Familie ohne Perspektive - Was soll ich machen...!

Hallo

Ich habe ein ganz schwieriges Problem!
Ich (26) habe eine Freundin (22), wir haben einen gemeinsamen Sohn (2) und leben derzeit von
HartzIV. Wir haben dezeit mit vielen Problemen zu kämpfen, vor allem beruflich und auch finanziell.
Vor allem ich bin mit dieser Situation ziemlich fertig.
Ich überlege sogar mich von meiner Freundin zu trennen.

Um welche Probleme es sich handelt, würde ich euch beschreiben, aber es ist mir nicht möglich,
diese hier zu schildern.

Weiss jemand wo man sich wenden kann?

Ich wäre über ne Antwort sehr dankbar

Gruß
Stephan Hoffmann

Hi,

professionelle Hilfe bekommst du bei Psychologen (ist bei solchen Lebensumständen auch völlig OK) oder auch in der einen oder anderen „Selbsthilfegruppe“ wenn es dir überwiegend um die Arbeitslosigkeit oder das Geld geht.

Generell glaube ich aber sind Gespräche mit dem Partner und Freunden wichtiger um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Wichtig ist dabei das mich selbst auch mal feiern kann und nicht erst wenn das Konto wieder ausgeglichen ist oder ein neuer Arbeitsvertrag unterschrieben ist.

Warum sich also nicht auch mal zwischendurch selbst mit z.B. einer Flasche Wein belohnen wenn man z.B. fünf Bewerbungen abgeschickt hat oder fünf Firmen angefurfen hat.

Wenn man nur die negativen Erlebnisse mit einander teilt und nicht auch die positiven bekommt schnell alles einen negativen Tatsch.

Viele Grüße
Me

By the way, ein gemeinsames Kind ist übrigens auch ein toller Grund mal wieder gemeinsam mit seinem Partner einen netten Abend zu verbringen und dabei festzustellen, dass es einem ja nicht nur schlecht geht.

Moin,

wende dich doch mal an die nächste Profamilia Betratungsstelle bei dir in der Gegend. http://www.profamilia.de/topic/home Je nachdem, um welche Art Problem es sich handelt, können die dort vermutlich helfen oder weiterverweisen.

Gruß
Marion

Hi Stephan mit „ph“,

dass Deine/Eure Situation belastend und in mehrfacher Hinsicht Problem-beladen ist, kann ich gut nachvollziehen.

Ich (26) habe eine Freundin (22), wir haben einen gemeinsamen
Sohn (2) und leben derzeit von HartzIV. . . .

Vermute ich richtig, dass Ihr zusammenlebt, also im Behörden-Deutsch eine sog. Bedarfsgemeinschaft seid? Sofern dieses Zusammenleben (ggf. unter sehr beengten Verhältnissen) Ursache für Probleme ist, könnte die Situation ggf. dadurch entspannt werden, dass Du Dir eine eigene Wohnung suchst (das muss keinesfalls auch das Ende Eurer Beziehung sein, sondern kann u. U. sogar die Rettung für sie werden).

Wir haben dezeit mit vielen Problemen zu kämpfen, vor
allem beruflich und auch finanziell.

Für berufliche Entwicklung/Beratung kannst Du Dich an die Bundesagentur für Arbeit bzw. an die Stelle wenden, wo Ihr HartzIV beantragt. Bei finanziellen Schwierigkeiten hilft die Schuldnerberatung (frage Mal bei der Stadtverwaltung, ob und wo die nächste ist).

Vor allem ich bin mit dieser Situation ziemlich fertig.
Ich überlege sogar mich von meiner Freundin zu trennen.

Trennung, also Ende der beziehung würde Dir nur dann wirklich was bringen, wenn sie die Ursache für die Situation bzw. für Dein Fertig-sein ist. Andernfalls hast Du immer noch Deine Situation und bist ggf. davon fertig - nur eben allein.

Um welche Probleme es sich handelt, würde ich euch
beschreiben, aber es ist mir nicht möglich, diese hier zu schildern.

Wenn die allgemeinen Hinweise nicht ausreichen und auf Grund der Besonderheit Deiner Problemstellung ganz spezielle Lösungen nötig sind, melde Dich halt.

Hallo,
der Gang zum Psychologen ist eine eher langfristige Geschichte und
betrifft im Allgemeinen erstmal nur die eigenen Probleme und nicht die
der ganzen Familie.
Was du brauchst ist eine schnelle, gemeinschaftliche, praktische und
Zielorientierte Lösung die euch alle einbezieht - informerie dich
deswegen nach ProFamilia oder nach einer Senatsverwalteten (kostenlose)
Familienberatung in Eurer Nähe. Du kannst dir dort auch erstmal alleine
einen Termin geben lassen und später deine Frau dazuholen. Manchmal ist
es ganz gut erstmal alleine sich über die Situation Klarheit zu
verschaffen bevor man den anderen miteinbezieht.
Ich verstehe nicht ganz warum du dich von ihr trennen möchtest - weil
ihr euch nicht mehr versteht oder weil du denkst, dass es ihr ohne dich
finanziell besser gehen würde?

Viele Grüße

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Hi Stephan!
Sie haben es schon geschrieben: es gibt eine Reihe der verschiedensten Beratungsstellen sicher auch in Deiner Nähe.Dort kannst Du Dir erstmal Rat holen.
Ich weiß, Arbeit zu finden ist heutzutage schon beinahe ein Glücksspiel- aber möglich (vielleicht ist bei Dir ja ein Jobcenter, welches tatsächlich versucht Leute wieder in Lohn und Brot zu bringen.) Hier im Internet gibt es auch Seiten mit Jobangeboten… - oder geh´direkt in die Firmen…, das bewerten viele positiv. Deshalb bist Du vor Absagen nicht gefeit.
Selbst neben allen anderen Problemen haben Du und Deine Partnerin doch das beste Argument- es ist 2 Jahre, um durchzuhalten und nach gehbaren Wegen zu suchen. Bei vielen Problemen gleichzeitig würde ich mir so etwas wie eine Hitliste machen : was brennt am meisten (belasted am meisten)…bis zum kleinsten Übel. Dann schauen, was können wir selbst tun und wer könnte dabei helfen …evtl. auch Umzug ? Der würde übrigens vom Arbeitsamt/Jobcenter bezahlt, wenn Du dort… einen Job bekommen hast.
Wenn ihr beide Euch noch liebt, dann bleibt zusammen- denn dann ist Eure kleine Familie Eure Energie und Euer Antrieb- pfeif´auf die paar Kröten mehr, wenn Ihr beide Haushaltsvorstände würdet- und allein seid. (Falls einer zu den Eltern zurück gehen würde, ist das wieder eine Bedarfsgemeinschaft.)Du kannst mich auch anklicken. Roxelane

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Nachtrag - Beruf
Hallo Stephan - zum Zweiten,

mir ist noch eine Idee im Zusammenhang mit „Arbeit“ eingefallen: als ausgebildeter Restaurantfachmann hättest Du vielleicht die Möglichkeit, in einem Saisonbetrieb (z. B. ab März/April an der Küste) unterzukommen - das könnte mehrere positive Effekte beinhalten: Zum Einen wärst Du (für einige Zeit) aus der belastenden Wohnsituation raus, zum Anderen könntet Ihr es als eine Art „räumliche Trennung auf Probe“ angehen (ohne Euch tatsächlich zu trennen) und zum Dritten würdest Du wieder Arbeit und Einkommen haben. Da Du mit der Mutter Deines Sohnes (nach vorliegenden Informationen) nicht verheiratet bist, dürfte Dein arbeitsbedingter Auszug keine negativen Auswirkungen auf deren Unterstützungsansprüche und die des Kindes haben . . .

(Dies ist keine Rechtsberatung, sondern lediglich meine Meinung ohne Gewähr)

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Hi,

eine Beratungsstelle lässt sich hier finden: http://www.dajeb.de/

MfG

Chris

Hallo Stephan,

oft ist es so dass finanzielle und berufliche Probleme eine emotionale Krise auslösen, die sich gewöhnlich auch auf die Partnerschaft ausbreitet.

Aber so ganz perspektivlos ist das Ganze doch nicht. Du hast ein Beruf und bist jung. Und grade wenn man aufsteht und kämpft, bekommt man einen Kraftschub und eben auch die Hoffnung.

Diakonisches Werk oder Caritas haben auch Psychologen und beraten grade in Familien-Krisensituationen schnell und unbürokratisch (und religionsunabhängig).

Adressen findest du hier:

http://www.andernach.de/start_6.html

Um Job zu suchen ist nicht nur das Arbeitsamt zuständig, sondern kannst du auch selbst schauen und auch selbst inserieren, z.B. hier:

http://www.meinestadt.de/andernach/jobs/jkl/0-15236-…

Ich wünsche dir und euch viel Glück!

Gruß,
Maja

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offtopic - Frage

Hi,

professionelle Hilfe bekommst du bei Psychologen (ist bei
solchen Lebensumständen auch völlig OK)

Wann ist das z.B. denn nicht okay?

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Hi,

was ich damit ausdrücken wollte, ist das man auch zu einem Psychologen (ich glaube es wäre dann ein Verhaltenspsychologe) gehen kann ohne, das man besondere Krankheitssymptome hat. Viele Denken immer man muss ein an der Waffel haben bevor man sich professionelle Hilfe holen „darf“. Ich kenne auch die eine oder andere Beziehung die vielleicht noch hätte „gerettet“ werden können wenn zu mindest einer von beiden mal 3,5,7 Stunden hingegangen wäre. Viele wissen es aber nicht besser bzw. sind abgeschreckt.

Viele Grüße
Me

Hallo,

professionelle Hilfe bekommst du bei Psychologen (ist bei
solchen Lebensumständen auch völlig OK)

Wann ist das z.B. denn nicht okay?

ich habe das zwar nicht geschrieben (und halte die Wortwahl auch nicht für „glücklich“). Allerdings bin (auch) ich der Meinung, dass z. B. „gespielte psychologische Leiden“ verwerflich sind. Wenn also jemand psychologische Hilfe vermeintlich in Anspruch nimmt, um z. B. einen Rentenantrag zu forcieren oder eine Arbeitsunfähigkeit zu erhalten.

Vor einem eventuellen Aufschrei der Entrüstung: In einer mehrwöchigen Reha habe ich so eine Motivation von einem Patienten persönlich erfahren. Sein Ziel war nach eigenen Worten keineswegs die Wiederherstellung seiner Arbeitskraft, sondern „endlich Rente zu bekommen“ (wohlgemerkt nicht Altersrente!).

Für fragwürdig bzw. grenzwertig halte ich ferner Besuche bei Psychologen odgl., nur weil es in ist, alle das jetzt machen und man es sich halt leisten kann. Dadurch werden u. U. Kapazitäten belegt, die ggf. für Wichtigeres fehlen.

Hi,

danke für die Antworten, auch an MeToo. Meine Frage war, auch wenn
man es (z.B. durch die Sternchen) so auffassen könnte, nicht
provozierend gemeint. Ich wollte wirklich wissen, was der eine oder
andere als „guten Grund“ für eine Therapie ansieht.

Wenn also jemand psychologische Hilfe
vermeintlich in Anspruch nimmt, um z. B. einen Rentenantrag zu
forcieren oder eine Arbeitsunfähigkeit zu erhalten.

Von solchen Fällen hab ich tatsächlich noch nicht gehört, kann mir
aber vorstellen, dass es die gibt.

Für fragwürdig bzw. grenzwertig halte ich ferner Besuche bei
Psychologen odgl., nur weil es in ist, alle das jetzt machen
und man es sich halt leisten kann.

Gerade weil ich dieses Gefühl eigentlich NICHT habe, habe ich
nachgefragt. Ich habe eher immernoch das Gefühl, wer eine Therapie
macht, müsse sich dafür in irgendeiner Weise rechtfertigen. Auch wenn
bekannt ist, dass Madonna, Robbie Williams oder werauchimmer in
psychologischer Betreuung sind/ waren, wird immernoch schnell das
Wort „verrückt“ verwendet, wenn es sich um Otto Normalverbraucher
handelt. So mancher, der eine Therapie in Anspruch nimmt, hat
Schwierigkeiten damit, das zuzugeben.
Da in unserer Gesellschaft aber einfach mehr vom einzelnen Menschen
verlangt wird, und der Mensch nicht mehr in einem durch Regeln und
Verbote bestimmten sozialen Gefüge gefangen, aber auch gehalten wird,
ist psychologische Hilfe in viel mehr Fällen vonnöten als früher. Die
Freiheit des Einzelnen wird mit dem Preis der Einsamkeit bezahlt.
Nicht jeder hat das Glück, im Elternhaus für ein solches
Einzelkämpfertum gestärkt worden zu sein. Und nicht wenigen hilft es
tatsächlich, einfach ihre Probleme irgendwo abladen zu können, ohne
ein (emotionales wie anderes) Ausnutzen ihrer Schwäche befürchten zu
müssen.
Ich selbst stecke nicht annähernd die äußeren Schwierigkeiten wie
Stephan und mache trotzdem z.Zt. meine zweite Therapie - und ganz
sicher nicht, weil es „in“ ist oder mir später irgendwelche
finanziellen Vorteile verschafft. Und trotzdem - noch aus der Schule
kenne ich Aussagen wie: „Die westliche Gesellschaft ist krank,
deswegen braucht sie auch so viele Psychologen.“ Jetzt sollte ich
mich wahrscheinlich auch noch schämen, dass ich hiermit sozusagen
wieder zur „Krankheitserscheinung“ unserer westlichen Welt
beitrage…

Judith

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