Fantasy für Anfänger

Hallo liebe Lesenden!

Ich würde gern einmal ein Fantasy-Buch lesen, so in Richtung Elfen usw. Bis auf „Die Nebel von Avalon“ habe ich aber noch nie ein Fantasybuch angefaßt. Wer hat gute Anfänger-Buchtipps für mich, die nicht gleich so hardcoremäßig sind?

Danke für Euer Antworten
Heike

Hallo Heike,

ein guter Einstieg in die Fantasy-Welt sind meines Erachtens die Bücher von Wolfgang Hohlbein. Diese handeln zwar nicht nur von Elfen, sondern auch von Trollen, bösen engeln, und allerlei anderer Kreaturen, aber schaffen eine gute Verbindung aus Realität und Fantasy, wie es doch sein könnte… Ausserdem schreibt er sehr mitreißend und witzig und als allerersten Einstieg empfehle ich von ihm: DER GREIF!

Hi,

wie wäre es mit Herr Der Ringe? :smile:

Gruß aus Darmstadt

Hallo Heike -

natürlich kann ich den „Herrn der Ringe“ nur empfehlen (es ist eines meiner Lieblingsbücher), aber als Einstieg ins Genre hat es nicht bei allen geklappt (obwohl Du ja, wenn Du die „Nebel“ gemeistert hast, schonmal vor dicken Schinken nicht zurückschreckst).

Der Hohlbein-Empfehlung kann ich mich - rein persönlich - absolut nicht anschließen. Er mag ein unterhaltender Autor sein, wenn man nicht sehr viel Wert auf Originalität legt. Ich finde ihn trivial und stilistisch unverdaulich; aber das ist eben Geschmackssache. Er mag Qualitäten haben, die mir entgangen sind (oder mir sind die verkehrten Bücher begegnet - er ist halt ein Vielschreiber).

Meine Empfehlung (der dann sicher prompt ein Hohlbein-Fan widersprechen wird…) wären die Erdsee-Bände von Ursula K. Le Guin (die jeweils in sich abgeschlossen sind), beginnend mit „Der Magier der Erdsee“ und „Die Gräber von Atuan“. Es ist literarisch hochwertige, etwas philosophische, spannende und atmosphärisch gelungene Fantasy, ohne dabei allzu actionlastig zu sein. Mich haben diese Bücher vor 20 Jahren zum dauerhaften Fan guter Phantastik gemacht.

Weitere besonders gute Fantasy - jenseits der klassischen Heroic Fantasy - schreibt auch Peter S. Beagle (speziell die Erzählungssammlung „Der Zauberer von Karakosk“ oder den Roman „Es kamen drei Damen…“ mag ich empfehlen).

Nicht besonders originelle, dafür aber extrem gut geschriebene Fantasy bietet Tad Williams mit der vierbändigen „Chronik von Osten Ard“. Viel schönes Buch für’s Geld und recht repräsentativ für Gegenwarts-Fantasy. Auch die zwei dicken Bände „Mordants Not“ von Stephen R. Donaldson („Der Spiegel ihrer Träume“ / „Einer reitet durch“) habe ich seinerzeit sehr genossen.

Zuletzt, falls Dich an den „Nebeln“ der mythologische Hintergrund besonders gereizt hat: Evangeline Walton, „Die vier Zweige des Mabinogi“, die Romanumsetzung eines walisischen Sagenepos - stilistisch etwas eigenwillig, aber äußerst fesselnd.

Ein frohes Durchreisen phantastischer Abenteuer wünscht

der Pengoblin

Hallo Heike,

für „Anfänger“ sehr geeignet, da mit eher wenig Fabelwesen und Magie, dafür mit gut gezeichneten Charakteren:

Robin Hobb:
Assassinen-Trilogie
Die Zauberschiffe

Gruß,

Myriam

Hi,

sehr schön geschrieben finde ich „Das Lied von Eis und Feuer 1. Die Herren von Winterfell“ von George R. R. Martin (mit den fünf folgenden Büchern. Besser habe ich eine mittelalterliche Fantasy-Welt noch nicht beschrieben gesehen.
ISBN: 3442247292 Buch anschauen

Etwas umfangreicher ist „Das Rad der Zeit“ von Robert Jordan, die Serie ist wirklich lesenswert und wird gerade neu aufgelegt. ISBN: 3453863704 Buch anschauen

Naja, dann ist da noch Terry Goodkind mit „Das Schwert der Wahrheit“, das ist allerdings manchmal etwas, naja, ‚blutig‘ :wink:. ISBN: 3442246148 Buch anschauen

Es ist manchmal auch recht aufschlussreich, sich die Kommentare bei Amazon durchzulesen und die angegebenen Links zu anderen Bücher zu durchstöbern.

Viele Grüsse,

Herb

Hi,

ich geben Pengoblin uneingeschränkt recht; HdR ist quasi „Pflichtlektüre“ und Erdsee ist wirklich beeindruckend.

Ich bin überzeugter Fan von Michael Moorcock; seine ELRIC-, CORUM- und HAWKMOON-Bücher habe ich derartig zerlesen, dass ich sie bereits 2x nachgekauft habe… Besonders der 2. Abschnitt des Corum-Zyklus gehört für mich als Freund keltischer Mythologie zu den absoluten Fantasy-Highlights. Moorcock schreibt allerdings reichlich heftige Sword & Sorcery-Fantasy, ist nicht jedermanns Geschmack.

Falls Du mit nordischer Mythologie was anfangen kannst, könnte Dir Poul Andersson gefallen: „Das zerbrochene Schwert“ erzählt die Geschichte von einem Wechselbalg und dem Krieg zwischen Elfen und Trollen vor dem Hintergrund der nordischen Götterwelt.

Wesentlich friedlicher geht es in einem der für mich schönsten Fantasyzyklen überhaupt zu: „Die sieben Zitadellen“ von Geraldine Harris. Auch sehr hübsch und fast völlig unblutig: „Roter Mond und schwarzer Berg“ von Joy Chant und Patricia McKillips „Die vergessenen Tiere von Eld“.

Etwas ausser der Reihe steht „Die Welt der tausend Ebenen“ von Phillip José Farmer. Eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy, die durch eine Reihe (privat erschaffener) Universen führt und einige überraschende Wendungen bereithält.

Wenn du London kennst und magst, wirst du Neil Gaimans „Niemalsland“ (vieleicht) lieben, in dem ein junger Geschäftsmann unversehens in das „andere“ London der verlassenen U-Bahnschächte und Tunnels gerät, bevölkert von Ungeheuern und Engeln, Rittern und Heiligen…

Und ganz zum Schluß noch: Terry Prattchet. Seine mittlerweile 30(!) Scheibenwelt-Romane sind für mich immer wieder (und wieder und wieder) lesenswert. Witzig, spannend, hintergründig, tiefsinnig und gespickt mit haufenweise Anspielungen. Eine Beschreibung der Inhalte und (losen) Zusammenhänge der Bücher würde hier jeden Rahmen sprengen (da wirst Du im Netz aber ausreichend fündig), zum Einstieg könntest Du mit „Gevatter Tod“ beginnen.

Gruß
Feanor

Danke Euch allen!
Vielen Dank für die vielen tollen und ausführlichen Buchempfehlungen. Ich habe mir alle Antworten fein säuberlich abgespeichert und werde mir jetzt alle Bücher mal in Ruhe anschauen. Bin jedenfalls schon ganz „heiß“ auf mein erstes Fantasy-Buch :wink:

Viele Grüße
Heike

PS: Hatte „Herr der Ringe“ ca. 30 Seite ne Chance gegeben - nein, das war „noch“ nichts für mich - im Gegensatz zum Film!