Fassadendämmung sinnvoll?

Ich möchte ein altes Haus kaufen und kalkuliere gerade den Gesamtaufwand. Beim Thema Dämmung bin ich etwas unsicher. Das Mauerwerk ist 39cm im Erdgeschoss und 32cm im Obergeschoss dick. Darüber ein solider und nicht brüchiger „DDR“-Putz. Ist eine Dämmung wirklich sinnvoll? Wo finde ich weitere Informationen?

Hallo !

gerade beim Kauf eines Altbaues sollte man sich von vorneherein fachlich beraten lassen,aber bereits vor Ort durch einen Architekten.
Und noch vor Kaufvertrag !

Gibt es keine alten Bauunterlagen mehr,dann wäre er der einzige,der sicher auf den ersten Blick sagen kann,was für Mauerwerk usw.
Er erkent Fehler und Schwachstellen und kann einen ersten Kostenüberblick geben,was man unbedingt gleich machen müsste,was noch Zeit hat usw.

Die genannten Wandstärken sagen so nichts,denn allein aus der Wandstärke kann man wenig ersehen. Es fällt nur auf.im OG ist es dünner.
Da fragt man sich gleich,wieso ? Sind da keine Wohnräume gewesen ?
Es kommt aufs Material an,ob es bereits einen gewissen Dämmwert hat.
Mit modernem Standard,und da meine ich nicht etwa Passivhaus,hat das sicher absolut nichts zu tun.

Ganz auf eine Fassadendämmung verzichten wird man voraussichtlich nicht können.
Aber das soll der Architekt Dir sagen.

MfG
duck313

Hallo Depenny,
nicht nur Fassadendämmung, auch die Dämmung vom Dach muss beachtet werden. Ebenso die Heizung und die Fenster. Dazu kommen noch innen so Kleinigkeiten wie Bad und Küche. Alles Brocken, die allein schon mal 20000 € Kosten können. Ich baue seit ca. 10 Jahren ein altes Haus um. Da sind bisher jedes Jahr bestimmt ca 3000 - 5000 € für die Kernsanierung der Zimmer mit neuem Fussboden, neue Decke, Elektro- und teilweise Heizungsinstallation hineingeflossen. Das oft nur Material, da ich die meisten Arbeiten selbst ausgeführt habe. Dazu kommt noch Dachsanierung ohne Dämmung ca 5500 €, Fassadendämmung ca 20000 €, neue Küche ca 7000 € um nur die dicksten Brocken zu nennen. Dachsnierung und Fassadendämmung wg. Krankheit leider keine Eigenleistung, sonst wären wir da mit der Hälfte des Betrages ausgekommen. Die Bäder haben wir noch gar nicht angefasst, Kessel muss noch neu, WW-Speicher ist letztes Jahr gewechselt weil defekt. Also im Ganzen ein ziemliches Groschengrab. Daher am besten vor Abschluss des Kaufvertrages mit Architekt oder Energieberater durchgehen und sehen, was auf jeden Fall gemacht werden muss und diese Kosten schon mal mit einrechnen.
Gruß
Vincenz

Hallo

Die genannten Wandstärken sagen so nichts,denn allein aus der
Wandstärke kann man wenig ersehen. Es fällt nur auf.im OG ist
es dünner.
Da fragt man sich gleich,wieso ? Sind da keine Wohnräume
gewesen ?

Nö, dass die Wände nach oben hin dünner werden, ist bei Altbauten aus Ziegeln absolut üblich.

smalbop

Warum die Wände im Obergeschoss dünner sind, kann ich nicht sagen. Es ist nur auf den originalen Grundrissen mit genauer Maßangabe ersichtbar. Welche Angaben sind denn noch für ein vorsichtiges Statement wichtig?

Grundsätzlich finde ich die Dämmung (als absoluter Laie) einen sehr großen (und konstenintensiven) Aufwand. Da jetzt auch das Gesamtbild (Fenster und Dachüberstand) optisch sehr gut passen, würde es ja auch eine Menge anderer Arbeiten nach sich ziehen…

Hallo Vincens,

da hast Du ja richtig zu tun. Bei meinem neuen Haus (in spe) ist schon ein neues gedämmtes Dach (1999) drauf, auch die Fenster wurden in diesem Jahr erneuert. Die Ölheizung mit Warmwasseraufbereitung ist von 1995, soll durch Brennwerttechnik ersetzt werden. Auch Elektrik und Sanitär möchte ich neu machen (lassen).

Die Frage ist eben wirklich bei der vorhandenen Wandstärke, ob ich mit großem Aufwand und Geld die Fassade wirklich machen muss…

Gruß Genny

Hallo Duck313,

ich war schon mit Fachleuten (Elektrik, Sanitär und Heizung) im Haus. Einen Architekten wollte ich mir eigentlich sparen. Wenn ich einen Energieberater frage, dann weiß ich ja jetzt schon die Antwort.

Für mich wären Erfahrungen von der einen Seite sowie von der anderen Seite interessant.

Gruß Genny

Hallo Depenny,
ob eine Fassadendämmung Sinn macht, hängt davon ab, was Du erreichen möchtest.
Zunächst heißt es da mal Rechnen:
Kosten Dämmung: 20000,00 €
jährliche Gaskosten: ca 2200,00 €
Kann ich auf Null Gaskosten sparen, brauche ich 9 Jahre zur Amortisation. Hört sich gut an, hat aber ein paar Haken:
Bei mir sind in den Gaskosten die Kosten für Warmwasser schon drin. Auf Null sparen geht auch nicht. Resultat auf der Gasrechnung: Einsparung ca 600,00 €. Das gleicht gerade mal die Finanzierungskosten aus. Amortisation während der Kreditlaufzeit also Null und danach dauert es noch ca. 40 Jahre. Um also die Kosten wieder hereinzusparen müssen die Energiepreise noch ziemlich stark steigen.
Aus Kostengründen hätte ich die Dämmung niemals gemacht, da die Kinder das Haus wahrscheinlich nie bewohnen werden und bei uns in der Gegend (Nordhessen) die Immobilienpreise im freien Fall sind.
Also muss es einen anderen Grund geben:
14 Grad im Winter in der Küche morgens beim Aufstehen und max. 18 Grad am Mittag war definitiv zu Kalt. Diese Temperaturen ergaben sich aus diversen Umbauten im Haus und Änderungen auch an der Heizung.
Entscheidung war jetzt: Heizung auf mehr Leistung bringen oder weniger verbrauchen. Das gab den Ausschlag für die Dämmung. Und es lebt sich jetzt wirklich angenehmer im Haus auch im Winter.
Also immer genau klären, was man erreichen will. Und alle Fakten zusammentragen, daher mit den entsprechenden Fachleuten Architekten, Heizungsbauer, Energieberater sprechen. Evtl. auch mal Geld für entsprechende Gutachten ausgeben.
Alles andere kostet einfach zu viel Geld. Insbesondere bei langlaufenden Kreditfinanzierungen. Und wenn man das Geld herumliegen hat, kann bei vielleicht doch mal einmal mehr in Urlaub fahren oder schick Essen gehen.

Gruß
Vincenz
Vincenz