Farbkreis

Hallo!

Wer kann mir erklaeren, warum es den Farbkreis gibt? Eigentlich ist das doch ein Frequenzband von Infrarot bis Ultraviolett.
Warum lassen sich Farben auf bestimmte Art und Weise mischen?

Das Auge hat Rezeptoren für drei verschiedene Wellenlängenbereiche. Für energiearmes Licht kommt die Empfindung „Rot“ heraus, für Licht mittlerer Energie „Grün“ und für höhere Energie „Blau“. Schickst Du nun einen roten und einen grünen Strahl gleichzeitig ins Auge, so vermischen sich die Empfindungen zu „gelb“. Du könntest auch gleich einen Strahl mit einer Energie zwischen rot und grün nehmen, sozusagen „wahres Gelb“, dieser würde dann beide Rezeptoren rot und grün gleichzeitig anregen, und auch dann käme die Empfindung „Gelb“ heraus. Lektion: Zwei Farben, die gleich aussehen, müssen nicht gleich sein. Du kannst also nur deshalb alle Farben mit rot, grün oder blau zusammenbauen, weil Du diese drei Rezeptoren hast. Alle drei Farben zusammen regen alle Rezeptoren voll an, und die Empfindung „weiß“ kommt heraus. Du könntest einen roten, grünen und blauen Lichtstrahl nehmen, oder auch einen gelben und einen türkisen, immer käme „weiß“ heraus, hauptsache die drei Rezeptoren werden gleichzeitig angeregt.
Der Farbkreis ist sozusagen der fließende Übergang zwischen den drei Grundfarben rot, grün und blau und wieder zu rot. Wenn man Malfarben nimmt, braucht man Zyan, Magenta und Gelb, weil gelbe Malfarbe genau blau absorbiert, Magenta genau grün und zyan genau rot.

Wenns noch nicht klar ist, dann bitte weiter fragen

Gruß
Moriarty

hier ein guter Link:

http://www.fh-landshut.de/~gschied/opengl/04-farben-…

Ciao, Bill

Hi!

Danke erstmal fuer die Antworten.
Ein Punkt ist mir leider noch unklar:

Wie kommt man von einem Frequenzband von Infrarot bis Ultraviolett zu einem geschlossenen Kreis?

Daß man Rot und Gelb zu Orange mischen kann, leuchtet mir ein; Orange liegt im Frequenzband genau zwischen Rot und Orange, das kann man sich durch eine simple Ueberlagerung zweier Intensitaetskurven vorstellen. Warum kann man aber auch Rot und Blau zu Violett mischen?

Waere schön, wenn sich dazu noch jemand äußern könnte.

Gruß,

Peter

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Hallo Moriarty,

nach Deiner Erklärung müßte es dann jedoch so sein, daß Licht mit einer Wellenlänge von ca. 450 nm („violett“) die „roten“ Rezeptoren und die „blauen“ Rezeptoren im Auge anregt, aber nicht die „grünen“ Rezeptoren! , denn sonst würde ja nicht der Farbeindruck „violett“, sondern der Eindruck „weiß“ entstehen. Wie soll das jedoch möglich sein, wo die Energie von grünem Licht zwischen der von rotem und blauen liegt?

Hier noch mal zur Veranschaulichung das Farbspektrum von niedrigen zu hohen Wellenlängen (Rezeptorfarben unterstrichen):

(IR) – rot – orange – gelb – gelbgrün – grün – blaugrün – blau – indigo – violett – (UV)

Fragende Grüße
Martin

Hallo,
diese Diskusion gab’s hier schon mindestens einmal.

deshalb siehe:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gruß Uwi

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Hallo,
zur weiteren Erklärung siehe Link oben!

Hier noch mal zur Veranschaulichung das Farbspektrum von
niedrigen zu hohen Wellenlängen (Rezeptorfarben
unterstrichen):

hier in Kürze:
Das Auge kann nur 3 farben wahrnehmen
(nicht als Wellenlänge/Frequenz messen!!):

rot , grün , blau und alle Übergänge zwischen den 3 Farben.
Dadurch entsteht also eigentlich ein Dreieck mit Übergängen
zwischen den 3 „Wahrnehmungen“.
Alles andere sind nur Modelle, mit bestimmten Randbedingungen
und eingeschränkter Gültigkeit.
Gruß Uwi

(IR) – rot – orange – gelb – gelbgrün – grün –
blaugrün – blau – indigo – violett – (UV)
Fragende Grüße
Martin

moin

rot , grün , blau und alle Übergänge zwischen den 3 Farben.
Dadurch entsteht also eigentlich ein Dreieck mit Übergängen
zwischen den 3 „Wahrnehmungen“.

also den technischen RGB farbraum, oder ?

ciao norbert

Hallo,

rot , grün , blau und alle Übergänge zwischen den 3 Farben.
Dadurch entsteht also eigentlich ein Dreieck mit Übergängen
zwischen den 3 „Wahrnehmungen“.

also den technischen RGB farbraum, oder ?

nein, das betrifft erstmal das reine pysiologische Empfinden.
-> sieh Link oben!

Technisch wird das beim additiven Mischen von Farben im
RGB-Modell nur ähnlich modelliert.
Da gib’s aber ja auch noch ganz andere Modelle
-> z.B. tintenstrahldrucker (CMY) und Malerei -> Frabkreis
und noch edliche andere (je nach Randbedingungen sind es
eben nur Modelle)
Ist ein nicht ganz triviales Thema.
Gruß Uwi

Ein Punkt ist mir leider noch unklar:

Wie kommt man von einem Frequenzband von Infrarot bis
Ultraviolett zu einem geschlossenen Kreis?

Hallo,

das Lichtspektrum bietet mit den Frequenzen und Wellenlängen die Möglichkeit, Licht mathematisch zu beschreiben.

Der Farbkreis ist zunächst nichts anderes als ein Modell der Farbenlehre. Beschränkt man sich auf die einfachste Form, so hat man es mit den Primär- und Sekundärfarben der additiven bzw. subtraktiven Farbmischung zu tun.

Primärfarben der additiven Farbmischung (Lichtfarben):
rot, grün, blau
(gleichzeitig Sekundärfarben der subtraktiven Farbmischung)
Die additiven Mischung dieser Farben - Licht wird hinzugefügt - ergibt weiss. Leicht vorstellbar wird dies am Beispiel dreier Diaprojektoren, deren Lichtkegel durch farbige Folien (eben rot, grün und blau) in einem sonst lichtlosen Raum übereinander auf eine weisse Leinwand projiziert werden.

Primärfarben der subtraktiven Farbmischung (Körperfarben):
cyan, magenta, gelb
(gleichzeitig Sekundärfarben der additiven Farbmischung)
Die subtraktive Mischung dieser Farben - Licht wird absorbiert - ergibt schwarz. Na ja, jedenfalls in der Farbentheorie, nicht ganz in der Praxis. Trotzdem einfach nachzuvollziehen an jedem (vier-)farbigen Druckprodukt.

Der offensichtliche Unterschied zwischen Spektrum und Farbkreis besteht in der Farbe magenta. Sie kommt im natürlichen Spektrum nicht vor, schliesst aber den Kreis zwischen blau und rot.

Das Verständnis der Farbenlehre (und damit des Farbkreises) gehört zum Basiswissen aller in der Druckindustrie Beschäftigten und ist u.a. Grundlage solch segensreicher „Erfindungen“ wie dem Color Management. Aber das ist ein Thema für sich.

Gruss,
Andreas

Genau so muß es wohl sein, daß violettes Licht vorwiegend blaue und rote Rezeptoren, weniger jedoch grüne Rezeptoren anregt. Ergo muß der Farbstoff in den roten Sehzäpfchen auch noch ein weiteres Absorptionsmaximum im violetten haben.

Gruß
Moriarty

Danke an alle fuer die Diskussionsbeitrage, vor allem an Martin und Moriarty, die am besten verstanden haben, was ich eigentlich wissen wollte. Leider ist die Antwort noch nicht ganz geklaert, ich werde es mal im medizinischen Forum versuchen.

Gruesse,
Peter
http://go.quick.to/peter