Farbmaskenentfernung bei Negativen ?

Hallo,

ein Freund hat sich einen Scanner für Farbnegative und Dias gekauft. Das Scannerprogramm rechnet die Eigenfärbung der Negativmasken verschiedenster Filmhersteller heraus und wandelt dann das Negativ in ein Positiv um. Das Resultat sieht sehr gut aus. Gibt es ein ähnliches Programm bei dem ich Negative mit einem Durchlichtaufsatz scanne und die typische Färbung von Farbnegativen entfernen kann ? Anschließend kann man mit einem Bildbearbeitungsprogramm (PSP) das Bild in ein Positiv umwandeln.

Rainer

Ein Durchlichtaufsatz auf einem Flachbett-Scanner ist eine Notlösung, mehr nicht! Der echte (also nicht irgendein interpolierter) Vergrößerungsfaktor dieses Aufsatzes ist ungenügend. Ein Flachbild-Scanner ist für das Scannen von Aufsichten im Bereich von ungefähr 25% bis 200% konzipiert (für den Druck sollte man Aufsichten eigentlich nicht sehr vergrößern, weil die Unschärfe der Aufsicht dann zu groß wird, deshalb reicht das). Von Dia oder Negativ brauchst Du aber z.B. für A4 (von KB) um die 800%! Du kannst bekanntlich jedes Negativ im Scann-Programm oder dann auch im Photoshop invertieren (umkehren), aber mit sehr mäßiger Qualität der feinen Tonwerte und Abstufungen. Das zum Thema Flachbild-Scanner.

Ein echter Filmscanner hat für das Scannen von Negativen eine extra Software mit einem speziellen Umrechnungs-Logarithmus, der die Orange-Maske miteinbezieht - und nur soetwas ist qualitativ akzeptabel, besonders für die Druckvorstufe. Mit solchen Filmscannern kommst Du bei Negativen sogar besser zurecht als manche Lithoanstalt mit ihren hochwertigen Trommelscannern (da wird das Negativ/Dia von innen in einen durchsichtigen Zylinger geklebt und mittels Rotation von der in der Mitte liegenden Scann-Einheit abgetastet), weil eben der Umrechnungs-Logarithmus für Negativ auf diesen Scannern nicht von Haus aus dabei ist. Außerdem haben z.B. die Film-Scanner von Nikon oder Minolta die Staubentfernungs-Funktion ICE dabei, wo 90% der Negativ-Verunreinigungen schon beim Scannen entfernt werden. Nachträglich im Photoshop Staub entfernen heißt nämlich auch, unter Umständen Glanzlichter in den Augen zu eliminieren - was man nicht will! Also, der Weg führt (für Qualitätsscanns) an einem echten Filmscanner wohl nicht vorbei …