Familie gründen

Hallo, Loussy,

Steht im Ursprungsposting denn etwas davon, dass Geld im
Vordergrund steht?

Ja.

ob uns dieses finanziell überhaupt möglich ist
[…]Welche Unterstützung bekomme ich vom Staat
[…] Elterngeld, Mutterschaftsgeld etc…
[…] Mutterschaftsgeld?
[…] geschätzte Fixkosten im Monat für ein Baby

Ich bin zu einer Zeit groß geworden, als Eltern Schwierigkeiten hatten überhaupt etwas zu Essen zu besorgen, ein Dach über dem Kopf zu haben, Heizmaterial zu beschaffen, Kleidung zu besorgen. Da wurde eben der alte Militärmantel gewendet und selbst etwas geschneidert. Schuhe wurden sorgsam geschont und gepflegt (man hatte ja nur das eine Paar) und ggf mit Gummi aus alten Fahrradreifen (selbst) besohlt. Wir sind in den Wald gegangen und haben Kiefernzapfen und Beeren gesammelt.

Es würde zu weit führen, würde ich eine Kindheit in den letzten Jahren des Krieges und kurz danach schildern.

Wenn ich heute die Jammerei höre, wie arm manche dran sind, kann ich eigentlich meist nur milde lächeln. Was wirkliche Not ist, haben diese Leute nie kennen gelernt.

Und glücklich? Glücklich waren wir auch. Nur machten wir uns unser Spielzeug selbst. Ein Stück Schnur, ein paar Striche auf der Erde, einige aufgesammelte Steine, eine alte Dose - alles war Spielzeug.

Ich will Dich mit den Erinnerungen eines alten Mannes nicht langweilen, aber sei mir nicht gram, wenn ich davon höre, dass Geld nötig ist, um ein Kind zu haben. Das Geld ist gewiß das Letzte, was ein Kind braucht. Liebe, Zuwendung und Zeit sind viel wichtiger.

Grüße
Eckard

4 „Gefällt mir“

Hi Eckard!
Zum glück waren die Zeiten als ich auf die Welt kam, sehr leicht, im Vergleich zu Deinen.
Und trotzdem könnte ich nicht mehr mit Deinem Posting einverstanden sein: Mein voller Zuspruch!!!
Geld macht nicht glücklich -gibt es jemand der diesen Satz nicht kennt?- und was ein Kind braucht ist LIEBE, LIEBE und nochmals LIEBE (Zuwendung ist für mich, schlich, eine Art von Liebe und diese beinhaltet auch Verantwortung) Dann kommt lange, lange nichts und erst dann, ganz, ganz weit weg Geld.
Ja, Eckard: Ganz Deiner Meinung!
Liebe Grüße,
Helena *die gewiß es nicht besser hätte ausdrücken können*

Hallo Eckard,

ich stehe Dir im Alter näher, auch wenn zu meiner Kinderzeit und auch in meiner Familie doch einiges schon leichter war. Aaber: Was Du da alles aufzählst, vergisst doch noch einiges:

Da wurde eben der alte Militärmantel gewendet und selbst etwas geschneidert.

Wo sollen die armen Eltern heute noch einen alten Militärmantel hernehmen?

Schuhe wurden sorgsam geschont und gepflegt (man hatte ja nur das eine Paar)
und ggf mit Gummi aus alten Fahrradreifen (selbst) besohlt.

Geht das mit den heutigen Gummimischungen überhaupt noch?

Wir sind in den Wald gegangen und haben Kiefernzapfen und Beeren
gesammelt.

Und die Wälder heute? Gut, die überzüchteten Fichtenmonokulturen gehen zurück, aber finde da mal Beeren…

Es würde zu weit führen, würde ich eine Kindheit in den
letzten Jahren des Krieges und kurz danach schildern.

Und halt auch Nebenbedingungen vernachlässigen, die heute so nicht mehr gegeben sind.

Und glücklich? Glücklich waren wir auch. Nur machten wir uns
unser Spielzeug selbst. Ein Stück Schnur, ein paar Striche auf
der Erde, einige aufgesammelte Steine, eine alte Dose - alles
war Spielzeug.

Und Platz hattet ihr, und auch wir noch: Die Welt war nicht mit Autos zugeparkt, auf der Straße konnte man spielen, ohne dass die Eltern Angst haben mussten, dass man von unachtsamen Autofahrern alsbaldigst zusammengefahren wird. Und Wohnungen waren auch erschwinglicher (damals gab es noch sowas wie Wohnraumbewirtschaftung, da musste nicht jeder die Miete zahlen, die als „ortsüblich“ galt).

Das Geld ist gewiß das Letzte, was ein Kind braucht.
Liebe, Zuwendung und Zeit sind viel wichtiger.

Geldsorgen können aber Letzteres deutlich unterdrücken. Habe ich am eigenen Leibe (als Kind) erlebt.

Gruß, Karin

4 „Gefällt mir“

Hallo Eckard!

Wenn ich heute die Jammerei höre, wie arm manche dran sind,
kann ich eigentlich meist nur milde lächeln. Was wirkliche Not
ist, haben diese Leute nie kennen gelernt.

Nein, das hat meine Generation zum Glück nicht kennenlernen müssen. Deswegen ist unser „Horizont“ ein anderer, uns machen Dinge Sorgen, über die ihr damals vermutlich nicht nachgedacht habt.
Ich denke trotzdem, dass auch eine Generation, die nicht so leben musste, das Recht hat, sich Sorgen zu machen.
Ich kann leider nicht in Worte fassen, wie ich es meine, es klingt immer irgendwie „falsch“. Ich hoffe trotzdem, dass Du vielleicht erahnen kannst, worum es mir geht.

Und glücklich? Glücklich waren wir auch. Nur machten wir uns
unser Spielzeug selbst. Ein Stück Schnur, ein paar Striche auf
der Erde, einige aufgesammelte Steine, eine alte Dose - alles
war Spielzeug.

Zu eurer Zeit war das aber vermutlich das Normale, oder sehe ich das falsch?
Und, ob es nun gut war - in mancher Hinsicht vermutlich ja, aber gerade was Dinge wie Ernährung angeht, sei mir nicht böse, da macht Geld nunmal viel aus. Alle Liebe der Welt kann keine Vitamine, keine Mineralstoffe ersetzen. Natürlich wird auch ein Kind gross, das kein Gemüse, kein Obst isst. Aber ob es auf Dauer gesund sein kann damit?
Meine Generation hat die Möglichkeiten, Kinder gesund zu ernähren, wenn ein gewisser finanzieller Spielraum da ist. Bei euch war das keine Frage, da hatte niemand was. Heute ist es so, dass man das, was es gibt, auch gerne haben möchte für sein Kind. Ich wäre sehr traurig, wenn ich meinem Sohn nicht die Ernährung bieten könnte, die für ihn wichtig ist. Ich will, dass es ihm gut geht, richtig richtig gut! Und dazu brauche ich auch Dinge von aussen.
Ich habe die Ernährung einfach mal als Beispiel herausgepickt, es geht aber um viel mehr. Ein sicherer Autositz kostet zwischen 100 und 200 Euro, mit Isofix nochmal um eine ganze Klasse besser und nochmal gut 100 Euro teurer. Ich bin froh, dass ich meinem Kind das bieten kann. Und es würde mir sehr sehr schlecht gehen, wenn ich darauf verzichten müsste, weil ich es einfach nicht bezahlen kann. Mein Gewissen!

Ich will Dich mit den Erinnerungen eines alten Mannes nicht
langweilen, aber sei mir nicht gram, wenn ich davon höre, dass
Geld nötig ist, um ein Kind zu haben. Das Geld ist gewiß das
Letzte, was ein Kind braucht. Liebe, Zuwendung und Zeit sind
viel wichtiger.

Nein, Deine Erinnerungen gramen mich nicht, im Gegenteil, ich finde es sehr interessant, zu hören wie Du das Ganze siehst!
Jeder hat einen anderen Hintergrund, und aus diesem heraus ist jede Meinung wertvoll!
Ich finde auch vollkommen richtig, dass Du Liebe, Zuwendung und Zeit so hoch ansiedelst. Aber, wie schon andere schrieben, man muss auch Zeit bezahlen können. Wenn ein Gehalt wegfällt, kann das sehr eng werden. Liebe und Zuwendung kann man dann am Besten geben, wenn man selbst keine Sorgen hat. Geldsorgen sind grosse Sorgen, das darf man nicht ausser Acht lassen.
Im Grunde meinen wir beide wohl das Selbe, nur dass ich den Faktor Geld als Mittel zum Erreichen von Fürsorge mit dazuzähle. Wobei ich nun niemand bin, der immer das tollste, neueste, beste braucht. Aber sicher muss es sein, und es muss meinem Sohn nutzen. Ich will das Beste für ihn, und da soll Geld kein Hindernis sein.
Mit wenig Geld geht viel, mit etwas mehr Geld noch viel mehr :wink:

Liebe Grüsse
Bine :smile:

3 „Gefällt mir“

Hallo Eckard,

Steht im Ursprungsposting denn etwas davon, dass Geld im
Vordergrund steht?

Ja.

ob uns dieses finanziell überhaupt möglich ist
[…]Welche Unterstützung bekomme ich vom Staat
[…] Elterngeld, Mutterschaftsgeld etc…
[…] Mutterschaftsgeld?
[…] geschätzte Fixkosten im Monat für ein Baby

was ist daran so falsch, sich vorher schon über Möglichkeiten zu informieren, die der Staat bietet?

Ich bin zu einer Zeit groß geworden, als Eltern
Schwierigkeiten hatten überhaupt etwas zu Essen zu besorgen,
ein Dach über dem Kopf zu haben, Heizmaterial zu beschaffen,
Kleidung zu besorgen. Da wurde eben der alte Militärmantel
gewendet und selbst etwas geschneidert. Schuhe wurden sorgsam
geschont und gepflegt (man hatte ja nur das eine Paar) und ggf
mit Gummi aus alten Fahrradreifen (selbst) besohlt. Wir sind
in den Wald gegangen und haben Kiefernzapfen und Beeren
gesammelt.

Karin hat weiter unten schon erläutert, warum deine Erfahrungen nicht direkt auf die heutige Zeit übertragbar sind. Heute sieht die Umgebung eben ganz anders aus als damals.

Davon abgesehen: Nicht alles, was möglich ist, ist auch optimal. Loussy hat es schon geschrieben: Gesunde Ernährung kostet Geld. Ich ergänze: Sportkurse kosten Geld, hochwertige Sportbekleidung (ganz wichtig: Schuhe!) kostet Geld, Musikschule + -instrument kosten Geld, Schulsachen (u.a. Lehrbücher, die heutzutage häufig selbst erworben werden müssen) kosten Geld usw. Nicht alles kann man gebraucht kaufen. Nicht für alles findet man Vereine, bei denen man kaum etwas bezahlen muss.

Der wichtigste Aspekt scheint mir jedoch zu sein, dass deine Erlebnisse damals für die Kinder in deiner Umgebung normal waren. Heutzutage werden Kinder (ab einem bestimmten Alter) dafür ausgegrenzt, dass sie mit altem Flohmarkt-T-Shirt in die Schule kommen, kein gutes Spielzeug haben, nicht an Klassenausflügen teilnehmen können. Sicher, ein Kind braucht nicht die neueste Mode und das teuerste Spielzeug, aber ein bisschen was sollte imho schon drin sein. Jedes Kind will mal in den Freizeitpark, auch mal in einem modischen T-Shirt in die Schule kommen, auch mal ein modernes Spielzeug besitzen, mit dem gerade alle Klassenkameraden spielen usw. Und kein Kind will aus Geldmangel zu Hause bleiben, wenn die Klassenkameraden Spaß bei einer Klassenfahrt haben (Ausnahmen bei bereits bestehendem Mobbing o.ä. lasse ich mal außen vor).

Alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Das besteht nicht daraus, das Kind mit teurem Schnickschnack zu umgeben und ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Aber es besteht auch nicht daraus, dem Kind keine Wünsche erfüllen zu können, die für seine Spielkameraden völlig normal sind. In Flohmarkt-Sachen wird ein Teenager nun mal schief angesehen, und es ist schlimm stillzusitzen, während die Klassenkameraden nach den Ferien alle ihre Urlaubserlebnisse besprechen und ein Aufsatz dazu aufgegeben wird, man aber den Urlaub schon immer nur in der elterlichen Wohnung verbracht hat. Glaub mir, da spreche ich aus Erfahrung.

Wenn ich heute die Jammerei höre, wie arm manche dran sind,
kann ich eigentlich meist nur milde lächeln. Was wirkliche Not
ist, haben diese Leute nie kennen gelernt.

Im Prinzip stimme ich dir zu, weil ich einen Einblick in eine andere Kulturwelt habe, wo die Leute wirklich froh sind, etwas zu essen abzubekommen. Aber dort ist es für die Kinder eben normal, das arme Kind wird nicht zur Ausnahme, sondern es ist die Regel.

Und glücklich? Glücklich waren wir auch.

Das glaub ich dir gerne. Aber du kannst deine damaligen Erlebnisse nicht eins zu eins auf die heutige Zeit übertragen.

Das Geld ist gewiß das
Letzte, was ein Kind braucht. Liebe, Zuwendung und Zeit sind
viel wichtiger.

Sicher, sie sind viel wichtiger, da stimme ich dir zu. Aber welche Eltern wünschen ihrem Kind schon, bei sehr vielen Sachen nicht mitreden zu können, die unter Klassenkameraden gang und gäbe sind?

Grüße,
Anja

3 „Gefällt mir“

Hallo Eckard!

Ich will dich ja nicht verärgern oder so, aber: Die Zeiten ändern

sich!

Das ist nunmal so und das kann wohl kaum bestritten werden.

DAMALS genügte eine Dose als Spielzeug vielleicht, allerdings gibt es

immer mehr Fortschritte in Technik etc.,

wir leben mittlerweile in einer Konsumgesellschaft und so wird es auch

notwendig sein, genug Geld zur Verfügung zu haben um es dem Kind

für die heutigen Standardverhältnisse gut gehen zu lassen.

Damals ist eben nicht heute, sieh die Veränderungen einfach ein.

Liebe Grüße

Hallo Super-Muffin

Ich will dich ja nicht verärgern oder so, aber: Die Zeiten
ändern sich!
Das ist nunmal so und das kann wohl kaum bestritten werden.
DAMALS genügte eine Dose als Spielzeug vielleicht, allerdings
gibt es immer mehr Fortschritte in Technik etc.,

wir leben mittlerweile in einer Konsumgesellschaft und so wird
es auch notwendig sein, genug Geld zur Verfügung zu haben um
es dem Kind für die heutigen Standardverhältnisse gut gehen zu
lassen.

„es dem Kind gut gehen zu lassen“ meint hier, wie ich mal
vermute, das Kind am jeweiligen und zufälligen „Markenwahn“
seiner gerade aktuellen Gruppe teilhaben zu lassen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese
„Markenidiotie“ dominiert wird von Kindern, die
ausser diesen „Markenzugehörigkeitsabzeichen“ nicht
viel können oder sind. Also meist die Mehrzahl.

Aber(!): Der dahinterstehende „Motor“ ist aber (imho)
eine Gruppe von Eltern, die selbst (aus kompen-
satorischen Gründen?) so rumrennt und meint, per-
sönlicher Adel resultiert aus dem gerade aktuellen
Ansehen von bestimmten Marken. Diese rüsten ihre
Kinder auf und geben den „Komplikationslevel“ vor,
mit dem sich die, sagen wir mal, „normalen“ Kinder
auseinandersetzen müssen.

Mein Senf.

Grüße

CMБ

1 „Gefällt mir“

Hey Semjon!

Nein, so meinte ich das nicht. Was ich unter „es einem Kind gutgehen lassen“ verstehe ist eher, ihm auch mal ein wenig Luxus bieten zu können.

Soll nicht heißen, dass man dem Kind nur Markensachen kaufen soll/muss, sondern eher, dass das Kind eben die notwendigen Dinge hat und ab und zu auch mal mehr (oder teureres) haben kann, dabei finde ich es aber nicht gut, so an der Armutsgrenze zu leben, denn das Kind wird mit großer Wahrscheinlichkeit ausgegrenzt.

Wenn ich später mal Kinder habe, möchte ich denen etwas bieten.
Eine Dose wird sie zum Spielen sicher nicht so ganz glücklich stimmen.
Heutzutage gibt es eben andere Möglichkeiten als noch vor einigen Jahrzehnten…

Naja, aber jeder hat da wohl seine eigene Ansicht.

Meine ist eben, dass ich meine Kinder (wenn ich denn welche bekommen sollte) auch mal verwöhnen können möchte und nicht immer im Supermarkt sagen will:
„Nee, leg das weg, da haben wir jetzt kein Geld für“

Liebe Grüße