Hallo und zwar habe ich eine Frage.
Ich lern grad für meine mündliche Bioprüfung. Eines meiner Schwerpunktthemen ist Martin Wagenschein und seine Bedeutung für die Didaktik des Sachunterrichts.
Als Unterrichtsbeispiel nach Wagenschein habe ich mir das Fallgesetz rausgesucht, aber ich versteh nicht ganz, wofür das exemplarisch ist. Bin nicht so die Physikerin, vielleicht kann mir jemand helfen.
Liebe Grüße
nach Wagenschein?
Moin, Jennwitz,
das Fallgesetz beschreibt in der Physik eine Bewegung mit konstanter Beschleunigung. Sollte da jedoch der Herr Wagenschein mitspielen, dann wäre die Frage vielleicht besser im Brett Pädagogik aufgehoben.
Gruß Ralf
Hallo Fragewurm,
Als Unterrichtsbeispiel nach Wagenschein habe ich mir das
Fallgesetz rausgesucht, aber ich versteh nicht ganz, wofür das
exemplarisch ist.
Meinst du jetzt bezogen auf die Arbeit von Wagenschein oder was das Fallgesetz in der Praxis bringt?
Physikalisch, am Beispiel eines Hammers und eines grossen Zehs, besagt das Fallgesetz (stark vereinfacht):
„Je höher desto Autsch“
Je grösser die Höhe ist, aus welcher der Hammer auf den Zeh trifft, umso mehr Energie verformt den Zeh.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fallgesetz
MfG Peter(TOO)
Oh, wär vielleicht ganz schlau, bin hier neu und konnt emich nicht entscheiden. Die Frage ist einfach so: Wofür steht das Fallgesetz denn exemplarisch. Was kann ich mir den daraus herleiten oder was versteh ich dann auch, wenn ich das Fallgesetz verstanden habe? Man muss Herr Wagenschein vielleicht dazu gar nicht kennen
Hallo Jennwitz
Man muss Herr Wagenschein vielleicht dazu gar nicht kennen
Nein, diesen musst Du nicht kennen. Aber dafür Isaac Newton, welcher die Fallgesetze postuliert hat. Nachzulesen in jeder Pyhsikformelsammlung.
Inwieweit dies in eine philosophische Betrachtung mündet, ist vielleicht eine weitere interssante Diskussion wert.
Gruß Dieter
Was kann ich mir den daraus
herleiten oder was versteh ich dann auch, wenn ich das
Fallgesetz verstanden habe?
Du kannst aus dem Fallgesetz z.B. errechnen wie schnell ein Körper im freien Fall wird. Oder welche Geschwindigkeit ein Körper beim Fall aus 10m Höhe am Boden erreicht. Und daraus kannst du dann z.B. ableiten wie stark der Aufprall ist usw usf…
Hallo,
Als Unterrichtsbeispiel nach Wagenschein habe ich mir das
Fallgesetz rausgesucht, aber ich versteh nicht ganz, wofür das
Hm, der Bezug des Fallgesetzes zur Biologie ist mir noch nicht ganz klar. Ok., Möven, Amseln usw. steigen in die Höhe um die Beute, Muscheln, Schnecken usw., durch fallenlassen „aufzuschließen“. Das wird aber kaum der Bezug sein.
Aber schau mal diesen Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fallschnur
Vllt. gibt das einen Anstoß.
Ein schönes WE
Gruß Volker
Hi Jennwitz,
Wofür steht das Fallgesetz denn exemplarisch.
für alles mögliche, bevorzugt aber immer noch für die Herleitung der Bewegungsgleichungen bei konstanter Beschleunigung.
Was kann ich mir den daraus herleiten oder was versteh ich
dann auch, wenn ich das Fallgesetz verstanden habe?
Alles, was mit Beschleunigung zu tun hat.
Man muss Herr Wagenschein vielleicht dazu gar nicht kennen
Ich habe ihn nicht eingeladen.
Gruß Ralf
Hallo!
Es beschleicht mich das Gefühl, dass Dich bisher alle missverstanden haben und auch ich weiß nicht so recht, worauf Du hinauswillst.
Wagenschein war Physik-Didaktiker. Es geht also bei Deinem Thema vermutlich mehr über die Didaktik und Methodik. Wagenschein hat ganz gern mal die die klassischen Betrachtungsweisen hinterfragt. Nur so als Spekulation:
Klassisch wird beim freien Fall immer der Luftwiderstand wegabstrahiert. Das hat zwar den Vorteil, dass die Formeln einfacher werden und dass man etwas wesentliches über unsere Welt lernt (Gleichheit von schwerer und träger Masse). Es habt aber auch gewichtige Nachteile: Erstens muss man Messfehler, die durch den Luftwiderstand im Klassenzimmer auftreten, immer irgendwie unter den Teppich kehren (das hinterlässt ein komisches Gefühl bei den Schülern) und zweitens lernen die Schüler etwas, was keinen Bezug zur Realität hat: Federn fallen nun einmal langsamer als Hämmer! Bei den einen Schülern führt das zu einem Misstrauen gegenüber der Physik, die anderen verlieren den Glauben an die Realität.
Ich könnte mir vorstellen, dass Wagenschein hier seinen Finger in die Wunde gelegt hat.
Aber das ist - wie gesagt - nur Spekulation. Vielleicht schreibst Du mal ein bisschen was konkreteres zu Deiner Fragestellung und zur Art Deiner Prüfung. Dann kann man Dir bestimmt weiterhelfen.
Gruß, Michael
Federn fallen nun einmal langsamer als Hämmer!
Was für ein grotesker Bullshit!!
Gruß Dieter
Klassisch wird beim freien Fall immer der
Luftwiderstand wegabstrahiert.
Mit Luftwiderstand wäre es ja kein freier Fall.
Hallo!
Federn fallen nun einmal langsamer als Hämmer!
Was für ein grotesker Bullshit!!
Dann lass mal eine Feder und einen Hammer gleichzeitig fallen und beobachte, wer als erstes unten ankommt! Was dabei rauskommt ist die experimentelle Wahrheit - und nicht der Gedanke „Im Vakuum würden sie theoretisch gleich schnell fallen.“
Galilei hat angeblich einen Metall- und eine Holzmünze vom schiefen Turm von Pisa fallen lassen. Hätte er dieses Experiment tatsächlich durchgeführt, dann hätte er beobachtet, dass die Holzmünze später unten ankommt - obwohl beide Körper den gleichen cW-Wert und die gleiche Querschnittsfläche haben.
Der Satz: „Alle Körper fallen gleich schnell.“ ist eine nicht gerechtfertigte Vereinfachung des physikalischen Sachverhalts. Besser ist es, den Fall über die Newtonschen Axiome zu beschreiben. Und dann gilt als Sonderfall: Wenn die Gewichtskraft die einzige am Körper angreifende Kraft ist, ist die Beschleunigung von der Masse unabhängig, weil sie sich bei der Berechnung rauskürzt.
Das Kunststück ist, dass man von einer Beobachtung tatsächlich auf die richtigen Gesetzmäßigkeiten schließt. Der Satz: „In Wirklichkeit ist es aber so…“ ist ein Greuel!
Michael
o.T.
Hallo Dieter,
hast Du auch ‚Die Männer der Ulysses‘ gelesen?
Gruß
loderunner
Jepp. so isses.
Ich hab mich grad mal aus Neugier ein bisschen umgeschaut, z.B. hier:
http://www.physik.uni-regensburg.de/didaktik/Vorl/El…
Hier gehts um die didaktische Rekonstruktion und darum, wie verschiedene Didaktiker diese aufziehen.
Zitat:
Wege der Elementarisierung und der didaktischen Rekonstruktion:
[…]
Von den Alltagsvorstellungen zu den wissenschaftlichen Konzepten (Wagenschein, genetischer
Unterricht): Erklärungen nicht verfrühen und den Vorgang des Verstehens „stauen“ und
„entschleunigen“
[…]
Speziell zum Fallgesetz findest du von Wagenschein das hier: http://www.martin-wagenschein.de/Archiv/W-002/Brstra…
In diesem Beitrag siehst du wie ausführlich er sich der Fragestellung „wie“ etwas fällt nähert. Er greift alte Überlegungen auf (Eine Kanonenkugel fliegt solange gradeaus, bis die Antriebsdämonen nichtmehr mitmachen, dann fällt sie runter… (ok, die Erklärung hat er jetzt so nicht gebracht
). Dieses ausführliche Beobachten und Überlegen steht (soweit ich das grade verstanden habe) für die „entschleunigten“ Konzeptentwicklung und Auseinandersetzung mit dem Thema.
Als Kontrast dazu mal eine Alternative, die zeigt wie Wagenschein es nicht meint:
„Die Physik hat festgestellt, dass alle Körper im Vakuum gleichschnell fallen, um genau zu sein, nimmt die Geschwindigkeit quadratisch mit der Zeit zu, und das beobachten wir jetzt anhand der Bleikugel und der Feder in diesem evakuierten Kolben.
Experiment.
Merksatz ins Heft.
Fertig“
Ich hoffe ich konnte ein bisschen beim Einstieg helfen, aber alles weitere zum genetischen Unterricht wirst du ja hoffentlich in deinen Büchern finden.
Viel Erfolg
Andi
Hallo alle zusammen,
danke für die vielen ANtworten, aber ganz das richtige ist glaub ich noch nicht dabei. Was das Fallgesetz besagt, weiß ich bereits und auch, wie Herr Wagenschein es im Unterricht erarbeiten lassen würde. Mich interessiert (und die Frage erwarte ich auch in meiner Prüfung) was denn an dem Fallgesetz exemplarisch ist? Warum kann man in der Schule nicht darauf verzichten es durchzunehmen? Warum ist es so wichtig, dass man das Fallgesetz kennt?
Mal ein biologisches Beispiel: Der Hund wird in der Grundschule meinetwegen deshalb durchgenommen um an ihm exemplarisch die Merkmale des Lebens oder die Merkmale der Säugetiere durchzunehmen. Wenn ich des einmal am Hund gemacht hab, muss ich des nicht für jedes andere Tier nochmal machen. Am Hund können die Kinder also die verschiedenen Merkmale erkennen und später auf andere anwenden oder auf die Merkmale überprüfen. Warum also ist der Fisch also kein SÄugetier usw.
Um jetzt nochmal auf mein Problem zurück zu kommen: WIe ist das bei dem Fallgesetz? Welche allgemeinen Dinge verstehe ich oder kann ich mir erklären, wenn ich das Fallgesetz vertstanden habe?
Ich hoffe es kam jetzt deutlicher raus, wo mein Problem liegt.
Hallo Loderunner,
ja habe ich. Ist ein gutes Buch.
Gruß Dieter
oops!
"Die Physik hat festgestellt, dass alle Körper im Vakuum
gleichschnell fallen, um genau zu sein, nimmt die
Geschwindigkeit quadratisch mit der Zeit zu,…
letzteres ist natürlich Schwachsinn. Die Geschwindigkeit nimmt linear mit der Zeit zu. Sowas kommt halt bei raus, wenn man gegen Ende des Beitrags das Denken schon langsam wieder eingestellt hat.
Hallo,
ja habe ich. Ist ein gutes Buch.
In der Tat!
Immer wieder interessant, wo so einige Pseudonyme herkommen… 
Gruß
loderunner