Familienkriese

Hallo Alle,

Ein Freund von mir hat folgendes Problem: Seine einzige Schwester hat eine einzige Tochter - er selbst hat keine Kinder. Diese Nichte ist ein extrem lebhaftes Kind. Und „gehorcht“ leider auch nicht die Bohne. Das macht jedes Familienfest zu einer Zerreißprobe für die Nerven der meisten Anwesenden. Nur der Vater und die Großeltern des Kindes sehen das alles nicht so eng und entkräften durch permanente „lass sie doch“ oder „ist doch nicht so schlimm“ - Sprüche auch jeden Erziehungsversuch der Mutter des Kindes. Die Kleine kann keine 5 Minuten stillsitzen (ist mittlerweile 5 Jahre alt), steht mitten beim Essen auf, reißt dabei die Tischdecke mit und wird gleich darauf auf dem Treppengeländer des obersten Stockwerks herumturnend aufgefunden. Irgendwer muß ständig aufpassen, daß sie nicht sich selbst oder Gegenstände zu Schaden bringt. Und die Methode, sie eigene Erfahrungen machen zu lassen, ist ja auch nur bedingt möglich - wenn sie aus 5m Höhe durch ein offenes Treppenhaus abstürzt, könnte das ihre letzte Erfahrung gewesen sein.

Nun zum eigentlichen Problem. Mein Bekannter wohnt ihn einem für Kinder nicht ungefährlichen Haus. Offene Treppen, harte Steinstufen etc… Er bat also seine Schwester, nachdem all seine vorausgegangenen Geburtstagsfeiern (seit die Kleine laufen kann) bedingt durch beinahe-Unfälle und Gezeter mit dem Kind eher unerfreulich und ungemütlich waren, dieses Jahr einen Babysitter zu nehmen und mit ihrem Mann alleine zu kommen. Er schlug auch vor, nächstes Jahr, wenn die Kleine in der Schule ist, sie wieder mitzubringen (in der Hoffnung, daß sie dann ruhiger ist) Daraufhin kam die Schwester garnicht und berichtete wohl den gemeinsamen Eltern, daß das Kind ausgeladen war. Daraufhin schrieben die Eltern meinem Bekannten (ihrem Sohn) einen bösen Brief, aus dem u.A. hervorging, daß er demnächst dann zu keiner Familienfeier mehr zu kommen brauche.

Was sagt ihr dazu? Warum kann man nicht nach Jahren der Geduld mal einen Geburtstag in Ruhe verbringen wollen? Muß darüber die Familie zerbrechen?

Gespannt auf Eure Antworten
Tania

Was sagt ihr dazu? Warum kann man nicht nach Jahren der Geduld
mal einen Geburtstag in Ruhe verbringen wollen? Muß darüber
die Familie zerbrechen?

Hallo Tania,

trotz Deines langen Berichtes, kann mich sich natürlich nicht wirklich ein Bild machen von der Situation, dazu müßte man die Familie samt ihrer internen Beziehungen und Strukturen besser kennen.

Allerdings sind solche Nichtigkeiten, wie von Dir beschrieben, tatsächlich genau die Anlässe, die Familien bis aufs Blut entzweien.

Dazu oute ich mich mal mit einem Tatsachenbericht aus meiner eigenen Familie.

Vor vielen vielen Jahren trug es sich zur Weihnachtszeit zu, daß die Patentante meines damals bereits verstorbenen Vaters aus dem Westen bei uns zu Besuch weilte und mir u.a. einen kleinen Plastiklastzug mit mehreren Schokoladenautos darauf mitbrachte. Diese erregten natürlich die Aufmerksamkeit meines gleichaltrigen Großcousins, was im Verlaufe der Feierlichkeiten dazu führte, daß die Autos auf dem Laster immer weniger, dafür die bunten Papiere hinter dem Ofen mehr wurden. Als dieses auffiel gab es natürlich von Seiten der Erziehungsberechtigten und sich ansonsten dafür haltenden höchste Mißbilligung für den Diebstahl. Als aber anschließend die etwas mühseligen Anstrengungen meines Cousins auf dem Klo zu einer verbalen Spitze meiner Großmutter (’…das hast Du nun davon, hätteste die Autos nicht aufgefressen, dann könnteste jetzt besser sch…)führten, kam es zum offenen Streit. Tante R. schnappte Tasche, Sohn und restliche Familie um die Feier zu verlassen, kehrte anschließend mit einem beeindruckenden Auftritt zurück um alles (oder angeblich alles ) was an Schokolade auf den bunten Tellern noch vorhanden war auf den Wohnzimmertisch meiner Oma zu schütten, die dem armen Kind nicht mal Schokoladenautos gegönnt hatte.

So weit so gut…im Nachgang wurde die gesamte Familie zur Positionierung gezwungen, fast alle stellten sich an die Seite meiner Oma bzw. der zu ihr haltenden Schwester (der Großmutter meines Großcousins…ihr könnt noch folgen?? ), was aber immer wieder zu unangenehmen und peinlichen Situationen führte…spätere Versöhnungsversuche schlugen sämtlich fehl.

Bis zum Tode meiner Oma sprach man nie wieder ein gutes Wort miteinander.

Nur mein Cousin und ich haben uns weiterhin bestens verstanden (später waren wir auch in einer Schulklasse) und haben uns auch gegenseitig besucht. Über den albernen Vorfall in unserer Kindheit konnten wir nur lächeln, über die Sturheit der ‚Alten‘ auch.

Gruß Maid :wink:

P.S: Sollte mein lieber Cousin N. oder sonst jemand aus der Familie W. hier unerkannterweise mitlesen, dann sei er hiermit auf’s herzlichste gegrüßt…ich liebe Euch alle!!! :smile:)

Hallo Tanja,
ich habe selber zwei Kinder(Junge und Mädchen), der Junge war Hypeaktiv, also bei Gesellschaften ziemlich nervig. Nach langem hin und her habe ich ihm dann erklärt, dass er zu hause beim Babysitter bleiben muss, wenn er es nicht schafft, sich nicht immer selbst zum Mittelpunkt jeder Fete zu machen. Nach dreimal Babysitter bat er darum, wieder mitgehen zu dürfen und hat sich dann auch prima verhalten.
Es ist immer blöd, wenn jemand der keine Kinder hat etwas an der Erziehung auszusetzen hat. Wenn die Schwester Deines Freundes nicht mit ihrer Tochter fertig wird, kann sie sich in ein paar Jahren darauf gefasst machen, dass das Kind sie erst richtig tyrannisiert. Aber das ist ja dann ihr Ding.
Vieleicht sollte Dein Freund seiner Schwester einen einfühlsamen Brief schreiben, in dem er seine Gründe für die „Aussperrung“ noch einmal gründlich und höflich erläutert.
Selbst, wenn sie jetzt sauer und in ihrer „Mutterehre“ gekränkt ist wird sie vieleicht später einsichtig.
Außerdem hat dein Freund dann auch einen „Beleg“ (Kopie machen) für seine redlichen Absichten. Das hilft vieleicht auch bei Oma und Opa…
Ich weiss ja nicht, wie Dein Freund sein Anliegen rübergebracht hat, aber ich kenne die Situation und kann ihn voll und ganz verstehen.
Gruß
Ricarda

Hi… das ist ne schwierige Situation, das gebe ich zu, und ne Lösung dafür habe ich auch nicht.

Einerseits finde ich es zum K****, wenn kinderlose Menschen Kinder als störend, quasi als ‚Ungeziefer‘ empfinden. Und da will ich jetzt nicht sagen ‚andererseits ist es ja sein gutes Recht, in seinem Haus…‘. Nein. Daher kann ich die Reaktion bzw die Einstellung der Mutter schon verstehen.

Ich meine, denk mal, wie es auf Festen und Feiern in anderen Ländern zugeht! Hier scheinen die Leute die Kinder immer an nen separaten Tisch zu verbannen - damit die Erwachsenen zivilisiert essen können; die Sauerei soll gefälligst nicht in meinem Blickfeld gemacht werden.
Schrecklich! Versuch mal, dir das in Italien vorzustellen! Oder anderswo - sprich, in den meisten Ländern!

Aber andererseits (weil, ein andererseits gibt es schon noch) kann man nicht beurteilen, ob das Kind wirklich ein Problem hat, oder ob es sich da ‚rauswächst‘. Soll heissen, entweder hat das Kind vom Elternhaus noch nicht genug ‚Disziplin‘ gelernt, um in solchen Situationen einigermassen klarzukommen, bzw vielleicht ist es einfach noch zu jung.

Oder aber… das Kind HAT ein Problem, und wird auch später nicht dadurch, dass es eingeschult wird, ‚besser‘, sondern eckt nur an & hat dann auch gleich in der Schule massive Schwierigkeiten.

Sollte zweiteres der Fall sein, würde ich annehmen, dass die Mutter dieses Problem, aus Angst vor diesem Problem, dieses nicht wahrnehmen will, obwohl sie sich dessen schon bewusst ist. Was ihre Überreaktion erklären würde.

Ich denke, die einzige Lösung läge darin, dass das Kind mal zu nem Arzt gebracht wird - einem GUTEN Arzt, der bei nem 5jährigen Kind nicht Hyperaktivität/ ADD diagnostiziert, nur weil’s ein bisschen zu wild ist. Sondern der es wirklich untersucht, und dann zu ner Diagnose kommt. Und sollte sich Hyperaktivität herausstellen, na, dann haben wird ja das Problem. Und damit könnte man es dann angehen, sodass das Kind irgendwann nicht mehr die Tischdecke herunterreisst.
Es wäre dann wohl auch für die Zukunft des Kindes SEHR wichtig, dass sein Problem dann weiterhin ärtzlich betreut wird, denn es hat einige viele Schuljahre vor sich, die sonst sehr schwierig werden könnten.

Nur: Wie bringt man es der Mutter nahe, dass dies evtl eine gute Idee wäre??? Wenn sie jetzt schon diese Abwehrhaltung hat?

DAS ist Dein Problem. Hoffe, Du kannst mit meinen Kommentaren irgendwas anfangen.

Gruss,
Isabel

Hallo Tanja,

Ein Freund von mir hat folgendes Problem: Seine einzige
Schwester hat eine einzige Tochter - er selbst hat keine
Kinder. Diese Nichte ist ein extrem lebhaftes Kind. Und
„gehorcht“ leider auch nicht die Bohne. Das macht jedes
Familienfest zu einer Zerreißprobe für die Nerven der meisten
Anwesenden. Nur der Vater und die Großeltern des Kindes sehen
das alles nicht so eng und entkräften durch permanente „lass
sie doch“ oder „ist doch nicht so schlimm“ - Sprüche auch
jeden Erziehungsversuch der Mutter des Kindes.

die Kleine regiert, wie alle Kinder reagieren, wenn sich die Erwachsenen nicht einig sind: sie tut was sie will.
Die Mutter versucht, ihr Kind zu erziehen, Vater und Großelterm untergraben ihre Autorität. Das ist schlecht - schlecht vor allem für das Kind!

Die Kleine kann
keine 5 Minuten stillsitzen (ist mittlerweile 5 Jahre alt),
steht mitten beim Essen auf, reißt dabei die Tischdecke mit
und wird gleich darauf auf dem Treppengeländer des obersten
Stockwerks herumturnend aufgefunden. Irgendwer muß ständig
aufpassen, daß sie nicht sich selbst oder Gegenstände zu
Schaden bringt. Und die Methode, sie eigene Erfahrungen machen
zu lassen, ist ja auch nur bedingt möglich - wenn sie aus 5m
Höhe durch ein offenes Treppenhaus abstürzt, könnte das ihre
letzte Erfahrung gewesen sein.

Das sollte nicht sein.

Nun zum eigentlichen Problem. Mein Bekannter wohnt ihn einem
für Kinder nicht ungefährlichen Haus. Offene Treppen, harte
Steinstufen etc… Er bat also seine Schwester, nachdem all
seine vorausgegangenen Geburtstagsfeiern (seit die Kleine
laufen kann) bedingt durch beinahe-Unfälle und Gezeter mit dem
Kind eher unerfreulich und ungemütlich waren, dieses Jahr
einen Babysitter zu nehmen und mit ihrem Mann alleine zu
kommen.

Autsch! Damit hat er sich mitten in die Nesseln gesetzt. Ich kenne keine Mutter, die da nicht sauer wäre.
Das Verhalten des Kindes wird sich kaum ändern, solange Mutter und Vater nicht in die gleiche Richtung erziehen.
Kinder brauchen einige Eltern und geltende Regeln, die auch konsequent eingehalten werden müssen!

Die Reaktion des Onkels ist ebenfalls verständlich. Es macht keinen Spaß, dauernd auf dem Sprung sein zu müssen.

Was sagt ihr dazu? Warum kann man nicht nach Jahren der Geduld
mal einen Geburtstag in Ruhe verbringen wollen? Muß darüber
die Familie zerbrechen?

Nein, an so einer Situation muss keine Familie zerbrechen.

Der Bruder sollte seiner Schwester versuchen zu erklären, dass sein Vorschlag nicht böse gemeint war, sondern dass er ihr - also seiner Schwester - auch mal einen ruhigen Abend im Kreise der Familie gönnen wollte. Hier kann er ihr ja auch sagen, dass er sieht, wie sie sich bemühe aber Vater, sowie Großeltern ihr immer in den Rücken fallen würden.
Und um zu zeigen, dass er das ernst meint, sollte er seine Schwester fragen, was sie denn davon halten würde, wenn er für diesen Abend eine Babysitter organisiere.

So wäre die Kleine beaufsichtigt und die Erwachsenen könnten entspannt feiern.

Freundliche Grüße

Pooch

Eifersüchteleien
Hallo,

was du hier beschreibst könnte meine Tochter 4,5 sein. Sie ist weder hyperaktiv noch sonst etwas. Auch das Kind der Schwester wird vermutlich ein ganz normales Kind sein, nur unter lauter Erwachsenen fällt natürlich auf, dass ein Kind in dem Alter einfach noch nicht richtig still sitzen kann. Was soll das auch. Das Haus ist vermutlich einfach auch nicht kindgerecht. Ausserdem wer keine Kinder hat, kann sehr gut anderer Leute Kinder erziehen (ich war früher auch so)

Es gibt für die verfahrene Situation nur 2 Möglichkeiten.

  1. Dein Bekannter entschuldigt sich bei seiner Schwester

oder aber

  1. Er zieht es konsequent durch.

Was ich wieder nicht verstehen kann, dass man sich an solchen Dingen so aufhängen kann. Beide Seiten. Vermutlich stecken da ganz andere Eifersüchteleien dahinter.

Galaktische Gruesse

UFONET

Das immer nicht verstehen kann, wie man sich mit solchen Lapalien das Leben vergällen kann :smile:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Der Babysitter wäre dann im Hause des Bruders anwesend und würde dort auf die Kleine aufpassen.

Gruß

Pooch

trotz Deines langen Berichtes, kann mich sich natürlich nicht
wirklich ein Bild machen von der Situation, dazu müßte man die
Familie samt ihrer internen Beziehungen und Strukturen besser
kennen.

Hallo Maid,

Bei der Familie meines Freundes ist es wohl leider so, daß Sachen nie direkt geklärt werden. So war das Telefonat mit der Schwester völlig ruhig - sie hat zwar versucht, ihn zu überreden, daß die Kleine doch kommen darf, er blieb aber bei seiner Meinung. Es gab keine Auseinandersetzung - nachdem die Sache mit dem Kind (vermeintlich) geklärt war, wurde sich noch völlig ruhig über andere Themen unterhalten - das wars. Dann kam die Feier, die Schwester kam nicht, die Eltern kamen - es wurde kein Wort darüber verloren - und eine Woche später kam der böse Brief, in dem unter Anderem auch uralte „Vergehen“ meines Freundes aus der Jungendzeit aufgewärmt und vorgeworfen wurden. Nach dem Motto „Du warst so ein schreckliches Kind, dann mußt Du dieses schreckliche Kind jetzt auch ertragen“. Auch kam ja der böse Brief garnicht von der Schwester, sondern von den Eltern. Finde ich auch nicht gut. Bruder und Schwester sind lange erwachsen. Warum mischen sich die Eltern dermaßen massiv ein? Sie können ja sagen, daß sie sein Verhalten nicht gut finden - aber ihn gleich im Vorraus von den nächsten Familienfeiern ausladen? Es hat niemand von ihnen verlangt, daß sie wählen - dennoch wählen sie - und zwar ihr Enkelkind und nicht ihren Sohn. Er hat ja garkein Problem damit (bzw. kein großes) wenn die Kleine bei Feiern bei den Eltern dabei ist. Warum also darf er dahin jetzt nicht mehr kommen?

Naja - Fragen über Fragen - in den Ursprüngen dieser Problematik stecke ich natürlich auch nicht wirklich drin.

Jedenfalls vielen Dank für Deine Geschichte - schön, daß Ihr inzwischen darüber lachen könnt :smile:

Viele Grüße
Tania

Hallo Tanja,
ich habe selber zwei Kinder(Junge und Mädchen), der Junge war
Hypeaktiv, also bei Gesellschaften ziemlich nervig. Nach
langem hin und her habe ich ihm dann erklärt, dass er zu hause
beim Babysitter bleiben muss, wenn er es nicht schafft, sich
nicht immer selbst zum Mittelpunkt jeder Fete zu machen. Nach
dreimal Babysitter bat er darum, wieder mitgehen zu dürfen und
hat sich dann auch prima verhalten.

Das wäre vielleicht mal ne Maßnahme

Es ist immer blöd, wenn jemand der keine Kinder hat etwas an
der Erziehung auszusetzen hat. Wenn die Schwester Deines
Freundes nicht mit ihrer Tochter fertig wird, kann sie sich in
ein paar Jahren darauf gefasst machen, dass das Kind sie erst
richtig tyrannisiert. Aber das ist ja dann ihr Ding.

Naja - bedingt. Wenn sich der ganze Abend ausschließlich um das Kind dreht, nur weil es nicht (oder kaum) erzogen ist, dann ist es halt nicht mehr nur ihr Ding. Das schmeißt ja jede Feier.

Vieleicht sollte Dein Freund seiner Schwester einen
einfühlsamen Brief schreiben, in dem er seine Gründe für die
„Aussperrung“ noch einmal gründlich und höflich erläutert.
Selbst, wenn sie jetzt sauer und in ihrer „Mutterehre“
gekränkt ist wird sie vieleicht später einsichtig.
Außerdem hat dein Freund dann auch einen „Beleg“ (Kopie
machen) für seine redlichen Absichten. Das hilft vieleicht
auch bei Oma und Opa…

Das ist eine gute Idee. Werde ich ihm vorschlagen.

Ich weiss ja nicht, wie Dein Freund sein Anliegen
rübergebracht hat, aber ich kenne die Situation und kann ihn
voll und ganz verstehen.

Schön, das von einer Mutter zu hören. Manche Leute sind ja der Ansicht, daß Kinderlose die einzigen sind, die Probleme mit Kindern haben.

Danke für Deine Antwort.

Viele Grüße
Tania

Hi Isabel

Einerseits finde ich es zum K****, wenn kinderlose Menschen
Kinder als störend, quasi als ‚Ungeziefer‘ empfinden.

So sieht das niemand. Mein Freund hat auch schon bei Feiern, die nicht seine eigenen waren, mit der Kleinen gespielt, damit die Mutter mal in Ruhe essen kann.

Und da will ich jetzt nicht sagen ‚andererseits ist es ja sein gutes
Recht, in seinem Haus…‘. Nein. Daher kann ich die Reaktion
bzw die Einstellung der Mutter schon verstehen.

Komischerweise hat ja garnicht die Mutter, sondern die (Groß)Eltern so reagieren (siehe Antwort an Maid ganz unten)

Ich meine, denk mal, wie es auf Festen und Feiern in anderen
Ländern zugeht! Hier scheinen die Leute die Kinder immer an
nen separaten Tisch zu verbannen - damit die Erwachsenen
zivilisiert essen können; die Sauerei soll gefälligst nicht in
meinem Blickfeld gemacht werden.
Schrecklich! Versuch mal, dir das in Italien vorzustellen!
Oder anderswo - sprich, in den meisten Ländern!

Ein Problem in diesem Fall ist auch, daß sie das einzige Kleinkind in der Familie ist. In Italien toben Horden von Kindern autonom über die Feste so daß Kümmern von Erwachsenen nicht nötig und wahrscheinlich von den Kindern auch garnicht gewünscht ist. Dann haben die Kinder Spass und die Erwachsenen auch. Ein Kind allein braucht irgendeinen Erwachsenen zum spielen - sollte aber mit 5 Jahren auch mal wenigstens eine Mahlzeit beenden können. Ich glaub auch nicht, daß es förderlich ist, wenn man einem Kind den Eindruck vermittelt, es sei der Nabel der Welt. Und wenn die ganze Feier sich nur um ein einziges anwesendes Kind dreht, kann dieser Eindruck schon entstehen.

Aber andererseits (weil, ein andererseits gibt es schon noch)
kann man nicht beurteilen, ob das Kind wirklich ein Problem
hat, oder ob es sich da ‚rauswächst‘. Soll heissen, entweder
hat das Kind vom Elternhaus noch nicht genug ‚Disziplin‘
gelernt, um in solchen Situationen einigermassen klarzukommen,
bzw vielleicht ist es einfach noch zu jung.

Also, ich glaube klinisch ist das noch nicht. Sie ist sehr lebhaft und hat wiedersprüchliche Vorbilder. Sie ist auch sehr clever. Aber wenn die Mutter hüh und der Vater und die Großeltern hott sagen, ist ja klar, daß sie macht, was sie will. Sie kann nichts dafür. Aber sie beherrscht das Geschehen auf jeder Familienfeier.

Sollte zweiteres der Fall sein, würde ich annehmen, dass die
Mutter dieses Problem, aus Angst vor diesem Problem, dieses
nicht wahrnehmen will, obwohl sie sich dessen schon bewusst
ist. Was ihre Überreaktion erklären würde.

Ich denke in der Tat, daß die Mutter sich des bestehenden Problems bewußt ist - aber auch machtlos - sie kann ja schlecht jetzt auch noch ihren Mann und ihre Eltern erziehen. Insofern könntest Du schon recht haben. Allerdings hat sie selbst ja garnicht schlimm reagiert (siehe Antwort an Maid)

Ich denke, die einzige Lösung läge darin, dass das Kind mal zu
nem Arzt gebracht wird - einem GUTEN Arzt, der bei nem
5jährigen Kind nicht Hyperaktivität/ ADD diagnostiziert, nur
weil’s ein bisschen zu wild ist. Sondern der es wirklich
untersucht, und dann zu ner Diagnose kommt. Und sollte sich
Hyperaktivität herausstellen, na, dann haben wird ja das
Problem. Und damit könnte man es dann angehen, sodass das Kind
irgendwann nicht mehr die Tischdecke herunterreisst.
Es wäre dann wohl auch für die Zukunft des Kindes SEHR
wichtig, dass sein Problem dann weiterhin ärtzlich betreut
wird, denn es hat einige viele Schuljahre vor sich, die sonst
sehr schwierig werden könnten.

Nur: Wie bringt man es der Mutter nahe, dass dies evtl eine
gute Idee wäre??? Wenn sie jetzt schon diese Abwehrhaltung
hat?

Als die Möglichkeit der Hyperaktivität angesichts des ungezügelten Treibens des Kindes bei einer Feier mal auch nur erwähnt wurde, wurde das sofort als völlig absurd abgetan. Aber wie gesagt - ich glaube selbst auch nicht daran. Sie ist einfach nur klug genug, die Uneinigkeit der Erwachsenen auszunutzen.

DAS ist Dein Problem. Hoffe, Du kannst mit meinen Kommentaren
irgendwas anfangen.

Ja - und vielen Dank.

Viele Grüße
Tania

Hallo,

was du hier beschreibst könnte meine Tochter 4,5 sein. Sie ist
weder hyperaktiv noch sonst etwas. Auch das Kind der Schwester
wird vermutlich ein ganz normales Kind sein, nur unter lauter
Erwachsenen fällt natürlich auf, dass ein Kind in dem Alter
einfach noch nicht richtig still sitzen kann.

Ich kenne Kinder in dem Alter, die das durchaus können. Außerdem ist „nicht richtig still sitzen“ wirklich stark untertrieben. Sie sitzt eigentlich garnicht. Entweder sie steht auf dem Stuhl, sitzt unter dem Tisch oder rennt ganz weg, egal was die Mutter sagt.

Was soll das auch. Das Haus ist vermutlich einfach
auch nicht kindgerecht.

Ne - isses nicht. Es wohnen dort ja auch keine Kinder.

Ausserdem wer keine Kinder hat, kann sehr gut anderer Leute
Kinder erziehen (ich war früher auch so)

Mein Freund will das Kind ja garnicht erziehen. Er will nur seinen Geburtstag in Ruhe feiern.

Es gibt für die verfahrene Situation nur 2 Möglichkeiten.

  1. Dein Bekannter entschuldigt sich bei seiner Schwester

Die Schwester selbst war garnicht sauer (jedenfalls nicht offensichtlich) (siehe Antwort an Maid ganz unten)

oder aber

  1. Er zieht es konsequent durch.

Eigentlich möchte er sich nicht mit seinen Eltern verkrachen. Aber er versteht auch nicht, warum sich die Eltern so ungefragt ausschließlich auf die Seite der Schwester stellen.

Danke jedenfalls für Deine Antwort.

Viele Grüße
Tania

Der Babysitter wäre dann im Hause des Bruders anwesend und
würde dort auf die Kleine aufpassen.

Vielen Dank für Deine Antwort. Das mit dem Gespräch ist eine gute Idee. Die Schwester selbst war ja auch garnicht sauer (am Telefon) (siehe Antwort an Maid ganz unten). Die Idee mit dem Babysitter im eigenen Haus ist auch super. Allerdings müßte das schon ein ausnehmend guter Babysitter sein, wenn er es schafft, die Kleine im Zaum zu halten, wenn sie weiß, daß Mama, Papa, Opa und Oma und auch noch der (durchaus beliebte) Onkel nur ein Zimmer weiter sitzen. Ich fürchte, das würde nicht klappen.

Viele Grüße
Tania

Ein Problem in diesem Fall ist auch, daß sie das einzige
Kleinkind in der Familie ist.

Ein Kind allein braucht irgendeinen Erwachsenen zum
spielen - sollte aber mit 5 Jahren auch mal wenigstens eine
Mahlzeit beenden können. Ich glaub auch nicht, daß es
förderlich ist, wenn man einem Kind den Eindruck vermittelt,
es sei der Nabel der Welt. Und wenn die ganze Feier sich nur
um ein einziges anwesendes Kind dreht, kann dieser Eindruck
schon entstehen.

Also, ich glaube klinisch ist das noch nicht. Sie ist sehr
lebhaft und hat wiedersprüchliche Vorbilder. Sie ist auch sehr
clever. Aber wenn die Mutter hüh und der Vater und die
Großeltern hott sagen, ist ja klar, daß sie macht, was sie
will. Sie kann nichts dafür. Aber sie beherrscht das Geschehen
auf jeder Familienfeier.

Hi Tania,
okay, jetzt ist die Sache schon etwas klarer.
Dann liegt das ganze aber anscheinend an massiven Erziehungsproblemen. Das mit dem ‚einer sagt Hüh, der andere hott‘ - dafür kann man das Kind ja schlecht verantwortlich machen.
Und daher kann man es auch nicht dafür verantwortlich machen , das ES das Geschehen auf jeder Feier beherrscht.

Du sagst aber auch, dass sie sehr clever ist.
Das ist jetzt zwar ziemlich weit hergegriffen, aber vielleicht liegt da doch ein Problem vor? Unterforderung, oder wirklich ein Hyperaktivitätsproblem?

Tun wir mal kurz so, als wäre das sicherlich NICHT der Fall.
Dann wäre doch vielleicht eine Möglichkeit, erstmal abzuchecken, wie sie sich verhält, wenn sie im Beisein von Erwachsenen mit Gleichaltrigen zusammen ist.

Ist sie dann völlig ausgelastet, dann würde ich schätzen, dass eines der Probleme bei den Familienfeiern einfach Langeweile ist.
Wäre es irgendwie möglich, dass sie nicht als einziges Kind, sondern mit jemand in ähnlichem Alter zu solchen Feiern erscheint?
Oder dass, wie jemand schon vorschlug, eine Art Babysitter dabei ist, der nur für das Kind zuständig ist, sodass sich die Mutter mal den anderen Familienmitgliedern widmen kann, und das Kind aus dem Mittelpunkt herauskommt?

Dass es die Grosseltern sind, die die Situation so eskalieren lassen, finde ich schrecklich. Klar haben viele Eltern keine Kontrolle über ihre Kinder (I wouldn’t like to be the mother of a teenager with ADS!). Aber oft sind Verhalten doch anerzogen, wie Du auch hier beschreibst. Krass gesagt, die Eltern haben ihre Tochter nicht richtig erzogen, und kreiden ihr das jetzt, bei der Erziehung ihrer eigenen Tochter, an! Das würde mir echt stinken.

Aber was soll ich noch sagen? Wie der Friede zwischen ihnen wieder einziehen kann, ist mir momentan auch unklar.

Lieben Gruss,
Isabel

PS
Weiss nicht, wo ich in letzter Zeit mein Hirn gelassen habe, aber andauernd vergesse ich was, was ich noch sagen wollte.
Auch wenn’s Dir nichts bringt, es war das erste, das mir einfiel, als Du nun die Situation zwischen Grosseltern und ihren Kindern geschildert hast:

‚A son is a son til he takes him a wife,
a daughter is a daughter for the rest of her life‘

oder so ähnlich. Aber so scheint es häufig wirklich zu sein, und die Mutter des Kindes, bzw Tochter der Grosseltern, wird damit wohl noch ihr Leben lang (bzw dem ihrer Eltern) zu kämpfen haben.

Gruss, Isabel

Hallo Tania!

Ich habe vollstes Verständnis für die Reaktion des Onkels der „lieben Kleinen“.

Nicht nur, dass so ein Verhalten nerven und tyrannisieren kann, dazu kommt noch die Ohnmacht zusehen zu müssen, dass die Verantwortlichen - in diesem Fall die Mutter- mit Laissez-Faire Phrasen reagiert.

Was das mit einem Kind macht ist deutlich sichtbar. Die Kleine schreit förmlich nach Aufmerksamkeit und Grenzen, die Kinder nun mal dringend brauchen, um sich in dieser Welt sicher zu fühlen.

Ich weiss, dass es nicht leicht ist, den Erziehungsstil einer Mutter/der Eltern zu kritisieren, ohne dass sie sich angegriffen fühlen. Aber es ist nur legitim, dass hier Dein Freund endlich sichtbare Grenzen gesetzt hat.

Natürlich ist es traurig, dass daraus gleich ein Familienstreit entsteht. Aber vielleicht fängt die Mutter der Kleinen an, über ihren Erziehungsstil und dessen Folgen und die Auswirkungen auf das Kind und die Umgebung nachzudenken.

Ein hilfreicher Buchtipp, der hier sicherlich nicht zum ersten Mal auftaucht: „Jedes Kind kann Regeln lernen“ - Annette Kast-Zahn
und „Kinder fordern uns heraus - wie erziehen wir sie zeitgemäß“ - R.Dreikurs/V.Soltz

Alles Gute!