Ich glaube nirgends wird so schnell eine Ausrede gefunden wie
hier. Meist ist die Sachlage sonnenklar und jedes Parkverbot
hat auch seine Berchtigung, aber keiner will zugeben , dass er
nur zu faul war ein paar Meter zu laufen oder eben einfach
kein Geld für’s Parkhaus bezahlen wollte.
Ich bin bestimmt niemand, der klare Verstöße gegen Verkehrsregeln nicht auch einsieht. Ich bin noch nie gegen irgendwelche Bescheide in Einspruch gegangen und habe trotz Rechtschutz auch mal ein Fahrverbot klaglos hingenommen.
Was Parkknöllchen betrifft grenzt die Praxis aber doch häufig an Wegelagerei. Man sollte mal die Vorschriften auf die eigentlichen Zeile prüfen. Es geht darum, den Verkehr bzw. andere Verkehrsteilnehmer nicht zu behindern, Gehwege frei zu halten, keine Ausfahrten oder Anfahrten für Rettungsdienste zu verstellen oder ähnliche Dinge.
Die Vorschriften können natürlich nicht jede konkrete Verkehrssituation berücksichtigen. Ich kann aber oft genug beobachten, wie sich da was verselbstständigt, es wird gezielt nach Situationen gesucht, in denen man nach dem Buchstaben des Gesetzes Knöllchen verteilen kann, ohen daß eine wirkliche Notwendigkeit besteht, weder wegen der Situation noch wegen reiner Ignoranz oder gar Faulheit der Parker.
erstes Beispiel: Eine normale (NEBEN!!)Straße wird durch Bauarbeiten quasi zur Einbahnstraße… man kann also nur in eine Richtung durchfahren. Trotzdem verteilen die Politessen Knöllchen, weil einige Anwohner ‚entgegen der Fahrtrichtung‘ parken. Da wurde niemand behindert oder sonstwas.
nächstes Beispiel. Es gibt hier viele Kreuzungen mit ‚schrägen Ecken‘. Da in der Wohngegend Parkplätze vor allem nachts fast gar nicht zu finden sind (es gibt keine Parkhäuser o.ä.) parken viele Fahrzeuge dann an diesen Schrägen…dabei wird nicht wirklich jemand behindert, die Sicht auf den Kreuzungsbereich kann gar nicht eingschränkt werden. Mein Tochter berichtet, daß regelmäßig Politessen morgens um sieben Uhr gezielt nach diesen ‚Nachtfalschparkern‘ fahnden um sie zu erwischen bevor die Autos dann weg sind, weil die Leute damit zur Arbeit fahren.
An einer ähnlichen Straße wird auch die 5 m Regelung sehr merkwürdig ausgelegt und Parker, die genau bis zum Beginn so einer (in dem Fall sehr weit geschnittenen Schräge) parken gleich Knöllchen verteilt. Ich müßte hier die Kreuzung aufmalen um die absolute Unnötigkeit aus Sicht der Verkehrslage darzustellen, denn auch hier kann man die eingrenzende Straße eh erst einsehen, wenn man mindestens eine Autolänge über diesen Punkt hinaus gefahren ist.
Da kann man schon einen dicken Hals bekommen, vor allem wenn man sihet, wie die Autos nur kreisen um mit viel Glück irgendwo eine freie Parklücke zu entdecken.
Gruß Maid