Familienkonflikt - Grenzen setzen+halten (lang)

Hallo,

ich habe seit über einem Jahr einen Konflikt mit meinem Vater.
Ich weiß, Konflikte sollte man lösen…
Das haben wir auch versucht, nur ist es uns nicht über längere Zeit gelungen. Er sucht den Fehler bei mir und zeigt sich dann großzügig, indem er „alles vergisst“. Ich vergesse aber nicht… da ich immer wieder von ihm enttäuscht werde, kann ich auch nicht vergessen.

Ich denke nicht, dass es zu einer Lösung kommen wird. Wir beide schaffen es einfach nicht ohne fremde Hilfe. Ich hatten schon mal eine Psychologin um Hilfe gebeten, was aber nach einem gemeinsamen Gespräch zu dritt logischweise auch nicht zu einer Lösung geführt hat.

Im Moment fühle ich mich unwohl, wenn er Kontakt zu mir haben möchte. Das liegt überwiegend daran, dass ich Angst habe, wieder überrumpelt zu werden und mich nicht verbal wehren zu können. Ich fühle mich sofort in der Rolle, mich rechtfertigen zu müssen.
Ich möchte den Kontakt weiter reduzieren. Wenn ich das versuche deutlich zu machen, dann fragt er wieder nach den Gründen und wartet auf „den“ Grund. Es gibt aber keinen „Übeltäter“ oder keinen Auslöser. Es ist eine Kombination aus ganz verschiedenen Situationen. Dann versuche ich mein Gefühl zu beschreiben, die Lage zu erklären, er bohrt weiter nach, er will/kann mich nicht verstehen, er bohrt weiter und ich komme ins rudern.
Letztes Weihnachten habe ich ein Treffen abgelehnt. Oh, da war er sehr getroffen. Es war für mich sehr anstrengend, meinen Wunsch durchzusetzen und zu halten. Er schafft es, bei mir zudem ein schlechtes Gewissen auszulösen.

Zu einem Konflikt gehören zwei Personen, das ist mir klar. Unsere Kommunikation ist gestört - auch klar. Er sieht allerdings nur den Fehler bei mir. Aus seinem Mund: „es ist gut, dass ICH zum Psychologen gehe, damit er MIR helfen kann und UNSER Verhältnis wieder besser wird.“ Der eigentliche Grund war ein anderer und ich nehme diese Hilfe auch nicht mehr in Anspruch.
Aus meiner Sicht hat natürlich er „angefangen“ (ich weiß, theoretisch gibt es keinen Anfang) und mein (das gebe ich ja zu) nicht ganz optimales Verhalten ist nur eine Reaktion auf sein Verhalten.

Normalerweise kann ich gut argumentieren, selbstbewusst auftreten, meine Meinung vertreten und Grenzen setzen.
Nur ihm gegenüber gelingt es mir nicht. Ich bin zu nett… Wenn er um einen Rückruf bittet, springe ich. Andere sagen - na und, dann rufst du halt irgendwann mal (=3-14 Tage) zurück. Nur ich habe dann „Angst“ vor der Reaktion (natürlich keine schlimme Reaktion, es reicht ein Vorwurf á la „willst du mich nicht sprechen“) und fühle mich sofort gezwungen mein Verhalten zu rechtfertigen.

Wie kann ich meinem Vater gegenüber Grenzen setzen und erreichen, dass ich ihm gegenüber selbstbewusster auftreten kann?
Mir geht jedes Wort aus seinem Mund recht nah - wenn es mir mal gelingt, mich durchzusetzen, dann ist das ein riesiger Kraftaufwand. Einmal war es besonders extrem. Vorwürfe am Todestag meiner Mutter. Ich war während dem Telefonat und danach total fertig - Stress pur. Es war ein Kampf. Ein Kampf um meine Gefühle, für mein Verhalten, für mein Leben (und das meiner Mutter).
Der Kontakt tut mir psychisch nicht gut, daher will ich Abstand nehmen.

Gruß
Tato

Hallo Tato,

das ist schon ein großer Schritt zu erkennen, dass man Abstand
braucht und es dann versucht durchzusetzen. Hut ab!

Es ist nicht klar erkennbar, wo genau der Konflikt zwischen euch
beiden liegt. Ist es nur dass er deine Grenzen nicht respektiert,
oder gibt es da noch etwas anderes, was gelöst werden kann?

Du hast anscheinend auch schon viel Arbeit geleistet und ein Gespräch
zu Dritt beim Psychologen arrangiert. Aber warum erscheint es Dir
logisch, dass dabei nichts herauskommt? Das wirkt, als hättest Du
bereits die Erwartung gehabt, dass das zu nichts führt und dass
ältere Männer eine gewisse Schwierigkeit mit Gesprächen, insbesondere
mit Psychologen, haben, ist nichts neues. Ich denke es ist die
Bereitschaft beider nötig, um einen langfristigen Erfolg zu gelangen,
dazu sind auch mehere Gespräche notwendig - nichts lässt sich auf
dieser tiefen Ebene in einer Stunde klären. Ich schwöre ja bei
solchen Angelegenheiten auf Mediatoren - das können
selbstverständlich auf Psycholgen sein, die als Mediatoren tätig sind

  • nur der Gesprächsverlauf ist anders und zielt auf eine praktische
    Lösung hinaus.

Bis dahin, suche den Abstand, den Du brauchst um Dich zu schützen -
und denke daran, dass er dein Vater ist, für sich selbst
verantwortlich und seine Aufgabe besteht nicht darin dir Energie zu
rauben, sondern zu schenken.

Viel Glück!

Hallo,

Danke für deine Antwort.

Es ist nicht klar erkennbar, wo genau der Konflikt zwischen
euch beiden liegt.

Wie schon angedeutet, sind das viele Sandkörner, die eine Wüste ergeben…
Ich persönlich sehe eine große Veränderung auf seiner Seite (bedingt durch eine neue Partnerin und ein neues „Leben“) und damit eine starke Veränderung seines Charakters und seiner Ansichten. Ich komme mit diesem Verhalten und mit diesen Ansichten nicht klar (ich finde es manchmal unmenschlich). Meine Psychologin beschrieb es als „sozialer Analphabet“. Ich weiß nicht, wie ich es kurz umschreiben soll, ohne alle Vorfälle der letzten Monate aufzuzählen…

oder gibt es da noch etwas anderes, was gelöst werden kann?

Sicherlich gibt es da eine ganz Menge. Dafür müssten aber die letzten Jahre aufgearbeitet werden. Zusammen. Daran wird er nicht viel Interesse haben. Ich würde es machen, aber es wäre belastend.

Aber warum erscheint es Dir logisch, dass dabei nichts herauskommt?

Mein Vater hatte keine Zeit und nur mit viel Mühe einen geeigneten Termin gefunden. Die Psychologin hat ein anderes Spezialgebiet und hat das Gespräch eher aus Neugierde gemacht. Es war für mich offensichtlich, dass 60 Minuten keinen Konflikt lösen können.

Ich schwöre ja bei solchen Angelegenheiten auf Mediatoren - das können
selbstverständlich auf Psycholgen sein, die als Mediatoren
tätig sind - nur der Gesprächsverlauf ist anders und zielt auf eine
praktische Lösung hinaus.

Ich kenne die Mediation. Dazu müssen aber beide wollen und auch Zeit finden. Es muss von beiden Seiten die Bereitschaft bestehen, den anderen verstehen zu wollen. Da aber ich das Problem haben soll…

Bis dahin, suche den Abstand, den Du brauchst um Dich zu schützen -

Wie? Ich scheitere leider an der Umsetzung…

und denke daran, dass er dein Vater ist, für sich selbst
verantwortlich und seine Aufgabe besteht nicht darin dir
Energie zu rauben, sondern zu schenken.

Genau so sehe ich das auch. Nur er sieht es auch gar nicht, dass er mir die Energie raubt.

Gruß
Tato

Hallo Tato,

hast Du Dich eigentlich mal gefragt, warum Du das Bedürfnis hast, den Konflikt mit Deinem Vater zu klären?
Bist Du sicher, dass der Auslöser nur ein Jahr zurück liegt?

Schon richtig, dass man versuchen sollte, Konflikte zu lösen.

In Bezug auf Eltern/Kind Konflikte bin ich allerdings mittlerweile der Meinung, dass man die manchmal nicht unbedingt direkt lösen kann.

Wenn ich meinen Vater gebeten hätte, mit mir eine Therapie zu machen, der hätte mich glatt für verrückt erklärt.

Ich weiss nicht, welchen Konflikt ihr seit einem Jahr versucht auszutragen. Aber offensichtlich sieht Dein Vater keinen Konflikt.

Meine Frage an Dich: Hat er Dich so verletzt, dass Du das Bedürfnis hast, es unbedingt mit ihm klären zu müssen?

Abstand kann da wirklich gut tun. Aber offensichtlich kannst Du den Abstand nicht aushalten?

Denk mal darüber nach, warum das so ist.

Mit merkwürdigen Eltern/Kind Beziehungen kenn ich mich aus.

Auch wenn es nicht wirklich befriedigend ist, aber manchmal muss man ganz einfach auch Verhaltensweisen hinnehmen, weil unsere Eltern das selbst nicht anders gelernt/kennengelernt haben.

Und gut ist, wenn man dann wenigstens mit sich selbst Frieden schließen kann, weil man erkennt, dass auch unsere Eltern schlecht aus ihrer "„Haut“ rauskommen.

Wie siehst Du das?

Liebe Grüße
usch

Hallo,

hast Du Dich eigentlich mal gefragt, warum Du das Bedürfnis
hast, den Konflikt mit Deinem Vater zu klären?

Weil Konflikte im allgemeinen belasten und unnötig Kraft rauben… Die Kommunikation ist gestört, der Konflikt intensiviert sich weiter…

Bist Du sicher, dass der Auslöser nur ein Jahr zurück liegt?

Sicherlich nicht nur ein Jahr… Es gibt ja auch nicht DEN Auslöser. Es war nur eine grobe Zeitangabe…

Ich weiss nicht, welchen Konflikt ihr seit einem Jahr versucht
auszutragen. Aber offensichtlich sieht Dein Vater keinen Konflikt.

Er sieht ein Problem, welches er allerdings mir zuschreibt.

Meine Frage an Dich: Hat er Dich so verletzt, dass Du das
Bedürfnis hast, es unbedingt mit ihm klären zu müssen?

Abstand kann da wirklich gut tun. Aber offensichtlich kannst
Du den Abstand nicht aushalten?

Hmm, ich glaube, da hast du mich falsch verstanden.
Ich bin grundsätzlich dafür, Konflikte zu klären. Er will und will zugleich doch wieder nicht. Also kann ich diesbezüglich keine große Konfliktlösebereitschaft erwarten.
Damit mich das Ganze nicht so belastet, möchte ich mehr Abstand. Ich kann den Abstand sehr gut aushalten, nur ich kann die gesetzte Grenze nicht lange aufrecht erhalten. Ich freue mich, wenn er im Urlaub ist und mich nicht anrufen kann. Bei dem Gedanken, dass er bald wiederkommt und mich dann sehen will, wird mir unwohl. Nicht weil er mich anrufen wird, sondern weil ich im Grunde das Treffen ablehnen würde und mich damit in eine Situation begebe, in der ich mich wieder rechtfertigen „muss“.
Er versucht mich durch seine Kontaktaufnahme und durch sein nettes Gerede milde zu stimmen. Halte ich weiter an dieser gesetzten Grenze fest, dann kommen bohrende Fragen, ich verfalle in Rechtfertigungen…

Gruß
Tato

Hallo,

vielleicht suchst Du nicht an der richtigen Stelle nach der Lösung des Konfliktes. Soweit ich Dich verstehe, möchtest Du, dass Dein Vater einsieht, dass er einiges falsch macht und schon zuvor viel falsch gemacht hat.

So wie Du es schilderst ist das für einen Außenstehenden nachvollziebar. Aber Deinen Vater zu dieser Einsicht zu bringen? Ich denke nicht, dass Dir das gelingen wird.

Vielleicht ist die Lösung vielmehr, dass Du Deinen Vater akzeptierst wie er ist und seine unsensible Art versuchst wegzustecken. Das kann (aus eigener Erfahrung) nur mit dem nötigen Abstand gelingen. Also ist Dein Plan Abstand zu wahren auch der richtige Weg, vielleicht gelingt danach wieder ein Annäherung.

Leider scheint er ziemlich vereinnahmend zu sein. Also wirklich mal nicht zurückrufen, und sich danach nicht dafür verteidigen, ihn einfach ins „Leere“ laufen lassen.

Wird schwierig, alles Gute.

Morrighan

Hallo Tato,

oh je, wie gut ich das alles nachvollziehen kann - fast erschreckend.
Ich habe das alles hinter mir. Das will nicht heissen, dass mein
Vater sich jetzt plötzlich in einen sozialen, mitdenkenden, gut
zuhörenden und liebevollen verwandelt hat - aber ich habe gelernt mit
ihm umzugehen und das musst du auch lernen, um zufrieden zu werden.

Eine verkürzte Version meines Rezeptes:

Schritt 1. Radikalen Abstand suchen. Das ist, wie du schon weisst,
sehr schwer für alle beteiligten - ber notwendig, damit man wieder
aufeinander zugehen kann. Das bedeutet nicht, dass du den Kontakt
komplett abbrichst, sondern sehr einschränkst und auf solche Momente
beschränkst, wo vorauszusehen ist, dass es nicht so schlimm ist. Oft
hat man Kontakt (Telefongespräch, sich sehen), weil man das Gefühl
hat man müsste sich jetzt mal melden oder ein Weihnachtsfest oder
Geburtstag verlangt den Kontakt. Versuche es hier anders zu machen -
suche einen Grund mit ihm zu reden, wie z.B. eine konkrete Frage oder
ihr macht etwas zusammen, wo das Zusammensein nicht im Vordergrund
steht, sondern die Aktivität. Wenn Du das Gefühl hast er überrollt
Dich wieder, dann brich sofort das „Experiment“ ab und zieh Dich
freundlich aber bestimmt zurück.

Schritt 2. Denke darüber nach, wie die Beziehung idealerweise
aussehen sollte. Was erwartest Du von ihm und wie wünschst Du Dir
Dein eigenes Verhalten ihm gegenüber. Und dann: verabschiede Dich
endgültig von dem Gedanken ihn ändern zu wollen! Die Therapiezimmer
sind überfüllt mit Menschen, die einen Parnter oder Elternteil haben,
den sie ändern wollen - meist sogar zu Recht. Menschen, die, wie dein
Therapeut schon sagt, soziale Analphabeten sind. Nur sitzt, denkt man
der Falsche beim Therapeuten. Du lernst was dazu und Dein Problemfall
nicht, ja erkennt meist noch nicht einmal, dass es überhaupt ein
Problem gibt. Das funktioniert nur wenn Du aus der „Opfer“ Rolle
herausgehst, erkennst, dass der alte Herr so ist wie er ist und dein
eigenes Verhalten und deine Einstellung zu ihn änderst.

Schritt 3. Entspann Dich - Betrachte ihn innerlich etwas von oben, so
wie ein kleines Kind, was etwas noch nicht verstanden hat und lege
ihm deinen Arm auf seine Schulter und sag: „Ach Papa, was bist Du nur
für ein sturer Bock!“ Lächele und spar dir die Energie ihn ändern zu
wollen.

Ich wünsche Dir viel Kraft!

4 „Gefällt mir“

Hi Tato,

ich habe jetzt die Antworten noch gar nicht gelesen,weil ich einfach zu aufgewühlt bin von deinen Zeilen.

ich habe seit über einem Jahr einen Konflikt mit meinem Vater.
Ich weiß, Konflikte sollte man lösen…
Das haben wir auch versucht, nur ist es uns nicht über längere
Zeit gelungen. Er sucht den Fehler bei mir und zeigt sich dann
großzügig, indem er „alles vergisst“. Ich vergesse aber
nicht… da ich immer wieder von ihm enttäuscht werde, kann
ich auch nicht vergessen.

Ich finde Dein Vater hat ein Problem,sucht die Fehler nur bei anderen und macht ein auf Großzügig.

Ich denke nicht, dass es zu einer Lösung kommen wird. Wir
beide schaffen es einfach nicht ohne fremde Hilfe. Ich hatten
schon mal eine Psychologin um Hilfe gebeten, was aber nach
einem gemeinsamen Gespräch zu dritt logischweise auch nicht zu
einer Lösung geführt hat.

Solange Dein Vater nicht einsieht,das auch er Fehler hat,wird das auch nichts bringen.

Im Moment fühle ich mich unwohl, wenn er Kontakt zu mir haben
möchte. Das liegt überwiegend daran, dass ich Angst habe,
wieder überrumpelt zu werden und mich nicht verbal wehren zu
können. Ich fühle mich sofort in der Rolle, mich rechtfertigen
zu müssen.

Du fühlst Dich wieder in der Rolle des kleinen Kindes,das auf Papa hören muss!?

Ich möchte den Kontakt weiter reduzieren. Wenn ich das
versuche deutlich zu machen, dann fragt er wieder nach den
Gründen und wartet auf „den“ Grund. Es gibt aber keinen
„Übeltäter“ oder keinen Auslöser. Es ist eine Kombination aus
ganz verschiedenen Situationen. Dann versuche ich mein Gefühl
zu beschreiben, die Lage zu erklären, er bohrt weiter nach, er
will/kann mich nicht verstehen, er bohrt weiter und ich komme
ins rudern.

Man kann nicht immer alles erklären(braucht man auch nicht)Der Grund,sag ihn das Du Erwachsen bist und Zeit für Dich brauchst…

Letztes Weihnachten habe ich ein Treffen abgelehnt. Oh, da war
er sehr getroffen. Es war für mich sehr anstrengend, meinen
Wunsch durchzusetzen und zu halten. Er schafft es, bei mir
zudem ein schlechtes Gewissen auszulösen.

Warum schafft er das? Weil Du im Hinterkopf hast"ich muss für ihn da sein"?

Zu einem Konflikt gehören zwei Personen, das ist mir klar.
Unsere Kommunikation ist gestört - auch klar. Er sieht
allerdings nur den Fehler bei mir. Aus seinem Mund: „es ist
gut, dass ICH zum Psychologen gehe, damit er MIR helfen kann
und UNSER Verhältnis wieder besser wird.“

Wer geht zum Psychologen ,er um Dir zu helfen?

Der eigentliche
Grund war ein anderer und ich nehme diese Hilfe auch nicht
mehr in Anspruch.

Steh gerade auf den Schlauch!?

Aus meiner Sicht hat natürlich er „angefangen“ (ich weiß,
theoretisch gibt es keinen Anfang) und mein (das gebe ich ja
zu) nicht ganz optimales Verhalten ist nur eine Reaktion auf
sein Verhalten.

Warum Schuldzuweisungen?

Normalerweise kann ich gut argumentieren, selbstbewusst
auftreten, meine Meinung vertreten und Grenzen setzen.

Nur ihm gegenüber gelingt es mir nicht. Ich bin zu nett…

Ja,ging mir auch mal so…

Wenn er um einen Rückruf bittet, springe ich. Andere sagen -
na und, dann rufst du halt irgendwann mal (=3-14 Tage) zurück.

Das habe ich mir abgewöhnt,wenn seine Nummer im Display blinkt geh ich nicht dran und warte bis er sich wieder meldet.

Nur ich habe dann „Angst“ vor der Reaktion (natürlich keine
schlimme Reaktion, es reicht ein Vorwurf á la „willst du mich
nicht sprechen“) und fühle mich sofort gezwungen mein
Verhalten zu rechtfertigen.

*lach*Entschuldigung.Aber das kommt mir zu bekannt vor oder „Du interessierst Dich nicht für Deinen alten Vater“ Ja, ich rede mich dann immer raus mit „zu viel Arbeit“

Wie kann ich meinem Vater gegenüber Grenzen setzen und
erreichen, dass ich ihm gegenüber selbstbewusster auftreten
kann?

Universal Tip…Lederkutte an,lange Haare,cool…vor ihn aufbauen und Klartext reden.;o)

So ist es in meinen Träumen.

Im Leben sieht es anders aus.Grenzensetzen?-Deinen Vater? Ihn nicht zu nah an Dich heran kommen lassen.

Selbstbewußter auf treten.-Tue es einfach denk nicht drüber nach.

Mir geht jedes Wort aus seinem Mund recht nah - wenn es mir
mal gelingt, mich durchzusetzen, dann ist das ein riesiger
Kraftaufwand. Einmal war es besonders extrem. Vorwürfe am
Todestag meiner Mutter. Ich war während dem Telefonat und
danach total fertig - Stress pur. Es war ein Kampf. Ein Kampf
um meine Gefühle, für mein Verhalten, für mein Leben (und das
meiner Mutter).
Der Kontakt tut mir psychisch nicht gut, daher will ich
Abstand nehmen.

Leg das nächste mal einfach auf,warum tut er das?

Also mein Vater tut das um sich selbst BESSER zu fühlen,er versucht andere Fertig zu machen,seit dem ich es nicht mehr zu lasse,z.B.einfach auflege oder nach Hause fahre,ist er sehr viel ruhiger geworden.

Wie gesagt Du bist Erwachsen und hast mehr Möglichkeiten,du bist nicht mehr das kleine Kind,zeig ihn das,okay.

LG Biene

Gruß
Tato

Du fühlst Dich wieder in der Rolle des kleinen Kindes,das auf
Papa hören muss!?

Jein… innerlich bin ich da anscheinend gespalten… Meine Rolle als Kind kann ich nicht so ohne weiteres ablegen.
Zugleich würde ich nicht behaupten, dass ich nach seiner Pfeife tanze. Ich tanze eben nicht und stehe dann im inneren Konflikt mit mir selbst, denn „ich bin ja seine Tochter“… Da unser Verhältnis zuvor ein sehr gutes war, ist es jetzt um so schwerer sich zu distanzieren und von dem „nett sein“-Zwang Abstand zu nehmen. Ich hätte früher anfangen sollen, mich aufzulehnen, dann wäre ich das gewohnt…

Warum schafft er das? Weil Du im Hinterkopf hast"ich muss für
ihn da sein"?

Ne… siehe oben. Ich bin es nicht gewohnt, mich aufzulehnen - zuvor sah ich auch nie die Veranlassung. Sicherlich, ich wünsche mir manchmal die alten Zeiten mit der Harmonie (ich habe sie als echt empfunden) zurück.

Wer geht zum Psychologen ,er um Dir zu helfen?
Steh gerade auf den Schlauch!?

Ich war wegen einer anderen Sache beim Psychologen. Natürlich kann man da diesen Konflikt nicht außenvorlassen…

*lach*Entschuldigung.Aber das kommt mir zu bekannt vor oder
„Du interessierst Dich nicht für Deinen alten Vater“ Ja, ich
rede mich dann immer raus mit „zu viel Arbeit“

Eine beliebte Ausrede für alle Situationen. Auch gut „ich mach gerade Wasserwechel und stecke bis zur Schulter im Becken“ :wink: Nur an Weihnachten geht das schlecht…

Gruß
Tato

Hi Tato,

Jein… innerlich bin ich da anscheinend gespalten… Meine
Rolle als Kind kann ich nicht so ohne weiteres ablegen.
Zugleich würde ich nicht behaupten, dass ich nach seiner
Pfeife tanze. Ich tanze eben nicht und stehe dann im inneren
Konflikt mit mir selbst, denn „ich bin ja seine Tochter“… Da
unser Verhältnis zuvor ein sehr gutes war, ist es jetzt um so
schwerer sich zu distanzieren und von dem „nett sein“-Zwang
Abstand zu nehmen. Ich hätte früher anfangen sollen, mich
aufzulehnen, dann wäre ich das gewohnt…

Du ich bin/war es auch nicht gewöhnt mich aufzulehnen,bin erst seit ca.2 Jahren soweit,das ich klar sage,was mich bewegt,warum ich jetzt wegfahre…auflege…

Nun gut,ein gutes Verhältnis hatte ich noch nie zu meinen Vater.Deshalb ist es wohl leichter.

Was ist passiert,warum möchtest Du Distanz?

Warum schafft er das? Weil Du im Hinterkopf hast"ich muss für
ihn da sein"?

Ne… siehe oben. Ich bin es nicht gewohnt, mich aufzulehnen -
zuvor sah ich auch nie die Veranlassung. Sicherlich, ich
wünsche mir manchmal die alten Zeiten mit der Harmonie (ich
habe sie als echt empfunden) zurück.

Ist es denn Auflehnung,wenn man einfach am Telefon sagt,du es verletzt mich jetzt gerade ,was Du sagst,deswegen leg ich jetzt auf.Oder ich habe auf dieses Gespräch keine lust,deshalb fahre ich jetzt…nun davon laufen ist zwar keine Lösung,aber es schont meine Nerven.

Wer geht zum Psychologen ,er um Dir zu helfen?
Steh gerade auf den Schlauch!?

Ich war wegen einer anderen Sache beim Psychologen. Natürlich
kann man da diesen Konflikt nicht außenvorlassen…

Nein,das kann man nicht.

*lach*Entschuldigung.Aber das kommt mir zu bekannt vor oder
„Du interessierst Dich nicht für Deinen alten Vater“ Ja, ich
rede mich dann immer raus mit „zu viel Arbeit“

Eine beliebte Ausrede für alle Situationen. Auch gut „ich mach
gerade Wasserwechel und stecke bis zur Schulter im Becken“ :wink:

Lach!Da kommt von Vatern"Du und Deine Viecher.;o)

Nur an Weihnachten geht das schlecht…

Sag ihn doch einfach die Wahrheit.

Hab ihn auch schon auf die Nase gebunden,das ich keine Lust hatte vorbei zu kommen oder mit ihn zu telefonieren.

Nur Mut!

LG Biene

Gruß
Tato

hi

Ich tanze eben nicht und stehe dann im inneren
Konflikt mit mir selbst, denn „ich bin ja seine Tochter“…

wieso denkst du dass du als seine tochter nach seiner Pfeife tanzen müsstest ?

*lach*Entschuldigung.Aber das kommt mir zu bekannt vor oder
„Du interessierst Dich nicht für Deinen alten Vater“ Ja, ich
rede mich dann immer raus mit „zu viel Arbeit“

Eine beliebte Ausrede für alle Situationen. Auch gut „ich mach
gerade Wasserwechel und stecke bis zur Schulter im Becken“ :wink:

WARUM lügst du ??? WARUM sagst du nicht die Wahrheit ?? : Ich habe gerade keine Lust mit dir zu telefonieren und sehen mag ich dich auch nicht, solange du dich so verhältst wie du es tust.

So ähnlich habe ich es meiner Mutter gesagt - und danach den Kontakt für ziemlich genau 2 jahre komplett abgebrochen … jetzt klappts ganz gut - sie weiss bis wohin sie gehen darf (und ich auch ;o) ) und damit fahren wir jetzt ganz gut

Nur an Weihnachten geht das schlecht…

was hat das mit WEIHNACHTEN zu tun ? Es wird jeden Tag ein Mann geboren, der sich für Gott oder seinen Sohn hält ,… es gibt also überhaupt keinen Grund ausgerechnet vom 24. - 26. Dezember netter zu sein als z.B. vom 12 - 15. März oder dem 30.6 - 2. 7.

Er benimmt sich an Weihnachten genauso bescheiden wie an Ostern oder Pfingsten oder Himmelfahrt … also warum solltest du sein Benehmen ausgerechnet an einem deiner freien Tage o.k. finden und ertragen und an allen anderen Tagen nicht ?!

Gruß H.

Hallo,

es gibt gewisse Dinge, die einem durchs soziale Umfeld (Familie, Freunde) vermittelt wurden. Dazu gehört bei mir, an Weihnachten sich zu einem Familientreffen zusammenzufinden. Auch wird oft vermittelt, dass ältere mehr Lebenserfahrung haben und daher auch öfter „Recht haben dürfen“ (dumme Umschreibung, aber so in der Art). Irgendwie muss ich das aufgeschnappt haben und werde es schwerlich wieder los.

Warum ich Ausreden benutze? Weil ich durch ehrliche Antworten eine größere Diskussion hervorrufen würde… Zudem hat er auch das Talent, immer dann anzurufen, wenn ich wirklich beschäftigt bin (meist beim Kochen oder Abendessen).

Eine komplette Kontaktsperre ist aus anderen Gesichtpunkten nicht ganz so sinnvoll - bin ja Studentin :wink:

Gruß
Tato

Huhu

es gibt gewisse Dinge, die einem durchs soziale Umfeld
(Familie, Freunde) vermittelt wurden. Dazu gehört bei mir, an
Weihnachten sich zu einem Familientreffen zusammenzufinden.
Auch wird oft vermittelt, dass ältere mehr Lebenserfahrung
haben und daher auch öfter „Recht haben dürfen“ (dumme
Umschreibung, aber so in der Art). Irgendwie muss ich das
aufgeschnappt haben und werde es schwerlich wieder los.

das klingt jetzt überheblich ist es aber garnicht - es ist eine reine Feststellung wie es mir ging und wie es dir aktuell anscheinend auch gerade geht :

… du bist noch locker unter 30 ? Dann wird das sicher noch ein paar Jahre dauern bis du genügend mentale Stärke hast um festzustellen dass du ein eigenständiger Mensch nicht nur sein DARFST sondern sein MUSST, wenn du dich von ihm nicht kaputt machen lassen willst.

Warum ich Ausreden benutze? Weil ich durch ehrliche Antworten
eine größere Diskussion hervorrufen würde…

Dann reduzier es auf : ich habe gerade keine Zeit !! OHNE Entschuldigung / OHNE Begründung - du musst es nämlich nicht begründen, dass du etwas zu tun hast.

Eine komplette Kontaktsperre ist aus anderen Gesichtpunkten
nicht ganz so sinnvoll - bin ja Studentin :wink:

o.k. wenn dir das Geld soooo wichtig ist, dann musst du allerdings wirklich mit dem Schweigegeld leben, den Mund halten und weiter nach SEINER Pfeife tanzen ;o)

Das war eine Info, die schon im ersten Artikel wichtig gewesen wäre - weil sie die Sache nämlich GANZ anders aussehen lässt … oder hatte ich das nur überlesen ?

Gruß H.

1 „Gefällt mir“

Hallo Hexerl,

naja, das mit Weihnachten ist schwierig - ist so. Fakt. Punkt. Zu viele
Erwartungen und dann noch dieser schreckliche Zwang sich einen Abend
lang verstehen zu müssen. Die Konflikte sind da vorprogrammiert. Welche
Familie findet sich denn schon alljährlich zum Pfingsfest zusammen? Bei
Weihnachten ist das aber so - und wenn Kinder im Spiel sind, wirds noch
komplizierter und so gut wie unmöglich zu umgehen.

Viele Grüße