Falsche Haare im Mittelalter

Hallo an alle,

für die Frisurenmode der Römer wurden ja gerne die Haare von Sklaven (oder andere) verwendet um mehr Volumen vorzutäuschen und große Frisuren zu machen. Ich würde gerne wissen ob irgendwer weiss ob diese Technik im Mittelalter (irgendwann in den 800 Jahren) auch bekannt war und angewendet wurde. Leider kenne ich keine „Beschreibungen“, ausser Firsörwerksbüchern, die eher auf Flechttechniken eingehen und lapidar sagen „das hamse schon bei den Ägyptern so gemacht“. Kennt ja evtl. jemand was genaueres zur Haarmode mit falschen Haaren? Ich kann mir auch nicht vorstellen das die Damen im MA alle ellenlange Haare hatten, die werden doch damals genauso dünne oder fusselige Haare gehabt haben wie heute, oder? Und die Technick mit falschen Haaren wird ja nicht das ganze MA übersprungen haben, wenn das schon bei den Römern bekannt war.

Danke für jede Hilfe

Gruß
Helena

Servus!

Nur mal so aus dem Handgelenk: Falsche Haare waren zumindest in der Damenwelt (= der Welt der verheirateten Frauen) überflüssig, weil die ihre Haare ja abdecken mussten! (siehe die Nonnentracht, die aus der „offiziellen“ Frauentracht des Mittelalters hervorgegangen ist: Nonnen sind ja mit Jesus verheiratet, trugen also eine abgewandelte "verheiratete-Frauen-Tracht).

VG
Christian

für die Frisurenmode der Römer wurden ja gerne die Haare von
Sklaven (oder andere) verwendet um mehr Volumen vorzutäuschen
und große Frisuren zu machen. Ich würde gerne wissen ob
irgendwer weiss ob diese Technik im Mittelalter (irgendwann in
den 800 Jahren) auch bekannt war und angewendet wurde. Leider
kenne ich keine „Beschreibungen“, ausser Firsörwerksbüchern,
die eher auf Flechttechniken eingehen und lapidar sagen „das
hamse schon bei den Ägyptern so gemacht“. Kennt ja evtl.
jemand was genaueres zur Haarmode mit falschen Haaren? Ich
kann mir auch nicht vorstellen das die Damen im MA alle
ellenlange Haare hatten, die werden doch damals genauso dünne
oder fusselige Haare gehabt haben wie heute, oder? Und die
Technick mit falschen Haaren wird ja nicht das ganze MA
übersprungen haben, wenn das schon bei den Römern bekannt war.

Danke für jede Hilfe

Gruß
Helena

Hi Christian,

nur mal so gefragt: Die ganzen 800 Jahre lang des MA trugen alle Frauen, egal ob Bäuerin, Magd, Fürstin oder Hure, ihre Haare unter einem Schleier oder „was auch immer da gerade Mode war“?

Gruß
Helena

Hallo Helena,

also bekannt ist mir darüber mit Mittalalter nichts.
Und es würde mich auch wundern, wenn im Zuge des allgemeinen Niederganges von Kunst und Kulktur gerade die Frseurtechnuk der Antike überlebt hätte. Dadegen spräche auch, daß ja der kulturelle Niedergang auch durch die Christianisierung bedingt war, die vieles als heidnisch und Teufelszeug ablehnte. Dazu gehörte zum beispiel die Tradition der griechischen Olympiaden (sportliche Bätitigung und dann noch so unkeusch bekleidet!), aber auch Himmelsbeobachtung und Wissenschaft bgehörte dazu (was Gott geschaffen hat ist eh gut und endgültig - da gibt es nix zu forschen). Und das Weib ja als solches schoin nach der christlichen Lehre eine einzige Verführung zur Sünde ist, kann es doch nicht auch noch gewollt sein, daß es sich schön frisiert oder so.

Und Dein Einwand: Sicher trugen Mägde und Bäuerinnen nicht unbedingt teuere Hauben. Aber Geld um es für ihre Haarmode auszugeben, hatten die mit Sciherheit auch nicht und auch keine Zeit für so was.
Und die Hochgeborenen und Besserverdienenden (bzw. deren Frauen) trugen halt ihre Hauben und verdeckten ihr Haar.

Gernot Geyer

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Hallo Gernot,

dies gilt für alle, die aufgrund ihres Unwissens und über die von Hollywood perpetuierte Verbreitung immer noch an das dunkle Mittelalter glauben.

Schau Dir doch bitte kurz dies an:
http://www.cesg.unifr.ch/getMs.php?ref=53-6

Und dann hör ein für alle Mal auf in Zusammenhang mit dem MA von „allgemeinem Niedergang von Kunst und Kulktur“ und „kulturellem Niedergang auch durch die Christianisierung bedingt (…)“ zu sprechen.

Herzlichen Dank im Voraus.


@Helena:
Ich finde Deine Frage in mehrerer Hinsicht interessant.
Wenn man sich überlegt, wie sich uns eine solche Mode überliefert hätte, dann kämen zwei Wege in Frage: (a) durch jene, die diese Mode vertraten (oder deren Schreiber) oder (b) die Gegner einer solchen Mode.
Für (a) fallen mir eigentlich nur die höfische Dichtung oder die Beschreibungen höfischer Schönheit ein. Ich bin bis jetzt noch über keinen Text gestolpert, der falsche Haare als Mode beschrieben hätten. Andererseits gibt es genügend Beschreibungen von anderen Moden (Kleider, Schminken etc.).
Das macht insofern Sinn, dass fülliges Haar (um dies zu ‚simulieren‘ bedient man sich ja dann des falschen Haares) symbolisch gesprochen auf Schönheit und Fruchtbarkeit hinweist. Die höfische Liebe allerdings findet per Definition immer zwischen einer verheirateten Frau und einem anderen Mann statt. Verheiratete Frauen trugen aber meist Hauben, wie bereits angemerkt wurde.
Für (b) käme alles in Frage, was entweder aus philosophischen Kreisen oder theologischen Kreisen gegen die höfische Liebe ginge. Und auch dort habe ich noch nie etwas über die „Verwerflichkeit“ einer solchen Mode gelesen (bei André le Chapellain o. Ä.)

Fazit: Mir wäre eine solche Technik im MA noch nicht begegnet. Solltest Du aber noch was finden, würde mich das schon interessieren.

Liebe Grüsse
Y.-

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Hallo,

natürlich war das Mittelalter dunkel, was denn sonst?
Beweise mir dochj eoin einziges Mal das Gegenteil!
Tatsache ist doch, daß vieles an Wissen erst einmal verlorenging. Schau Dir doch die Wartburg an - immerhin Sitz der Thüringer Langrafen und damit eines der mächtigsten deutschen Fürsten! Und vergleiche die mal mit den Palästen der alten Römer, was zum beispiel den Wohnkomfort betraf - wo waren denn die Fußbodenheizungen und warmen Bäder plötzlich hin? Ganz zu schweigen von den Skulpturen, Möbel u.a. - die mittelalterlichen Fürsten waren da ein armseeliges Volk gegen die Römer. Wo waren sie denn geblieben die ganzen Römerstraßen und die Äquadukte mit ihrer Wasserversogung?
Wieso mußte den erst Kopernikus kommen und die Erde wieder an den richtigen Platz im Weltall rücken - Tausende von jahren nachdem die Ägypter Sonnenfinsternisse berechnen konnten und die Griechen den Durchmesser der Erde bestimmt hatten (die war ja christlich wirder zur Scheibe geworden inzwischen).
Wo war sie geblieben die Kunst der Ärzte der Antike in Bezug auf Chirurgie? Die Doktoren noch des 16. und 27. Jahrhunderts waren unwissende Kurpfuscher dagegen.
Rom… die römischen Kaiser lebten in Rom mit Hunderten bediensteten, Angestellten und Sklavgen, das ganze Rom war ne Millionenstadt. Demgegenüber waren die deutschen Könige des Mittelalters nicht mal in der Lage, sich und ihre paar Mann gefolge an einer Stelle durchzufüttern - es waren ja Reisekönige. Die Wirtschaft und die Infrastruktur war nicht in der Lage, den Aufenthalt an einem ort dauerhaft abszusichern.
Es gab praktisch keinen Geldumlauf mehr, fast nur Selbstversorgung, das ganze schöne Anchrichten und Botensystem der Römer war auch zum Teufel.
Ich habe mal u.a. auch Wirtschafstgeschichte studiert. Und das ist nicht sehr einfach im frühen Mittelalter - es hat ja kaum einer was aufgeschrieben. Einfach weil außerhalb der Klöster gar keiner mehr lesen und schreiben konnte. Es gibt kaum Werkzeugfunde für das frühe Mittlalter - in den Städten am Rhein sind die Funde der Römerzeit wesentlich häufiger als die des frühen Mittelalters.

Sicher hatte da auch die Völkerwanderung ihren Anteil daran, daß im Zerfall des römischen Reiches vieles unterging. Aber einiges hat auch die Kirche mit ihrem christlichen Übereifer verbockt - das ist eindeutig. Und dazu gehört u.a., daß es bis ins hohe Mittelalter ja keine praktische Forschung und Lehre mehr gab - nur nochbtheologische und theoretische Debatten.

Gernot Geyer

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Hallo,

natürlich war das Mittelalter dunkel, was denn sonst?
Beweise mir dochj eoin einziges Mal das Gegenteil!

Wie definierst du „dunkel“
Es dürfte sehr schwierig sein, heute das lebensgefühl und die lebensauffassung eines mittelalterlichen menschen nachzuvollziehen. Aus unserer heutigen sicht waren die Umstände freilich „finster“, aber frag doch mal einen menschen des Mittelalters, was er vom vergangenen, ach so aufgeklärten jahrhundert hält?

(Ich halte das 20 Jhdt neben dem 14 Jhdt -Pest usw- für eines der finstersten überhaupt)

Tatsache ist doch, daß vieles an Wissen erst einmal
verlorenging. Schau Dir doch die Wartburg an - immerhin Sitz
der Thüringer Langrafen und damit eines der mächtigsten
deutschen Fürsten! Und vergleiche die mal mit den Palästen der
alten Römer, was zum beispiel den Wohnkomfort betraf - wo
waren denn die Fußbodenheizungen und warmen Bäder plötzlich
hin? Ganz zu schweigen von den Skulpturen, Möbel u.a. - die
mittelalterlichen Fürsten waren da ein armseeliges Volk gegen
die Römer. Wo waren sie denn geblieben die ganzen Römerstraßen
und die Äquadukte mit ihrer Wasserversogung?

Byzanz?
Vergessen?
Aber die Byzantiner, die gerade im frühmittelalter wirklich geschichte schrieben, gegen das die Mitteleuropäische wie ein Kasperletheather wirkt, werden gerne unter den Teppich gekehrt in der Schule.

Wieso mußte den erst Kopernikus kommen und die Erde wieder an
den richtigen Platz im Weltall rücken - Tausende von jahren
nachdem die Ägypter Sonnenfinsternisse berechnen konnten und
die Griechen den Durchmesser der Erde bestimmt hatten (die war
ja christlich wirder zur Scheibe geworden inzwischen).

falsch.
das ist eine klitzekleine Geschichtsverfälschung, die Kopernikus in seinem Werk machte, um sich selber besser hinzustellen. Das revolutionäre an Kopernikus Weltbild war, dass er die Sonne in den Mittelpunkt stellte.
An der Kugelgestalt bestand auch im Mittelalter kein ernstzunehmender Zweifel.

Rom… die römischen Kaiser lebten in Rom mit Hunderten
bediensteten, Angestellten und Sklavgen, das ganze Rom war ne
Millionenstadt. Demgegenüber waren die deutschen Könige des
Mittelalters nicht mal in der Lage, sich und ihre paar Mann
gefolge an einer Stelle durchzufüttern - es waren ja
Reisekönige.

Bedenkt man, das Rom seine Hauptnahrungsversorgung via dem meer von ägypten bekam,und die Städte Germaniens und Rätiens zur Römischen Zeit auch nicht signifikant grösser waren als im Homi und der Frühen Neuzeit, hat das einen ganz einfachen Grund: Wassertransport ist einfacher, und kann mit wesentlich höheren lasten durchgeführt werden. nicht umsonst liegen alle alten Großstädte an Flüssen.

Die Wirtschaft und die Infrastruktur war nicht in
der Lage, den Aufenthalt an einem ort dauerhaft abszusichern.

war auch nicht sinnvoll, da die auf den kaiser strukturierte Lehenspyramide die immer wiederkehrende direkte Anwesenheit des kaisers „vor Ort“ nötig machte

Es gab praktisch keinen Geldumlauf mehr, fast nur
Selbstversorgung, das ganze schöne Anchrichten und Botensystem
der Römer war auch zum Teufel.

Das mit dem Botensystem stimmt so nicht ganz, Bereits karl d. Grosse hatte nachweisliche Kurierreiter und ein halbwegs festes Informationsnetz

Ich habe mal u.a. auch Wirtschafstgeschichte studiert. Und das
ist nicht sehr einfach im frühen Mittelalter - es hat ja kaum
einer was aufgeschrieben. Einfach weil außerhalb der Klöster
gar keiner mehr lesen und schreiben konnte. Es gibt kaum
Werkzeugfunde für das frühe Mittlalter - in den Städten am
Rhein sind die Funde der Römerzeit wesentlich häufiger als die
des frühen Mittelalters.

Dies hat auch mit der massiven Bevölkerungsabnahme am Ende der Antike zu tun, durch Seuchen und Kriege. Ausserdem war die Frühmittelalterliche Gesellschaft eben keine derartige Überflussgesellschaft wie die Römische, so dass vor allem viel Metall recycelt wurde.

Sicher hatte da auch die Völkerwanderung ihren Anteil daran,
daß im Zerfall des römischen Reiches vieles unterging. Aber
einiges hat auch die Kirche mit ihrem christlichen Übereifer
verbockt - das ist eindeutig. Und dazu gehört u.a., daß es bis
ins hohe Mittelalter ja keine praktische Forschung und Lehre
mehr gab - nur nochbtheologische und theoretische Debatten.

Das ist in bezug aus Westeuropa sicherlich vertretbar. Ich teile diese Meinung allerdings nicht ganz, auf dem Gebiet der Landwirtschaft und der Technologie gab es teilweise erhebliche Fortschritte, Mühlentechnik, verbesserte Verüttungsmethoden, Wasserbetrieben Hammerwerke, aber da der Bevölkerungsdruck durch interne Entwicklung (= Urbarmachung unbesiedelter Gebiete) gemildert wurde, war einfach kein Entwicklungsdruck da. Am Ende des Hochmittelaters begann auch eine dynamische Wirtschaftsentwicklung, beruhend auf Fernhandel.

Des weiteren übersieht die West- und Zentraleuropafixierte Geschichtsbetrachtung immer gerne das Christliche Byzanz, in dem das Wissen der Antike weitergetragen wurde, aus dem ganz erhebliche (und imho unterschätzte) Impulse in den Westen kamen… nicht nur die Araber haben das Wissen der Antike bewahrt.

Gruß
Mike

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Hallo Mike,

natürlich bezieht sich der Rückgang auf die Spätantike und das frühe Mittelalter. Es gab dann schon wieder einen Aufschwung, vor allem, als sich ab dem 10. Jahrhundert auch wieder Städte in Mitteleuropa bildeten und Universitäten entstanden.
Aber bis dahin sah es recht trübe aus da - und einige Errungenschaften der Antike mußten lange auf sich warten lassen, ehe sie wieder in gebrauch kamen - Wasserleitungen und Kanalisation zum Beispiel. Die gab es erst wieder in der Neuzeit.
Im Übrigen widersprichst Du Dir selber: Du begründest das reisekönigtum mit der notwendigen Anwesenheit der Könige vor ort. Nur - warum mußten sie denn das? Ganz einfach - weil es ein Beamtentum wie das im alten Rom nicht mehr gab und weil der König anders als so seinen Willen nicht durchsetzen konnte. Es fehlte eigentlich alles, was für einen zentralen Machtapparat nötig gewesen wäre. Der Stand der Wirtschaft gab das einfach nicht her, da fiel nicht genug Gewinn ab, um Beamte vor ort zu unterhalten und auf den König eingeschworene Garnisionen, um dessen Willen Nachdruck zu verleihen. Wenn er das gekonnt hätte, hätter er nämlich nicht reisen müssen - das war schließlich auch ne recht kräftezehrende und mühselige Sache.

Byzanz… ja, das ist die Ausnahme in Europa. Das existierte und blühte weiter. Wobei es aber im 8. Jahrhundert auch da kaum Unterlagen gibt und kaum Neubauten nachweisbar sind und offenbar hat es in dieser Zeit da auch einen bevölkerungsrückgang im Umland gegeben, in dem ganze Städte aufgehört haben, zu existieren.

Übrigens scheint auch das mit dem Metall nicht zu stimmen. Ein paar Inventarverzeichnisse aus der Zeit Karl des großen von Gütern z.B. sind erhalten - und die nennen kaum Werkzeuge aus Metall. So viel scheint es also davon echt nicht gegeben zu haben in dieser Zeit. Aber ein Wunder ist das auch nicht, weil es ja auch keinen nenneswerten bergbau gab. Der hätte ja wieder Menschenansammlungen an einem Ort gefordert, die von anderen hätten ernährt werden müssen und das war ja im frühen Mittelalter nicht so recht drin.

Vermutlich sind auch viele Reformen von Karl dem Großen im Ansatz stecken geblieben. Denn anders läßt es sich kaum erklären, daß es im 10. Jahrhundert praktisch zu einer Neugründung des Reiches kommen mußte und daß viele Anläufe nochmals unternommen werden mußten.

Gernot Geyer

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Heribert Illig
Hallo Gernot,

Heribert Illig hat bewiesen, dass es Karl den Großen gar nicht gegeben hat und dass dreihundert Jahre nicht statt gefunden haben.

Grüße von Tomonomo

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Hallo Gernot,

Heribert Illig hat bewiesen, dass es Karl den Großen gar nicht
gegeben hat und dass dreihundert Jahre nicht statt gefunden
haben.

hallo Tomonomo
Nett
Illig ist doch immer für einen Lacher gut, gell

Gruß
Mike

hallo helena,

komme noch mal zurück zum thema „haare“:
hab ein bisschen rumgegoogelt und bin leider zu keinem besseren ergebnis als diesem hier gekommen:

http://www.kunstlinks.de/index.htm
da findest du wenn du weiter klickst auf „Epochen“ und dann „mittelalter“ folgenden link:
„100 Werke der Alten Pinakothek München“

größtenteils bilder im stil des spätmittelalters und sogar einige der frühen renaissance, also wenig aussagekräftig bezüglich des früh- und hochmittelalters. aber immerhin: wenn hier frauen ohne kopfbedeckung gemalt werden, dann haben sie doch alle recht dünnes haar. das wird bei den bildern die richtung renaissance gehen etwas besser, aber auch nicht übermäßig. sieht nicht aus als würde da mit kunsthaar verschönt.

liebe grüße,

kati

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Hallo,

ich glaube Illigs These nicht.
Allerdings ist halt bemerkenswert, daß seine ganze Theorie ja nur möglich ist, weil die Faktenlage für die gegebene Zeit wirklich recht dünn ist und weil diese Zeiut wirklich ein „duckeles“ Zeitalter war.
Und Recht hat er auf jeden Fall damit, daß dem lieben Karl vieles später untergeschoben wurde, was er mit Sicherheit nicht getan hat. Er steht nämlich in seiner Größe wirklich als einsame Insel da - das kann es so nicht gegeben haben. Ich hakte auch den Dom in Aachen für jünger. Nur ist das ja noch kein beweis für die Nichtexistenz von Karl dem großen - es kann ja ein Neubau an der Stelle einer Vorgängerkirche von Karl gewesen sein - so was gan es recht oft.

Gernot Geyer

Servus!

Und es würde mich auch wundern, wenn im Zuge des allgemeinen
Niederganges von Kunst und Kulktur gerade die Frseurtechnuk
der Antike überlebt hätte.

Würde mich auch wundern. Das dauerte bis Ludwig XIV., bis wieder ähnlich aufwändige Frisuren fabriziert wurden.

Dadegen spräche auch, daß ja der
kulturelle Niedergang auch durch die Christianisierung bedingt
war, die vieles als heidnisch und Teufelszeug ablehnte.

Wieder mal eine dieser Pauschalisierungen!! Warum ist bei dir immer das Christentum für alles Schlechte verantwortlich? Wie Michael schon schrieb, der Untergang der römischen Kultur ist in erster Linie der Entvölkerung und anschliessender Besiedlung mit völlig anderen Leuten im Zuge der Völkerwanderung in die Schuhe zu schieben. Und die Germanen waren z.Zt. der Völkerwanderung erstmal alles Heiden!! Erst als sie ansässig waren, konnten sie auch christianisiert werden. Da waren die Römer aber schon passé…zumindest in weiten Teilen Germaniens (in den alten Städten hielten sich ja noch eine ganze Zeit Romanen, die die römische Kultur auf primitiven Niveau aufrecht erhielten. Davon profitierte im Übrigen nicht zuletzt Karl der Große!)

Dazu
gehörte zum beispiel die Tradition der griechischen Olympiaden
(sportliche Bätitigung und dann noch so unkeusch bekleidet!),

ja, und dass das Festspiele zu Ehren des Zeus waren, zählt gar nicht, oder?

aber auch Himmelsbeobachtung und Wissenschaft bgehörte dazu
(was Gott geschaffen hat ist eh gut und endgültig - da gibt es
nix zu forschen).

Wenn man nicht weiß, was man erforschen kann, tut man´s auch nicht! Die Literatur der römischen Antike war ja größtenteils in Mitteleuropa verschwunden, wer kannte denn die noch? Erst die karolingische Rennaissance verbreitete das antike Wissen wieder - damals wurden ganze Bibliotheken aus Byzanz nach Mitteleuropa verschifft!

Und das Weib ja als solches schoin nach der
christlichen Lehre eine einzige Verführung zur Sünde ist, kann
es doch nicht auch noch gewollt sein, daß es sich schön
frisiert oder so.

Ach geh! Du willst mir erzählen, dass Leute, denen selbst ein Gregor der Große nur mit Mühe nahelegen konnte, doch bitte das Zölibat zu befolgen, weil sie noch immer nach dem germanischen Eherecht lebten (auch die Priester hatten z.T. mehrere Frauen, meist eine nach der „hant“-Ehe angetraute (also kirchlich, der Brautvater legte die Hand der Braut in die des Bräutigams, also quasi eine Ehe per Handschlag) und eine nach der „munt“-Ehe angetraute: Das waren im Normalfall Liebesehen, im Unterschied zu den anderen, die aufgrund von Besitzstandswahrung etc. geschlossen wurden), dass also solche Leute sich um das kümmerten, was die (späten!) Kirchenväter zum Thema Moral und Ethik zu sagen hatten??

Und Dein Einwand: Sicher trugen Mägde und Bäuerinnen nicht
unbedingt teuere Hauben. Aber Geld um es für ihre Haarmode
auszugeben, hatten die mit Sciherheit auch nicht und auch
keine Zeit für so was.

Ausserdem ist es einfach praktischer, während der im Normalfall dreckigen Arbeit in Haus und Hof lange Haare zu bedecken. Deshalb trugen und tragen die Bäuerinnen auch in unseren Landen gerne Kopftücher bei der (Feld-)arbeit.

VG
Christian

Servus!

natürlich war das Mittelalter dunkel, was denn sonst?
Beweise mir dochj eoin einziges Mal das Gegenteil!
Tatsache ist doch, daß vieles an Wissen erst einmal
verlorenging.

Das bestreitet auch niemand, nur, warum sollte das MA deswegen dermassen finster gewesen sein??
Wenn du Antike und MA vergleichst, vergleichst du Äpfel mit Birnen. Mitteleuropa war ab, sagen wir mal, dem 6.Jh. tatsächlich finster. Aber NUR Mitteleuropa! Schau dir mal frühe irische Handschriften an, schau nach Ravenna, schau nach Spanien, schau nach Byzanz! Wo war da was finster? Es fand da eine Weiterentwicklung der römischen Kultur statt (die im Übrigen auch ihre finsteren Zeiten hatte, als alles zusammenbrach).
Klar, die Infrastruktur war im Vergleich zu den letzten weströmischen Kaisern beklagenswert, aber nicht finster. Wie hätten Theoderich oder Dagobert sonst ihre Reiche beherrschen können, wenn nicht mit Hilfe der ererbten römischen Bürokratie? (beide begriffen sich ja auch als direkte Nachfolger der römischen Herrscher!)
Die frühen christlichen Kirchen waren auch nicht so ohne und hielten Vergleiche mit den kaiserlichen Palästen durchaus aus! Siehe Ravenna. Die Kirchen in Mitteleuropa sind (im frühen MA!) deshalb so klein und unscheinbar, weil sie im Grunde von Dorfgemeinschaften gebaut und unterhalten wurden. In den Städten (z.B. Köln oder Paris) sahen die Kirchen ganz anders aus! Du willst nicht im Ernst behaupten, römische Landtempelchen und Villen wären mit stadtrömischen Prachtgebäuden vergleichbar?
Wenn du schon Vergleiche ziehst, dann vergleiche bitte den alten Petersdom oder die fast baugleiche Kirche „St.Johannes vor den Toren“ oder S.Vitale in Ravenna, oder den Theoderichspalast daselbst, oder St.Denis (die vorgotische Kirche) in Paris, ganz zu schweigen von den byzantinischen Gebäude wie der Hagia Sophia mit den antiken Kaiserpalästen!
Meines Erachtens stinken die da teilweise ganz schön ab, vor allem wenn man bedenkt, dass hinter den mittelalterlichen Gebäuden eine bei weitem geringere Bevölkerung steht, d.h. also auch eine bei weitem geringere Wirtschaftsleistung!

Wo war sie geblieben die Kunst der Ärzte der Antike in Bezug
auf Chirurgie? Die Doktoren noch des 16. und 27. Jahrhunderts
waren unwissende Kurpfuscher dagegen.

Im 16. und 17.Jh. (ich nehme mal an, das „27.Jh.“ war ein Typo?:smile: wurde sich gerade auf Galen berufen(!!)

VG
Christian

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Hallo,

Zu Deinen Einwänden:
Schmeiße bitte nicht alles zusammen.
Ravenna gehört mehr oder weniger noch zur Spätantike. Und danach kam auch da erst einmal nicht mehr viel. Auch im Italen des 8. Jahrundert entwicklte sich nämlich nicht viel. Zwar war der Rückgang nicht so groß wie inMitteleuroga, aber es gab ihn. Die alten Römerstädte wurden mehr oder weniger auf Verschleiß bewohnt - archäologisch stehen die mittelalterlichen Nachfolgestädte nämlich meist auf den antiken Trümmern.
Und echte Großbauten als Kirchen sind auch erst wieder ab dem 9. Jahrhundert nachweisbar (von wenigen Ausnahmen abgesehen).

Über das beispiel mit Irland kann ich nur müde lachen. Sicher sah es dort etwas besser aus als im rest Europas - aber so toll war das nun auch wieder nicht. (Im Übrigen: In England gibt es in der fraglichen Zeit so gut wie gar nichts - man streitet sich bis heute rum, ob das überhaupt bevölkert war durchgehend.)
Natürlich sah das in Byzanz etwas anders auch. Aber auch hier enstanden die größten Bauten spätestens im 6. Jahrhundert. Die Heilige Sophia als Kirche galt ja gerade deshalb als Wunder, weil die Baukunst später diese Größe nicht wieder erreichen konnte. Auch diese Stadt lebte offenbar im 8. und 9. Jahrhindert weitestgehend von der vorhandenen Substanz.
Der Unterschied zu Rom war nur, daß das antike Rom auf grund des gewaltigen Bevölkerungsrückganges immer mehr verfiel, während Byzanz wenigstens das Niveau annähernd hlten konnte.

Gernot Geyer

Hallo Helena,

das Mittelalter (siehe auch Definition im Mittelalter-Forum) erstreckt sich grob von 500 bzw. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr. Eine zu lange Zeit, um ständig sein Haar zu verbergen. Zumindest fanden das die Mitteleuropäerinnen.

Anfangs waren Zöpfe oder offenes Haar beliebt. Hochsteckfrisuren wurden gelegentlich mit Wollnetzen gehalten. Eine gute Möglichkeit, mehr Haarfülle vorzutäuschen.

Daran änderte sich in der Romanik ca. 900 - 1250 n. Chr. wenig, nur die Wollnetzmode scheint im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten zu sein. Dafür waren Harbänder oder Stirmreifen beliebt, Schläfenhaare wurden mit einem Brenneisen gekräuselt. Gerne flochten Damen gegen Ende des 11. Jh. Bänder in ihre Zöpfe, das gibt auch Volumen.

Ende des 12. Jh. setzte sich dann die vollständige Kopfbedeckung durch.(Schleier, Schapel, Gebende, Tücher etc. ) Alles was hervorstand wurde abrasiert. Gelegentlich sogar der ganze Kopf - kein Wunder eigentlich, wenn man bedenkt, dass diese Hauben auch im Hause getragen wurden.

Das ging so bis etwa 1450, dann beginnt allmählich die mitteleuropäische Renaissance und schon 1495 zeigt Dürer eine Bauersfrau mit üppiger Flechtfrisur.
Eine meiner Quellen (Stilkunde Frisurenkunde ISBN 3528039145 Buch anschauen 9. Auflage 1986) spricht von kleinen Schmuckhauben und Zarten Schleiern, Perlenschnüren, golddurchwirkten Netzen und kunstvollen, bisweilen gepuderten Frisuren. Wohlhabende Frauen haben sich zudem Zopfteile und Toupets, einfrisieren lassen, oder trugen Perücken. Heute verkaufen Inderinnen aus Not ihr Haar, und auch bei uns wird es zu jeder Zeit genügend Frauen gegeben haben, die lieber ihr Haar verkauften, als sich selbst. Wer übrigens nicht ganz so wohlhabend war, griff auch schon mal zum Haarteil aus Flachs. Aber das war eben schon Renaissance deren Beginn sich eben auch dadurch kennzeichnete, dass die Menschen wieder begannen, sich selbst als Individuum wahrzunehmen. Blondes und rotes Haar waren übrigens sehr beliebt und man ließ nichts unversucht, um die eigenen Haare entsprechend zu bleichen oder zu färben …

Und ähm, nein. Ich bin keine Friseurin :wink:
Ich hoffe, ich konnte helfen.
Yolanthe

nur mal so gefragt: Die ganzen 800 Jahre lang des MA trugen
alle Frauen, egal ob Bäuerin, Magd, Fürstin oder Hure, ihre
Haare unter einem Schleier oder „was auch immer da gerade Mode
war“?

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Blondes und rotes Haar waren
übrigens sehr beliebt und man ließ nichts unversucht, um die
eigenen Haare entsprechend zu bleichen oder zu färben …

Damit die Hl. Inquisition nicht in Beweisnot kam?

Nö, weil’s nur wenige hatten :wink:

Rot war zu vielen Zeiten sicher etwas wagemutig,
aber gegen blondes Haar hatte wohl kaum jemand etwas
einzuwenden …

Blondes und rotes Haar waren
übrigens sehr beliebt und man ließ nichts unversucht, um die
eigenen Haare entsprechend zu bleichen oder zu färben …

Damit die Hl. Inquisition nicht in Beweisnot kam?

richtig los ging’s mit der hexenverfolgung eh erst ganz am ende des mittelalters (mit der hexenbulle 1484 (?) von papst innozenz VII oder VIII und dem hexenhammer von henricus institoris zwei/drei jahre später). ist also eher ein phänomen der neuzeit denn des mittelalters.

gruß
kati

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

richtig los ging’s mit der hexenverfolgung eh erst ganz am
ende des mittelalters (mit der hexenbulle 1484 (?) von papst
innozenz VII oder VIII und dem hexenhammer von henricus
institoris zwei/drei jahre später). ist also eher ein phänomen
der neuzeit denn des mittelalters.

Ja und, ich dachte mit den gefärbten Haaren das war auch erst in der Rennaissance?