menschen, die im Dschungel aufwuchsen und nachher glückliche Menschen wurden, eben mit Defiziten, na und, es gibt auch geistig Behinderte, damit muß die Gesellschaft fertig werden.

Es geht da um was anderes. Wer so etwas erlebt, für den ist das gesamte Fundament unserer Existenz als Menschen als Lüge und Farce „entlarvt“. Gerechtigkeit, der Staat, die Polizei der Freund und Helfer, das Gute im Menschen, die Gerichte - alle die Dinge, auf die wir zu vertrauen gelernt haben, haben diese Frau bitterst enttäuscht. An ihr ist ein unsägliches Verbrechen begangen worden, und das vor aller Augen, mitten in einer Vorstadt wo jeder jeden kennt, in einem einzelnen Haus, nicht in einem Hochhaus in Manhatten, nein in einer Vorstadtstraße von Wien. Hilfeschreie gingen ins Leere, der Gerechtigkeit wurde nicht genüge getan, niemand stand an ihrer Seite. Acht Jahre land. Kein Wunder daß sie nach einem kurzen Besuch der Eltern nie wieder nach ihnen gefragt hat. Sie hat keine Eltern mehr, keine Familie, keine Freunde, da sie alle verlassen haben. Die Menschheit hat diese Frau verlassen. Daß das „nicht wahr ist“ spielt keine Rolle, FÜR SIE ist es die Realität.

Ich glaube sie wird sehr sehr schwer ein Mensch werden wie alle. Entweder sie geht dran kaputt (selbstmord), oder sie baut sich ein Lügengebäude auf, oder sie lebt in Zukunft als Eremit in der Einöde des Zynismus, als ein Mensch, der die bittere Wahrheit „gesehen“ hat. So kann ich mir das vorstellen.

Viele Grüße
datafox

Hallo

Die Geschichte hat soviele Facetten. Ihr sprecht gerade von der Umgebung, die ebenfalls eine Art Trauma erlebt hat. (Ich denke der Fall wird sicher verfilmt werden.)

hasbe ich 8 jahre einen nachbarn, bekomme ich aber
im laufe der zeit einiges mit - und wenn nicht - will ich es
nicht.
will ichs nicht, muss ich mich nicht einem gespräch vor der
kamera stellen und (nach meinem gefühl) so tun, als hättê es
keine anzeichen
geben können.

ich rede hier nur für mich, aber ich glaube nunmal, das ist
selbstbetrug.

Ja das glaube ich auch.

Überleg mal wieviele Dinge dir an deinen Nachbarn so „auffallen“. Seltsame Menschen, seltsame Äußerungen, da schreit schon wieder ein Kind, was auch immer, eigentlich ständig. So sind Menschen eben. Am Ende denkt man sich nichts dabei, man hat Erklärungen dafür. Keiner würde auf die Idee kommen, wegen sowas die Polizei zu rufen. Und dann stellt sich raus, der Nachbar hat jahrelang ein Kind eingesperrt und gequält. PLÖTZLICH fallen diese ganzen einzelnen Beobachtungen wie die Teile eines Puzzlespiels zusammen und bilden ein klares Bild. Eigentlich hast du es immer gewußt, und aber eben doch nicht. Jetzt machst du dir Vorwürfe, unbegründeterweise. Bei erster Gelegenheit trittst du vor die Kamera und bekräftigst lautstark, daß du NICHTS GESEHEN HAST. Was sonst solltest du denn sagen? Alles andere würde dein Gewissen belasten. Eine völlig nachvollziehbare menschliche Reaktion. Eine Selbstbelügung? Einerseits ja. Andererseits aber wieder nicht. Denn einzelne Puzzleteile haben eben nicht ein Verbrechen angezeigt.

Viele Grüße
datafox

Bin schon gespannt auf den Film - mal sehen welcher österreichischer Regisseur mit der Portion Kreativität sich dafür findet. :smile:

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(Sie ist höchstwahrscheinlich demnächst
eh ziemlich „reich“ an Geld und benötigt
einen Finanzberater).

Wenn sie den Weg des Zynismusses geht (siehe meinen Beitrag weiter oben), wird sie ihre Geschichte vermarkten (lassen), reich werden und sich so ein Leben ermöglichen, das sorgenfrei und vor allem *unabhängig von allen Menschen* (denen sie nie mehr vertrauen kann) sein wird. Auf diese Welt, die sie im Stich ließ, so richtig spucken und das Leben genießen. Besser als in irgendeine Anstalt von Psychiatern umgeben, die sie immer und immer wieder das Trauma erleben („verarbeiten“) lassen.

Grüße
datafox

grüss dich datafox

ja so wirds wohl sein.
aber ich würde nicht vor die kamera treten. ich verstehe das eben nicht. - mir ist ja kalr warum sie es machen, aber ich würde mich
schämen und es fällt mir sehr schwer hier hm…verständnis auf-
zubringen.
aber das mag eben auch daran liegen dass ich z.b schon etwas unternehme - nach deiner beschreibung von beispielen bin ich z.b wer die handelt dann. und so wird es wohl daran liegen dass ich eine gewisse verachtung für diese menschen spüre, auch wenn das unfair ist, auch wenn ich weiss, das ist unreif von mir und anderes mehr - aber an der stelle ists so, mich stimmt das über die tatsache der tat hinaus eben nochmal traurig.

unsachlich halt, aber so ist dat.

LG
nina

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hallo carlos,

da sie ja irgendwann mit in die öffentlichkeit genommen wurde, wäre mir allein die gegenwart aufgefallen - wo kommt ein kind aufmal her - wie#
kommt das zustande? -als nachbar der ja mal um grundlegendes bescheid wusste, ist die immerwährende anwesenheit des kindes von heute auf morgen ja nicht so natürlich.
und da kann man schon nachhaken oder sich gedanken machen wie ich finde.

ich glaueb auch nicht, das das kind nie gesehen wurde, wenn es in ihr verlies geschickt wurde, es ja kein kinderzimemr im hause hatte -
z.b der heizungsableser der in der nähe wohnt sich mal gewundert hätte oder der nachbar gegenüber über die jahre merkt - die hat kein kinderzimmer, die ist nie am fenster, spielt nicht draussen,aber ab und an ist sie beim einkaufen dabei. - geht nicht zur schule etc.

es würde zu weit führen was mir da alles einfallen würde und auch wenn es nat. emotional ist, bedeutet es nicht es ist blödsinn.

du behauptest das eine und ich das andere.
8 jahre lang etwas zu verheimlichen und NIEMANDEM fällt irgendwas merkwürdig auf - glaube ich nicht, egal was man mir erzählt.
man wollte nicht… das ist der punkt.

und genau das geht mir wie stacheldraht runter…

LG
nina

was für ein glück für sie…das macht ja alles wett oder wie?

f

Also das mit den Nachbarn kann ich mir schon vorstellen.
Jeder lebt doch in seiner eigenen Welt. Da er sich ja wirkich von seinen Nachbarn abgeschottet hat kann ich mir schon vorstellen das die nichts mitbekommen haben.
Weißt Du den was bei Deinen Nachbarn so abläuft?

Selbst eine Cousine von mir, wusste von ihrem Sohn nicht was in dem abgelaufen ist, der ging in den Wald und hängte sich von einem Tag auf den anderen auf.

Ich denke vieles merkt und sieht man auch nicht, besonders wenn der andere nicht viel von sich Preis gibt.

Ich kenne in meiner Wohnanlage auch nicht jeden, und als ich mal am Land gewoht habe kannte ich zwar die Nachbarn, aber was der einzelne machte wußte ich auch nicht.

Ja, das stimme ich Dir voll zu der „Vertrauensverlust“ in die Menschheit ist enorm groß.
Trotzdem wird es für sie schwer sie ist ja nicht „schwerbehindert“ und es wird ihr bewußt werden das sie für ihre Gefangenschaft nichts kann, ihr wird bewußt werden das sie nicht so leben kann wie Gleichaltrige. Dieses „Defizit“ ist ja nicht selbst gewollt. Sie konnte ja nichts dafür. Ihr ist das was sie zu verarbeiten hat von außen auferlegt worden. Das zu akzeptieren ist wohl sehr schwer.
Schwer deswegen weil im Alltag ein ständiger Vergleich herrscht.
Andere haben eine bessere Schulbildung, einen besseren Beruf, können sich mehr leisten. All das wurde ihr ja verwehrt und sie hat es ja nicht freiwillig gemacht, sie war weder krank noch behindert.

Es muss ein Schock sein wenn man plötzlich mit einer Umwelt konfrontiert wird die man nicht kennt.

Das sie sich durchsetzen muss im Alltag, sowie eine ordentlich Portion Selbstbewußtsein und Selbststädnigkeit fehlen wohl dann.

Das zu lernen ist denke ich mal sehr schwer. Und es fehlte ja auch an ERziehung in der Zeit. Sie wurde ja wie eine Sklavin behandelt.

Ich habe mal einen Bericht im Fernsehen verfolgt das solche Kinder die im Dschungel aufgewachsen sind, sich später umgebracht haben weil sie mit der Situation überfordert waren die der zivilisierte Alltag mit sich brachte.

Entwicklung wie bei Wolfskindern?
Der Begriff Wolfskinder kommt von einer tatsächlichen Begebenheit:

http://www.stk.tu-darmstadt.de/jcal/sg/soziologie.pdf

Ähnliche Verhaltensweisen vermute ich wird das Kind wohl auch an den Tag legen.
Wird dabei Hospitalismus eine Rolle spielen?

Das Stockholm Syndrom wird sich auch eine große Rolle in dem Fall spielen. Sicher wird die Natascha nicht so stark betroffen sein wie „Wolfskinder“ die in Indien gefunden wurden, doch sicher ist das aufwachsen in Gefangenschaft mit ähnlichen Phänomenen verbunden.

Vor allem soll ja ihre Mutter auch unter Verdacht gestanden sein sie verkauft zu haben.
Eine Nachbarin ihrer Eltern berichtete über Fotos die, die damals Kleine Natascha machen musste „geschminkt“ etc. Muss zwar nichts heißen aber anscheindend wurde auch ihre Mutter als „Eiskalt“ von dem damaligen ERmittlungsbeamten wahrgenommen.

Hallo!

Andere haben eine bessere Schulbildung, einen besseren Beruf,
können sich mehr leisten.

Sie kann, wenn sie will, ihre Geschichte zu Geld machen und reich und berühmt werden, nämlich in Hollywood. Soweit das abzuschätzen ist, ist sie schon jetzt ein unfreiwilliger „Star“. Die Geschichte ist auf allen internationalen Sendern.

An sozialer Verachtung und Armut wird sie garantiert nicht scheitern, ganz im Gegenteil. Der Rummel, der Reichtum und Ruhm, würde sie eher umbringen!

Grüße
datafox

Hi

Wenn sie den Weg des Zynismusses geht (siehe meinen Beitrag
weiter oben), wird sie ihre Geschichte vermarkten (lassen),

Würde sie gar nicht machen müssen. Es gibt schon ein Spendenkonto für sie, eingerichtet von einer kleinformatigen ösitanischen Tageszeitung.

Gruß
Edith

Hallo

was für ein glück für sie…das macht ja alles wett oder wie?

Ihre Situation und Geschichte erinnert ein wenig an die
alte Praxis des Aussiebens „geeigneter“ junger Mädchen
nach deren Versklavung für den Harem des Herrschers, in
dem sie dann ein Leben lang bleiben werden.

Und nach x Jahren fällt der Herrscher im Kampf
und das Mädchen kehrt zum eigenen Volk zurück
und versteht schnell, dass es von dessen Tischen
kaum mehr wird essen können.

Weiterhin bestehen Ähnlichkeiten zur früher
üblichen Praxis des „Heiratens“, bei der
das junge Mädchen aufgrund von „Vereinbarungen“
der Eltern an einen fremden Herren in dessen
Haushalt übergeben wurde, in denen sicherlich
anfangs eine ‚zero failure tolerance
herrschte, das aber nicht verhinderte, dass
gelegentlich auch eine gute Familie entstand.

Alles in allem eine recht archaisch anmutende
Geschichte, die meisten Leute werden bei der
„Beurteilung“ an ihrer eigenen Ambivalenz ver-
zweifeln, welche letztlich der Spiegel der
konkret-kulturellen Überformung ist.

Grüße

CMБ

Also das mit den Nachbarn kann ich mir schon vorstellen.

Jeder lebt doch in seiner eigenen Welt. Da er sich ja wirkich
von seinen Nachbarn abgeschottet hat kann ich mir schon
vorstellen das die nichts mitbekommen haben.

da ist das was ich ja kritisiere.

Weißt Du den was bei Deinen Nachbarn so abläuft?

natürlich bekomme ich nicht alles mit, das ist ja auch nicht der sinn der sache. aber wenn ich eine gewisse aufmerksamkeit mitbringe, eine art verantwortungsbewusstsein gemischtm it etwas zivilcourage, dann
bekomme ich so einiges mit - bestimmte dinge eben und darum gehts ja, nicht darum wer wie seinen müll entsorgt oder was jemand im TV schaut.

im grunde ist meine erfahrung die: jeder will wenn er in not ist,dass andere ihm helfen .- wenns geht bitte schnell und von selbst.
aber kippt jemand in der u-bahn um, denken die meisten nur - ach der ist besoffen… doch zum einen ist es ja unerheblich erstmal, warum jemand umfällt, denn evtl. verletzungen können entstanden sein, zum anderen selbst wenn, ist das kein anlass zu ignorieren.

es ist das gleiche mit aggressiven menschen in der öffentlichkeit, der hund der geschlagen wird, das kind das eine gescheuert bekommt oder grob gehandelt wird, die androhnung von prügeln anderen erwachsenen gegenüber - kaum wer interessiert sich, kaum wer handelt.

und wenn es in solchen momenten so ist, wie wird der mensch wohl damit umgehen wenn ihm direkt gegenüber oder nebenan im einfamilienhaus so
einige sachen „spanisch“ vorkommen, ungereimtheiten auftreten - macht der mensch sich gedanken die er versucht auszuschlüsseln oder sagt der sich einfach - was geht mich das an?

wer in einem vielfamilienhaus wohnt kann nat. nicht alles über alle mitbekommen, aber das ist doch auch gar nicht der punkt. würde jeder ein wenig aufmerksam sein, müsste ja nicht einer für alle alles mitbekommen…

im übrigen zeigen die vorfälle, die sonst so in die medien kommen - das menschen zumeist selbst dann ignorieren das was nicht stimmt, wenn es mehr als auffällig ist (verhungernde kinder in wohnungen die tagelang schreien wie am spies z.b - später dann erzählen die leute im tv - wie auffällig doch alles da in der wohnung war und wie man sich gewundert hätte…- den punkt, das trotz info manche behörden nicht eingreifen, meine ich gerade aber nicht - das ist ein problem für sich)

Selbst eine Cousine von mir, wusste von ihrem Sohn nicht was
in dem abgelaufen ist, der ging in den Wald und hängte sich
von einem Tag auf den anderen auf.

das kannst du nicht vergleichen meine ich. deshalb beziehe ich derartige dinge nicht ein in das alles. hier kann man sich nichts
vorwerfen, letztlich selbst im falle dass man eine ahnung hat, eher
selten etwas verhindern. ich kenne da einen fall einer jungen mutter,
die nach einem versuch in eine klinik kam und psychisch behandelt wurde und dann nach monaten entlassen wurde - sozusagen als nicht mehr gefährdet. sie fuhr heim und hängte sich auf.
wenn jemand sich selbst nicht mehr will, ists meiner meinung nach einfacher andre zu täuschen - aber ob das 8 jahre lang ginge, das
wiederum glaube ich nicht:wink: - ist also nicht zuletzt schon auch
eine sache der langen zeit die ich miteinbeziehe und sage - über so lange zeit kann ich nicht glauben, das keiner befremdet war.

zwischenzeitlich sind ja einige neue infos an die öffentlichkeit
getreten. das mädchen hat wohl sich wohl auch teilweise „frei“
im hause bewegt über längere zeit, gemeinsam mit dem mann.
ich kann mir hier dann wiederum schon vorstellen, das es die sache
erschwert auf dauer hier misstrauisch zu werden für nachbarn -
denn man kann ja ggfs. mal was sehen - jedersieht mal in nachbarns
fenster oder so. - ich glaube aber dennoch, es hat einen nicht nur
sehr kurzen zeitraum gegeben bis es überhaupt soweit war dass das mädelsich so angepasst hat und diese zeit, das hier die chancen
am grössten gewesen wären, wenn man denn gewollt hätte, also nicht
wegsehen, hinsehen…

das problem ist nat. dieser vorfall ist so noch nie dagewesen und
damit theoretisieren wir hier herum und selbst profis haben eben
keinen derarigen direkten vergleichsfall.

es bleibt im grunde nur übrig - meine wahrnehmung ist so, ich denke
auch nicht,das ich sie ändern werde. aber ob ich nun recht habe oder
ob das nicht so stimmt - keine ahnung.
das könnte man nur sagen wenn dort nachweisslich menschen gewohnt hätten, die eben aufmerksam wären, zibvilcourage hätten etc.
das kann man aber nicht sagen oder wissen.

und das man sowas auch nicht verlangen kann, weiss ich auch.
aber dennoch wage ich es diesen mangel an sich zu kritisieren, der nachweisslich immer wieder schlimem folgen hat.

Ich denke vieles merkt und sieht man auch nicht, besonders
wenn der andere nicht viel von sich Preis gibt.

das ist wohl wahr - darum gehts aber gar nicht.

es geht um das was einem auffallen kann/muss, obwohl die zeichen
nicht eindeutig sind - man sich also in der tat gedanken manchen muss
oder versucht durch weitere „beobachtungen“ schlüssiger zu werden.

Ich kenne in meiner Wohnanlage auch nicht jeden, und als ich
mal am Land gewoht habe kannte ich zwar die Nachbarn, aber was
der einzelne machte wußte ich auch nicht.

musst du nicht, muss ich nicht, muss niemand. es langt doch völlig wenn man einfach ein wenig mehr aufmerksamkeit an den tag legt.
dann wundert man sich z.b.auch wenn eine wohnung aufmal still ist, die alte frau dort gar nimmer zu sehen ist und der postkasten überläuft.

wenn jeder ein wenig mehr aufmerksamkeit für andere mitbringt, wäre ne menge zu verhindern, abzuwenden, aufzuklären - weniger leid eben.

wenns aber schon im kleinen umfeld nicht klappt - sagen wir mal zum nachbar recht und links - wie solls dann erst im grossen funktinieren, wie dann bei „schlimmen dingen“?
für mich besteht darin jedenfalls ein mittelbarer zusammenhang.

dieses extreme beispiel ist also nur die spitze eines eisberges für mich und du weisst ja - der eigentliche grosse eisberg ist unter der wasseroberfläche - und das sind die anderen dinge die ich genannt habe.
wenn da kein bewusstsein besteht und kein interesse, wirds nat. für extremfälle erst recht nicht vorhanden sein.

LG
nina

Hi Nina,

inzwischen haben sich ja einige nachbarn geäussert über den
mann, seine freundlichkeit und unauffälligkeit etc - ich würde
mich in grund un boden schämen hätte ich als nachbar jahrelang
nichts bemerkt und würde
es nicht noch verschlimmern indem ich als alibi ein interwiev
gebe.

soweit ich das bisher mitbekommen habe, hat der Täter sie in den ersten Jahren gar nicht aus dem Gefängnis gelassen. Dass er mit ihr Einkaufen ging, war erst später.
Fluchtversuche hatte er vereidelt in dem er Natascha glauben machte, das ganze Haus ist abgesichert und falls ungebetener Besuch käme, würde alles in die Luft fliegen.

Ich habe einen Nachbarn, den habe ich bisher einmal gesehen und ich wohne schon über ein Jahr hier. Hätte er plötzlich ein Kind oder heranwachsende Frau an seiner Seite, würde ich mir keine großen Gedanken machen. Das wird wohl die Freundin (als heranwachsende Frau) oder eine Nichte sein.

Der Täter hat das schon gezielt eingefädelt. Ich würde den Nachbarn nun keine zu großen Vorwürfe machen. Wer ahnt denn schon sowas. Zumal nach einigen Jahren evtl. auch in Vergessenheit geraten ist, dass ein Kind vermisst wurde?

Gehst du denn tatsächlich auf einen Nachbarn zu oder verständigst die Polizei, wenn der in seinem Haus was umbaut? Viele bauen um, innerhalb des Hauses kann man doch Wände rumrücken, wie man will. Ich kenne einige, die an ihrem Häuschen immer was zu basteln haben, aber da denkt man einfach nicht an sowas. Auf die Idee kommt man einfach nicht, dass ein schlimmes Verbrechen dahinter stecken könnte.

jedenfalls gerate ich hier über meine grenzen - es fällt mir
schwer zu begreifen, das menschen zu derartigem fähig sind und
ich bin wütend weil er sich verpisst hat dieses feige subjekt.

Tja, der wird sich wohl gedacht haben, dass nun schluss mit lustig ist. Ich kann es auch nicht verstehen, wie man sowas überhaupt verbrechen kann. Eigentlich ein Verbrechen an der ganzen Familie.
Und Natascha wird „Rache“ genommen. Dass die Person, die ihr das angetan hat, dafür bestraft wird.

wie auch immer, unfassbar ists.

Ist es, mich erschüttert jeder Bericht darüber.

LG

Sarah

Hallo zusammen,
ich muss gestehen, dass ich gezielt nach einer Erwähnung dieser Geschichte in w-w-w gesucht habe, weil ich neugierig war, ob hier wohl darüber diskutiert wird.
Vorausschicken möchte ich, dass mich die Geschichte persönlich sehr mitgenommen hat, warum, weiß ich noch nicht. Ich habe seit dem Auftauchen der mittlerweile jungen Frau schlimme Träume. Soweit zu meinem Bezug dazu.
Ich habe mit Interesse Eure Beiträge gelesen und ich verfolge mit Interesse die Berichterstattung in unseren Medien, wobei es mir keineswegs um reißerische Details geht, sondern vielmehr um die Frage: wie geht es ihr?
Ganz grantig werde ich, wenn voll drauf los interpretiert wird, wenn eine ganz miese Zeitung vom Täter als einer „Sexbestie“ spricht usw. Die Geschichte ist ganz schlimm, keine Frage, aber es stecken sicherlich Tatsachen dahinter, die wir nicht wissen und auch nie erfahren werden. Ich habe mir eine ganz persönliche Meinung gebildet, mit der ich leben kann. Dies ist für mich deshalb wichtig, eben weil mir dieser Fall so sehr unter die Haut geht.
Ich bin den Medien gegenüber sehr, sehr skeptisch eingestellt, aber wie die Berichterstattung in der letzten Woche von den österreichischen Medien erfolgt ist, finde ich - im Gegensatz zu anderen Fällen - ziemlich in Ordnung. Obwohl die Zeitschrift „News“ bei uns tlw. wegen ihrer reißerischen Berichterstattung ziemlich verpönt ist, weise ich auf die Seite hin www.news.at, wo man viele Informationen findet. Diesmal ist es nicht so arg, weil anscheinend alle Berichte aus einer Quelle kommen und ich finde sie wirklich ganz passabel. Jeder, der sich Gedanken macht, kann auf der genannten Seite oder auch auf www.orf.at oder auf www.kurier.at recht gute Berichte lesen. Hinweisen möchte ich vor allem auf den schriftlichen Appell von N.K., der vom Kinder- und Jugendpsychiater Friedrich der Öffentlichkeit vorgelesen wurde. Auch wenn dieses Schreiben - wie man wieder mal mutmaßt - nicht direkt aus der Feder von N.K. stammte - es spiegelt dennoch ihre Gedanken und es ist unheimlich tröstlich. Dieses Schreiben entstand, nachdem N.K. die Berichte in den Medien verfolgt hat. Dieses Thema ist so komplex. Man kann sicher nicht spekulieren und drauf los interpretieren. Die Zukunft wird zeigen, ob sie den Weg in die Welt, ins Leben schafft, aber es scheint so, dass sie selbst die Voraussetzungen für ein Gelingen mitbringt.
Grüße aus Ö
Irene

Neuigkeiten etwas weltfremd
Gestern in einer Fernsehsendung habe ich gehört dass die junge Frau gesagt haben soll das sie in der nächsten Zeit eine Ausbildung machen will.

Ich finde dass etwas weltfremd.

Wie will sie eine Ausblidung machen wenn sie keine Schulabschlüsse hat?

Das Wissen von acht Jahren aufzuholen halte ich persönlich schon für sehr schwer. Es ist nicht unmöglich aber schwer.

Ferner kann ich mir vorstellen das die Natascha damit Probleme bekommt, und zwar in Folge von Neidgefühlen gegenüber Menschen die Erfahrungen gemacht haben die sie erst nachzuholen hat.

Auch vorstellen kann ich mir das sie einen enormen Verlust erfahren hat, denn sie erst mal verdauen muss.

Ich kann mir vorstellen dass sie jetzt in einer Phase der Verdrängung ist, doch aus meiner Erfahrung heraus kann ich mir gut vorstellen dass diese Problematiken und die Trauer über den Verlust (des nicht erleben oder erfahren könnens) erst noch aufbricht.

Es ist meiner Meinung nach ein Trauerprozess.

Es steht nirgedwo zu lesen ob sie in der gleichen Ortschaft zum Einkaufen gingen.
Die Nachbarn konnten ja auch gedacht haben jetzt hat er halt mal eine Freundin. Die ist Erwachsen, da fällt es gar nicht auf.

Wenn er Hygieneartikel oder Kleidung für eine Frau oder Mädchen gekauft hat, dann sicher nicht im gleichen Ort.

Und vielleicht hat er diese Aufdeckung auch bewußt inziniert.

Sie war ihm sicher zu alt, seine Pädophilen Neigungen konnte er somit nicht mehr ausleben. Aber wohin damit?
Einen Mord wollte er vielleicht nicht begehen.
Wieso sonst die jahrelange Gefangenschaft? Er wollte dauerhaft über jemanden verfügen mit dem er seine perversen Spiele treiben konnte.

mir ist noch eine andere geschichte eingefallen die ich am beginn meines kontaktes mit sexuell missbrauchten menschen erfahren habe - eine homepage.
zweifellos soltle man leid nie miteinander vergleichen, so sits auch nicht gemeint.

ich meine es in bezug auf entführung über jahre - z.b ein junge mit 7 jahren - ein amerikaner wurde entführt und über 9 jahre glaube ich von satanssekte zu satanssekte verkauft und dort jeweils im keller gehalten, ohne alles, ohne bücher, ohne schule, ohne jedewede ansprache und dafür mit unglaublichen dingen - ich habe 2 wochen gebraucht das alles zu lesen und wirklich - nicht nur geheult sondern oft gekotzt vor ekel und abscheu gegen die täter.

letztlich wurde der junge in deutschland gefunden und vor dem tot gerettet, da man gerade dabei war ihn nun doch umzubringen.
seine geschichte habe ich einst gelesen und seine versuche das alles zu verarbeiten. ein wunder, das ein mensch überhaupt noch überlebenswillen aufbringen kann bei dem was er erlebt hat.

zwecks verarbeitung hat er seine geschichte so ihm denn möglich war aufgeschrieben, sachlich, nicht zu detailliert wegen der die sowas lesen um sich aufzugeilen. unfassbar - vielleicht hat mich das erinnert ohne dass ich es gemerkt habe zunächst wobei ich mal meine, durch die immerwährenden wechsel - er wurde ja immer wieder verkauft - war die entdeckung sicher noch schwieriger - und er kam in all den jahren so gut wie nie an die luft, kannste gar nichts, konnte ja nichtmal richtig sprechen, geschweige denn anderes.

ich weiss noch, in der zeit des lesens dachte ich, ich halte das nicht aus. aber ich habs, denn es wäre lächerlich es nicht lesen zu können was ein anderer jahrelang erlitten hat.

ist nun nicht ganz das thema, aber ich hatte das bedürfnis es loszuwerden, auch wenn es keinen mittelbaren zusammengang zu meiner meinung darstellt die ich hier vertreten habe und noch vertrete.

LG
nina