Falscher Fokus?

Hallo ihr Lieben,

vor 13 Jahren fing es an, hatte eine Wochenbettdepri, die keiner richtig ernst nahm. 3 Jahre später Panikattacken, Angst…pure Angst…ohne zu wissen, wovor. Gesprächstherapie ohne große Erfolge. Als „geheilt“ entlassen. Das Leben lief ein paar Jahre richtig gut für mich. Ich war jemand, bekam Kind und Job unter einen Hut, hatte Erfolg, war stolz auf mich UND hatte keine Zeit, über MICH nachzudenken. Ich lernte meinen 2. Mann kennen, glücklich, wie es mehr kaum geht. Das Kind entwicklet sich prächtig…alles könnte nicht besser sein. Hört sich traumhaft an, nicht wahr? Und trotzdem ist alles scheiße und ich frage mich immer öfter, was ich hier eigentlich noch will! Aber der Reihe nach: Im Sommer bekam ich ein Antibiotikum wegen einer Entzündung und es fing wieder an…dieser leichte Drehschwindel, die Angst zu ersticken, das Hyperventilieren, die Angst vor Herzversagen, vor Zahnschmerzen, vor was-weiß-ich-was-allem, Angst, daß ein Angehöriger stirbt, daß meinem Kind/meinem Mann etwas zustoßen könnte. Abends weinend einschlafen und morgens weinend aufwachen?! Das soll Leben sein?? Die Buchstaben verschwimmen gerade jetzt vor meinen Augen, ich konzentriere mich, jetzt lasse ich alles raus. War wegen der Symptome vor ein paar Monaten beim Hausarzt, dem ich vertraue und der auch eine psychologische Ausbildung hat. Er diagnostizierte eine generalisierte Angststörung und verschieb mit eine Verhaltenstherapie. Medikamente lehnte ich zunächst ab, ich halte nicht so viel von Chemie. Ein paar Tage später ließ ich mir allerdings ein Benzodiazepan verschrieben, das mir kurzfristig bei Bedarf helfen soll. 2x habe ich es bisher genommen - stehe dann komplett neben mir.
Der Psychotherapeut tippte bei mir eher auf eine depressive Phase, weniger auf eine generalisierte Angststörung. Zu dieser Zeit ging es mir viel besser und der Therapeut und ich einigten uns darauf, daß ich ihn bei Bedarf anrufe, wir einen kurfristigen Termin machen, damit er mir helfen kann. Soeben habe ich ihm auf Band gesprochen.
Ich weiß nicht was los ist. Vor meinem Fenster könnte die wunderbarste Landschaft sein, ich könnte mich nicht erfreuen, mein Kind könnte einen 1 schreiben, es wäre mir egal…ich grüble und grüble und grüble. Mein Blick ist so nach innen gerichtet und ich weiß nicht, wie ich wieder den gesunden Abstand zu mir und der Umwelt herstellen kann. Weiß kaum, wie ich das beschreiben soll, bin zu sehr IN mir aber weiter von meiner Mitte entfernt denn je…
Heute sind wir zu einem Geburtstag eingeladen, da muß ich hin, muß die Fassade aufsetzen, so tun, als sei alles normal. Das fällt so schwer und eigentlich bin ich kaum in der Lage dazu. Hinterher werde ich wieder richtig erschöpft sein. Morgen sind wir auf ein wichtiges Event eingeladen, das mir egaler nicht sein könnte. Wie soll ich das schaffen?? Mit etwas Alkohol könnte ich prima schauspielern aber das kann keine Lösung sein.
Ich fühle mich in einer falschen Welt, komme mir vor wie im Film und keiner holt mich raus. Die Benzo beginnt gerade zu wirken und ich spüre, wie sich der gefühlte Abstand zu mir wieder beginnt normaler zu werden und ich mich in genau solchen Situationen beginne zu fragen, ob ich nicht absolut einen an der Klatsche habe?! Ob „das“ auch noch schlimmer werden kann? Oder: Komme ich in die Wechseljahre? Da hört man ja auch immer wieder was von Depressionen. (Lt. Ärztin bin ich davon aber weit entfernt) Ich kann mich gedanklich sowas von runterziehen, daß ich zu keiner physischen Bewegung mehr im Stande bin, weil ich Angst habe, „sonst passiert was ganz schlimmes!“ Obwohl ich nicht wüßte, was es noch schlimmeres geben kann…
Ich bin am ende…und das mit mitte 40. Was ist schon normal? Ich weiß es nicht.
In 2 Wochen fahren wir in Urlaub - ich darf gar nicht dran denken…wir möchten den Jakobswerg pilgern, eher als spirituelle denn als religiöse Erfahrung. Dachte die ganze zeit, daß mir das guttun könnte, plante euphorisch die Etappen, suchte schnucklige Cafes für den Espresso…mittlerweile frage ich mich, wie ich auf so eine Schnappsidee kommen konnte?!
Mein Mann steht in allen Entscheidungen hinter mir aber ich wünsche ihm mehr Kontinuität und Verlässlichkeit meinerseits - nur bin ich momentan ausserstande, ihn dies zu geben.

Kennt ihr das vielleicht? Was kann ich tun? Ich schäme mich auch so dafür! Meinen Eltern möchte ich nicht erzählen, was los ist. Aus Erzählungen meiner Mutter weiß ich, daß es meinem Vater von Zeit zu zeit auch so schlecht geht und er zu nichts in der Lage ist. Das Thema wird totgeschwiegen. Despression ist vererbbar und ich will nicht, daß er sich für meine Depris verantwortlich fühlt. Das würde ihn sehr aus der Spur bringen…aber ewig kann ich kein Theater mehr spielen…sie wohnen in der Nachbarschaft.

Gibt es keine Tricks, Gedankengänge oder auch Rituale, die ich als Notanker benutzen kann?
In der S-Bahn zu sitzen und zu spüren, wie die Angst den Rücken hochkrabbelt, die Hände feucht und kalt werden, die Augen sich angstvoll weiten und bewegen und die Bewegungslosigkeit des Körpers von Sekunde zu Sekunde zunimmt, fühle ich mich jedesmal als komplett irre und denke, ich habe hier nichts zu suchen.
Ich möchte doch einfach das Leben als lebenswert erfahren und nicht als Last. Ich möchte wieder Freude empfinden können. Mehr will ich nicht.

Vielen Dank fürs Lesen.
Das Schreiben hat mir gutgetan.

Ein Versuch
Hallo Elisa!

Vieles von dem, was Du schreibst kann ich gut nachvollziehen. Bis auf die Ängste, von denen ich zum Glück verschont geblieben bin. Sicher macht mich das nicht zum Spezialisten auf diesem Gebiet, aber vielleicht kann ich Dir wenigstens ein bißchen weiterhelfen.

Ich war jemand, bekam
Kind und Job unter einen Hut, hatte Erfolg, war stolz auf mich
UND hatte keine Zeit, über MICH nachzudenken.

Das solltest Du wohl nachholen, fiel mir so am Rande auf.

Abends weinend einschlafen und morgens weinend
aufwachen?! Das soll Leben sein??

Ja, das ist ein Teil deines Lebens, muss es aber nicht dauerhaft sein. Denk Dir ganz fest: Ich will das so nicht mehr und ich werde etwas dagegen unternehmen.

Medikamente lehnte ich zunächst ab, ich
halte nicht so viel von Chemie.

Hm, verstehe ich auch. Dachte ich auch. Aber gerade in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie können Medikamente ein Segen sein. Sie können Dir helfen, die Dinge anzupacken und zu ändern. Seh sie als Krücke, die Du bald wieder los sein möchtest, die Dir momentan aber sehr helfen. Such Dir einen Arzt, der Medikamente nicht verharmlost und Dich ordentlich über die Nebenwirkungen aufklärt.

Zu dieser
Zeit ging es mir viel besser und der Therapeut und ich
einigten uns darauf, daß ich ihn bei Bedarf anrufe, wir einen
kurfristigen Termin machen, damit er mir helfen kann. Soeben
habe ich ihm auf Band gesprochen.

Ich halte Dir die Daumen, dass das klappt mit der kurzfristigen Hilfe.

Ich weiß nicht was los ist…
… Was ist schon normal?

Deine Schilderung ist, soweit ich das sehe, sehr typisch für eine Depression. Das ist nichts, wofür man sich schämen muss. Das ist einfach eine Krankheit, um die man sich kümmern muss. Soweit ist das ziemlich normal, es plagen sich mehr Leute in Deiner Umgebung damit rum, als Du es für möglich hältst. Und alle schämen sich und sprechen nicht darüber: Das finde ich ziemlich unnormal.

In 2 Wochen fahren wir in Urlaub - ich darf gar nicht dran
denken…wir möchten den Jakobswerg pilgern, eher als
spirituelle denn als religiöse Erfahrung.

Naja, man denkt immer, solche Aktionen bringen automatisch eine Verbesserung mit sich. Das ist in dem Falle des Jakobsweges ja auch durchaus möglich. Aber erwarte nicht zuviel, hinterher geht es ja wieder zurück in den Alltagstrott, es ändert sich ja im Prinzip nichts. Aber tus doch trotzdem, versuche nur, Deine Erwartungen zurückzuschrauben. Einmal durchatmen, vielleicht auf ein paar neue Gedanken kommen, sich ein Stück weit neu erfinden, das kann dich schon weiterbringen.

Mein Mann steht in allen Entscheidungen hinter mir aber ich
wünsche ihm mehr Kontinuität und Verlässlichkeit meinerseits -
nur bin ich momentan ausserstande, ihn dies zu geben.

Also, zu dem Thema kann ich Dir nur was sagen, was Dir sicher schwerfällt, anzunehmen, aber versuche, es Dir immer und immer wieder klar zu machen:
Dein Mann hat Dich geheiratet, weil er Dich liebt, Du liebst ihn. Ihr habt Euch doch diese Sache versprochen mit den guten und den schlechten Zeiten. Jetzt ist für Dich eine schlechte Zeit. Wäre er krank, was würdest Du von ihm erwarten? Du würdest Dich doch sicher auch um ihn kümmern und ihn pflegen. Dein schlechtes Gewissen ist verständlich, aber völlig unangebracht. Es gibt bestimmt auch mal wieder Phasen, in denen Du ihm etwas geben kannst. Gute Taten werden in einer guten Beziehung nicht aufgerechnet, es ist ein Geben und Nehmen. Wobei Du nicht die Einzige bist, die mit dem „Annehmen“ mehr Schwierigkeiten hat als mit dem Geben. Freue Dich, dass Dein Mann Dich unterstützt und mache ihm und Dir die Situation nicht schwerer durch Dein schlechtes Gewissen.

Ich schäme mich
auch so dafür! Meinen Eltern möchte ich nicht erzählen, was
los ist. Aus Erzählungen meiner Mutter weiß ich, daß es meinem
Vater von Zeit zu zeit auch so schlecht geht und er zu nichts
in der Lage ist. Das Thema wird totgeschwiegen. Despression
ist vererbbar und ich will nicht, daß er sich für meine Depris
verantwortlich fühlt. Das würde ihn sehr aus der Spur
bringen…aber ewig kann ich kein Theater mehr spielen…sie
wohnen in der Nachbarschaft.

Auch bei den Eltern gilt: Scham ist unangebracht. Entweder, sie lieben Dich als ihr Kind und möchten dann sicher auch daran teilhaben, wenn es Dir nicht so gut geht. Oder es liegt ihnen nicht so viel an Dir, dann brauchst Du ja auch keine Rücksicht zu nehmen.

Für beide (Mann und Eltern) noch ein Rat: Versuche, ihnen nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen, sei offen und ehrlich, bremse Dich aber quantitativ ein wenig bei dem Thema, jammer lieber ausgiebig hier (wir halten das aus). Und dann hast Du ja noch den Therapeuten…

Gibt es keine Tricks, Gedankengänge oder auch Rituale, die ich
als Notanker benutzen kann?

Nein, keine Blitzrezepte.

In der S-Bahn zu sitzen und zu spüren, wie die Angst den
Rücken hochkrabbelt, die Hände feucht und kalt werden, die
Augen sich angstvoll weiten und bewegen und die
Bewegungslosigkeit des Körpers von Sekunde zu Sekunde zunimmt,
fühle ich mich jedesmal als komplett irre und denke, ich habe
hier nichts zu suchen.

Hier können Dir Medikamente und eine Verhaltenstherapie wirklich gut helfen. Für verschiedene Situationen individuelle Kniffe, um dich zu „retten“.

Ich möchte doch einfach das Leben als lebenswert erfahren und
nicht als Last. Ich möchte wieder Freude empfinden können.
Mehr will ich nicht.

Das verstehe ich gut. Und den Satz, dass auch wieder bessere Zeiten kommen, würde ich Dir gern ersparen. Aber er gehört einfach dazu, daran kannst Du ganz fest glauben, auch wenn das gerade schwer fällt.

Vielen Dank fürs Lesen.

Gerne, wirklich.

Das Schreiben hat mir gutgetan.

Dann tu es wieder.

Lass Dich mal fest in den Arm nehmen und drücken.

Ganz liebe Grüße
Elke

Liebe Elke,

zunächst ganz herzlichen Dank für Deine Antwort. Ich habe mich sehr darüber gefreut und fühle mich ein klitze kleines bisschen besser.

Abends weinend einschlafen und morgens weinend
aufwachen?! Das soll Leben sein??

Ja, das ist ein Teil deines Lebens, muss es aber nicht
dauerhaft sein. Denk Dir ganz fest: Ich will das so nicht mehr
und ich werde etwas dagegen unternehmen.

Genau, zumal ich genau weiß, wie es ist, wenn „es“ normal ist.
Ich mache viel viel Sport und habe das gefühl, das hilft.

Medikamente lehnte ich zunächst ab, ich
halte nicht so viel von Chemie.

Hm, verstehe ich auch. Dachte ich auch. Aber gerade in
Verbindung mit einer Verhaltenstherapie können Medikamente ein
Segen sein. Sie können Dir helfen, die Dinge anzupacken und zu
ändern. Seh sie als Krücke, die Du bald wieder los sein
möchtest, die Dir momentan aber sehr helfen. Such Dir einen
Arzt, der Medikamente nicht verharmlost und Dich ordentlich
über die Nebenwirkungen aufklärt.

Ja, einen tollen Hausarzt habe ich, der sich auch mit meinem Psychotherapeuten kurzschließt. Die beiden kennen sich, was sehr von Vorteil ist. Ich habe heute vormittag eine Benzo genommen und die Wirkung hielt bis spätnachmittag an. Ich konnt meinem normalen Tagesgeschäft nachgehen, was vorher undenkbar gewesen wäre. Habe mich aber nicht „echt“ und ziemlich stoned gefühlt. Die Wirkung hat jetzt nachgelassen und ich heul mal wieder… aber ich bin zuhause, da geht das :smile:

Zu dieser
Zeit ging es mir viel besser und der Therapeut und ich
einigten uns darauf, daß ich ihn bei Bedarf anrufe, wir einen
kurfristigen Termin machen, damit er mir helfen kann. Soeben
habe ich ihm auf Band gesprochen.

Ich halte Dir die Daumen, dass das klappt mit der
kurzfristigen Hilfe.

Ich habe ihm heute morgen auf band gesprochen, mittags rief er zurück und am Dienstag habe ich einen Termin. Das finde ich super toll!!!

Ich weiß nicht was los ist…
… Was ist schon normal?

Deine Schilderung ist, soweit ich das sehe, sehr typisch für
eine Depression. Das ist nichts, wofür man sich schämen muss.
Das ist einfach eine Krankheit, um die man sich kümmern muss.

Das weiß ich. Mein Problem ist vielmehr, daß ich mich dem problem nicht stelle, es einfach nicht wahr haben will. Daß das nicht geht, merke ich gerade!

Soweit ist das ziemlich normal, es plagen sich mehr Leute in
Deiner Umgebung damit rum, als Du es für möglich hältst. Und
alle schämen sich und sprechen nicht darüber: Das finde ich
ziemlich unnormal.

In 2 Wochen fahren wir in Urlaub - ich darf gar nicht dran
denken…wir möchten den Jakobswerg pilgern, eher als
spirituelle denn als religiöse Erfahrung.

Naja, man denkt immer, solche Aktionen bringen automatisch
eine Verbesserung mit sich. Das ist in dem Falle des
Jakobsweges ja auch durchaus möglich. Aber erwarte nicht
zuviel, hinterher geht es ja wieder zurück in den
Alltagstrott, es ändert sich ja im Prinzip nichts. Aber tus
doch trotzdem, versuche nur, Deine Erwartungen
zurückzuschrauben. Einmal durchatmen, vielleicht auf ein paar
neue Gedanken kommen, sich ein Stück weit neu erfinden, das
kann dich schon weiterbringen.

Ich will das ja auch. Neue Eindrücke sammeln, an meine Grenzen gehen, oder auch darüber! Nur wie soll ich das schaffen, wenn mir der normale Alltag momentan schon solche Probleme bereitet?
Ich wünsche mir ein bißchen mehr die „scheißegal-Haltung“, die so vieles erleichtert, einen heftigen Klaps auf den Kopf, daß das Grübeln aufhört und ein bißchen Neugierde auf Neues.
Ich will den Weg gehen, das bin ich mir schuldig…

Mein Mann steht in allen Entscheidungen hinter mir aber ich
wünsche ihm mehr Kontinuität und Verlässlichkeit meinerseits -
nur bin ich momentan ausserstande, ihn dies zu geben.

Also, zu dem Thema kann ich Dir nur was sagen, was Dir sicher
schwerfällt, anzunehmen, aber versuche, es Dir immer und immer
wieder klar zu machen:
Dein Mann hat Dich geheiratet, weil er Dich liebt, Du liebst
ihn. Ihr habt Euch doch diese Sache versprochen mit den guten
und den schlechten Zeiten. Jetzt ist für Dich eine schlechte
Zeit. Wäre er krank, was würdest Du von ihm erwarten? Du
würdest Dich doch sicher auch um ihn kümmern und ihn pflegen.
Dein schlechtes Gewissen ist verständlich, aber völlig
unangebracht. Es gibt bestimmt auch mal wieder Phasen, in
denen Du ihm etwas geben kannst. Gute Taten werden in einer
guten Beziehung nicht aufgerechnet, es ist ein Geben und
Nehmen. Wobei Du nicht die Einzige bist, die mit dem
„Annehmen“ mehr Schwierigkeiten hat als mit dem Geben. Freue
Dich, dass Dein Mann Dich unterstützt und mache ihm und Dir
die Situation nicht schwerer durch Dein schlechtes Gewissen.

Ja, Du hast so recht! Wenn ich Deinen Absatz lese, weiß ich, daß du recht hast. Und natürlich würde ich hinter ihm stehen, wenn es ihm schlecht ginge. Ganz klar!

Ich schäme mich
auch so dafür! Meinen Eltern möchte ich nicht erzählen, was
los ist. Aus Erzählungen meiner Mutter weiß ich, daß es meinem
Vater von Zeit zu zeit auch so schlecht geht und er zu nichts
in der Lage ist. Das Thema wird totgeschwiegen. Despression
ist vererbbar und ich will nicht, daß er sich für meine Depris
verantwortlich fühlt. Das würde ihn sehr aus der Spur
bringen…aber ewig kann ich kein Theater mehr spielen…sie
wohnen in der Nachbarschaft.

Auch bei den Eltern gilt: Scham ist unangebracht. Entweder,
sie lieben Dich als ihr Kind und möchten dann sicher auch
daran teilhaben, wenn es Dir nicht so gut geht. Oder es liegt
ihnen nicht so viel an Dir, dann brauchst Du ja auch keine
Rücksicht zu nehmen.

Wir kommen gerade von dem Geburtstag. Ich wette, man hat mir meinen Zustand von der Nasenspitze abgelesen. Mein verhalten war sicherlich auch ganz anders wie sonst, obwohl ich mir größte Mühe gab, ganz die „Alte“ zu spielen. Mit wahrscheinlich mäßigem Erfolg. Meine Eltern waren auch da und daß sie untypischerweise NICHT gefragt haben, wies mir geht, sagte mir schon alles. Jedenfalls war es super anstrengend und ich bin froh, wieder zuhause zu sein.

Für beide (Mann und Eltern) noch ein Rat: Versuche, ihnen
nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen, sei offen und ehrlich,
bremse Dich aber quantitativ ein wenig bei dem Thema, jammer
lieber ausgiebig hier (wir halten das aus). Und dann hast Du
ja noch den Therapeuten…

Danke, ja, ich werde Euch sicher noch volljammern, das schreiben tut so gut, das hätte ich gar nicht gedacht. Hm…vielleicht wäre eine Art tagebuch ganz sinnvoll? Auch oder gerade für die Therapie??

Was mir in dem Zusammenhang noch auffällt ist, daß ich bis vor einem halben jahr eine starke Raucherin war, von heute auf morgen (aus freien Stücken) aufhörte und den Entschluß nie bereute und hatte auch nur 2 Tage Entzug und nie wieder Lust auf ne Kippe. Aber heute, ich kanns euch sagen, war ich 2x gaaaanz kurz davor, mir wieder Zigaretten zu kaufen. Habe es aber bleiben lassen aus lauter Angst davor, daß ich mich hinterher noch beschissener fühle.
Ich habe lieber einen Pernot getrunken, das hilft glaube ich…man rückt so etwas ab und das tut im Moment echt gut. Aber keine Angst, besaufen werde ich mich nicht, außerdem paßt mein Mann auf mich auf :smile:

Lass Dich mal fest in den Arm nehmen und drücken.

Vielen Dank, Elke & ebefalls ganz liebe Grüße

Eli

Ganz liebe Grüße
Elke

Hallo Elisa,

Genau, zumal ich genau weiß, wie es ist, wenn „es“ normal ist.
Ich mache viel viel Sport und habe das gefühl, das hilft.

Wenn es irgendwie geht, mach weiter mit dem Sport. Ich habe erlebt,wie eine Freundin mit depressiv bedingten Herzrthythmusstörungen durch das Laufen eine starke Besserung erfahren hat. Zum Schluss schaffte sie einen Marathon…

Und lass es raus, egal wie, schreiben, singen, tanzen…

Wenn das Grübeln anfängt, kann es auch hilfreich sein, einen „Gedankenstopp“ einzulegen. Einfach laut sagen: „Nein, auf solche Gedankenspiele will und werde ich mich nicht einlassen, weil sie mir schaden.“

Ich wünsche dir von Herzen, dass das Tal bald durchschritten ist,
liebe Grüße SusanneAntje

Hallo Elisa,

Hallo SusanneAntje,

auch Die ganz herzlichen Dank für Dein Statement.
Es tut unheimlich gut zu erfahren, daß das Geschriebene auch gelesen wird und Reaktionen kommen. Ich bin nicht verrückt und das hier ist der Beweis - auch wenn ich es im tiefsten Tal glaube!

Laufen werde ich morgen wieder gehen, mit ultralauter Musik - ich werde mir das Hirn lüften, so gut es geht und hoffen, daß ich wieder an die Oberfläche des dunklen Lochs krabbeln kann.

Liebe Grüße
Eli

Genau, zumal ich genau weiß, wie es ist, wenn „es“ normal ist.
Ich mache viel viel Sport und habe das gefühl, das hilft.

Wenn es irgendwie geht, mach weiter mit dem Sport. Ich habe
erlebt,wie eine Freundin mit depressiv bedingten
Herzrthythmusstörungen durch das Laufen eine starke Besserung
erfahren hat. Zum Schluss schaffte sie einen Marathon…

Und lass es raus, egal wie, schreiben, singen, tanzen…

Wenn das Grübeln anfängt, kann es auch hilfreich sein, einen
„Gedankenstopp“ einzulegen. Einfach laut sagen: „Nein, auf
solche Gedankenspiele will und werde ich mich nicht einlassen,
weil sie mir schaden.“

Ich wünsche dir von Herzen, dass das Tal bald durchschritten
ist,
liebe Grüße SusanneAntje

nein, eher falsche therapiefrequenz
hi,

gut, dass du dir schon helfen läßt!

statt dem benzodiazepin und gelegentlichen therapiegesprächen rate ich dir zu einer einmal wöchentlich stattfindenen psychotherapie. sowohl wegen der depressiven- als auch wegen der angstsymptomatik ist es indiziert, eine langzeittherapie (50 stunden) zu beantragen, suche dir einen therapeuten, auch eine tiefenpsychologische behandlung wäre gut für dich. therapie läßt sich aber angesichts deiner momentanen verfassung nicht so gelegentlich nebenbei machen, das sollte eine klar definierte durchgehende unterstützung sein!

und: je öfter du etwas tust, um deine stimmung zu verändern, wenn auch nur leicht zu verbessern, statt ein von dir als unangenehm beschriebenes und zudem süchtig machendes benzodiazepin einzunehmen, desto besser!

pille seltener, therapie öfter!

Hallo,

ich schließe mich alphas Meinung voll und ganz an.

Gruß

Samira

hi,

Hallo Alpha,

danke für Deinen Kommentar.

gut, dass du dir schon helfen läßt!

statt dem benzodiazepin und gelegentlichen therapiegesprächen
rate ich dir zu einer einmal wöchentlich stattfindenen
psychotherapie.

Das hatten wir (Hausarzt, Therapeut und ich ) auch so vor. Nach 4 Therapiesitzungen (1x 1 wöchentl.) kamen mein Therapeut und ich überein, daß es mir so gut geht, daß ich nicht mehr regelmäßig kommen muß. Die Besserung ist nicht auf die 4 Stunden zurückzuführen, sondern ist es so, daß es mit einfach so richtig gutging - normal ging. Wenn ich dann beim Therapeuten über die Depressionen u.a. sprach, bemerkten wir, daß ich mich so richtig gut runterziehen kann und das evtl. in einen neuen depressiven Schub führen KANN. Das war für mich kein schöner Gedanke und auch mein Therapeut meinte, daß es eine gute Möglichkeit ist, ihn zu kontaktieren, wenn es mir schlecht geht und ich genau DANN zu ihm komme - damit er sieht, wie es mir wirklich in diesen Schüben geht. Diese Schübe sind zum Glück sehr selten und halten nie länger als einen Tag an (siehe gestern). Gestern war so ein Tag und ich kann heute - wo es mir ganz normal bis gut geht - gar nicht nachvollziehen, was das gestern war…
Mein Therapeut hat übrigens gestern noch angerufen und mir einen Termin für Dienstag gegeben. Da gehe ich auch hin, auch wenn es mir noch so gut geht!

sowohl wegen der depressiven- als auch wegen
der angstsymptomatik ist es indiziert, eine langzeittherapie
(50 stunden) zu beantragen, suche dir einen therapeuten, auch
eine tiefenpsychologische behandlung wäre gut für dich.

Mein Therapeut arbeitet verhaltenstherapeutisch. (Ich mag dieses gestochere in der Kindheit, Jugend…nicht, blicke lieber in die Zukunft als zurück.) Warum meinst Du, sei eine tiefenpsychologische Therapie gut für mich?

therapie läßt sich aber angesichts deiner momentanen
verfassung nicht so gelegentlich nebenbei machen, das sollte
eine klar definierte durchgehende unterstützung sein!

Ich weiß halt selbst nicht, wie ich das am besten machen soll. Dadurch, daß es mir nur sehr selten (ca. 5x im Jahr für einen Tag sooo dreckig geht wie gestern, weiß ich halt nicht, ob ich da ein komplettes jahr (50 std, 1x wöchentl.) eine Psychotherapie wirklich brauche.

und: je öfter du etwas tust, um deine stimmung zu verändern,
wenn auch nur leicht zu verbessern, statt ein von dir als
unangenehm beschriebenes und zudem süchtig machendes
benzodiazepin einzunehmen, desto besser!

Das weiß ich und ich stehe Pharmaprodukten sowieso seit jeher sehr kritisch gegenüber und nehme nur was ein, wenn es gar nicht anders geht (wie oft schon hat mein Hausarzt mir Standpauken gehalten…).
Die Benzos hat mir mein Hausarzt verschrieben, weil ich ihn darum gebeten habe. Ich habe gestern eine Tablette genommen und da habe ich mich schon überwunden, denke also nicht, daß ich suchtgefährdet bin.

Die Tabletten sehe ich als Notanker und nicht als „Lebensweichmacher“.

Es wäre für mich schön zu wissen, was genau ich habe. Es gibt ja so viele Arten Depressionen, Ängste, sonstige Störungen. Irgendwie scheine ich in kein Raster zu passen. Seltene Schübe aber dafür richtig heftig. Gibts dafür einen Namen? Es wäre schön, dann könnte ich es für mich besser einordnen.

Es ist schon komisch. Gestern war ich überzeugt, verrückt zu werden, vollkommen verzweifelt und heute ist der Spuk vorbei.
Die Angst allerdings, daß es mich wieder erwischt, ist da. Hoffe nur, daß wenn es passiert, ich zuhause bin, weil das zumindest ein bißchen Sicherheit bedeutet.

Vielen Dank
Eli

sprich mit dem therapeuten -nicht mit uns
hi,

wenn du eine übereinkunft mit deinem therapeuten getroffen hast, also zu kommen, wenn es dir schlecht geht, dann ist es auffällig, dass du hier so viel schreibst.

ich deute das als zeichen einer nicht ausreichenden oder nicht zielführenden therapie. das muss (und sollte!) nicht zu einem sofortigen therapeutenwechsel führen, sondern zur umsteuerung der therapie. neue zielanpassung. offene thematisierung von all dem, was du uns hier schreibst.

mache keinen zweiten schauplatz hier auf, sondern investiere die schreib-motivation in beziehungsarbeit und zielanpassung mit deinem therapeuten.

mein vorschlag, eine tiefenpsychologische behandlung zu erwägen, heisst nicht, dass ein verhaltenstherapie für dich nicht gut wäre, du willst ja auch eher VT machen, dann scheint es zu passen. oft (muss im einzelfall betrachtet werden) werden aber die ursachen von angst und depression nachhaltiger von tiefenpsychologie behandelt.

nochmal mein ernster tip: eine blinddarm -op kann man nicht auf dem küchentisch machen. ebensowenig kann man bei stark belastender psychischer erkrankung nebenbei ab und an psychotherapie machen. das wäre dann statt psychotherapie eher ein angebot von „helfenden gesprächen“. die methode psychotherapie muss also einem gewissen ablauf und standard folgen, wenn sie hilfreich sein soll.

bist du soweit?

hast du überhaupt den mut zu einem gespräch pro woche?

freud hat mal gesagt, jemand, der eine psychoanalytische behandlung macht, muss dazu schon sehr viel seelische gesundheit mitbringen, z.b. mut.

3 „Gefällt mir“

Hallo Elisa,

wenn der Therapeut Dich nach 4 Sitzungen gehen lässt (Dein gehen unterstützt), weil es Dir oberflächlich gut geht, dann schaut er vermutlich nicht tief genug, daher würde ich evt. auf eine tiefenpsychologische Therapie umsatteln. Es sei denn, Du kommst gut mit ihm klar und Dir hilft die Therapie, das heißt, es geht Dir danach besser oder Du verstehst mehr.

Anwärter

1 „Gefällt mir“

Hallo Anwärter,

Es sei denn,
Du kommst gut mit ihm klar und Dir hilft die Therapie, das
heißt, es geht Dir danach besser oder Du verstehst mehr.

Aber kann das eine depressive Patientin oder eine, die zu Depressionen neigt, selbst wirklich beurteilen?

Könnte auch sein, dass sie nach außen so wirkt, als ob es ihr gut geht, aber sie u.U. nur vermeiden möchte, weiterhin die Therapie zu machen…

Ich bezweifle, dass man nach 4 Sitzungen von einer wirklichen Besserung ausgehen kann. Ich kann es zumindest nicht glauben, wenn ich das UP so lese…

Grüße
Demenzia

2 „Gefällt mir“

Hallo

Aber kann das eine depressive Patientin oder eine, die zu
Depressionen neigt, selbst wirklich beurteilen?

Naja, die Therapie muss notwendig sein. Sonst macht man sie nicht. Ich würde zu jemandem gehen, der in die Tiefe schaut.

Könnte auch sein, dass sie nach außen so wirkt, als ob es ihr
gut geht, aber sie u.U. nur vermeiden möchte, weiterhin die
Therapie zu machen…

Evtl. ist auch gerade dieses typische Symptom von depressiven Charakteren (nach außen hin soll alles gut aussehen, die Selbstwahrnehmung ist weniger wichtig) und die Deutlichkeit, dass das Problem genauso stark vorhanden ist wie zu Beginn der Therapie, ein Zeichen dafür, dass eine tiefenpsychologische Therapie eher angezeigt ist als eine Verhaltenstherapie, in der es vorrangig um das „Funktionieren im Alltag“ geht, indem Depressive eh ziemlich gut sind und das dann zu ihrem Problem wird.

Ich bezweifle, dass man nach 4 Sitzungen von einer wirklichen
Besserung ausgehen kann. Ich kann es zumindest nicht glauben,
wenn ich das UP so lese…

Ich finde es auch einfach merkwürdig, es sieht aus, als hätte der Therapeut das Problem nicht verstanden?! Oder es war eigentlich die UP / Patientin, die den Therapeuten „verlassen“ hat.

Gruß Anwärter

Hallo

Hallo an alle

und vielen Dank für die Antworten, Kommentare uns Statements.
Ich möchte hier gerne nochmal eingreifen, weil ich denke, daß der Kern der Sache noch nicht ganz klar rüberkam.

Aber kann das eine depressive Patientin oder eine, die zu
Depressionen neigt, selbst wirklich beurteilen?

Ich denke schon, daß ich in der Lage bin, zu beurteilen, in welcher Verfassung ich sein muß, um mir professionelle Hilfe zu holen. Ich scheue mich auch nicht davor oder schäme mich dafür, daß ich manchmal „auf die Couch“ gehöre.

Naja, die Therapie muss notwendig sein. Sonst macht man sie
nicht. Ich würde zu jemandem gehen, der in die Tiefe schaut.

Die Chemie zu meinem Therapeuten stimmt, ich vertraue ihm und das ist schon beinahe mehr, als ich erwartet hatte, als ich von einigen Therapeuten hörte, daß sie jahrelange Wartelisten haben.
Gemeinsam mit meinem Hausarzt suchten wir nach einem geeigneten Therapeuten für mich und der Kontakt wurde über meinen HA hergestellt, daher bekam ich auch relativ zügig einen Termin.

Könnte auch sein, dass sie nach außen so wirkt, als ob es ihr
gut geht, aber sie u.U. nur vermeiden möchte, weiterhin die
Therapie zu machen…

Nein, ich möchte die Therapie schon weitermachen, stelle mir aber häufig die Frage, ob das das beste für mich ist. Mein Problem ist, daß ich äußerst selten (!) einen depressiven Schub bekomme, der nicht länger als einen Tag oder auch nur ein paar Stunden anhält, mich aber vollkommen lahmlegt. Die Heftigkeit allerdings macht mir jedesmal große Angst (siehe Ausgangsposting) und ich bremse mich aber eigentlich mein Leben lang, weil ich Angst vor dem nächsten Schub habe. Ich frage michdeshalb, ob
es das richtige ist, für mich, wenn ich regelmäßig in Therapie gehe. Schließlich creme ich mich nicht das ganze Jahr über mit Sunblocker ein, nur weil ich 2 Tage in die Sonne gehe… Sicher hinkt der vergleich?!
Jedenfalls beginne ich mich zu fragen, ob die depressiven Schübe Teil meiner selbst sind. Vielleicht muß ich sie „nur“ akzeptieren. Vielleicht bin ich einfach so?!

Evtl. ist auch gerade dieses typische Symptom von depressiven
Charakteren (nach außen hin soll alles gut aussehen, die
Selbstwahrnehmung ist weniger wichtig) und die Deutlichkeit,
dass das Problem genauso stark vorhanden ist wie zu Beginn der
Therapie, ein Zeichen dafür, dass eine tiefenpsychologische
Therapie eher angezeigt ist als eine Verhaltenstherapie, in
der es vorrangig um das „Funktionieren im Alltag“ geht, indem
Depressive eh ziemlich gut sind und das dann zu ihrem Problem
wird.

Der Spuk ist wieder vorbei und ich kann in keinster Weise nachvollziehen, was das war. Wenn ich meinen Fokus darauf lege, wird es immer unerklärlicher für mich. Soll ich mir solche Gedanken machen??
Vielleicht ist es einfach mein Wesen. Daß ich „anders“ bin als andere, weiß ich schon immer. Ich hatte nie Freunde, meide eigentlich sehr die Gesellschaft, weil ich sie nicht will oder brauche. Ich vermisse nichts. (Das ist jetzt sehr verkürzt geschrieben.) Meine Eltern waren früher so und sind es auch noch heute, ich bin so, mein Mann ist so und mein Kind ebenso. (Ojeh…jetzt müßt ihr denken, daß wir eine vollkommen kaputte Familie sind!) Die Gesellschft anderer (Geburtstage, Feiern…) ist uns nach wenigen Stunden lästig. Richtig genießen können wir Gesellschaft nicht.
In der Kindergartengruppe, in der Klasse, auf Ausflügen, auf Klasenfahrten, während der Ausbildung war es besonders schlimm. Rückzugsmöglichkeit gleich null und immer die Fragen der anderen, was los sei. Das hat genervt und keiner konnte mein Verhalten akzeptieren.
Später dann stellte ich mir oft Fragen eher philosophischer Natur - die Menschheit verblödete in meinen Augen immer mehr und ich zog mich noch mehr zurück. Ich kann nicht nachvollziehen, daß man über total bescheuerte, banale Dinge stundenlang kommunizieren kann…und verstehe es bis heute nicht, welchen Sinn manches macht, das für beinahe alle so wichtig scheint. hmmm… Vielleicht bin nicht ICH anders sondern einfach nur alle anderen?! Ich wäre normal…hurra!!
Auch darüber habe ich viel gelesen und gegoogelt und haben in diesem Zusammenhang oft vom „Asperger Syndrom“ gelesen. Vielleicht ist das ein weiteres Puzzlestückchen? Bei meinem Kind wurde mal kurz Asperger vermutet, es hat sich aber nicht bestätigt.
Kann man Asperger bei Erwachsenen feststellen oder testen?

Vielleicht kann einer der Experten das kurz erläutern. Das fände ich sehr hilfreich.

Ich bezweifle, dass man nach 4 Sitzungen von einer wirklichen
Besserung ausgehen kann. Ich kann es zumindest nicht glauben,
wenn ich das UP so lese…

Ja, ist schon klar. Aber bei mir tritt nach wenigen Stunden eine Besserung ein. Wenns mir über Montate richtig gut geht, warum soll ich die Therapie machen? (provokativ gefragt)

Ich finde es auch einfach merkwürdig, es sieht aus, als hätte
der Therapeut das Problem nicht verstanden?! Oder es war
eigentlich die UP / Patientin, die den Therapeuten „verlassen“
hat.

Doch, ich bin mir sehr sicher, daß er das Probelm verstanden hat. Er weiß, daß die Frequenz der Schübe absolut nicht der Norm entspricht (insoweit man überhaupt hier von „Norm“ sprechen kann). Vielleicht ist das, wie es bei mir ist nur einfach sehr untypich und sehr selten.
Wir kamen gemeinsam zu dem Entschluß, daß wir uns wiedersehen, wenn ich einen akuten Schub habe.
Leider hat das vor ein paar Tagen nicht geklappt, nächste Woche allerdings habe ich einen Termin, den ich wahrnehme. Und da es für mich, jetzt, wo es mir wieder richtig gutgeht, so gar nicht nachvollziehbar ist, nehme ich meinen Partner mit, der genau schildern kann, wie es mir da ging. Vielleicht bringt das auch ein bißchen Licht ins Dunkel.

Dabke & schönes Wochenende
Eli

Gruß Anwärter

Dann mach dir doch mal die Mühe und google ein bisschen rum. Asberger,Winterdepression,Heilkräuter,Ergotherapie,… Das Internet erlaubt jedem Menschen ( ausser dieses Forum ) ect. auf das gleiche Level in irgend einem Wissensgebiet, wie die hier versammelten Fachleute zu kommen… .Und noch eine Bitte :Nicht so viel Text!
LG George

Hallo George,

ich weiß gar nicht so recht, was ich von Deinem Kommentar halten soll.
Hättest Du meine Postings gelesen, wüßtest Du, daß ich mich sehr wohl informiert habe, und das nicht nur im Internet.

Dies ist ein Forum, in dem schon häufiger eine Frage eine ganze Diskussion zur Folge hatte - ich finde das sehr gut und hilfreich.
Wenn Du findest, daß ich zu viel Text schreibe, warum liest Du ihn dann? Daher werde ich Deiner Bitte kaum nachkommen.

Grüße
Eli

Mahlzeit,

Ja, ist schon klar. Aber bei mir tritt nach wenigen Stunden
eine Besserung ein. Wenns mir über Montate richtig gut geht,
warum soll ich die Therapie machen? (provokativ gefragt)

nun - mal laienhaft geäußert: Sonst würden kaum noch Therapeuten 25 oder 50 Stunden für Therapien beantragen und Krankenkassen diese auch nciht genehmigen.

Eine Therapie ist keine AKUTmaßnahme. Natürlich kann es einem immer mal wieder gut gehen. Das heißt aber lange nicht, dass das Grundproblem damit gelöst ist oder auch nur annähernd gefunden wurde.

Meinst Du, dass jemand, der 8 Jahre lang wöchentlich einen Sitzungstermin hat, da jedes Mal verzweifelt ist und in Tränen ausbricht?

Gruß
Demenzia

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