Viele Leute sagen „das rosane Tuch“ oder „das lilane Auto“, obwohl
es (soweit ich weiß) falsch ist. Richtig muss es heißen „das rosa Tuch“ und „das lila Auto“. Oder?
Nun sagen manche stattdessen „das rosafarbene Tuch“ oder „das lilafarbene Auto“. Obwohl ich vermute, dass das nach Duden richtig ist, bekomme ich dabei Ohrenkrebs. Irgendwie klingt das „-farbene“ (vor allem die Endung) recht eigenartig.
Als Adverb („Das Tuch ist rosafarben.“) klingt es noch ganz gut, aber als Adjekiv („Das rosafarbene Tuch…“) habe ich immer das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt. Ich würde „Das rosa Tuch…“ oder wenn schon anders, dann „Das rosafarbige Tuch…“ bevorzugen.
Bin ich da der Einzige?
deine Bemerkungen und Ausführungen sind aber ganz richtig.
„lilane“, „rosane“ sind nicht korrekt, ebensowenig wie „kaputtene“ und „zuene“ und „abe“. Dennoch finden sich diese Formen vermehrt in der Umgangssprache; und es ist abzusehen, dass sie vom „Sprachgefühl“ der Leute irgendwann akzeptiert werden und dann auch in den Duden kommen.
Deine unterschiedliche Beurteilung der Suffixe -farben und -farbig teile ich jedoch nicht.
Freilich klingt die Form
_ -far|ben [älter -farb, für mhd. var = farbig; aussehend nach; dann nach »golden, seiden« u.a. umgebildet]: in Zus., z.B. creme-, honigfarben.
Moin,
also Deine Meinung kann ich nicht ganz teilen. Mir kräuseln sich eher bei 'rosane ’ und ‚lilane‘ die Zehennägel. ‚Rosafarbene‘ etc. finde ich eher schön, weil etwas altertümlicher.
Aber da Sprachwandel ja unvermeidbar - und im Grunde auch gut (obwohl ich bei einigen Formulierungen Zahnschmerzen an den Ohren kriege) - ist, werden wir uns wohl an ‚lilane Blumen‘ und ‚rosane Taschen‘ gewöhnen müssen
LG
Im Ernst: Ein rosanes Auto gibbet nur da, wo auffe Türen und zue Fenster im Schwange sind. Und der Suffix -farbig oder -farben wird gebraucht, wo für die Farbe gar kein Wort existiert, also bei Creme, Flieder, Schokolade, Kaffee u.ä. - sonst nicht, ich meine sogar, er wäre überflüssig, wenn etwas Braunes, Rotes, Grünes beschrieben wird.
Ja, da gibt es ein paar Farben, die nicht aus den Tiefen der deutschen Sprachgeschichte stammen und deshalb nicht so schön abwandelbar (sagt man da konjugierbar?) sind: rosa, orange, türkis …
Das grauslichste Beispiel ist für mich die „Orange Revolution“. Wie spricht man da das „orange“ aus? Normalerweise wird ja das „e“ am Schluss nicht gesprochen, aber hier wäre es ja gleich die passende Endung vor dem Wort „Revolution“. Schwierig, schwierig!