Falsche Einstellung, Gefühlsarm, Platt, Trampel

Hallo

ich bezeichne mich selbst (nur hier und im geheimen) als einen außergewöhnlich Einfühlsamen Menschen, ich bin sehr tollerant und extrem mitfühlend. Ich helfe sogar meinen Feinden…

-)

Mein Problem ist, niemand merkt es! he he

Nee also ich kann nicht das was ich meine ausdrücken! Es ist so das Menschen mit denen ich tiefen Kontakt habe (Freundin) wissen was ich fühle nur ich kann es nicht ausdrücken an die anderen Leute!

Ich bin irgendwie Platt und unbeholfen. Ich denke oft so wie andere nur ich drücke mich falsch aus.

Wie kann ich das ändern. Manchmal verbringe ich Stunden damit meine Aussagen ins Rechte Licht zu rücken!

ein Beispiel:
Mein Vater ist extrem Übergewichtig, bei einem Körpergewicht von 150Kg und einer Größe von 160cm hat er enormes Übergewicht.
Ich sage meiner Mutter sie soll ihm nicht immer so viel Süsigkeiten kaufen, daraufhin wird mir entgegnet das ich meinem eigenen Vater nichts gönne. Ich bemängele seine Nahrungsaufnahme, und diese ist extrem!
Ich weiss das wenn mein Vater weiterhin soviel ist es bald aus ist.

Alle meine Aussagen werden so hingestellt als ob ich ihn verhungern lassen will oder ihm nur schlechtes will.

Mein Problem ist nun folgendes: Ich will nur das beste für ihn, ehrlich! Nur ich kann mich nicht unter Kontrolle halten!
Klar habe ich nichts zu melden, aber ich kann auch nicht einfach so zusehen wie er sich tot frist.
Er muss jeden Tag zig Tabletten nehmen, dem Arzt ist das egal.

WIE KRIGE ICH MEINEN KOPF RICHTIG GERÜCKT?

Wisst ihr, es handelt sich zwar nur um ein Beispiel aber es verfolgt mich mein Leben lang. Ich denke irgendwie falsch. Jeder liebt irgendwie seine Mitmenschen, nur ich treffe nicht den richtigen ton. Ich bin arm was die Kontaktfreudigkeit und das Wissen und die Erfahrung im Umgang mit anderen Menschen betrifft, und ich möchte das ändern

AH

Hallo Alhambra,

ich bezeichne mich selbst (nur hier und im geheimen) als einen
außergewöhnlich Einfühlsamen Menschen, ich bin sehr tollerant
und extrem mitfühlend.

Worauf beruht Deine Selbsteinschätzung?

Mein Problem ist, niemand merkt es! he he

Was gibt es da (he he) blöde zu grinsen?

Ich denke oft so wie
andere nur ich drücke mich falsch aus.

Woher weißt Du, wie andere denken?

Jeder liebt irgendwie seine Mitmenschen, nur ich treffe nicht
den richtigen ton.

Aus Deinen Zeilen klingt für mich heraus, als ob Du Deinen Mitmenschen zwar gerne, aber ungefragt helfen willst. Also in Dingen, die Dich nicht wirklich etwas angehen, anderen Menschen in ihre autonomen Entscheidungen hineinreden willst. Und dies zeugt nicht unbedingt von „außergewöhnlicher“ Einfühlung.

Um die Bedürfnisse anderer besser einzuschätzen, vielleicht folgender Tip: pfeif eine Zeit lang völlig auf diese, und schere Dich nur um Deine eigenen. Nach einiger Zeit kennst Du also Deine eigenen Bedürfnisse, und auf diese Weise auch die anderer Menschen.

Grüße,

I.

Es ist schwierig das anhand eines Minibeispiels einzuschätzen-
da halte ich nichts von. Diese aus Deiner Sicht ständigen Missverständnisse können vielerlei Gründe haben.
Du sagst, dass dass was Du sagen willst nicht ankommt-
dann wäre es ein Kommunikationsproblem.

Ob es nun der ausschlaggebende Punkt ist, ist so nicht zu ermitteln,
aber es kann nicht schaden, wenn Du Dich dem hier widmest

Schulz von Thun, Friedemann. (1981) „Miteinander reden 1“. Hamburg: Rowohlt Tachenbuchverlag

Darüber solltest du auch im Netz (von dem sind die „4 Ohren“) ausreichend finden. Aber das Buch ist zackig und verständlich geschrieben und kann in keinem Schrank schaden. *find*

Hallo Alhambra,

ich bezeichne mich selbst (nur hier und im geheimen) als einen
außergewöhnlich Einfühlsamen Menschen, ich bin sehr tollerant
und extrem mitfühlend.

Worauf beruht Deine Selbsteinschätzung?

Ab und zu bekomme ich doch ein Feedback. Auch ist es so das ich oft merke wie Menschen so fühlen.

Mein Problem ist, niemand merkt es! he he

Was gibt es da (he he) blöde zu grinsen?

Stimmt eigentlich ist es zum heulen. Ich wollte mit diesem „he he“ auch irgendwie ausdrücken das obwohl es mich sehr belastet ich mich nicht unterkriegen lasse.

Ich denke oft so wie
andere nur ich drücke mich falsch aus.

Woher weißt Du, wie andere denken?

In Gesprächen. Wenn ich meine Meinung sage und danach ein anderer seine Meinung sagt dann wird mir klar das ich, obwohl das gleiche gemeint, nicht das gleiche gesagt habe.

Jeder liebt irgendwie seine Mitmenschen, nur ich treffe nicht
den richtigen ton.

Aus Deinen Zeilen klingt für mich heraus, als ob Du Deinen
Mitmenschen zwar gerne, aber ungefragt helfen willst.

hmmm

Also in Dingen, die Dich nicht wirklich etwas angehen, anderen
Menschen in ihre autonomen Entscheidungen hineinreden willst.
Und dies zeugt nicht unbedingt von „außergewöhnlicher“
Einfühlung.

In diesem speziellen Fall ändere ich mich gerade. Ich rede meinem Vater nichts mehr rein obwohl er zuviel ißt (z.B. eine ganze Ente auf einmal). Meiner noch lebenden Oma rede ich auch nichts mehr rein obwohl sie zuwenig ist. Vor wenigen Wochen noch kochte ich Abends meiner Oma immer etwas zu Essen, oder machte ihr Brote. Da es ihr unangenehmt war das ich dies tat lasse ich es nun (nach einem Gespräch). Es ist so das sie nun abnehmen wird und dadurch … naja…
Auch trinkt sie nur ca. 1 Flasche Wasser am Tag, auch meine Hinweise das sie mehr trinken soll stellte ich ein.
Der Arzt meinte alte Menschen können nicht mehr einschätzen das sie satt sind oder durstig. Ich hatte in meiner Familie einen derartigen Streß durch meine Hilfe verursacht…
Ich kann immernoch nicht verstehen wieso ich mich nicht einmischen soll, für mich ist es eine Art unterlassene Hilfeleistung. Beides, mein Vater und meine Oma stellen für mich Kranke Menschen dar, mein Vater leidet an Fress-sucht und meine Oma eben an dem anderen.
Obwohl ich es noch nicht verstehe, ich bemühe mich aber, habe ich das eingestellt.

Um die Bedürfnisse anderer besser einzuschätzen, vielleicht
folgender Tip: pfeif eine Zeit lang völlig auf diese, und
schere Dich nur um Deine eigenen. Nach einiger Zeit kennst Du
also Deine eigenen Bedürfnisse, und auf diese Weise auch die
anderer Menschen.

meinste?

Grüße,

I.

Gruß

AH

Hallo Alhambra,

mich würde erstmal interessieren, wie alt Du bist. Aus dem Grund, dass ich als Teenager dieselben Probleme hatte. Also „Gut gemeint“ - „falsch angekommen“. Mit ziemlich heftigen Eskalationen (zeitweise).

Aber bevor ich in diese Richtung weiter spekuliere würde ich gerne wissen, ob Du zu Hause wohnst, wie alt Du bist (ungefähr), ob Du Dein eigenes Geld verdienst. Das alles kann nämlich „die Erwachsenen“ beeinflussen, wenn sie Feedback zu ihrem eigenen Tun erhalten, mindestens genauso stark wie wenn Du Dich tatsächlich im Ton vergreifen würdest (bzw. vergreifst, was ich aus dem Posting heraus nicht gut beurteilen kann).

Gruß

Morrighan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Alhambra,

Ich kann immernoch nicht verstehen wieso ich mich nicht
einmischen soll, für mich ist es eine Art unterlassene
Hilfeleistung. Beides, mein Vater und meine Oma stellen für
mich Kranke Menschen dar, mein Vater leidet an Fress-sucht und
meine Oma eben an dem anderen.
Obwohl ich es noch nicht verstehe, ich bemühe mich aber, habe
ich das eingestellt.

Für mich klingt das eher so, dass du dich auf unpassende Art
einmischst.
Niemand hört gern, dass er „frisst“ oder bekommt gern immer
wieder gesagt „iss nicht soviel, iss gesünder“ usw.
Wahrscheinlich ist es aber inzwischen soweit gekommen,
dass du schon so oft genervt hast, dass inzwischen selbst
eine sehr zurückhaltende Kritik nur noch abgelehnt wird.
Schon dass du deinen Vater und deine Oma als krank bezeichnest,
ist massive Kritik. Bei aller Sorge um die beiden: sie sind
erwachsene Menschen und deine Worte lassen für Sie durchblicken,
dass du ihr eigenes Urteil nicht zu schätzen weißt.
Objektiv gesehen mag dein Vater falsch essen, subjektiv gesehen
schmeckt es ihm und er hat schon immer so gegessen.
Das Gesundheitsverständnis von Menschen, die einer anderen
Generation angehören, ist oft total anders.
Es ist auch immer schwierig, Kritik vom Sohn anzunehmen.

Da du weißt, dass du mit deiner Kritik nichts erreichst
(sondern unter Umständen das Fehlverhalten sogar bestärkst),
bleibt es doch im Endeffekt gleich, ob du nichts sagst
oder ob du kritisierst. Im ersteren Fall ist wenigstens
die Atmosphäre im Haus besser. Lern diese Gelassenheit,
dann hast du - paradoxerweise - mehr Chancen ihn doch
zu erreichen.

Und dann, wenn die Atmosphäre wieder besser ist, kannst
du GANZ GANZ VORSICHTIG wieder anfangen. Aber: nicht kritisieren.
Du darfst deinen Sorgen Ausdruck verleihen. Du darfst
z.B. erzählen, dass du in letzter Zeit immer ABC isst und
XYZ gar nicht mehr vermisst, obwohl du immer dachtest, ohne
ginge es nicht. Koch mal für deinen Vater, iss MIT IHM bzw.
der ganzen Familie, und verkneife dir JEDE Bemerkung darüber,
dass das Essen jetzt viel gesünder gewesen sei. Du wirst
mit Vorwürfen nichts erreichen, aber vielleicht durch die
Hintertür.

Bei der Oma geh ähnlich vor. Schmier ihr keine Brote (das
kann leicht wie Bevormundung aussehen und für eine alte
Frau, die vielleicht sowieso Probleme damit hat, dass sie
manches nicht mehr so kann wie früher, bzw. befürchtet, dass
die Zukunft nur mehr und mehr Einschränkungen bringen wird,
weckt das ganz bestimmte Ängste), sondern setz dich zu ihr:
knabber was und biet es an. Lass Essen rumstehen, was nicht
verdirbt. Oder fang an ein Brot zu essen und lass den
Rest stehen (alte Leute, besonders Frauen, bringen es nur
schwer fertig, Essen in den Abfall zu werfen, lieber essen
sie es selbst).

Insgesamt: geh lockerer dran. Am besten wäre es wahrscheinlich,
dass dein Vater keine Ente ist, aber wenn du erreichst, dass
er nur noch eine 3/4 oder 1/2 isst, hast du mehr erreichst, wie
wenn er aus Trotz bei der ganzen bleibt.

Gruß
Elke

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danke
Hallo

vielen Dank für diese Hinweise. Ich werde das mal genauer in mich aufnehmen.

In vielen Deiner Aussagen und Bewertungen scheinst du recht zu haben.

Woher bekommt man eine solche Einstellung?

Gruß

AH

Hallo

ich bin mitte 27, arbeite als Arbeitnehmer, habe einen 400€ Job und noch eine private Firma, und ich wohne bei meinen Eltern inkl oma in einem großen Bauernhaus.

Ich vergreife mich im Ton, das gebe ich zu. Ich bin auch oft im Streß was meine Aussagen auch verschlimmert.
Ich habe mich aber die letzte Zeit extrem zurück genommen.

Klar ist, und das ist unbestreitbar das mein Ton unangemessen und falsch war.

Was aber mein Problem darstellt ist der Auslöser von allem.

Ich bin der Meinung das ich sagen muss das meine Oma zu wenig Wasser trinkt und zu wenig isst. Auch bin ich der Meinung das ich sagen muss das mein Vater, wenn er sich eine Ente reinzieht, falsch handelt!

Ich glaube ich komme vielleicht gerade dahinter, der Ton macht die Musik.

Nur ist es bei meinem Vater so das ich schon Jahrelang redete und nichts passierte.
Ich meine ich würde ihn verraten wenn ich nicht so weiter mache.

ah

Hallo Alhambra,

Ich kann immernoch nicht verstehen wieso ich mich nicht
einmischen soll, für mich ist es eine Art unterlassene
Hilfeleistung.

Die Autonomie - das Recht zu selbstbestimmtem Handeln - gehört, glaube ich, zu den wichtigsten Grundbedürfnissen. Die Autonomie eines Menschen nicht zu respektieren gehört zu den ärgeren Grenzverletzungen, und damit rufst Du zuverlässig Abwehr hervor. Obwohl Du es gut gemeint hast, erreichst Du nichts oder sogar eher das Gegenteil von dem, was Du wolltest (deshalb: „gut gemeint“ = Gegenteil von gut).

Wenn Dein Vater eine ganze Ente verzehrt, so mag dies ungesund sein, und vermutlich weiß er das auch, in unmittelbare Gefahr begibt er sich damit nicht. Pflicht zur Hilfeleistung besteht erst dann, wenn unmittelbar Gefahr in Verzug ist und sich jemand aufgrund physischer oder psychischer Beeinträchtigung nicht mehr selber helfen kann. Ansonsten - natürlich sofern Dich etwas nicht unmittelbar betrifft - geht die Autonomie vor, selbst bei blödsinnigen Handlungen.

Obwohl ich es noch nicht verstehe, ich bemühe mich aber,…

Weil Du damit nichts erreichst außer einer schlechten Stimmung. Und warum etwas fortführen, was erwiesenermaßen nicht funktioniert? Es gibt zwar eine Kunst, um andere zu Verhaltensänderungen zu bringen, ohne sie nerven oder zu verletzen: Diplomatie, aber das ist schwierig, und Du scheinst es derzeit noch nicht draufzuhaben.

Grüße,

I.

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Hi Alhambra,

Woher bekommt man eine solche Einstellung?

Ich sag’s nicht gern -
aber das kommt mit dem Alter :-/

Gruß
Elke

Nachtrag
nochmal

Ich sag’s nicht gern -
aber das kommt mit dem Alter :-/

Der Sch… ist allerdings das Alter dazwischen:
Wenn man weiß, was man tun sollte,
aber es nicht fertig bringt.

Gruß
Elke

Richtige Einstellung - impulsiv
Hallo Alhambra,

ich habe den Titel geändert, weil ich der Meinung bin, nichts davon trifft zu.

Du sagst Deinem Vater, Deiner Oma die Wahrheit, Deinen Aussagen nach in einem sehr direktem Ton. Dass diese Botschaft nicht ankommt wird meiner Meinung nach mit nicht zutreffenden Reaktionen bedacht, die auch zu dem Titel Deines Ausgangspostings geführt haben.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Wortmeldungen aus berechtigter Sorge heraus entstehen. Aus berechtigter Sorge um Menschen, die Dir Nahe stehen.

Vielleicht könntest Du genau das Deinen Lieben sagen, ganz ruhig. Vielleicht direkt: „Ich mache mir Sorgen um Dich Papa/Oma“. Das würde nämlich ausdrücken was Du empfindest, und es würde (hoffentlich auch Dir selbst) beweisen, dass Du - ganz im Gegensatz zu dem was alle behaupten - sehr wohl etwas empfindest. Nämlich berechtigte Sorge.

Alles Gute
Morrighan

(der es immer auf die Nerven geht, wenn ihre Freundin ihren ungesunden Lebensstil bemäkelt)

Hallo AH,

mal ein anderer Aspekt: Dein Ausdruck wirkt - zumindest in Deinen Posts in diesem Thread - irgendwie, lass mich sagen, „ungelenk“. Wenn das verbal genauso zutrifft wie schriftlich, könnten Deine Schwierigkeiten, zumindest am Rande, auch damit zu tun haben, dass Dir schlicht das richtige Vokabular fehlt.

Vielleicht könnte hier Lektüre helfen.

Just my 2 cents.

Gruß
Ramona