Hi Sarah,
everybody’s darling is everybody’s Arschloch. Soll heißen, Du kannst es nicht jedem recht machen.
Du hast Wahlmöglichkeiten.
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Du machst das was Du eh geplant hattest: Mädelstreffen und Dein Mann geht auf’s Trekki-Treffen. Mit dem Hochzeitspaar könnt’ Ihr eventuell an diesem Hochzeitstag nachkommen oder später nachfeiern, so Ihr das wollt.
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Du gehst mit Deinem Mann auf die Hochzeitsfeier und kannst entweder
a, gute Miene zum bösen Spiel machen, Dich ärgern über das versäumte Mädelstreffen, dass die Welt so schlecht ist und Dir eine Laus über die Leber laufen lassen, Gift und Galle spucken… oder
b, Du bemühst Dich das Gute und Schöne an diesem Tag zu sehen, und arbeitest an Dir, das beste aus dem Tag für Dich und Deine Verwandte zu machen.
Herkunftsfamilie hin oder her, man kann sie sich ja nicht bewußt aussuchen. Wie stehst Du zu dem Brautpaar? Wenn Dir Deine Verwandte mehr oder weniger gleichgültig ist, dann würde ich mir überlegen den Ärger der Familie zu riskieren und das zu machen, worauf ich Lust hätte. Was soll es bringen, Interesse und ein Mögen zu heucheln, wenn einem die Person mehr oder weniger gleichgültig ist? Wem soll das helfen, wem soll das was bringen? Wozu etwas tun, wenn der Mensch um den es geht, Dir - so kommt es wenigstens bei mir rüber - gar nicht wirklich am Herzen liegt?
Wenn Dir an Deiner Verwandten doch was liegt, sprich Du hast sie wirklich gern, wieso willst Du dann diesen für sie wichtigen und schönen Tag mit ihr nicht feiern und ihre Freude darüber teilen?
Hier geht es sicherlich auch um Deine Interessen bzw. die von Deinem Mann und Dir, doch da man doch nicht sooft heiratet, würde ich diesem Ereignis den Vorrang geben. Mädelstreffen und Trekki-Treffen dürften wohl öfter vorkommen, oder meinst Du sie hat ein Abonnement für Ehetrauungen?
Doch das ist eben nur dann als wichtig zu betrachten, wenn einem auch am Menschen was liegt.
Gleichzeitig stellt sich auch die Frage, wie war das bei Deiner eigenen Hochzeit (wenn Du von Dir und Deinem Mann sprichst, mutmaße ich das, wobei dem ja nicht so sein muss, dass Du verheiratet bist). Wie wäre es bei Deiner eigenen Hochzeit gewesen, wäre da diese Person oder andere Personen aus Deiner Familie nicht gekommen, wäre Dir das gleich gewesen, sogar recht gewesen oder hätte es Dich geärgert, verletzt…?
Du liest Dich für mich etwas so, wie jemand der gerne egoistisch wäre, doch aus Angst vor negativen Reaktionen oder gar Konsequenzen aus der Familie sich notgedrungen anpasst bzw. meint sich anpassen zu müssen, doch insgeheim sehr wütend darüber ist.
Tja, willst Du es Dir oder Deiner Familie recht machen?
Beides scheint erstmal was die äußeren Bedingnungen anbelangt nicht möglich zu sein.
Du kannst nicht auf Dein Mädelstreffen gehen und zur Hochzeit. Oder ließe sich da was parallel für diesen Tag organisieren? Wäre ein Nachfeiern für Dich und Deine Verwandte und auch Deinen Mann in Ordnung?
Oder magst Du Deine Bedürfnisse hintanstellen lernen und Dich an ihrem Tag mit ihr freuen? Und wenn sie gerne Spiele spielen mag, die Dir doof erscheinen, es ist ihre Hochzeit. Wer weiß, vielleicht hat sie ja auch diese Spiele vorgegeben bekommen, und wäre froh über Gegenvorschläge, und es müssen ja nicht alle Spiele doof sein.
Wenn Du Dich dazu entschließen solltest, an der Hochzeit teilzunehmen, vielleicht kannst Du Dir überlegen, was Du machen kannst, damit es auch für Dich ein guter Tag wird, sprich innere Einstellung, wie Du mit dem Thema Kirche umgehst, Spiele spielen oder nicht…
Vielleicht braucht diese Familie ja mal einen Aussteiger. 
Ich weiß es nicht. Ich sehe nur, daß hier scheinbar eine Pattsituation vorliegt, die nur durch geändertes Verhalten sich auflösen kann.
Ciao,
Romana