Farbprofil bei Abzügen ignoriert

Hallo zusammen,

vor kurzem hat ein Fotograf aus der Verwandschaft Bilder auf einem Fest gemacht, und mir die Fotos in digitaler Form gegeben. Ich habe von einem Bild Abzüge bei einem Fotodienstleister (oder wie nennt man das, ist auch ein Fotograf, aber in diesem Fall hat er ja nicht fotografiert) machen lassen, die allerdings sehr gräulich aussehen.

Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, wurden die Bilder mit einer Kamera erstellt, die den AdobeRGB-Farbraum verwendet. Dies wurde offenbar vom Fotodienstleister ignoriert. Ich hatte mich bei ihm schon über die Qualität der Farben beschwert, bevor ich die Ursache kannte, die wurde aber mit der Begründung abgelehnt, dass das Bild eben nie so aussähe wie auf dem Bildschirm und die Weiß- und Schwarztöne ja korrekt seien.

Jetzt meine Frage: ist dies aus eurer Sicht ein klarer Reklamationsgrund, oder kann ich von einem normalen Fotoladen nicht erwarten, dass er mitbekommt, dass das Bild in einem anderen Farbraum abgespeichert ist?

Vielen Dank schon mal!
Hendrik

Hi,

Jetzt meine Frage: ist dies aus eurer Sicht ein klarer
Reklamationsgrund […]?

Ja, definitiv. Du solltest versuchen (oder hättest versuchen sollen), Dich nicht abwimmeln zu lassen. Bei Aldi und dm kann man sowas wohl nicht erwarten, aber ein kleinerer Laden, insbesondere wenn es jemand ist, der selbst professionell fotografiert, hätte das erkennen müssen. Das ist, wie einen Film im falschen Entwickler zu baden.
Die Ausrede, dass Schwarz und Weiß passen, ist auch drollig. Da hätte er die Farbfotos ja auch in schwarz-weiß entwickeln können!

Herzlichen Gruß,
V.

Hi Hendrik,
vorab:
Profis verwenden eine hochwertigen Farbraum wie zb Adobe RGB und binden das Profil in der Datei ein.
Amateurlabors sind auf sRGB JPG Datein eingestellt da Sie von 99,9 % der Amateure genau das bekommen.

das ist der Grund warum eine Adobe RGB Aufnahme im sRGB LAbor ohne Farbmanagement blass wird.

Daß es Abweichungen gibt wenn im Labor Farbmanagement angewendet wird ist eine 2te Sache und zwar:
Wenn man sich nicht im Softproof (PS) die Simulation des Ausgabemediums am kalibrierten Bildschirm ansieht, dazu lädt man sich das Profil (den Farbraum des Fotopapiers) ins EBV- System,
kann und wird man natürlich Überraschungen erleben.
Erstens wenn der Ausgangsfarbraum höher ist als der Zielfarbraum.
Zweitens bei ungeignetem oder nicht übereinstimmenden Rendering Indent.

Abhilfe:
also wenn man im Adobe RGB bleiben will, bleibt nur der Weg über einen hochwertigen Inkjetdruck, der den RGB Farbraum besser darstellen kann als chemisches Fotopapier.

Billiger wirds natürlich auf Fotopapier ausbelichten zu lassen.
Da Fotopapier nur einen geringerwertigen Farbraum (kann man mittels Profil vom Labor, soferne verfügbargemacht, leicht im Softproof ansehen) darstellen kann, das Labor offenbar nicht auf auf ein hinterlegtes Profil zugreifen kann, wäre es Sinnvoll die Datein (Kopien) nach sRgb zu konvertieren.
Dabei würde ich den Rendering Indent auf Perzeptiv (Fotos , Bilder) einstellen.

Was schreibt denn das Labor über die Dateivorgaben?

Tja nun zur Eigentlichen Frage
Kann man der Industriesau vorwerfen, wenn Sie im Gourmettempel nicht schmeckt?

OL

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo OL,

danke für die Antwort. Dass auch trotz Farbmanagement Abweichungen auftreten, leuchtet mir ein. Ich habe die Fotos nun anderswo erstellen lassen, dort hat man das AdobeRGB Farbprofil der Datei zu dem Profil der im Labor verwendeten Maschine konvertiert. Es gibt zwar Abweichungen, aber diese sind minimal (im Vergleich zum anderen Labor fast unsichtbar), und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Außerdem wurde ich auf diese kleinen Abweichungen vorher hingewiesen.

Bei dem ersten Labor wurde offensichtlich gar kein Farbmanagement angewendet. Obwohl das Ergebnis wahrlich nicht schön aussieht, wurde auch keine Rückfrage am Telefon durchgeführt und gleich die bestellten 120 Abzüge gemacht. Zu der Industriesau: ich hatte bei der Abgabe der Datei gesagt, dass ich das Bild in guter Qualität haben will und der Preis zweitrangig ist. Gerade deswegen bin ich mit meinem USB-Stick zum Labor gegangen und habe keine Internetbestellung vorgenommen. Ich denke, dass man auch bei einem Labor, das so gut wie nie etwas anders als sRGB bekommt, erwarten kann, dass sie den anderen Farbraum bemerken und notfalls eben bescheid sagen, dass sie dies nicht geeignet verarbeiten können. Beim anderen Labor ging es ja auch, anscheinend sind die Leute dort besser ausgebildet.

Heute abend wollte ich mal hingehen und einen zweiten Beschwerdeversuch unternehmen, da ich der Ansicht bin, dass das (erste) Labor einen handwerklichen Fehler gemacht hat und ich mein Geld zurückbekommen sollte. (Vorgaben zur Datei gibt es seitens des Labors soweit ich weiß keine.)

Jedenfalls wieder was dazugelernt und ein gutes Labor gefunden :smile:

Gruß
Hendrik

Hi Hendrik,
vorab:
Profis verwenden eine hochwertigen Farbraum wie zb Adobe RGB
und binden das Profil in der Datei ein.
Amateurlabors sind auf sRGB JPG Datein eingestellt da Sie von
99,9 % der Amateure genau das bekommen.

das ist der Grund warum eine Adobe RGB Aufnahme im sRGB LAbor
ohne Farbmanagement blass wird.

Daß es Abweichungen gibt wenn im Labor Farbmanagement
angewendet wird ist eine 2te Sache und zwar:
Wenn man sich nicht im Softproof (PS) die Simulation des
Ausgabemediums am kalibrierten Bildschirm ansieht, dazu lädt
man sich das Profil (den Farbraum des Fotopapiers) ins EBV-
System,
kann und wird man natürlich Überraschungen erleben.
Erstens wenn der Ausgangsfarbraum höher ist als der
Zielfarbraum.
Zweitens bei ungeignetem oder nicht übereinstimmenden
Rendering Indent.

Abhilfe:
also wenn man im Adobe RGB bleiben will, bleibt nur der Weg
über einen hochwertigen Inkjetdruck, der den RGB Farbraum
besser darstellen kann als chemisches Fotopapier.

Billiger wirds natürlich auf Fotopapier ausbelichten zu
lassen.
Da Fotopapier nur einen geringerwertigen Farbraum (kann man
mittels Profil vom Labor, soferne verfügbargemacht, leicht im
Softproof ansehen) darstellen kann, das Labor offenbar nicht
auf auf ein hinterlegtes Profil zugreifen kann, wäre es
Sinnvoll die Datein (Kopien) nach sRgb zu konvertieren.
Dabei würde ich den Rendering Indent auf Perzeptiv (Fotos ,
Bilder) einstellen.

Was schreibt denn das Labor über die Dateivorgaben?

Tja nun zur Eigentlichen Frage
Kann man der Industriesau vorwerfen, wenn Sie im Gourmettempel
nicht schmeckt?

OL

Hallo V., dir auch vielen Dank für deine Antwort. Will mich hier nicht wiederholen (s.o.), war wie gesagt erfolgreich bei einem anderen Labor und versuche mich heute abend nicht wieder abwimmeln zu lassen und mein Geld wiederzubekommen… Schließlich habe ich jetzt das gute Argument, dass sie einen Fehler gemacht haben (wusste ich beim „ersten Abwimmeln“ ja noch nicht)…

Schöne Grüße

Hendrik

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke auch für die Korrektur des Titels :smile:
Hatte Farbprofil als „In Datei abgelegte Farbraumangabe“ verstanden, aber das ist wohl nicht ganz korrekt?