Hallo,
vor 10 Monaten hat mein Mann, hier in Ägypten, einen Pool gebaut. Da ihm abgeraten wurde zu fliesen, entschied er sich für einen Farbanstrich auf den Beton. Nachdem wir das Waser 3 x gewechselt haben, stellt es sich folgendermassen dar. Überall sind Blasen entstanden, allerdings nicht auf dem Beckenboden und auch nicht am Rand, wo kein Wasser hin kommt. Ich kratze zur Zeit mit einem Metallspachtel alle Stelle ab, die Blasen gebildet haben. Es sind aber sehr viele Stellen und ich bin nicht bereit, einfach wieder die extrem teure Farbe, die wir hierfür verwendet haben ein weiteres Mal anzurollen, bevor ich nicht eine Unterstützung von Ihnen bekommen habe.
Die Farbe ist ein Produkt Made in Egypt: ADDICION der Name. Dann steht weiter: special purpose acrile coating solvent containing and colored. Der gesamte Rest ist auf arabisch geschrieben und das kann ich nicht lesen. Mein Mann sagte mir weiter, dass ich in diese Farbe eine klare Flüssigkeit von einer andern Flasche hineinrühren soll, bevor ich anrolle. M.E. handelt es sich dabei um Terpentin (riecht für mich zumindest danach). Dies soll helfen, dass die Farbe besser hält. Ich habe einfach das Gefühl, ich müsste eine Grundierung haben, bevor ich die Farbe auftrage. Liege ich da richtig? Bitte, wer kann mir einen guten Ratschlag geben, was ich tun muss damit die Farbe auf dem Beton hält. Es scheint ja hauptsächlich ein Problem darzustellen, dort wo das Wasser im Pool am Rand damit in Berührung kommt. Vielleicht war es auch einfach noch nicht trocken genug, bevor das Wasser eingefüllt wurde, wäre das eine Überlegung wert?
Für Ihre Hilfe und wertvollen Tipps danke ich im Voraus herzlichst.
Freundliche Grüße aus der Oase Siwa.
Hallo Fragestellerin,
so einfach ist das alles nicht!
Es wird Dich zwar nicht trösten, doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wären die keramischen Fliesen, hätte man sie einfach an die Schwimmbadwandung angebracht, auch abgefallen.
Das Stichwort heißt hier:
ABDICHTUNG.
Bei keramischen Fliesen kann dies im Verbund mit entsprechenden Dichtschlämmen auf Beton erfolgen.
Bei Flüssigkunststoffen wie bei dem von Dir eingesetzten Acrylat-Beschichtung handelte es sich offenbar um ein lösemittelhaltiges Material, wie auch auf dem Gebinde steht.
Man muss bei derartigen Vorhaben genau wissen, was man da tut.
Die Bölasen, welche sich da innerhalb der ausgehärteten Beschichtung gebildet haben, sind ganz sicher auf osmotische Effekte zurück zu führen.
Lösemittel und/oder wasserlösliche Bestandteile unterhalb einer (hier leider und unbeabsichtigt als semi-permeable Membrane dienenden) Acrylatbeschichtung führen eben zu Osmoseblasen.
Auf Beton genauso wie auf metallischen Untergründen.
Was hätte vorher gemacht werden müssen?
Der trockene, feste und frei von Trennschichten befindliche Beton wäre zunächst mit einer Grundierung auf EP-Basis zu beaufschlagen, in ausreichender Dicke.
Hierauf dann innerhalb von max. 24 Stunden eine als Abdichtung geeignete Beschichtung. Ob sich hierzu Acrylate eignen, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Auch Epoxidharze wird man nicht nehmen, da sie durch die Abgabe von Inhaltsstoffen (an das Wasser) zur schnellen Verkeimung beitragen.
Was kann nun noch gemacht werden?
Eigentlich nichts, außer halt die alte Farbe wieder rückstandsfrei runterkratzen und danach neu (und ordnungsgemäß) neu aufbauen.
Das Wasser wird sich seinen Weg suchen. Über ungeschützte Teile des Betons auch außerhalb der Wasserlinie wird es durch die Porenstruktur in das Betongefüge gelangen - und dort sein schädliches Werk unter der Beschichtung fortsetzen.
Gut, hinterher ist man immer klüger!
Doch gilt hier der Satz:
Nicht jedes Gewerk eignet sich für den Heimwerker!
Sorry.
-.-.-.-.-.-.-
Ich bedauere, keine verwertbareren Informationen geben zu können.
Gruß in die Oase: Klaus