Falscher Dünger?

Hallo,
Vor einer Woche streute ich einen Dünger an meine Pflanzen. Laut den Angaben der Packung war es 12-12-17+2 MgO + Spurenelemente. Nach zwei Tagen waren manche Pflanzen ausgetrocknet, oder ausgestorben, bei anderen aber wie zuvor. Bei einer Hortensie sah ich noch, unter den sonst roten Blüten, da waren manche blaue drin.

Kann es sein, der Dünger war nicht der richtige? Oder zur falschen Zeit gedüngt, da laut dem Zettel sollte die Düngung Februar-April geschehen. Oder zuviel Dünger benutzt, ein Esslöffel war wohl zuviel?

Oder muss ich doch an andere Gründe denken.

Danke, CD

Glaskugelputzt

Welchen Dünger an welche Pflanzen und wieviel? Was du verwendest hast, ist kaliumbetont, nimmt man gerne bei Gemüse; deine Pflanzen könnten schlichtweg versalzt worden sein, heißt zuviel des Guten aufgebracht und nicht oder kaum gewässert. Genug des Rätselns, erzähl mal mehr von deiner Aktion.

Gruß
Horst

Servus,

12-12-17 + 2 ist eine sehr gängige Zusammensetzung von NPK-Volldüngern.

Auf welche Fläche ist der Esslöffel gerechnet? Handelt es sich eventuell um Topf- oder Kübelpflanzen?

Volldünger mit dieser Nährstoffkonzentration wird im nicht gewerblichen Gemüsebau je nach Kultur mit etwa 100 - 180 g/m² in Einzelgaben von 30 - 50 g/m² (zwei bis drei Esslöffel pro Quadratmeter) gegeben.

Die Rotfärbung der Hortensienblüte deutet auf einen basisch wirkenden Dünger hin. Was wars denn?

Schöne Grüße

MM

Guten Tag,
Ich hatte ein Esslöffel voll pro Pflanze gegeben, rund herum an der Wurzel gestreut. Es waren verschiedene Pflanzen wie Petunia, Orchidenen, Violeten, Hortensien, in die Erde. Die normale Farbe der Hortensienblüte ist rot, und in zwei Pflanzen zwischen den roten Blüten schienen auch manche blaue, die aber sehr schnell starben. Bei einer juengen Hortensie war die Haelfte der Pflanze ausgetrocknet, und der Rest wuchs (ohne Blueten, die Maeste waren noch jueng) mit voller wucht weiter. Ich habe ausgerechnet, ein Essloeffel ist etwa 20g. Kann zuviel Duenger eine Pflanze toeten? Der Duenger war in kleinen Perlen oder Kugelchen. Die einzigen Pflanzen die ohne Anzeichen das alles Ueberstanden haben, waren Petunia.

Guten Tag,
was meinen Sie, mit „versalzt“ werden? Gewaessert wird ein Mal am Tag, allerdings zu unregelmaessigen Zeiten.

Du hast einfach zu viel des Guten getan. Dass die Petunien das überstehen, liegt u.U. daran, dass sie Starkzehrer sind; so etwas an Orchideen zu geben, bedeutet den sicheren Tod.

Servus,

20 g unmittelbar bei der Pflanze gestreut entspricht grob geschätzt 200 g/m². Das ist etwa das Fünffache von dem, was bei einer einzelnen Gabe ausgebracht werden sollte (steht übrigens auch auf dem Düngersack), und gut das Doppelte von dem, was Blütenpflanzen maximal im Jahr bekommen sollten.

Der Farbwechsel der Hortensie von Blau nach Rot ist einleuchtend, ich hatte das zuerst umgekehrt verstanden: Das ist Folge einer Änderung des Bodenmilieus von basisch zu stark sauer. Die saure Reaktion der Bodenlösung ist Folge des Versalzens durch den Mineraldünger.

Leider hast Du nicht geschrieben, ob es sich um Pflanzen im Topf/Kübel oder im Freiland handelt. Im Freiland haben sie - außer den Orchideen - eventuell Überlebensschancen, mit Auswaschung wird sich das Problem nach und nach geben, eventuell treiben sie nochmal aus. In Töpfen/Kübeln werden sie den Schock nicht überstehen.

Moral: Mineraldüngergaben nie höher dosieren, als auf dem Sack angegeben; etwa die Hälfte bis drei Viertel der empfohlenen Mengen reicht in der Regel aus. Außerdem gleichmäßig verteilen, nicht direkt zur Pflanze geben. Last not least Mineraldüngergaben möglichst nicht als Mehrnährstoffdünger (da ist fast immer von irgendwas zuviel), sondern P und K im Herbst und N von April bis Juli in mehreren Gaben verteilt.

Schöne Grüße

MM