Hallo, Hallo Sarah,
ich war mir jetzt etwas unsicher über das richtige Brett.
Kommt wohl drauf an, WARUM du tatsächlich nicht zu diesem Fest möchtest. Was genau steckt denn dahinter? Ist es dir wirklich nur lästig? Gerätst du vielleicht „in Panik“, weil du meinst, du müsstest bei all den Verwandten einen guten Eindruck hinterlassen?
Ich hab mich für dieses entschieden, weil ich gerne dieses Fest
diplomatisch überstehen will.
Was kann dir denn passieren? „Diplomatisch überstehen“ klingt so, als würdest du von dir selbst glauben, dass du völlig ausrasten könntest.
Hintergrund: meine Nichte heiratet. Wir (ich und mein Mann)
mussten deswegen ein tolles Event absagen. Unseres war schon
lange gebucht/verabredet (zwei verschiedene) und die Nichte
hat erst nach meinem Anfragen, den Hochzeitstermin fix
gemacht.
Klingt mir irgendwie nach „Ausrede“. So, als sei dein „tolles Event“ nicht der wahre Grund, weshalb du nicht zu dieser Hochzeit möchtest? Sollte deine Nichte wirklich bei der Festlegung des Hochzeitstermin darauf achten, dass er auf keinen Tag fällt, an dem du oder jemand anderes sich mit seinen Freundinnen treffen wollte?
Gut, ich muss dort erscheinen, wenn ich kein
Familienzerwürfnis will (will ich eigentlich nicht) Ich muss
auch in die Kirche. Ich habe eine Kirchenallergie, allerdings
legt meine Nichte so großen Wert drauf, es ist mein
Patenkindchen und ich möchte sie natürlich auch nicht
enttäuschen.
Hast du denn ein gutes Verhältnis zu deinem Patenkind? Oder ist es eher eine Verpflichtung für dich?
Jetzt stehe ich echt in der Zwickmühle, alleine, wenn ich an
den Tag denke, dass ich dafür mein Event canceln musste, krieg
ich schon so einen Hals. Auf Kirche hab ich auch keinen Bock.
Ich hab mir schon überlegt, ob ich mir nicht einen Player und
Kopfstöpsel dazu verpasse.
Das wäre wohl noch unschöner als (körperlich) fernzubleiben.
Eigentlich will ich es ja jedem Recht machen,
Und hier liegt aus meiner Sicht das Hauptproblem. Du willst es jedem Recht machen. Erstens kannst du es nie allen recht machen, zweitens sollte der wichtigste Mensch in deinem Leben du selbst sein und drittens tut es weder dir noch anderen gut, wenn du es anderen nicht mit dem Herzen recht machst.
aber das fällt mir schwer. Wie kann man diplomatisch durch solche Klippen
schiffen? Ich will ja deshalb keinen Familienkrieg
raufbeschwören (und den gäbe es, hat meine Schwester schon
durchblicken lassen)
Was denn für ein Familienkrieg? Setzen sich dann alle an einen Tisch und schmieden Rachepläne gegen dich?
Wie komme ich bloss heil über jenen Tag? Die meisten
Familienmitglieder flippen aus, ob der Freude, und ich denke
mir nur, Sch… dass ich mein Mädelstreffen (mein Mann ein
Trecki-Treffen) absagen musste. Ich hasse diese Feste, die
sich dehnen wie Kaugummie und besonders diese ach-so-lustigen
Spiele, die alles zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.
Du denkst sehr sarkastisch und ironisch über das Fest. Ich kann das total gut nachvollziehen, weil es mir meistens auch so geht. Aber bei mir steckt Angst vor der großen Gesellschaft dahinter und deshalb mach(t)e ich mir immer vor, dass ich solche Feste „hasse“.
Ein guter Weg wär vielleicht, deine Denkweise in eine andere Richtung zu lenken. In eine positive Richtung. Zum Einen brauchst du dich nicht darüber zu ärgern, dass du deine Freundinnen an diesem Tag nicht treffen kannst, weil du bereits entschieden hast, zu der Hochzeit zu gehen. Es bringt also nichts, sich weiter über die Absage bei den Mädels zu grämen, es sei denn, du hast dich doch noch nicht richtig entschieden. Zum Anderen hast du doch bestimmt auch schon die Erfahrung gemacht, dass solche Anlässe meistens im Endeffekt dann doch nicht so schlimm waren wie im Vorfeld befürchtet. Versuche, neutral an den Tag zu denken oder dich vielleicht sogar darauf zu freuen. Vergiss das Mädelstreffen und freu dich auch für deine Nichte. Wie hast du dich am Tag deiner Hochzeit gefühlt? Warst du an diesem Tag glücklich? Dann freue dich, dass dein Patenkind jetzt glücklich ist.
Und was die Spiele angeht: Wenn du mitmachst, wird die Zeit schneller vergehen und auf einmal ist es vielleicht doch ganz lustig?
Bin für jeden noch so einfachen Tipp dankbar.
Ich bin wirklich ratlos, wie ich das jedem Recht machen soll.
Wie schon gesagt, du kannst es nicht jedem Recht machen und das brauchst du auch nicht.
Ich bemühe mich ja wirklich.
Dann lass dich nicht von deinen negativen Gedanken gefangen halten.
LG
Sarah *der mit Sicherheit das Kreuz aufs Haupt fällt, sollte
sie mal eine Kirche betreten