Hi,
Warst Du mal in einem sog. „Dritter-Welt“-Land? Und wenn ja:
Hast Du die Lage wirklich beurteilen können (indem Du zB mit
den Einheimischen hast über ihre Sorgen, Problemen und Alltag
reden können?) Mir scheint daß die Antwort bei Dir lautet ein
riesen „Nein“!
Ah ja, und woher willst Du das wissen?
Ich kenne z.B. Malawi und habe selbst ein Patenkind dort und weiß, dass in diesem Land die medizinische Versorgung eben nicht umsonst ist und dass seine gesamte Familie sich eben die normale medizinische Versorgung nicht leisten kann, wenn es nicht durch Spenden finanziert werden würde.
Und ob ich die Probleme der Menschen kenne? Keine Ahnung, wahrscheinlich ansatzweise die der Familie meines Patenkindes, denn mit denen stehe ich in regelmäßigem Kontakt.
Außerdem weiß ich, wie es in Afghanistan aussieht, da mein Freund dort 6 Monate war, und glaub mir, auch dort gibt es nicht im Mindesten eine außreichende medizinische Versorgung.
Ich finde es übrigens ziemlich merkwürdig, dass Du so tust, als ob sämtliche 3-Welt-Länder außreichend medizienisch versorgt wären. Aus welchem Grund fahren dann bitte Ärzte (z.B. der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“) wochenlang in solche Gebiete und behandeln hunderte und tausende Menschen, die sich eine solche Behandlung eigentlich gar nicht leisten könnten?
Ausgerechnet das ist ein Problem im
„nicht-dritte-Welt“-Länder. Dort mag die Schulausbildung oder
die ärztliche Betreuung nicht so fortschritten sein wie bei
uns, aber die vorhandene ist -in den allermeisten Ländern-
kostenlos und WIRKLICH universell. Und hier bei sog.
„Härtefälle“ wird das vom Staat selbst übernommen.
Zur schulischen Ausbildung: auch diese ist in Malawi, wie auch in vielen anderen z.B. afrikanischen und asiatischen Ländern nicht kostenlos und eben nicht universell, wie Du meinst.
Zur Zeit haben z.B. ca. 270 Mio Kinder weltweit keinen Zugang zur einfachsten Gesundheitsversorgung.
Und selbst wenn, dann können es sich aber die Eltern nicht leisten, die Kinder in die Schule zu schicken, denn die müssen eben auf dem Feld arbeiten, da die Familie ansonsten verhungern würde - so gesehen in Malawi, Indien und Afghanistan.
Daß jemand, der an Mangelernährung leidet nicht glücklich ist
ist für mich nicht zwingend erforderlich. Ausserdem was zB.
für Dich mangelernährung ist, mag für mich total satt werden.
Und soviel ich weiß, in Deutschland muß keiner Hungern.
Ich glaube, der Begriff Mangelernährung ist fest definiert und muß nicht näher ausgelegt werden. Frag einfach mal einen Arzt.
Nur weil jemand satt ist, heißt dass nicht, dass er nicht an Mangelernährung leidet. Da Du selbst Krankenschwester bist, solltest Du die Folgen kennen.
Elternsein hat vor allem etwas mit Verantwortung zu tun und
das beginnt mit der Überlegung, ob man ein Kind versorgen kann
- sowohl physisch wie psychisch und eben auch finanziell!
In der Tat! Aber um ein Mensch psychsch und psychisch zu
versorgen muß ich nicht im Geld schwimmen.
Ich glaube, dass sagte ich bereits mehrfach.
Kein Mensch kann Dir, mir oder sonstwem sagen, wie es bei Dir
oder mir uns morgen gehen wird. Daß es zu vermeiden gilt, die
Sozialstaat in Anspruch zu nehmen, stimme ich zu. Aber jeder
-ich wiederhole JEDER- kann mal in einer solche Situation
geraten und dafür sind diese Hilfen da.
Ich glaube, es besteht ein kleiner Unterschied, ob ich einen festen Arbeitsplatz habe, in den ich nach der Geburt zurückkehren kann oder bereits arbeitslos bin und schon so kaum über die Runden komme und es dann mit kleinem Kind noch viel schwerer habe, in den Beruf zurückzukommen.
Risiken gibt es immer, aber manche sind eben wahrscheinlicher als andere.
Aber deshalb auf ein
eigenes Kind zu verzichten finde ich zumindest arg.
(Wohlgemerkt mit dem festen Willen, diese Situation
baldmöglichst ändern zu wollen!!)
HÄ? Was nützt mir denn mein Willen, meine Situation verändern zu wollen, wenn ich durch mangelnde berufliche Qualifikation keine Chance auf dem Arbeitsmarkt habe???
Zunächst einmal fällt mit der Geburt ein Gehalt zum großen
Teil weg, wenn man ein Kind bekommt
Mit dieser (in meinen Augen falsche) Überlegung
wieso falsch? Wenn ich nach der Geburt ein Jahr oder länger zu Hause bleibe, fällt mein Gehalt zum Teil weg. Das ist nun mal so.
würde mindestens ein 5% der deutschen Bevölkerung gar nicht erst
geben (Ich glaube das war der Prozentzahl der Bevölkerung, die
an der Armutsgrenze hier in Deutschland lebt)
Und in diese Armutsgrenze würdest Du ein Kind hineinwachsen lassen???
und dann reicht es eben
evtl. doch nicht mehr. Das sollte man vorher eben doch mal
durchrechnen.
…und warum so pessimistisch denken? Warum kann sich das
nicht genauso ins positive ändern??
Genau, ich kann auch blauäugig durch die Welt spazieren und auf das Beste hoffen.
Entschulige, aber für ein Kind sollte man doch etwas mehr abgesichert sein, als nur allein durch Hoffnungen auf eine positive Zukunft!
In meiner Nachbarschaft freute sich gerade ein 16- jähriges
Mädchen zusammen mit ihrem 17- jährigen Freund auf ein
gemeinsames Kind, weil sie ja dann nach eigener Aussage nicht
mehr von den eigenen Eltern abhängig und selbst erwachsen
wären…
Ja, Extrembeispiele gibt es immer und überall. Ich habe mal
eine 18-jährige kennen gelernt (aus Sachsen) mit ihrem Sohn,
7-jährig. Zur Zeit mit Freund (nicht der leiblichen Vater des
Kindes): Alle machten einen ausgesprochen glücklichen Eindruck
und vom Hunger oder „falsche Kleidung“ weit und breit keine
Spur.
Ja, klar, ein 11-jähriges Mädchen gibt ganz bestimmt eine tolle Mutter ab.
Also, das finde ich so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass ich dazu wohl nichts weiter schreiben muß!
Nur weil sich beide ein Kind wünschen, muß das nicht wirklich
der richtige Zeitpunkt sein!
Nein. Aber in der Regel ist es. Denn in die Zukunft kann
keiner so richtig schauen und was es wird steht allerhöchstens
in den Sternen geschrieben…
Naja, ich denke, Durch gewisse Vorsorgungen kann man sein Leben bis zu einem gewissen Grad schon ein wenig selbst gestalten, ohne auf die Sterne hoffen zu müssen!
Noch nie von: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ gehört??
Mit dieser These würdest Du einen beträchtlichen Teil der
überragenden Persönlichkeiten der Geschichte der Menschheit
gar keine Chance geben, überhaupt auf die Welt zu kommen (so
auf die schnelle fällt mir zB. Beethoven ein)
Auf die Schnelle fallen mir 30.000 Kinder weltweit ein, die pro Tag an Unterversorgung, Mangelernährung etc. sterben.
Viele Grüße.