Halo,
wer kann mir erklären ,was es mit der Farbwirkung auf sich hat.
Wieso erscheinen Farben aufgrund bestimmter Absorptionen?Und wodurch entsteht die Farbwirkung?
Vielen Dank im Voraus
Mia
wer kann mir erklären ,was es mit der
Farbwirkung auf sich hat.
Wieso erscheinen Farben aufgrund
bestimmter Absorptionen?Und wodurch
entsteht die Farbwirkung?
Hast Du mal viele Farben in einen Topf
geworfen und dann kraeftig geruehrt?
Nicht anders kannst Du Dir das Licht der
Sonne vorstellen: Es besteht aus vielen
Farbanteilen, die „zusammengeruehrt“
weiss ergeben.
Nun kommen die Materialien/Stoffe ins
Spiel. Alle Stoffe werfen Licht entweder
zurueck (Reflexion) oder die schlucken
es (Absorption). Verschiedene Stoffe
reflektieren oder absorbieren immer nur
Anteile des Lichtes, d.h. bestimmte Farben.
Ein Beispiel: Ein Stoff schluckt alles
Licht, nichts kommt zurueck, der Stoff er-
scheint Dir schwarz. Oder, ein anderer
Stoff schluckt den roten Anteil des Lichtes,
dann wird der blaue reflektiert und Du
siehst den Stoff blau.
Das ganze kann man sich also vorstellen,
indem man sich in das Atelier eines Malers
begibt und beginnt, Farben zu mischen…
MEB
Huhu !
Farbe bzw. der Farbeindruck an sich ist ja nichts, was physikalisch existiert. Es ist eine Interpretation sensorischer Information. Die Sensoren sind die Sehzellen im Auge, und interpretiert wird zunächst in der Netzhaut, im Mittelhirn und schließlich in der Sehrinde. Die Gesamtheit dieser informationsverarbeitenden Prozesse führt u.a. auch zu dem, was du als Farbe empfindest.
Der Auslöser ist das Licht, also elektromagnetische Schwingungen in einem bestimmten Wellenlängenbereich, auf den eben die Sehzellen ansprechen. Die Sehzellen (Farbsinneszellen) enthalten einen Farbstoff, also ein Molekül, welches Licht einer bestimmten Wellenlänge absorbiert (die Lichtenergie wird von den Elektronen aufgenommen, sie sind dann energiereicher). Dadurch wird dieses Molekül in die Lage versetzt, seine Form zu ändern. Diese Änderung der Form hat ganz viele weitere Prozesse in der Sehzelle zur Folge und resultiert schließlich in einem elektrischen Impuls, der über Nervenzellen durch die Netzhaut ins Gehirn weitergeleitet und verarbeitet werden kann.
Du hast im Auge drei verschiedene Sorten Farbsinneszellen. Sie unterscheiden sich durch leichte Unterschiede in den Farbstoffen, so daß eine Sorte bevorzugt auf rotes, eine andere auf grünes und die dritte auf blaues Licht anspricht (also auf die entsprechenden Wellenlängen). Durch die Kombination der Signale, die von einem Dreierpack solcher Zellen kommen, kann das Gehirn berechnen, welche Wellenlänge (Farbe) das Licht gehabt haben muß, welches die Sinneszellen in einer bestimmten Weise anregt (Beispiel: 58% „rot“, 40% „grün“ und 2% „blau“ würde dann verrechnet zu „leicht rötliches zitronengelb“ oder was auch immer, obwohl für exakt diese Farbe keine passende Sinneszelle da ist). Wenn keine Sinneszelle angeregt wird, ist die resultierende Farbinformation, die dein Gehirn berechnet „Schwarz“. Wenn alle drei Typen von Farbsinneszellen gleichstark maximal aktiv sind, berechnet das Gehirn daraus den Farbeindruck „weiß“. Genau weil das so ist, gilt das, was mein Vorredner schon geschrieben hat.
Ich hoffe, das war nicht zu detailreich.
Farbige Grüße
Jochen
Hallo MEB,
darf ich das Problem noch etwas ausweiten?
Ich hab mir letztens die Frage gestellt, wie sich Absorption auf mikroskopischer Ebene erkl"aren l"asst?!
Anregung der Elektronen in h"ohere Schalen und anschliessnde Re-Emission (in 4Pi) scheidet doch wohl aus, da wir dann Flourezenz h"atten.
Schon mal vielen Dank f"ur Deine Hilfe.
Ciao
Gernot
darf ich das Problem noch etwas
ausweiten?
Aber sicher doch…
Ich hab mir letztens die Frage gestellt,
wie sich Absorption auf mikroskopischer
Ebene erkl"aren l"asst?!
Anregung der Elektronen in h"ohere
Schalen
Das ist schon richtig.
und anschliessnde Re-Emission (in
4Pi) scheidet doch wohl aus, da wir dann
Flourezenz h"atten.
Das ist eine Variante.
Es gibt auch die Moeglichkeit, durch
elektromagnetische Strahlung Schwingungen
der Bestandteile der Stoffe (Atome)
anzuregen. Diese sogenannten
Gitterschwingungen auessern sich dann in
einer hoeheren Temperatur des Stoffes.
Das absorbierte Licht wird also in Waerme-
energie umgewandelt.
Eine andere Moeglichkeit, die in Solarzellen
Anwendung findet, ist die Umwandlung von
Sonnenlicht in Strom. In diesem Fall werden
wirklich Elektronen durch Photonenabsoption
in einen hoeheren Energiezustand versetzt,
der ihnen dann freie Beweglichkeit im
Kristallgitter (Stoff) ermoeglicht. Die
Elektronen koennen also wandern.
Eine weitere Variante, warum man kaum
Fluoreszenz beobachtet ist, dass das
Zurueckspringen der Elektronen in den
Ausgangszustand stufenweise erfolgt. Auf
diese Weise werden von dem Elektron bei
jedem Sprung Photonen emittiert, aber mit
groesserer Wellenlaenge (also zum roten
Ende verschoben). I.a. ist die Wellen-
laenge dann so, dass das abgestrahlte Licht
im Infraroten liegt und vom Menschen direkt
nicht gesehen werden kann. Ein schoenes
Beispiel fuer solch einen Effekt ist der
Stoff, der die Pflanzen gruen erscheinen
laesst (Chlorophyll). Legt man das Zeug
unter eine Ultraviolettlampe, leuchtet es
blutrot!!! (klappt aber nicht mit einem
Laubblatt, da braucht man schon Chlorophyll
in konzentrierterer Form)
MEB
Huhu !
Du hast recht, daß Chlorophyll rot fluoresziert, wenn man es mit UV beleuchtet. Deine Begründung ist aber falsch. Man braucht kein UV-Licht. Chlorophyll fluoresziert immer im roten Bereich. Die Fluoreszenz ist nur normalerweise zu schwach, um sie bei Licht zu sehen. Die Fluoreszenz wird dann besonders stark, wenn nicht alle von dem Antennenkomplex absorbierten Lichtquanten auf das Reaktionszentrum übertragen werden können. Die so normalerweise über einen Resonanzenergietransfer weitergeleitete Energie wird als Fluoreszenz abgegeben.
In den Sehpigmenten wird die Anregungsenergie übrigends in eine Rotationsbewegung eines Teils des Pigments umgesetzt, was dann eine Konformationsänderung des Apoenzyms zur Forge hat (letzlich "Gitterschwingung, aber gerichtet).
Grüße
Jochen