Hallo Eckard,
Steht im Ursprungsposting denn etwas davon, dass Geld im
Vordergrund steht?
Ja.
ob uns dieses finanziell überhaupt möglich ist
[…]Welche Unterstützung bekomme ich vom Staat
[…] Elterngeld, Mutterschaftsgeld etc…
[…] Mutterschaftsgeld?
[…] geschätzte Fixkosten im Monat für ein Baby
was ist daran so falsch, sich vorher schon über Möglichkeiten zu informieren, die der Staat bietet?
Ich bin zu einer Zeit groß geworden, als Eltern
Schwierigkeiten hatten überhaupt etwas zu Essen zu besorgen,
ein Dach über dem Kopf zu haben, Heizmaterial zu beschaffen,
Kleidung zu besorgen. Da wurde eben der alte Militärmantel
gewendet und selbst etwas geschneidert. Schuhe wurden sorgsam
geschont und gepflegt (man hatte ja nur das eine Paar) und ggf
mit Gummi aus alten Fahrradreifen (selbst) besohlt. Wir sind
in den Wald gegangen und haben Kiefernzapfen und Beeren
gesammelt.
Karin hat weiter unten schon erläutert, warum deine Erfahrungen nicht direkt auf die heutige Zeit übertragbar sind. Heute sieht die Umgebung eben ganz anders aus als damals.
Davon abgesehen: Nicht alles, was möglich ist, ist auch optimal. Loussy hat es schon geschrieben: Gesunde Ernährung kostet Geld. Ich ergänze: Sportkurse kosten Geld, hochwertige Sportbekleidung (ganz wichtig: Schuhe!) kostet Geld, Musikschule + -instrument kosten Geld, Schulsachen (u.a. Lehrbücher, die heutzutage häufig selbst erworben werden müssen) kosten Geld usw. Nicht alles kann man gebraucht kaufen. Nicht für alles findet man Vereine, bei denen man kaum etwas bezahlen muss.
Der wichtigste Aspekt scheint mir jedoch zu sein, dass deine Erlebnisse damals für die Kinder in deiner Umgebung normal waren. Heutzutage werden Kinder (ab einem bestimmten Alter) dafür ausgegrenzt, dass sie mit altem Flohmarkt-T-Shirt in die Schule kommen, kein gutes Spielzeug haben, nicht an Klassenausflügen teilnehmen können. Sicher, ein Kind braucht nicht die neueste Mode und das teuerste Spielzeug, aber ein bisschen was sollte imho schon drin sein. Jedes Kind will mal in den Freizeitpark, auch mal in einem modischen T-Shirt in die Schule kommen, auch mal ein modernes Spielzeug besitzen, mit dem gerade alle Klassenkameraden spielen usw. Und kein Kind will aus Geldmangel zu Hause bleiben, wenn die Klassenkameraden Spaß bei einer Klassenfahrt haben (Ausnahmen bei bereits bestehendem Mobbing o.ä. lasse ich mal außen vor).
Alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Das besteht nicht daraus, das Kind mit teurem Schnickschnack zu umgeben und ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Aber es besteht auch nicht daraus, dem Kind keine Wünsche erfüllen zu können, die für seine Spielkameraden völlig normal sind. In Flohmarkt-Sachen wird ein Teenager nun mal schief angesehen, und es ist schlimm stillzusitzen, während die Klassenkameraden nach den Ferien alle ihre Urlaubserlebnisse besprechen und ein Aufsatz dazu aufgegeben wird, man aber den Urlaub schon immer nur in der elterlichen Wohnung verbracht hat. Glaub mir, da spreche ich aus Erfahrung.
Wenn ich heute die Jammerei höre, wie arm manche dran sind,
kann ich eigentlich meist nur milde lächeln. Was wirkliche Not
ist, haben diese Leute nie kennen gelernt.
Im Prinzip stimme ich dir zu, weil ich einen Einblick in eine andere Kulturwelt habe, wo die Leute wirklich froh sind, etwas zu essen abzubekommen. Aber dort ist es für die Kinder eben normal, das arme Kind wird nicht zur Ausnahme, sondern es ist die Regel.
Und glücklich? Glücklich waren wir auch.
Das glaub ich dir gerne. Aber du kannst deine damaligen Erlebnisse nicht eins zu eins auf die heutige Zeit übertragen.
Das Geld ist gewiß das
Letzte, was ein Kind braucht. Liebe, Zuwendung und Zeit sind
viel wichtiger.
Sicher, sie sind viel wichtiger, da stimme ich dir zu. Aber welche Eltern wünschen ihrem Kind schon, bei sehr vielen Sachen nicht mitreden zu können, die unter Klassenkameraden gang und gäbe sind?
Grüße,
Anja