Falsches Gutachten

Hallo Experten

Herr XY ist seit einiger Zeit arbeitslos und kann auch nicht jeden Job annehmen, da er gesundheitlich etwas eingeschränkt ist (chronisches Rückenleiden, darf nicht schwer heben, kann nicht lange stehen).
Er sollte deswegen, auf Anweisung der Agentur für Arbeit, vom Gesundheitsamt auf Erwerbsfähigkeit untersucht werden. Herr XY hat bei der AfA ein Formular unterzeichnet, daß es dem Gesunheitsamt erlaubt, Berichte und Befunde von seinem Hausarzt anzufordern. Herr XY hatte dann auch im letzten Monat einen Termin für diese Untersuchung.

Bei diesem Termin wurde ihm mitgeteilt, daß die Unterlagen von seinem Hausarzt nicht vorliegen würden und es auch keinen Sinn machen würde, jetzt eine Untersuchung zu durchzuführen. Es wurde kurz der Blutdruck gemessen und die Lunge abgehorcht, danach war Herr XY schon wieder entlassen.

Zwei Wochen später wurde Herrn XY von der AfA ein vollständiges Gutachten präsentiert, welches ihm Arbeiten zumutet, die er aus gesundheitlichen Gründen nicht ausführen kann. Auf Nachfrage, ob denn Berichte bzw. Befunden von seinem Hausarzt in der Zwischenzeit vorliegen, wurde Herrn XY mitgeteilt, daß das wohl der Fall sein müsse.
Tatsache ist aber, daß beim Hausarzt von Herrn XY keine Unterlagen angefordert bzw. rausgegangen sind…das wurde ihm nach einem Anruf bei seinem Hausarzt auch bestätigt.

Wie könnte Herr XY sich gegen dieses Gutachten wehren, welches ganz klar ohne hausärztliche Berichte und Befunden und ohne Untersuchung erstellt wurde??

Gruß
Rudi

Hallo

Wie könnte Herr XY sich gegen dieses Gutachten wehren, welches
ganz klar ohne hausärztliche Berichte und Befunden und ohne
Untersuchung erstellt wurde??

Gibt es zusammen mit dem Gutachten einen Bescheid? Wenn ja, dann dagegen so schnell wie möglich Widerspruch einlegen, damit die Frist gewahrt bleibt.

Ansonsten fallen mir da mehrere Möglichkeiten ein. Entweder an die AfA einen - vielleicht besser eingeschriebenen - Brief schicken mit der Frage, wieso die Befunde des Hausarztes nicht berücksichtigt würden, und dass man auf einer ordentlichen Untersuchung vor dem Gutachten bestehe. Ein Durchschlag muss natürlich an die Arbeitsagentur gehen. Und dann erst mal weitersehen.

Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, eine Dienstaufsichtsbeschwerde zu machen. Dafür wäre es vielleicht gut zu wissen, wer die Aufsichtsbehörde der AfA ist
http://www.hwk-duesseldorf.de/ausbild/beratung/aschu…

Vielleicht kann man dort auch weitere Auskünfte bekommen.

Man sollte sich innerlich schonmal darauf einstellen, notfalls dagegen zu klagen, damit man sich nicht unterkriegen lässt.

Viele Grüße
Simsy

Hallo Simsy,

Herr XY hat weder einen Bescheid noch das Gutachten erhalten. Ihm wurde bei der Agentur für Arbeit nur mitgeteilt, was darin steht und dass man ihn ggf. auch in Tätigkeiten vermitteln würde, die er aus gesundheitlichen Gründen nicht ausführen kann, weil sich die Agentur für Arbeit nur an dieses Gutachten halten würde.

Gruß
Rudi

[MOD] Vollzitat entfernt

Hallo Rudi

Herr XY hat weder einen Bescheid noch das Gutachten erhalten.
Ihm wurde bei der Agentur für Arbeit nur mitgeteilt, was darin
steht und das man ihn ggf. auch in Tätigkeiten vermitteln
würde, die er aus gesundheitlichen Gründen nicht ausführen
kann, weil sich die Agentur für Arbeit nur an dieses Gutachten
halten würde.

Also alles nur mündlich?
O je, dann wird es ja kompliziert.

Vielleicht sollte Herr XY doch lieber einen richtigen Rechtsanwalt fragen.

Aber wie gesagt, ich würde auf jeden Fall der AfA per Einschreiben einen Brief schreiben, in dem alles so dargestellt wird wie hier geschehen, dass eben weder eine Untersuchung stattgefunden noch der Hausarzt konsultiert wurde, obwohl auf gesundheitliche Probleme hingewiesen wurde. Und was die Konsequenzen für Herrn XY haben kann. Und evtl. einen Termin (ca. 10 Tage) setzen, bis zu dem man eine vernünftige aussagekräftige Antwort haben will, und dass man andernfalls Beschwerde einlegen wird. - Das wäre das, was mir dazu einfällt.

Aber ich denke, es wäre angebracht, einen Rechtsbeistand zu haben; aber nicht blind auf den verlassen, es gibt leider ganz schön schlampige und unmotivierte Rechtsanwälte.

Viele Grüße
Simsy