Farbseparation von Word-Dateien?

Moin und Hallo,

Microsoft Word-Dateien, die 4-farbige Fotos oder Elemente enthalten können offensichtlich von vielen Druckereien nicht nach Farben separiert belichtet werden.
Ich habe aber davon gehört, daß dies doch möglich sein soll.
Wer weiß wie es geht? Über welche Umwege geht es vielleicht doch? Welche Zusatzprogramme oder Programme brauche ich dafür?

Bin für jeden Tip, auch zur Recherche dankbar.

Thomas

Würde den Weg über ein PDF vorschlagen! Word ist wahrlich die schlechteste Alternative!

Gruß
Falke

Würde den Weg über ein PDF vorschlagen!

Das wird nicht klappen, da auch .pdf mit RGB-3-Farbmodus arbeitet.
Druckereien arbeiten (fast ausschliesslich) im Offsetverfahren. Dafür sind Dateien im CMYK-4-Farbmodus notwendig.
Die einzige komfortable Lösung um Text und Grafik nebeneinander in diesen Modus zu kriegen ist meiner Meinung nach Corel Draw 9.0 oder höher.

Gruß
OBO

Microsoft Word-Dateien, die 4-farbige Fotos oder Elemente
enthalten können offensichtlich von vielen Druckereien nicht
nach Farben separiert belichtet werden.
Ich habe aber davon gehört, daß dies doch möglich sein soll.
Wer weiß wie es geht? Über welche Umwege geht es vielleicht
doch? Welche Zusatzprogramme oder Programme brauche ich dafür?

Hallo,

MS-Office-Programme arbeiten generell im RGB-Modus. Selbst wenn CMYK-Bilder in ein Office-Dokument geladen werden, werden diese automatisch von CMYK in RGB konvertiert (Ausnahme: 4c-EPS-Dateien). Die farbseparierte Ausgabe ist mit Office-Bordmitteln nicht möglich.

Sofern Du Deine Dokumente unbedingt in MS-Word erstellen willst/musst, bleiben Dir zwei Möglichkeiten der Datenübergabe an eine Druckerei:

Variante 1: Erstellung einer PDF-Datei, sinnvollerweise mit Adobe Acrobat. Dabei ist in erster Linie wichtig, dass die Bilddaten eine(n) für den Druck ausreichende(n) Maßstab/Auflösung haben. Mit geeigneten Acrobat Plugins (für frühere Acrobat-Versionen) bzw. seit „Acrobat 6 Professional“ auch direkt können separierte PDFs erzeugt werden. Etwas Fachwissen zum Thema Farbseparation schadet der Bildqualität dabei nicht.

Variante 2: Übergabe der Word-Datei an die Druckerei, am besten zusätzlich auch die darin eingefügten Bilder, Graphiken, Logos etc. als separate Einzeldateien und (wenigstens) die Information über die verwendeten Schriften.

Die Begeisterung über gelieferte Office-Dokumente hält sich auch heute noch bei den meisten Druckdienstleistern in Grenzen. Wenn man sich allerdings nicht den letzten Hinterhofdrucker aussucht, sollte man von einem professionellen Unternehmen der Branche erwarten dürfen, dass das Wissen, die Hard- und Software zur Erzeugung eines qualitativ guten, druckbaren PDFs auch von Office-Dokumenten vorhanden ist.

Sorry, dass ich nicht die kostenneutrale 1-Klick-Lösung bieten kann.

Gruss,
Andreas

Hallo,

[…]

MS-Office-Programme arbeiten generell im RGB-Modus.

Tja, so sinn’se halt!

[…]

Insbesondere zu Variante 2 noch ein Hinweis an PC-Nutzer…

Variante 2: Übergabe der Word-Datei an die Druckerei, am
besten zusätzlich auch die darin eingefügten Bilder,
Graphiken, Logos etc. als separate Einzeldateien und
(wenigstens) die Information über die verwendeten Schriften.

In Ergaenzung dazu sollte nicht unerwaehnt bleiben, dann auch auf Umlaute (ÄäÖöÜü), Eszet (ß) und L e e r zeichen in Datei-/Pfadnamen zu verzichten, damit bei einer Konvertierung ins Mac-Format keine Probleme mit eingebetteten Bildern auftreten.

Gruss & CU DannyFox64

??? Denke, dass du hier falsch liegst! In meinem Job wird nur noch mit PDF zwischen den Druckereien agiert! Filme, Proofs etc. gibt es nicht mehr! Ein PDF reicht aus!

Gruß
Falke

weitere anmerkungen
hi,

ich will mich noch ergänzend zu den bereits zu lesenden postings äußern:
1.
ich kann nur davon abraten, die offene word-datei an die druckerei zu schicken!
word benutzt zur berechnung der zeilenbreite und wie viele zeichen letztlich in
eine zeile passen die daten aus dem druckertreiber. das bedeutet im
umkehrschluss: sobald ein anderer drucker angewählt wird, KANN es zu
umbruchveränderungen kommen. d.h. plötzlich fließt ein fest definierter
seitenumbruch auf die nächste seite und es gibt eine fast leere seite mit zwei
zeilen oben, mitten im textfluss. oder falsche trennungen oder oder oder.
deshalb: wenn offene word-dateien weitergegeben werden, muss immer ein
vollständiger ausdruck mitgeliefert werden und es werden mehrkosten wegen höherer
kontrollen einkalkuliert werden müssen.
2.
ich würde aber den weg über ein pdf gehen - sofern die druckerei das gut
handhaben kann (auch hier gilt: druckertreiber auf „distiller“ umstellen und den
umbruch nochmal komplett durchsehen, bevor das pdf geschrieben wird). bezüglich
der farben: UNBEDINGT den acrobat distiller zum pdf-schreiben verwenden und nicht
den pdf-writer! der distiller ist ein postscript-rip, der writer „konvertiert“
lediglich die grafikdaten des betriebssystems ins „pdf-format“. alle geräte der
druckvorstufe arbeiten auf postscript-basis, deshalb: distiller!
word schreibt nur rgb-daten, aber es gibt in den rips der belichter manchmal die
möglichkeit, rgb-daten kurz vor der belichtung zu separieren. damit kann auch ein
rgb-pdf korrekt belichtet werden. aber: damit muss die druckerei schon
experimentiert haben, damit da brauchbare ergebnisse rauskommen. und generell
gilt, dass auf diesem weg keine high-end-qualität herauskommen kann! manchmal
reicht es nicht mal für die mittlere qualitätsstufe…
es gibt auch ein paar pdf-tools, die rgb-bilder separieren können. einfach
nachfragen, was da möglich ist…

es heißt aber immer: testdokument, zur druckerei gehen und mit denen alles genau
besprechen! irgendeiner wird sich schon finden, der es druckt.

viel erfolg damit, es ist nicht der einfachste weg, ein druckprodukt zu
produzieren.
tobias

In Ergaenzung dazu sollte nicht unerwaehnt bleiben, dann auch
auf Umlaute (ÄäÖöÜü), Eszet (ß) und L e e r zeichen in
Datei-/Pfadnamen zu verzichten, damit bei einer
Konvertierung ins Mac-Format keine Probleme mit eingebetteten
Bildern auftreten.

Hi,

abgesehen davon, dass ich bei den von Dir erwähnten Zeichen jetzt kein akutes Problem sehe, stimmt es prinzipiell, dass man bei Dateinamen möglichst auf Sonderzeichen und Umlaute verzichten sollte.

Aber: Bei Anlieferung von PC-Dateien gibt es für die gut ausgestattete Druckvorstufe keinen Grund, die Daten überhaupt noch auf einen Mac zu übernehmen. Acrobat und alle wichtigen PDF-Tools und -Plugins laufen natürlich auch unter Windows - und: Sie laufen nach meiner Erfahrung schneller und stabiler unter Windows. Das betrifft sowohl das Distillieren als auch das Editieren des PDFs (schnellerer Bildaufbau bei der Monitordarstellung). Serverbasierte PDF-Workflows (z.B. „PrintReady“ von Heidelberg), werden heute i.d.R. auf Windows2000-Maschinen aufgesetzt.

Allerdings gebe ich Tobias Recht, der deutlich auf die Gefahr eines möglicherweise geänderten Seitenumbruchs aufmerksam macht. Die Annahme und Verarbeitung von Office-Dokumenten ist immer für spannende Überraschungen gut. Ich empfehle deshalb gerne den Weg in die professionelle Druck-/Medienvorstufe, früher auch bekannt unter dem schönen Namen Litho- oder Repro"anstalt" :smile:

Gruss,
Andreas

 

Hallo,

danke SEHR für Eure wichtigen Hinweise und Vorschläge. Ich bin einiges schlauer geworden. Für meinen Zweck haben sich so die zwei anscheinend besten Möglichkeiten ergeben: a) ich investiere in Acrobat 6.0 Professional oder b) ich begebe mich auf die wohl preiswerter Suche nach einem geeigneten Tool für Acrobat früher als 6.0.
(Vielleicht gibt es ja noch jemanden, der dieses Tool kennt?)

Nochmal: Besten Dank an alle

Thomas

der pc in der vorstufe - etwas off topic
hi andreas,

Aber: Bei Anlieferung von PC-Dateien gibt es für die gut
ausgestattete Druckvorstufe keinen Grund, die Daten überhaupt
noch auf einen Mac zu übernehmen.

da sprichst du mir ja voll aus der seele! ich mag den mac sehr, sehr gerne, es
ist ein klasse betriebssystem, die software-technologien sind gut (ich danke
apple auf knien für die direkte implementation des pdf ins neue betriebssystem).
aber was ich - schon seit jahren - nicht verstehen kann: warum hole ich mir ärger
durch konvertierungsarbeiten, wenn ich mir auch einen pc mit der software
anschaffen kann, und von dort aus belichte?
ich habe in der druckerei manchmal stunden damit verbracht, ein ungewöhnliches
textformat so zu konvertieren, dass es lesbar und verarbeitbar war - furchtbar!
und kaum hatten wir endlich einen pc angeschafft, war das wunderbar…
es ist auch recht unproblematisch, einen pc in ein mac-netzwerk einzubinden. auch
gibt es für alle geräte treiber und programme auf pc-basis.

also kann das wohl nur psychologische gründe haben…

gruß
tobias

??? Denke, dass du hier falsch liegst! In meinem Job wird
nur noch mit PDF zwischen den Druckereien agiert! Filme,
Proofs etc. gibt es nicht mehr! Ein PDF reicht aus!

Dann muss ich meine Druckerei wechseln. Tatsache verlangt der Typ die Dateien immer im CMYK-Modus als *.cdr .
Jedesmal 'n Haufen Arbeit.

Danke
OBO

Vielleicht musst du nur deine Einstellungen im PDF (bzw. Destiller) kontrollieren. Müsste eigentlich bei der Umwandlung geschehen!

Kann dir hier leider nicht weiterhelfen, da dies i.d.R. von unseren Graphikern gemacht wird.

Gruß
Falke

??? Denke, dass du hier falsch liegst! In meinem Job wird
nur noch mit PDF zwischen den Druckereien agiert! Filme,
Proofs etc. gibt es nicht mehr! Ein PDF reicht aus!

Dann muss ich meine Druckerei wechseln. Tatsache verlangt der
Typ die Dateien immer im CMYK-Modus als *.cdr .
Jedesmal 'n Haufen Arbeit.

Hi Olaf,
in diesem Fall solltest du dich wirklich mal nach ner anderen Druckerei erkundigen. Die neueren Belichtungssysteme interpretieren problemlos PDF.

Natürlich übernimmt PDF die RGB-Einstellungen, die in der Ursprungsdatei vorhanden ist. Aber neuwertige Rip’s können diese dann in CMYK separieren. Noch sauberer wird alles, wenn man über die Funktion von z.B. Pitstop die Daten ändert. Dann kann man auch noch ein Farbmanagment einfließen lassen oder mit einer Verlinkung in Photoshop direkt die Bilder auf CMYK wandeln und auch anpassen.

Bei der Produktion der PDF ist die Distillereinstellung megawichtig. Damit steht und fällt die Verwendbarkeit der Datei. Eine printoptimierte Datei ist nicht wirklich zum Druck zu gebrauchen.

LG
Susanne