Familienhass

Hallo,

mir geht ein Posting aus dem w-w-w nicht aus dem Sinn.
Da schreibt eine Person, dass sie mit (irgendeiner) Familie nix anfangen kann, also keinenBezug zur Verwandschaft hat bzw. vorstellen kann zu haben.

Bei Opfern von familiärer Gewalt/sex. Missbrauch, Alkoholexzessen kann ich das noch nachvollziehen, aber sonst ist mir diese GENERELLE Aussage unverständlich.

Es geht nicht darum, dass man alle lieb haben muss. Auch MEinungen wie Onkel Max ist doof und Tannte Hannah auch kann ich aktzeptieren (auch wenn ich gegenteiliger Meinuhng sein sollte).

Meine Frage:
Wie gestört mus man sei, um eine nicht bekannte Familie per se abzulehnen ?

Ciao maxet.

Hallo Maxet!

Meinst du vielleicht mein Posting?
Dann würde ich versuchen, es dir zu erklären.

Grüße,

Venecia

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Hallo Venecia

Meinst du vielleicht mein Posting?
Dann würde ich versuchen, es dir zu erklären.

Mir brauchst Du das nicht zu erklären.

Schon Satre sagte: „Die Hölle, das sind die Anderen“. :wink:
(http://www.hamburgtheater.de/Frame676.html)

Ausserdem lehnst Du ja keine Familie ‚per se‘ ab,
Du bist nur wählerisch und vorsichtig, was ich
für gesund halte.

Grüße

CMБ

Hallo Venice,

Meinst du vielleicht mein Posting?

Ja, es war der Anlass. Beim längeren NAchdenken sind mir weitere flüchtige Bekannte eingefallen, die sich ähnlich wie Du geäussert haben. Ich wollte eine Diskussion, welche sich auf deine Person konzentriert, vermeiden. Mir geht es um eine Zusammenschau von mehreren Ideen/Meinungen/Erfahrungen.

Dann würde ich versuchen, es dir zu erklären.

Bin sehr daran interessiert. Falss es dir zu intim ist, kannst du mich ja anmailen.

An alle: Da ich die im Ausgangsposting angsprochene Meinung auch anderweitig schon gehört habe, bin ich an weiteren allgemeinen/systematischen Äusserungen interessiert.

Ciao maxet.

Hai, Maxet,

vorneweg: ich denke, daß Du mit „-hass“ über das Ziel hinausschießt…

Ein Beispiel: ich gehöre eher zu den Intellektuellen (sagt man :wink: ); damit meine ich, daß ich viel lese, unglaubliche Mengen an (zugegebenermassen überwiegend völlig nutzlosem) Wissen anhäufe, grenzenlos neugierig bin und eine besondere Vorliebe für geschliffene Diskussionen habe.
Nun kenne ich einen Menschen, dessen Horizont nicht über die Bildzeitung hinausreicht, für den eine Feier erst dann gut war, wenn er wg. Alkohol einen Filmriss hatte, für den auf-den-Oberarm-boxen ein Ausdruck von Zuneigung ist und der immer Recht haben muss und andernfalls seine „Zuneigung“ ausdrückt.
Wir zwei haben nichts, aber auch gar nichts gemein - außer, daß die Hälfte meiner Gene von ihm stammen…

„Auf Familie machen“ war für mich schon als Kind ein Graus. Nicht, weil die ganze Familie so schrecklich gewesen wäre, sondern, weil ich dieses Getue schon als Kind als falsch und gelogen erkannt habe. Wenn Leute, die sich normalerweise das Maul übereinander zerrissen, plötzlich auf Harmonie machten und unter der Oberfläche die Aggressionen brodelten; wenn irgendwelche Tanten, die ich doch gar nicht kannte, meinten, mir in die Wangen kneifen zu dürfen, oder irgendwelche Onkel, die ich auch nicht kannte, mich auf ihren Schoß zerrten, um mich abzubusseln - wenn ich mich wehrte, hieß es „Hab Dich nicht so, ist doch Familie…“

So hab ich also als Kind gelernt, daß „Familie“ ein Haufen Leute sind, die sich eigentlich nicht leiden können, die aber mehr oder minder regelmäßig zusammenkommen, um diese Abneigung unter einer dünnen Schicht Pseudo-Harmonie zu pflegen.
…und nun kommt jemand an und möchte mir unbedingt seine harmonische Familie vorstellen - womöglich noch auf einem dieser von mir so verabscheuten Familienfeste…

Meine Frage:
Wie gestört mus man sei, um eine nicht bekannte Familie per se
abzulehnen ?

Wie gestört muß man sein, um wildfremden Menschen einen Symphatie-Bonus einzuräumen, nur weil sie zufälligerweise mit jemandem verwandt sind, den man mag? (nicht so ganz ernst gemeint, diese Frage)

Ich ziehe es vor, einfach Leute kennenzulernen, ohne den das-ist-meine-Familie-also-musst-Du-sie-lieben-Druck - was eben nicht bedeutet, daß ich die Leute von vorneherein ablehne, sondern nur den Anspruch, sie mögen zu müssen. Und ich denke - nein, ich weiß - daß ich mit dieser Haltung nicht alleine bin.

Gruß
Sibylle (wählerisch)

Dann würde ich versuchen, es dir zu erklären.

Bin sehr daran interessiert. Falss es dir zu intim ist, kannst
du mich ja anmailen.

Nö,nö, jetzt sind wir aber langsam alle gespannt hier und spitz wie Nachbars Lumpi auf die Zusammenhänge.

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Hass?
Hi maxet,

Meine Frage:
Wie gestört mus man sei, um eine nicht bekannte Familie per se abzulehnen ?

Meine Rückfrage:
Was veranlaßt dich, eine Gestörtheit vorauszusetzen, wenn jemand auf Familienbindung jeder Art keine Lust hat?

Man muß nicht immer das eigene Weltbild als Norm setzen und alles andere, was einem fremd ist, als gestört betrachten. Warum soll eine Frau, die Interesse an einer Partnerschaft, aber einen Widerwillen gegen eigenes, und dann erst recht gegen fremdes family life hat, sich nicht dagegen verwahren wollen, bei einer gerade beginnenden Affäre gleich als Vizemama engagiert zu werden? Für sie ist ganz gewiß Vorsicht geboten …

Wieso ist für dich „keine Lust auf Familie“ = „Familienhass“?

Es wäre übrigens ganz nett, wenn du dich schon explizit auf ein bestimmtes Posting beziehst, dieses auch zu benennen, damit man nicht erst im ganzen Forum danach kramen muß …

Gruß

Metapher

Es ist kein Hass, den ich empfinde, wenn ich an „Familie“ denke. Eher trifft Angst zu: Angst vor Nähe, aber auch Angst vor Distanz.
Ich habe eine tiefe, misstrauische Sehnsucht nach einem intakten Familienleben.
Meine Mutter ist Alkoholikerin, ich bin hauptsächlich bei meinen Großeltern, später bei meinem Vater und meiner Stiefmutter aufgewachsen. Ich habe weder zu meinem Vater, noch zu meiner Stiefmutter, aber am allerwenigsten zu meiner Mutter ein inniges Verhältnis (gehabt). Viele Situationen sind in meiner Erinnerung negativ behaftet, die andere sicher nicht so erlebt, anders erlebt haben. Ich will da auch nicht so ins Detail gehen. Ein paar Schlagworte aus meiner Kindheit: Selbstmordversuche meiner Mutter, Drogen, Lügen, Prügel, Sozialarbeiterinnen, Entziehungskuren…
Ich hoffe, das reicht aus, um ein wenig nachvollziehen zu können, warum ich kein Urvertrauen besitze, keine eigene Familie haben will, keine Kinder will. Manchmal bin ich schon überfordert damit, mein eigenes Leben zu leben. Ich würde es mir nie zutrauen, Kinder zu erziehen. Allein die Vorstellung, dass etwas Lebendiges in meinem Bauch wächst, wachsen könnte, ist fürchterlich, fürchterlich!
Ich habe etliche Jahre Therapie hinter mir, wegen Essstörungen, Depressionen, Minderwertigkeitskomplexen. Bin viel, viel ausgeglichener geworden, kann fast normal essen und leben. Doch wenn es an das sensible Thema „Familie“ geht, das für mich die Ursache meines Verhaltens ist, dann regen sich in mir sehr alte und fast vergessene Geister.

Gruß,

Venecia

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Hallo matapher,

Meine Frage:
Wie gestört mus man sei, um eine nicht bekannte Familie per se ::abzulehnen ?

Meine Rückfrage:
Was veranlaßt dich, eine Gestörtheit vorauszusetzen, wenn
jemand auf Familienbindung jeder Art keine Lust hat?
Wieso ist für dich „keine Lust auf Familie“ =
„Familienhass“?

Es ist genauso wie die Verwendung des Begriffes ‚Hass‘ ein Mittel eine extreme Position darzustellen.

Man muß nicht immer das eigene Weltbild als Norm setzen und
alles andere, was einem fremd ist, als gestört betrachten.

Ich glaube, ich habe Dich mittels meiner Formulierung auf die falsche Fährte gesetzt.
Was mich halt beschäftigt ist, dass mir die Haltung ‚Ablehnung der Familie per se‘* genauso fremd ist wie wenn ein Kurde seine Schwester absticht, weil sie vorehelichen Verkehr mit dem falschen Mann hatte.
Über die Hintergründe von letzterem habe ich bisher einiges erfahren. Diese Hintergründe zur Familienablehnung wollte ich mir in diesem Thread anlesen.

Warum soll eine Frau, die Interesse an einer Partnerschaft,
aber einen Widerwillen gegen eigenes, und dann erst recht
gegen fremdes family life hat,

um die Hintergründe dieses Widerwillen geht es mir.

sich nicht dagegen verwahren wollen, bei einer gerade beginnenden
Affäre

Ich persönlich würde meine neue Freundin auch nicht nach drei Wochen der Familie vorstellen.

gleich als Vizemama engagiert zu werden?

Das habe ich aus diesem Thread nicht herausgeesen. Diese durch keine weitere Ausführung unterstützte Interpretation kam m.E. von Venice. By the wa fand ich es reichlich weltfremd, dass man Kinder im Alter von 10+ den ganzen Tag betüteln müsse.

Es wäre übrigens ganz nett, wenn du dich schon explizit auf
ein bestimmtes Posting beziehst, dieses auch zu benennen,
damit man nicht erst im ganzen Forum danach kramen muß …

Ich hatte schon überlegt dort zu reagieren bzw. V. per privatmail anzuschreiben. Ich hab mich für diesen Weg entschieden, weil ich hoffte so mehrere Äusserungen/Erfahrungsberichte zu bekommen als mich in den konkreten Fall zu verbeissen. Da sich V. selbst geäussert hat, kommt es wahrscheinlkich auf eine Diskussion um einen Spezialfall heraus für den ich im Ausgangsposting schon Verständnis geäussert habe.

Ciao maxet.

*Ausnahmen s. Auisgangsposting: familiäre Gewalt + Verwahrlosung

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Hallo Venice,

vielen Dank für deine klare Antwort. In FÄllen wie deinen kann ich vas Verhalten nachvollziehen.

EInen Tip kann ich Dir geben:
Versuche eine Form zu finden, die euch beiden gefällt. Man muss ja nicht immer alle am Kaffeetisch versammeln.
Man kann ja Omma mal zum Kaffee besuhen. Die zwei Stunden Altertumsgeschichten hält man schon mal aus.
Mit der Familie des Bruders kann man mal in den Zoo gehen.
Und mit der Familie von Onkel Paul macht ein Doppelkopf/Monopoly-Abend besonders Spass.
Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Ciao maxet.

Hai, Maxet,

Makrele, Sybille

vorneweg: ich denke, daß Du mit „-hass“ über das Ziel
hinausschießt…

s. meine Antwort auf metapher

Ein Beispiel: ich gehöre eher zu den Intellektuellen (sagt man
:wink: ); damit meine ich, daß ich viel lese, unglaubliche Mengen
an (zugegebenermassen überwiegend völlig nutzlosem) Wissen
anhäufe, grenzenlos neugierig bin und eine besondere Vorliebe
für geschliffene Diskussionen habe.

Wenn Du mal in Chemnitz bist, melde Dich doch mal …

Nun kenne ich einen Menschen, dessen Horizont nicht über die
Bildzeitung hinausreicht, für den eine Feier erst dann gut
war, wenn er wg. Alkohol einen Filmriss hatte,
Wir zwei haben nichts, aber auch gar nichts gemein - außer,
daß die Hälfte meiner Gene von ihm stammen…

also hast Du gegen Onkel Paul was, ok, das verstehe ich ja, s. Ausgangsposting

„Auf Familie machen“ war für mich schon als Kind ein Graus.
So hab ich also als Kind gelernt, daß „Familie“ ein Haufen
Leute sind, die sich eigentlich nicht leiden können, die aber
mehr oder minder regelmäßig zusammenkommen, um diese Abneigung
unter einer dünnen Schicht Pseudo-Harmonie zu pflegen.
…und nun kommt jemand an und möchte mir unbedingt seine
harmonische Familie vorstellen - womöglich noch auf einem
dieser von mir so verabscheuten Familienfeste…

Warum kann es nicht sein, das diese Familie perfekt ist ? Wenn sie alle so sind wie dein Partner ?

Wie gestört muß man sein, um wildfremden Menschen einen
Symphatie-Bonus

Ich würde eher formulieren: eine Chance

einzuräumen, nur weil sie zufälligerweise mit jemandem verwandt sind,
den man mag?

Weil der Mensch ca. 10 Jahre ganz und weitere ca. 8 Jahre teilweise dort sozialisiert wurde. Manche Macke /Aversion/Vorliebe/Verhaltensmuster kan man erst dann verstehen, wenn man dieses Umfeld mal gesehehn hat.

(nicht so ganz ernst gemeint, diese Frage)

warum nicht ?

Ich ziehe es vor, einfach Leute kennenzulernen, ohne den
das-ist-meine-Familie-also-musst-Du-sie-lieben-Druck - was
eben nicht bedeutet, daß ich die Leute von vorneherein
ablehne, sondern nur den Anspruch, sie mögen zu müssen.

Dies ist ja ok.

Gruß
Sibylle (wählerisch)

Ciao maxet
*Neugierig*bin*und*Chancen*geb*

wieso sollte die das tun maxel?

wieso willst du ihr etwas aufdrängen wenn sie doch auf ihrem sehr langen und leidvollem wege gerade dabei ist erstmal sich selbst zu achten.

wieso sollte sie menschen treffen die ihr angst machen.
es geht doch um sie und ihre bedrüfnisse und nicht darum die anderer zu erfüllen. hast du eine ahnung was sie erlebt haben muss und wie lang der scheissweg für sie ist über all die jahre und dann die theras?

ich vermute mal nicht, denn sonst würdest du nicht mal eben meinen, es wäre ihr seelenheil wenn sie kontakt aufnimmt wie auch immer.

wenn ihr bedrüfnis nach abstand ist wie es ist - wäre es eine erneutes dram würde die selbst ihr bedrüfnis irgnorieren - das schliesslich kennt sie schon lange und hat es gelernt nicht mehr zu kopieren oder sie lernt es noch.

wenn sie eines tages will, dann wird sie kontakt aufnehmen - das hängt von ihr und ihrem weg ab - und da sie so schonungslos ehrlich (meine absolute bewünderung für den mut an der stelle!!!)

irgendwie ignorierst du für mein emfinden was ihr gut tut und wichtig ist - weil zu seiner welt der kontakt dazugehört.

ich habe nie erlebt was sie erlebt hat, nichtmal im ansatz - aber ich kann mich hineinfühlen und ich denke was sie braucht sind keine menschen die sich verunsichern sondern bestärken - das ihre entscheidungen richtig sind - wenn sie ihr guttun - heute und morgen und übermorgen auch noch.

das kann man aber nur wenn man dabei sie und nicht sich selbst sieht…

wie sie es macht, macht sie es richtig, denn du würdest auch nich die hand ins feuer halten wenn du angst davor hast. und jemanden ins feuer stossen ist keine therapieform die helfen würde…

hoffe du verstehst wie ichs meine auch wenn ich etwas ruppig klinge heute :smile:

LG

nina

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Zusammenfassung
Hallo,

Bei Opfern von familiärer Gewalt/sex. Missbrauch,
Alkoholexzessen kann ich das noch nachvollziehen,

Ich denke, dass ich bei Vorliegen einer Familienphobie die vg. Gründe als wahrscheinliche Ursachen in in Betracht ziehe.

Ciao maxet.