Familienfest durchstehen

Hallo Sonja,

danke, daß er Dir gefällt. Übrigens mußt Du Artikel aus dem Forum nicht komplett zitieren, sondern kannst den festen Links in der Sidebar anklicken und einfach auf den Artikel verweisen:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Warum Du die beiden Artikel miteinander vergleichst, erschließt sich mit allerdings nicht so ganz. Ich hatte gerade eine Antwort auf die Ausgangsfrage schreiben wollen (sogar schon angefangen) als Ann ihren Artikel postete. Und der enthielt so ziemlich genau das, was ich hatte antworten wollen. Daraufhin habe ich mittels eines owT (ohne weiteren Text) Postings kundgetan, daß ich genau derselben Meinung bin. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht hast Du da was mißverstanden. :smile:

Liebe Grüße,
Nike

Hi Sarah,

everybody’s darling is everybody’s Arschloch. Soll heißen, Du kannst es nicht jedem recht machen.

Du hast Wahlmöglichkeiten.

  1. Du machst das was Du eh geplant hattest: Mädelstreffen und Dein Mann geht auf’s Trekki-Treffen. Mit dem Hochzeitspaar könnt’ Ihr eventuell an diesem Hochzeitstag nachkommen oder später nachfeiern, so Ihr das wollt.

  2. Du gehst mit Deinem Mann auf die Hochzeitsfeier und kannst entweder
    a, gute Miene zum bösen Spiel machen, Dich ärgern über das versäumte Mädelstreffen, dass die Welt so schlecht ist und Dir eine Laus über die Leber laufen lassen, Gift und Galle spucken… oder
    b, Du bemühst Dich das Gute und Schöne an diesem Tag zu sehen, und arbeitest an Dir, das beste aus dem Tag für Dich und Deine Verwandte zu machen.

Herkunftsfamilie hin oder her, man kann sie sich ja nicht bewußt aussuchen. Wie stehst Du zu dem Brautpaar? Wenn Dir Deine Verwandte mehr oder weniger gleichgültig ist, dann würde ich mir überlegen den Ärger der Familie zu riskieren und das zu machen, worauf ich Lust hätte. Was soll es bringen, Interesse und ein Mögen zu heucheln, wenn einem die Person mehr oder weniger gleichgültig ist? Wem soll das helfen, wem soll das was bringen? Wozu etwas tun, wenn der Mensch um den es geht, Dir - so kommt es wenigstens bei mir rüber - gar nicht wirklich am Herzen liegt?

Wenn Dir an Deiner Verwandten doch was liegt, sprich Du hast sie wirklich gern, wieso willst Du dann diesen für sie wichtigen und schönen Tag mit ihr nicht feiern und ihre Freude darüber teilen?

Hier geht es sicherlich auch um Deine Interessen bzw. die von Deinem Mann und Dir, doch da man doch nicht sooft heiratet, würde ich diesem Ereignis den Vorrang geben. Mädelstreffen und Trekki-Treffen dürften wohl öfter vorkommen, oder meinst Du sie hat ein Abonnement für Ehetrauungen? :smile: Doch das ist eben nur dann als wichtig zu betrachten, wenn einem auch am Menschen was liegt.

Gleichzeitig stellt sich auch die Frage, wie war das bei Deiner eigenen Hochzeit (wenn Du von Dir und Deinem Mann sprichst, mutmaße ich das, wobei dem ja nicht so sein muss, dass Du verheiratet bist). Wie wäre es bei Deiner eigenen Hochzeit gewesen, wäre da diese Person oder andere Personen aus Deiner Familie nicht gekommen, wäre Dir das gleich gewesen, sogar recht gewesen oder hätte es Dich geärgert, verletzt…?

Du liest Dich für mich etwas so, wie jemand der gerne egoistisch wäre, doch aus Angst vor negativen Reaktionen oder gar Konsequenzen aus der Familie sich notgedrungen anpasst bzw. meint sich anpassen zu müssen, doch insgeheim sehr wütend darüber ist.

Tja, willst Du es Dir oder Deiner Familie recht machen?

Beides scheint erstmal was die äußeren Bedingnungen anbelangt nicht möglich zu sein.

Du kannst nicht auf Dein Mädelstreffen gehen und zur Hochzeit. Oder ließe sich da was parallel für diesen Tag organisieren? Wäre ein Nachfeiern für Dich und Deine Verwandte und auch Deinen Mann in Ordnung?

Oder magst Du Deine Bedürfnisse hintanstellen lernen und Dich an ihrem Tag mit ihr freuen? Und wenn sie gerne Spiele spielen mag, die Dir doof erscheinen, es ist ihre Hochzeit. Wer weiß, vielleicht hat sie ja auch diese Spiele vorgegeben bekommen, und wäre froh über Gegenvorschläge, und es müssen ja nicht alle Spiele doof sein.

Wenn Du Dich dazu entschließen solltest, an der Hochzeit teilzunehmen, vielleicht kannst Du Dir überlegen, was Du machen kannst, damit es auch für Dich ein guter Tag wird, sprich innere Einstellung, wie Du mit dem Thema Kirche umgehst, Spiele spielen oder nicht…

Vielleicht braucht diese Familie ja mal einen Aussteiger. :smile:

Ich weiß es nicht. Ich sehe nur, daß hier scheinbar eine Pattsituation vorliegt, die nur durch geändertes Verhalten sich auflösen kann.

Ciao,
Romana

Hi Sonja,

nachdem ich das Ausgangsposting gelesen und geantwortet hatte, las ich alle weiteren Postings, was ich zumeist aus zeitgründen (großes „z“ will bei mir nicht mehr, Rechner wird die Tage neu installiert, alternativ neue Tastatur)und es schien so, dass gerade die meisten Sternchen an die Leute vergeben wurden die (harsche) Kritik äußerten.

Auch mir erschien das Ursprungsposting recht egoistisch motiviert zu sein, doch kann sie dies in der Form überhaupt wie sie es gerne möchte? Scheinbar nicht. Dh. nicht, dass sie es vielleicht nicht in anderer Form nicht ist, egoistisch, doch sie kann offenbar nicht das durchsetzen was ihr wichtig ist.

Dein Posting kam wohl deshalb zustande, weil auf die Nöte der Posterin kaum eingegangen wurde, es ward mehr die Sicht der Braut und des Bräutigams gesehen. Dabei wissen wir ja gar nicht wie die Posterin sonst so ist. Ich weiß es wenigstens nicht.

zwar klingen ihre Worte egoistisch (ich und mein Mann), Player für die Kirche usw. doch was steckt dahinter?

Gerade die hier so kritisiert haben, wie schaut es denn in Euren eigenen Familenbanden aus? Basieren die so auf Liebe und gegenseitiger Wertschätzung, auf Respekt, auf echter Nähe…? Ich fragte mich, wieviele kritisieren nun hier die Posterin indes sie selbst bei Familienfeiern nur oder wenigstens zuviel gute Miene zum bösen Spiel machen, weil sie sich nicht trauen diese Familiengesetze zu hinterfragen und dagegen sich zu wehren, wenn diese falsch sind bzw. sich überholt haben?

Mir scheint in dieser Familie gibt es mehr Probleme als ob eine Hochzeit nun mit oder ohne einem stattfindet.

  1. Wenn der Mann jedes Jahr auf sein Trekki-Treffen geht, so weiß die Braut vielleicht auch das Datum? Selbst wenn nicht, so weiß sie vielleicht die zeit? Oder hätte der Mann nicht sagen, können am XY oder in dem zeitraum XY bitte nicht heiraten, weil da Trekki-Treffen ist? Vielleicht ein Problem an mangelnder Kommunikation und Absprache auf beiden Seiten?

  2. Ich weiß zwar nicht, ob ein Mädelstreffen gleich ein Wellness-Wochenende ist, doch ich finde mal, selbst wenn es nicht unbedingt immer einfach ist ein paar Leute unter einen Hut zu bringen, so sollte ein solches Wochenende doch wiederholbar sein. Anders so als mit Hochzeiten oder heißt die Nichte Liz Taylor? :smile: Doch da ihre Wut so groß scheint, scheint da null Einfühlungsvermögen für die Wünsche und Bedürfnisse des Patenkindes in diesem Moment gegeben zu sein.

Da sie so wütend darauf reagiert bzw. zwar körperlich anwesend sein möchte, doch mit z.B. Kopfhörern rebellieren mag, frage ich mich, wie ist denn die Beziehung zum Patenkind sonst? Das liest sich nicht nach sonderlicher Nähe und zuneigung?

  1. Die Schwester droht oder scheint wenigstens damit gedroht zu haben, wenn die Posterin nicht an der Hochzeit teilnähme, sie mit unangenehmen Konsequenzen zu rechnen habe.

Bei mir kommt es halt so an als wäre in dieser Familie mehr wurmstichig und dass die Posterin sich bislang eben so gut ihr möglich, angepaßt hat, und hi und da einen Sturm im Wasserglas verursacht (siehe Posting), doch sich bislang weiter angepasst hat.

Selbst wenn sie nicht zur Hochzeit gegangen wäre, gleich aus welchen Gründen, ich finde es auch von der Schwester nicht okay, gegebenenfalls mit „Strafe“ zu reagieren.

Natürlich kann ich jeden verstehen der sagt, bei einer Hochzeit muss man Rücksicht nehmen. Doch wäre es nicht selbstverständlich okay bzw. würde die Frage nach Rücksichtnahme überhaupt denn erst auftauchen, wären die Familienbande intakt? Ich denke nicht. Dann hätte sie garantiert nicht so wütend reagiert.

Diplomatie hilft halt nicht immer. Ab und an muss man auch Tacheles reden (lernen). Vielleicht brächte das erstmal Abwehr und Distanz, doch möglicherweise würde es auch dazu beitragen können, die Heuchelei in der Familie aufzulösen und dass die Leute einander mehr begegnen, weil sie es wirklich gern wollen und nicht nur weil sie meinen eine familiäre Verpflichtung zu haben.

Es gibt reichlich Literatur die dem Laien helfen soll und teils auch kann. Persönlich finde ich gut:

Wohin mit meiner Wut? - Harriet Goldhor Lerner
zärtliches Tempo - Harriet Goldhor Lerner
Die Kunst ein Egoist zu sein - Josef Kirschner

Ansonsten kann man sich ja immer noch professionelle Hilfe holen, will man lernen dass auch eigene Interessen respektiert werden und darauf Rücksicht genommen wird.

Ciao,
Romana

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hallo Sarah,
mir scheints, als seiest Du im Innern voll Zorn und Trotz, nicht nur aktuell wegen dieser Hochzeit und deren Termins, sondern überhaupt, und zwar Deiner Familie gegenüber. Ebenso, wie mich das in Deinem Posting eher in Nebensätzen anweht ("…wie meine Schwester schon anmerkte" oder so ähnlich - „…wichtige Events, von deren Datum meine Nichte vorher wußte…“ oder so ähnlich) - scheint es so, als würden die offensichtlich bestehenden innerfamiliären Probleme von Dir oder Euch eher als „nebensächlich“ gehandelt, obwohl sie es nicht sind, das geht ganz klar aus diesem Konflikt und Deiner Betrachtung hervor.

M.A. nach hast Du zwei Möglichkeiten.

Entweder Du trägst diese Konflikte wie eine schicksalsgegebene Last frei nach dem Motto: „Der Mensch hat eine gewisse Zahl natürlicher Feinde - das ist seine Familie“, resignierend, so weiter und versuchst, möglichst selten in die Lage zu kommen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Aber wenn: dann in Würde. Das bist Du Dir selbst schuldig.

Oder Du gehst das Problem offen an.

Um zu wissen, wie, müßtest Du wissen, was. Was ist das Problem? Alte Neid- und Rivalitätsgeschichten zwischen Deiner Schwester und Dir? Probleme, die Du erstmal zunächst nur mit Deinem Patenkind hattest und die Dir von Deiner Schwester verübelt werden (was aber so gut wie immer Hintergründe hat in Eurer Schwesternbeziehung)? Psychische Erbschaften aus älteren Zeiten - Eure Eltern, deren Eltern? - Wenn Du das versuchst herauszufinden, hast Du m.E. einen weiteren Weg vor Dir. Der dauert. Um Dir Zeit zu verschaffen (denn wenn Du eine Bombe platzen lassen wolltest, müßtest Du erstmal etwas über deren Zerstörungskraft auch für Dich wissen …), würde ich es für sinnvoll halten, jetzt erstmal zur Hochzeit hinzugehen. Als hinhaltende, aber auch weiterführende Maßnahme. Du könntest, in Betrachtung Deiner Familie vom Standort der nach-dem-Konflikt-Suchenden, einige sehr wichtige Beobachtungen machen. Und Dich vom Opfer (familiärer Zwänge) in einen Jäger (familiärer Problematik) verwandeln. Dann steht man sowas leicht durch. Es wird spannend.
Aber was ist ein Jäger ohne Fernglas? Lies vorher etwas zu Familiendynamik. Ich kann Dir nur die Kombination mehrerer Bücher empfehlen, das ist zuviel auf einmal - so bleiben meine Empfehlungen Stückwerk.
Wenn Du psychologische Literatur gewöhnt bist, wäre als „Einzelbuch“ ganz gut „Delegation und Familie“ von Helm Stierlin, ISBN 3-518-07143-2 Buch anschauen. Sonst - bei Zeitmangel jetzt - ein auch auf längere Sicht überaus empfehlenswertes Buch für Eltern-Kind-Fragen. - Auch für Eltern-Kind-Probleme V.Kast - Vater-Töchter - Mutter-Söhne, ISBN 3-7831-1319-9 Buch anschauen. Speziell für Schwestern untereinander auch von Christiane Olivier, Jokastes Kinder, ISBN 245-07303. Für Geschwisterproblematik generell gibt es Fluten an Literatur inzwischen … ein sehr einfacher, aber handfester Einstieg weiterhin das alte Büchlein von Karl König, Brüder und Schwestern, Geburtenfolge als Schicksal ISBN 3-525-59216-7 Buch anschauen.

Und wie ich finde, nichts ist überdrußerzeugender in der Familie als abwehrende Langeweile, kaum etwas besser geeignet dagegen als erstmal forschende Neugier. Übrigens - welche Stellung in der Geschwisterreihe hast Du selbst? Älteste? Zweite? oder jünger? Gruß, I.

Hallo Sarah,

wie ein paar schon gepostet haben, ist es die Hochzeit deiner Nichte und daher ihr Tag und da wirst du wohl durch muessen – jedoch nur mit Vorbehalt.

Ich kann deinen Unwillen verstehen, auch mit dem Hintergrund der Verschiebung deiner eigenen Plaene. Auch wenn man im Leben oft Dinge nur anderen zuliebe macht, finde ich nicht, dass man seine eigenen Wuensche damit automatisch voellig aufgeben muss. Man lebt sein Leben fuer sich selbst und nicht fuer andere. Und deine Frage war ja auch nicht, “muss ich da ueberhaupt hingehen”, sondern “wie soll ich den Tag ueberstehen”, daher finde ich es nicht fair, dir Egoismus vorzuwerfen, so wie manche das in ihren Postings getan haben.

Generell finde ich es seltsam, dass deine Nichte erst nach deinem Anfragen den Hochzeitstermin fix gemacht hat. Und fuer mich hoert es sich so an, als ob sie das erst gemacht hat, als eure Events schon gebucht/geplant waren. Warum hat sie dann ausgerechnet diesen Tag gewaehlt?

Trotz deiner Veraergerung ueber die Terminverschiebung wuerde ich versuchen, eine positive Einstellung dem Tag gegenueber einzunehmen (es ist ja nur ein Tag). Versuche dich an deine eigene Hochzeit zu erinnern und wie du dich an dem Tag gefuehlt hast, aehnlich wird es wohl auch deiner Nicht gehen. Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Person, auf deren Kommen du dich freust. Oder eine Person, mit der du dich “zusammentun” kannst, um nicht alleine genervt/gelangweilt in einer Ecke zu sitzen.

Ich wuerde die Kirche auf jeden Fall mitmachen und einfach so spaet wie moeglich dort erscheinen. Was das Weitere danach angeht, du bleibst eine angemessene Zeit und gehst ggf. etwas frueher nach Hause (Unwohlsein, Kopfschmerzen …). Keiner wird es dir uebel nehmen, wenn du nicht bis zum Ende bleibst. Falls du Alkohol trinkst, macht es das vielleicht auch leichter (auf Hochzeiten betrinken sich wohl ohnehin die Meisten).

Und vielleicht wird der Tag auch nicht so furchtbar wie du es erwartest. Den Unmut ueberwinden und an einer positiven Einstellung arbeiten halte ich fuer das Wichtigste in dieser Situation.

Und wenn das Verhaeltnis zu deiner Nichte nicht besonders gut ist, haette ich keine Skrupel Unwohlsein an diesem Tag vorzutaeuschen und ueberhaupt nicht hinzugehen. Ich finde nicht dass man sich zwingen lassen sollte, nur weil man mit der Person verwandt ist, wenn das Verhaeltnis nicht gut genug ist. Wenn ihr beide euch moegt, wuerde ich hingehen.

Gruesse

Kris

Hallo Sarah,

„willkommen im Club“ - bereits beim lesen Deines Postings haben sich mir angesichts ähnlicher Erinnerungen alle Häärchen aufgerichtet.

Du wirst um eine Entscheidung nicht umhin kommen: JEDEM Recht machen kannst Du es eh nicht; nicht nur ALLEN anderen, sondern besonders Dir selbst dann nicht.

Frage ist also, ob Du zu Dir stehst und das tust, wonach Dir ist (incl. aller Folgen) oder ob Du Deine Wünsche zurückstellst, aus Gefälligkeit zur lieben Verwandschaft (incl. aller Folgen). Ein "Minimal-Konsens (z. B. in der Kirche dabei sein und dann aufs Event) scheidet nach Beschreibung der herzigen Verwandschaft wohl aus?!

Was würde denn der „Familienkrieg“ für Dich bedeuten, außer dass Du die buckelige Verwandschaft mittelfristig los bist (Enterbung oder sowas)?

Ganz spontan, war meine Reaktion (und das ist jetzt ausdrücklich keine Empfehlung) rauch ein Tütchen und schon bist Du entspannt dabei, lehnst Dich zurück und genießt die Orgelmusik.

Tja, wenn Du nicht absagen kannst, hilft nur augen zu und durch und gute Miene zum Spiel.

Eventuell nen Fummel anziehen, den man viel zu selten ausführen kann und sich somit zumindest so aufheitern.
P

Erklärungsversuch
An alle, die den Zusammenhang nicht so verstanden haben, wie ich ihn gemeint habe:

Offenbar, wie man aus einer Antwort von der Fragestellerin erkennt, hat sie doch ein Problem mit großen Gesellschaften. Sie fühlt sich nicht wohl, zumal sie zwei Drittel der Leute nicht kennt.
Sie formulierte ihre Anfrage tatsächlich etwas barsch und man könnte vermuten, auch egoistisch und für den „normalen“ Menschen nicht ganz nachvollziehbar.
Aber SIE hat nunmal ein schlechtes Gefühl, auf der anderen Seite will sie die Nichte nicht enttäuschen. Sie scheint sich in einer emotionalen Zwickmühle zu befinden.
Daher fand ich die ART, wie der Antwortartikel von Ann geschrieben wurde und das dreimal zustimmen nicht so in Ordnung.
Sarah könnte sich dadurch schlechter fühlen als sowieso schon, je nachdem, was in ihrer Gefühlswelt z.Z. von Statten geht. Da wir hier im Psychologie-Brett sind, halte ich vorsichtiger formulierte Antworten für angebrachter, auch wenn sie Sarah die Augen öffnen sollen.
Oft ist es leider so, dass ängstliche oder unsichere Menschen egoistisch und arrogant auf andere wirken, weil sie sich ihre Schwächen nicht eingestehen wollen. Und unter dem negativen Feedback der anderen leiden sie zusätzlich noch. Ich finde, diese Möglichkeit sollte zumindest nicht ausgeschlossen werden.

Liebe Grüße

Sonja

PS an Nike: Danke für den Tipp mit dem Link. All zu oft bin ich nicht hier und das hatte ich wirklich noch nicht gesehen.

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Hallo,

Was würde denn der „Familienkrieg“ für Dich bedeuten, außer
dass Du die buckelige Verwandschaft mittelfristig los bist
(Enterbung oder sowas)?

Nein um gottes Willen. Enterbung wäre kein Problem, da es nix für mich zu erben gibt.

Das schlimmste, was passieren kann, wäre eigentlich wieder Funkstille. Und eigentlich möchte ich das nicht. Grundsätzlich verstehen wir uns ja gut, von ganz allgemeinen Differenzen und Meinungsverschiedenheiten mal abgesehen, die wohl in jeden Beziehungen, egal welcher Art, mal vorkommen. Von daher hatte ich in den letzten Tagen genügend Zeit über so manches nachzudenken und auch mit meiner Entscheidung gut leben zu können.

Eine Aufsplittung ist in meienm Falle leider nicht möglich. Mein Partner wird aber seine Events an unterschiedlichen Tagen besuchen. Nachholen kann ich selber es zwar nicht. Aber im nächsten Jahr, da besteht ja wieder die Möglichkeit für einen Wochenendtrip für mich.
Aber da kann hinfallen was will, das cancel ich dann nicht wieder.

Lg

Sarah

Hallo Kris,

vielen Dank für Deine aufmunternden Worte. Und vor allem, dass Du mich nicht als egoistisch siehst, denn das bin ich ganz gewiss nicht.
Eben der Punkt, dass der Termin erst, nachdem wir sagten, dass wir da eigentlich was andres vorhätten, fix gemacht wurde, hat mir in den letzten Tagen zu schaffen gemacht.

Das Jahr hat so viele Wochen, es wäre zum damaligen Zeitpunkt kein Problem gewesen, eine Woche zuvor oder danach zu nehmen, aber nein. Nun, an dieser vermeintlichen Ungerechtigkeit hatte ich mich halt irgendwie festgebissen (zumal ich noch einige andere Probleme derzeit habe, schien mir das doch jenes, über das ich mich am meisten aufregen kann… nach dem Motto, noch nicht mal das ist mir vergönnt)

Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Person, auf deren
Kommen du dich freust. Oder eine Person, mit der du dich
“zusammentun” kannst, um nicht alleine genervt/gelangweilt in
einer Ecke zu sitzen.

Das ganz bestimmt. Da sind einige Leute, die ich nur selten sehe und von daher freue ich mich jetzt ganz besonders darauf. Ohne diesen Anlass würde ich sie ja gar nicht sehen.

Ich wuerde die Kirche auf jeden Fall mitmachen und einfach so

Das muß ich auf jedenfall. Ich weiß, dass meiner Nichte das mehr bedeutet, als auf das eigentliche Fest zu gehen.
Von daher gönne ich mir diese Woche einen schicken Fummel, damit ich „was davon habe“. Die nächsten Tage werde ich auf jedenfall mit Vorbereitungen verbringen, sodass ich „mental“ darauf eingestimmt bin.
Also, dass praktisch irgendwie das Gefühl und eine Vorfreude aufkommt, wenn man jetzt verstehen kann, wie ich das meine.
So ähnlich eben, wie man die Adventszeit nutzt, um sich auf Weihnachten vorzubereiten.

Und vielleicht wird der Tag auch nicht so furchtbar wie du es
erwartest. Den Unmut ueberwinden und an einer positiven
Einstellung arbeiten halte ich fuer das Wichtigste in dieser
Situation.

Ja, zu dieser Überzeugung bin ich jetzt auch gelangt, wenn ich immer nur mich darüber ärgere, was nicht alles hätte sein können… dann werde ich wohl auch eher eine Stimmung wie sieben Tage Regenwetter haben. Damit tue ich eigentlich niemandem, auch nicht mir, einen Gefallen.

LG

Sarah

Hallo Irmtraut,

Du hast ganz wichtige Aspekte angesprochen. Teilweise sind sie mir eigentlich auch in den letzten Tagen klar geworden (dass da einfach mehr dahinterstecken muss) teilweise hast Du aber noch ganz neue Sachen aufgeworfen.

Danke für die Buchtipps. Ich werde mich damit mal eingehender beschäftigen, denn das erscheint mir, für mich, doch ganz wichtig zu sein.

In Deinen Fragen, hast Du bestimmte Dinge angesprochen, die ganz sicher an mir nagen, in mir noch stecken. Deshalb möchte ich mich damit (mit Hilfe Deiner Buchtipps) auch näher auseinandersetzen, allerdings nicht vor der Hochzeit. Soviel Zeit bleibt da jetzt nicht mehr. Sondern unabhängig davon. Denn irgendwann werden solche Probleme ja doch wieder akut, vermute ich zumindest, solange ich mich nicht damit ernsthaft auseinandersetze und meinen inneren Frieden wirklich damit schließe.
Dass es unausgesprochene Dinge gibt, damit hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen.

Vielen Dank für Deine Antwort. Da hab ich mir wirklich ganz viel mitnehmen können.

LG

Sarah

Hallo,

ich möchte mich erstmal für die zahlreichen postings bedanken.

Einige waren mir sehr hilfreich.

Danke @Sonja
Du hast mich zum nachdenken gebracht. Zuerst dachte ich ja, dass ich sonst nix derzeit habe. Allerdings ist mir dann doch irgendwie aufgegangen, dass mein Nervenkostüm derzeit etwas dünn ist, weil ich einige „schwelende Projekte“ vor mir habe. Das scheint mich mehr zu belasten, als ich es selber bemerkte.

Das eine, kann ich nicht ändern, da muss ich noch abwarten. Wird sich aber in den nächsten 2-3 Wochen von selber lösen.
Das andere, wo ich durchaus was ändern kann, habe ich gleich gestern in Angriff genommen und meine Bewerbung für eine Stelle innerhalb unseres Hauses, fertig gemacht und heute abgegeben.

so habe ich jetzt zumindest das Gefühl, die Dinge, wo ich durchaus einen Einfluss habe, auch in meinen Kräften behandelt zu haben.

@Irmtraud
Du hast mir auch ganz wichtige Punkte in die Waagschale geschmissen, was ich eigentlich schon längst verdrängt hatte.
Vielen Dank für die Buchtipps, auch wenn ich sie nicht sofort durchlesen kann (die Tipps natürlich schon) werde ich mich damit tiefer beschäftigen. Es scheinen doch noch einige ungeklärte Lebensposten in mir zu schlummern.

auch die postings von Kris und Branden waren mir bei meinen Gedankengängen sehr hilfreich. Vielen Dank nochmal.

Von den reinen Angriffen bzw. Vorwürfen (Egoismus, fehlende Einstellung etc.) konnte ich mir nichts mitnehmen, das hat mir nicht sonderlich weitergeholfen.

Dennoch habe ich mir scheinbar unbewusst das richtige Brett ausgesucht. (ich war mir im Ursprungsposting ja nicht sicher, ob ich richtig bin).

Ich sehe zumindest jetzt wieder klarer. Im Moment war es wohl einfach zuviel Druck, ist es auch noch. Aber da ich schon mal angefangen habe, was aufzuräumen fühle ich mich einfach wieder besser und stärker.

Das ich im Moment zuviel Druck habe, da hätte ich eigentlich schon länger drauf kommen können, da ich in den letzten Monaten mal wieder unter Schlafstörungen leide. Hab das aber mal wieder als Streß abgetan, das ist es aber nicht allein. Dank der einigen hilfreichen postings hab ich da aber auch mal wieder Durchblick bekommen.

Vielen Dank, jenen, die sich die Mühe gemacht haben.

LG

Sarah

Animal Farm
Eric Blair, George Orwell- sagt dir das etwas Sonja?

„All animals are equal, but some are more equal than the others.“

LG
Siân

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Kleine Geschichte
Liebe Sarah,

Kluge Ratschläge hast du genug bekommen. Ich möchte kurz eine kleine Geschichte vom letzten Wochenende dazufügen.
Meinen Mama feierte am Samstag ihren 50sten. Ich bin nur hingefahren, weil es ihr wichtig ist. Ich denk, die Party muß ich nicht näher beschreiben. Man kennt sowas zur Genüge.
Am Montag saß ich mit meinem Mitbewohner zum Frühstück und erzählte ihm, wie schrecklich es war: wie diese ganzen, nicht mehr ganz jungen Leute betrunken gequiekt und umhergehüpft sind, zu unerträglicher Musik wahnsinnigen Lärm gemacht haben…
Er saß mir gegenüber und lächelte mich an und sagte die ganze Zeit:„Schön…Schön…“ Und da gings mir irgendwie auf: es war wirklich irgendwie schön. Die Ausgelassenheit, die Freude meiner Mama, dass alle da waren. Wie sie da saß, betrunken mit roten Bäckchen und schnatterte wie ein Wasserfall. Direkt zum Liebhaben. Und wie ihre Freunde sich echauffiert haben, ihr Gedichte zu schreiben und Stimmung zu machen, damit es für sie ein schöner Tag wird. Ganz seltsam: plötzlich fand ich es auch schön.
Ich wünschte, ich könnte mit dieser Einstellung den Tag nochmal erleben. Ich wär nicht ein bißchen genervt gewesen…

Ich wünsch dir von Herzen viel Spaß bei der Hochzeit deiner Nichte. Lass ein wenig von ihrem Glück zu dir in dein Herz.

Liebe Grüße vom Frosch

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