Fassadendämmung - Schimmelbildung möglich?

Hallo zusammen!
Meine Frau und ich haben ein renovierungsbedürftiges Haus gekauft. Abgesehen von neuen Fenstern, überlegen wir, die Aussenfassade dämmen zu lassen.
Nun haben wir gehört, dass es wohl schon häufiger vorgekommen ist, dass trotz regelmäßigen Lüften sich schnell Schimmel bilden kann?
Wie ist eure Meinung dazu? Hat jemand diesbezüglich bereits Erfahrungen sammeln können?
Macht eine Fassadendämmung bei einer Dicke von 36mm überhaupt großen Sinn, wenn man neue hochwertige Fenster einsetzt?
Über viele Antworten + Gedankenaustausch freue ich mich.

Hallo

Meine Frau und ich haben ein renovierungsbedürftiges Haus
gekauft. Abgesehen von neuen Fenstern, überlegen wir, die
Aussenfassade dämmen zu lassen.

guter Ansatz

Nun haben wir gehört, dass es wohl schon häufiger vorgekommen
ist, dass trotz regelmäßigen Lüften sich schnell Schimmel
bilden kann?

Das hängt davon ab, wie dicht das Haus ist. Wenn ihr nicht nur dämmt sondern auch alle Ritzen zu macht, solltet ihr an eine Zwangslüftung mit Wärmerückgewinnung denken.

Macht eine Fassadendämmung bei einer Dicke von 36mm überhaupt
großen Sinn, wenn man neue hochwertige Fenster einsetzt?

36 mm sind wohl etwas wenig. Wir haben letztes Jahr 140 mm mit WLG 35 Dämmstoff angebracht. Bei eurer angedachten Dicke entspräche das WLG 135, so ich mich da nicht verrechnet habe. Gibt es m.W. nach nicht.
Alles in allem: energetische Sanierung ist ein aufwändiges Geschäft und benötigt ein Gesamtkonzept für das ganze Haus. Da muss ein Energieberater oder anderer Fachman ran. Ferndiagnosen sind da doch eher hinderlich. Mit konkreten Einzelfragen kannst Du dann hier im Forum sicherlich dann mit konkreten Antworten rechnen.

Gruß
Vincenz

Hallo Scholli
Natürlich macht eine Fassadendämmung Sinn wenn du
hohe Heizkosten hast. Bei niedrigen Heizkosten würde
ich mir eine Dämmung überlegen. Und Schimmel könnte
sich bilden falls dein Dämmsystem falsch angebracht
wird oder gar ein falsches oder nicht berechnetes System
an dein Haus montiert wird(stimmt die Satzstellung).
Hol dir einen Fachmann von STO der dir eine Berechnung
durchführt und dir sagt was du drauf machen sollst, den
man kann auch zu dick dämmen.
www.svb-gesell.de

Gruß Peter

Hallo,

Fassadendämmung lohnt sich immer. Allerdings sind 36 mm etwas sehr wenig. Hol Dir da mal mehrere Angebote von Experten aus Deiner Nähe ein. Sprich bei den notwendigen Beratungsgesprächen auch das Thema Förderung an. Bei bestimmten Maßnahmepaketen gibt es Bares vom Staat oder vom Land! Fenstertausch und Fassadendämmung gehören mit Sicherheit dazu.

Zum Thema Lüftung:
Natürlich erfordert eine dichte Gebäudehülle auch ein angepasstes Lüftungsverhalten. Sonst, und wirklich nur sonst kann es tatsächlich zu Problemen kommen. Oder man entscheidet sich für eine automatische Lüftungsanlage, die u.U. auch förderungswürdig ist.

Hier gibt es interessante Info’s:
http://www.bosy-online.de/DIN_1946-6-Wohnungslueftun…

Beim Umweltbundesamt kannst Du auch noch kostenlos einen „Schimmelpilzsanierungs-Leitfaden“ bestellen. Da steht einiges über die Vorbeugung drin.

Gruß
Jürgen Götte

Hallo,
Schimmelbildung ist oft ein Problem, wenn neue hochisolierende Fenster eingestzt werden, aber die Aussenwände einen schlechten Dämmwert haben. Dann schlägt sich die warme, feuchte Luft innen an der kalten Aussenwand nieder und es entsteht Schimmel.

Also vor dem Erneuern der Fenster die Gesamtsituation der Fassade beurteilen (lassen). Am Besten ihr fragt einen Architekten oder sonstigen Baufachmann. Die können euch unabhängig beraten ohne dass ihr schon an einem Produkt festsitzt.

MfG

Hi,

Meine Frau und ich haben ein renovierungsbedürftiges Haus
gekauft. Abgesehen von neuen Fenstern, überlegen wir, die
Aussenfassade dämmen zu lassen.
Nun haben wir gehört, dass es wohl schon häufiger vorgekommen
ist, dass trotz regelmäßigen Lüften sich schnell Schimmel
bilden kann?

mehrere Bekannte haben ihr älteres Haus nachträglich mit einer Außendämmung versehen, was bei mehr als der Hälfte zu Schimmelbefall geführt hat. Erst nach Einbau einer Zwangsbelüftung konnte dieses Problem wieder gelöst werden.

Solltet ihr einen hohen Energieverbrauch haben, lohnt sich eine Außendämmung schon, allerdings sollte dann auch ein unabhängiger Berater ins Boot geholt werden, der berechnet was für eine Dämmung erforderlich ist und ob es sinnvoll ist eine Lüftungsanlage einzubauen.

Gruß
Tina

Energieberatung
Hallo!

Geht zu einem (guten) Energieberater. Der macht Euch ein Gutachten Eures Hauses, wägt Kosten und Einsparungspotenzial verschiedener Maßnahmen ab. Er sagt Euch auch genau, wie dick die Dämmung sein muss (uns wurden 14 bis 16cm empfohlen), welchen Energiedurchlasswert die Fenster dazu haben sollten, wo Kältebrücken und somit Schimmel entstehen kann und wie man das vermeidet.

Er kann Euch auch sagen, wo sich Eigenleistung lohnt.

Er kann auch eine Lüftungsanlage miteinkalkulieren um Schimmel zu vermeiden.

Ein Architekt aus der Region wird Euch auch Firmen vor Ort empfehlen können, die die Arbeiten durchführen. Gegen weitere Bezahlung (auch hier gibt es Fördermöglichkeiten) übernimmt er auch die Ausschreibung und Baubetreuung. Das widerum kann noch einmal viel Ärger ersparen.

Ja, so ein Gutachten kostet Geld (ein paar hundert Euro bis über 1000 Euro), es gibt aber Fördermöglichkeiten dazu. Es zahlt sich aber zigfach wieder aus, weil man sich Folgekosten durch evtl. entstehende Schäden spart und hinterher ein funktionierendes Gesamtpaket hat.

Der Berater kann Architekt, Bauingenieur, Zimmermann oder ähnliches sein, es gibt da Netzwerke und Listen mit unterschiedlichen Qualitätsansprüchen, am besten wäre natürlich eine Empfehlung aus dem Freundeskreis.

Die Dämmung eines Hauses ist kein Kinderspiel. Ich würde mich da nicht rantrauen und ich denke, ich kann behaupten, technisch nicht gerade unversiert zu sein.

Grüße
kernig

Hallo

Schimmel kann seine Ursache nie primär in einer besseren Wärmedämmung des Hauses haben, da Wärmedämmung immer diffusionsoffener als Mauerwerk ist. Außerdem ist die Innenseite der Wand dann wärmer und der Taupunkt wird in die Wand oder sogar die Wärmedämmung verlegt. So weit, so gut.

Womit man sich allerdings den Schimmel vorprogrammiert: Wenn man zuerst hochwertige, dicht schließende Fenster einsetzt und ansonsten erst mal garnix tut. Denn ich kenne keinen Menschen, der das dann zur Vermeidung von Schimmel notwendige aktive Lüftungsverhalten an den Tag legen könnte oder wollte. Folge ist eine ansteigende Luftfeuchtigkeit innen und dann eben doch wieder Kondenswasserbildung.

Das Problem ist nicht die Wärmedämmung. Das Problem sind die neuen Fenster allein vorab.

Gruß
smalbop

Hei!

da Wärmedämmung immer diffusionsoffener als Mauerwerk ist.

Bitte, was?
Eine Styropordämmung (Standard für Außen) ist so diffusionsoffen wie ein Stahlblech, nämlich gar nicht.

Ab hier geb ich dir aber uneingeschränkt recht:

Außerdem ist die Innenseite der Wand dann wärmer und der Taupunkt wird in die Wand oder sogar die Wärmedämmung verlegt.
Das Problem sind die neuen Fenster allein vorab.

Ganz genau.
Die Außendämmung ist keinesfalls Verursacher des Schimmels - eher im Gegenteil. Ursache ist immer Luftfeuchtigkeit, die nicht raus kann. Weil die Fenster auf einmal absolut Dicht sind.

Lüften, Lüften, Lüften - oder besser eine aktive Lüftungsanlage vorsehen.

schönes WE,
mabuse

1 „Gefällt mir“

Hei!

da Wärmedämmung immer diffusionsoffener als Mauerwerk ist.

Bitte, was?
Eine Styropordämmung (Standard für Außen) ist so
diffusionsoffen wie ein Stahlblech, nämlich gar nicht.

Da muss ich dir leider widersprechen. Den meisten Leuten fallen die Augen aus dem Kopf, wenn sie zum erstenmal realisieren, wie diffusionsoffen (und auch überhaupt nicht wasserdicht) Schaumdämmstoffe sind. Für EPS hätten wir als Dampfdiffusionswiderstandszahl µ:

PS 15: ca. 20 - 50
PS 20: ca. 30 bis 70
PS 30: ca. 40 - 100
Außenputze liegen etwas darunter.

Ich gebe dir allerdings insofern recht, als Mauerwerk aus Hlz, KS oder Porenbeton ungünstigstenfalls ein µ von 5-10 hat. Und da heutzutage die Dämmstärken in der Größenordnung der Mauerwerksstärken liegen, kann es in der Tat so sein, dass der Feuchtetransport nach draußen stockt. Dann wird die mechanische Lüftungsanlage unumgänglich - das halte ich sowieso für zwingenden Neubau-Standard. Aber bei dem UP hier war ja deutlich weniger Dämmstärke angedacht.

Gruß
smalbop

Guten Tag,
Ich hab jetzt mal ein paar Meinungen gelesen über dieses Schimmel Ungeheuer,das so viele Meinungen hervorbringt. TEILWEISE hat ja jeder auch Recht.
Aber - sollte man so einen Baulaien wirklich so verunsichern. Und ihm auch gleich eine Lüftungs-anlage als unabdingbar erklären ?
Lieber Bauherr , gehen Sie zu einem geprüften Energieberater mit ERFAHRUNG . Glauben Sie nicht alles was Ihnen empfohlen wird. Nur kurz warum ich hier jetzt auch noch mitspiele.
1 Keine Wand kann atmen Punkt ( das ist nunmal so)
2.Styropor als Aussendämmung -zwar die billigste aber wegen fehlender Diffu.fähigkeit auch nicht die sicherste Möglichkeit ( Holzfasern oder Steinwolle oderauch Zellusose) viel Sicherer.
Nur weil ein WDVS angebracht wird muss es nicht zum Schimmel Ungeheuer kommen.
Eine Lüftungsanlage ist kein Allheilmittel.
Auch Innendämmung ist mit Kalzium Silikat Platten möglich.
Das Problem an der Beurteilung solcher Themen ist , das sämtliche Pysikalischen Berechnungsmöglich-keiten oder Programme ( egal ob nach Jenisch oder Glaser) die Sorbtionsfähigkeit der Wand nicht berücksichtigen. Ich habe über 100 Häuser mit WDVS geplant und gebaut. Und keins der Häuser hat ein Schimmelproblem. Aber noch eins - Die EneV schreibt Dämmstärken vor ( 38 mm ist Nonnsens) der erfahrene Energieberater wird Ihnen genau die richtige Stärke berechnen,die nötig und wirtschaftlich Sinnvoll ist.
Also keine Angst - Die meisten Schimmelarten brauchen dauerhaft 70%Feuchte um zu agieren. Schimmelsporen sind zwar überall, aber sie sind keine ausgebildeten Partisanen. :smile:
mit freundlichen Grüßen