Familie als Hobby? :-)

Das ist ein Doppelposting, aber im anderen Brett kam eben keine Reaktion :smile:

In vielen ViKa’s steht: Hobby - Familie.
Ist es ernstgemeint?
Oder eine inkorrekte Wortverwendung?
Ist Familie eine Freizeitbeschäftigung? :smile:

Ist es einer Dikusiion wert?

Gruß

Ist Familie eine Freizeitbeschäftigung? :smile:

Hi peet,

seit unser erstes Kind gebohren wurde laß ich mir das Abenteuer Kindergroßwerden nur ungern wegnehmen. Daraus folgt, daß viele Freizeitbetätigungen die früher durchgezogen wurden wesentlich kürzer kommen oder völlig geparkt wurden. Sogesehen ist die Familie tatsächlich meine zeitintensivste Freizeitbeschäftigung, was ich allerdings nur in wenigen extremen Situationen (Bloslegen aller Nerven durch die Kleinen) nicht genieße.

Gandalf

Hallo peet,

welch ein Zynismus:
mit meiner Familie kann ich meine Hobbys nicht so oft pflegen, und ohne meine Familie würden mir meine Hobbys keinen Spaß machen.
Familie als Hobby? Nö - für manche Vollzeitjob (ob er Spaß macht steht auf dem anderen Blatt oder Vika)
für manche Teilzeitarbeit, notgedrungen oder eingefordert

für mich eine erwünschte Lebensphase, von deren Endlichkeit ich weiß. Darum versuche ich sie zu genießen und wenig zu murren. Und ich achte bei all den Pflichtungen darauf, die für mich bei der Pflege des Familienlebens entstehen, dass ich mich selbst nicht aus den Augen verliere, also Zeit für meine Hobbys finde.
Familie als Hobby? Nö, meine Hobbys beeinflusse ich, und meine Familie hat ganz schönen Einfluß auf mich.

Naaaa, und wie ist das bei Dir? :smile:))

viele Grüße
Claudia (*die sich als grilla von den anderen Claudias unterscheiden will*)

Hallo peet,

noch mal ich :wink:))
wenn ich mir es recht überlege, mag es für manche Leute wirklich so sein, dass ihre Familie einen Stellenwert eines Hobbys hat. Es ist dabei die Frage, ob man diese Tatsache werten sollte.

Ich denke, dass es meistens die Männer bzw. die Väter sind, die ihre freie Zeit wahlweise der Familie oder ihren Freizeitbeschäftigungen widmen, während die Frauen bzw. die Mütter nicht die Wahl haben, für sie also zuerst die Pflicht (Versorgung der Kinder und des Haushalts) und dann das Vergnügen kommt.
Ein vollberufstätiger Mann kann es sich aussuchen, auch im ideellem Sinne, ohne von anderen Leuten in seinem Umfeld schief angeschaut zu werden, wie er seine Reihenfolge (Joggen gehen oder Radeln mit den Kindern) festlegt. Von den Müttern wird Fürsorge vorausgesetzt.
Aber wenn die Kinder groß sind, wird der Vater, der prinzipiell lieber Joggen ging, feststellen, dass die Bande zu seiner flügge gewordenen Brut eigentlich nur über die Mutter existiert. Er hat den Anschluß verpaßt.

Ein Freund von mir arbeitet seit über 10 Jahren in München bei einer großen amerikanischen Computerfirma. Als Manager mußte er viel reisen, und war, wenn er Daheim war, totmüde. Vor 2 Jahren hat er für sich einen 20 Stunden-Job durchgesetzt (er verdient immer noch sehr viel Geld), weil eben seine Familie nicht nur Hobby sein soll.
Nach ein paar „Papa-ante-Portas“-Problemen freuen sich alle sehr über sein öfters Zuhause sein.

Ich habe vor diesem Freund sehr viel Respekt. Nicht weil ich eine Frau bin, und etwas bestätigt bekommen wollte, sondern weil ich glaube, dass auch Väter in bestimmten gesellschaftlichen Schienen festsitzen, es auch für sie nicht immer leicht ist, sich daraus zu befreien. Es sieht immer noch besser aus als Mann angesehen im Job zu sein, einen durchtrainierten Körper zu haben, total belesen zu sein. Ein Mann, der in seiner Freizeit lieber mit der Familie zusammen ist, kommt halt die Karriereleiter langsamer hoch, hat nicht viel Zeit für körperliche oder geistige Ertüchtigung.

Wer seine Familie als Hobby hat, verbringt wahrscheinlich mehr Zeit mit ihr, als ein Mann mit vielen Vereinzugehörigkeiten oder Bastelkenntnissen. Man kann es also auch positiv sehen.

viele Grüße
Claudia

Ein Frage der Prioritäten…
Nun - wir leben in einer Freizeitgesellschaft, in der die Freizeitgestaltung der Arbeit längst den Rang abgelaufen hat. Insofern ist es doch eher positiv zu sehen, wenn die Familie mittlerweile schon unter „Freizeit“ und nicht mehr unter „Arbeit“ rangiert ;=)

Gruß aus dem Norden
Reinhard Kraasch