der Putz unseres Einfamilienhauses ist nach 33 Jahren ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden und bedarf der Sanierung. Dabei überlegen wir, auch die Fassade zu dämmen.
Im Intenet kursieren zu dem Thema recht widersprüchliche Aussagen. Und auch im Archiv von wer-weiss-was gibt es angeregte Diskussionen.
Die Entscheidung, dämmen ja oder nein, nimmt mir sowieso keiner ab.
Mich interessieren folgende Punkte aus der Praxis:
der Dachüberstand beträgt an der Giebelseite 18cm (an den Hausseiten mehr). Am Dach sollen keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden. Wie dick sollte man mind. dämmen und wie dick kann man dämmen, damit es noch „aussieht“? Wird es im Haus dunkler, wenn man zu dick dämmt (Fenster werden nicht getauscht, sind bereits erneuert)
Bin ich aufgrund der Energiesparverordnung event. sogar verpflichtet zu dämmen?
Es kommt immer darauf was für eine Dämmung bezüglich der Wärmeleitzahl genutz wird. Je besser die Dämmung ist umso weniger Aufbau hast du.
Nach EnEV (Energieeinsparverordnung) müssen Außenwände einen U-Wert von 0,35 W/m²K haben, also bist du daran gebunden.
Um auszurechen was für eine Dämmstärke du brauchst mußt du die anderen Schichten angeben (Die Dicke und Material von: Innenputz, Mauerwerk und alles was danach kommt).
Also je nach dem wie stark die Dämmung wird bzw. sein muss, wirst du auch nicht im Dunkeln sitzen.
Negativ können sich nachträglich angebrachte Dämmungen bei einigen Altbauten ausüben je nach MAterialbeschaffenheit. Die Gebäude können „überdämmt“ werden und man nimmt somit die Luft zu atmen. Kann dann mit einem Barakkenklima
verglichen werden.
Mein Tipp: Dämm dein Gebäude, mit der richtigen Beratung, und du wirst einiges an Energie sparen, die doch heute leider immer teurer wird…
Hoffe das hilft dir weiter?
Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zu Verfügung
Gruß
Nelsont
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Also je nach dem wie stark die Dämmung wird bzw. sein muss,
wirst du auch nicht im Dunkeln sitzen.
Im Dunkeln muß niemand sitzen, weil die Fenster ohnehin nach außen in die Ebene des größten Temperaturgefälles versetzt werden müssen. Wenn man das unterläßt, gibt es rund um die Fenster ein feines Taupunkt- und Schimmelproblem.
Von innen entstehen tiefe Fensternischen und je nach Sonnenstand etwas Abschattung. Wenn die Belichtung zuvor schon zu dürftig war, kann man sich z. B. mit Verringerung der Brüstungshöhe helfen. Das geht natürlich nur, soweit keine Heizkörper stören. Wenn man mit der Belichtung unsicher ist, kann man die Verhältnisse vor und nach der Baumaßnahme bei jedem Sonnenstand simulieren (z. B. mit Arcon).
Außendämmung mit der Vorgabe, die Fenster nicht anzutasten, mündet in einer Bausünde. Sofern sich die vorhandenen Fenster unbeschädigt demontieren lassen und sie technisch und hinsichtlich U-Wert akzeptabel sind, kann man sie erneut verwenden. An neuen Fensterbänken und Putzarbeiten innen führt aber kein Weg vorbei.
Alles zusammen ist typische Planungsarbeit für einen Architekten oder Statiker. Die vorherige Beratung durch solchen Fachmann empfehle ich dringend.
Im Dunkeln muß niemand sitzen, weil die Fenster ohnehin nach
außen in die Ebene des größten Temperaturgefälles versetzt
werden müssen. Wenn man das unterläßt, gibt es rund um die
Fenster ein feines Taupunkt- und Schimmelproblem.
Genau diese Frage wollte ich gerade stellen. Wenn die Fenster innen sitzen und ich isoliere, wandert der Taupunkt nach außen. D.h. es bildet sich Kodenswasser nur außen in der Fenstereinfassung.
Macht denn die Feuchtigkeit außen Probleme, wenn man bedenkt, dass im deutschen Klima die Fassade sowieso keinen mangel an Feuchtigkeit kennt?
Ohne zeichnerische Möglichkeiten wird die Kommunikation schwierig. Deshalb suchte ich passende Darstellungen und fand sie u. a. hier: http://www.fensterberater.de/Page472.htm
Scrolle bis zur Überschrift „Isothermendarstellung“ herunter. Dort finden sich Schnittzeichnungen mit geeigneten Einbaupositionen für Fenster in einer Fassade mit Außendämmung unter Berücksichtigung der Isothermen (= Linien gleicher Temperatur).
ich habe mir die Seite angesehen und sie ist sehr interessant, z.B. auch die Rolle der Fugen.
Dort finden sich Schnittzeichnungen mit geeigneten
Einbaupositionen für Fenster in einer Fassade mit Außendämmung
unter Berücksichtigung der Isothermen (= Linien gleicher
Temperatur).
Die Zeichnungen stellen dar, dass die 10°-Isotherme durch das Fensterinnere gehen soll. Wenn ich nun ein Fenster an der Innenseite lasse und die Wand isoliere, verschiebt sich die Isotherme nach außen.
Es kann passieren, dass die Isotherme an den äußeren Fugen oder im Extremfall sogar an der Fenstereinfassung die Wand verlässt. Damit hätte man Feuchtigkeit am Fenster außen.
Was mich nun interessiert, was bedeutet es in der Praxis, wenn man das Haus isoliert und die Fenster in der Innenseite lässt?