Faust auch nicht gelesen

Guten Morgen liebe Experten.
Schande über mich! Kenne das Werk auch nur aus Zusammenfassungen. Den Zauberspruch, den Faust hätte sagen sollen kenne ich in russisch( den kennt in Russland vermutlich Jeder, nur wissen wahrscheinlich die wenigsten , zu denen auch ich gehöre, dass er aus Goethes „Faust“ stammt). Wie lautet der Satz in deutsch? Ich weiss, ich weiss …Hätte vielleicht trotzdem jemand die Güte mir eine Antwort zu schreiben?

Danke und Gruss von der Anna , die gerade versucht " Die Leiden des jungen Werthers " zu lesen und feststellen muss , dass es für sie kein leichtes Unterfangen ist, obwohl es doch nur eine kleine Erzählung ist.

Hallo Annfe,

ich kann jetzt nur spekulieren, welchen Zauberspruch du meinst. Spontan fällt mir das Hexeneinmaleins ein:

Du mußt verstehn!
Aus Eins mach Zehn,
Und Zwei laß gehn,
Und Drei mach gleich,
So bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex,
Mach Sieben und Acht,
So ists vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexeneinmaleins!

(Faust, Szene in der Hexenküche, Z. 2540 ff.)

Allerdings stammen diese Worte nicht von Faust, sondern von der Hexe.

Falls es das nicht war, dann versuche doch mal den Inhalt des dir auf Russisch bekannten Spruchs frei zu übersetzen, dann wird sicher jemand fündig.

Viele Grüße
Eva

Danke Eva, das war es nicht . Mit der Übersetzung ist es so eine Sache , bin ja keine Übersetzerin , schon gar keine ,die literarische Werke übersetzen kann.
Meine „Version“: " Augenblick , verweile , du bist zu schön!"

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende , gruss und bis zum nächsten Mal!

Anna

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Hallo.

Danke Eva, das war es nicht . Mit der Übersetzung ist es so
eine Sache , bin ja keine Übersetzerin , schon gar keine ,die
literarische Werke übersetzen kann.
Meine „Version“: " Augenblick , verweile , du bist zu schön!"

Da bist du ja schon sehr nah dran, Faust sagt kurz vor seinem Tode: „Zum Augenblicke dürft’ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!“

mfG Dirk

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Hallo.

Ich beteilige mich am Spekulieren und mein Einsatz beträgt http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/faust/faust_IIV.htm -> Faust’s Ende

Im Übrigen könnten einige Schlagwörter aus dem Russischen nicht schaden :wink:

HTH
mfg M.L.

***Werbung***
http://members.chello.at/thomas.knob/FAUST-IN.htm

Hallo Annfe,

nun hast du die Lösung ja. Das mit dem Zauberspruch hat mich in die Hexenküche geführt :wink:

Gruß
Eva

Jetzt mal genau:
Du meinst nicht den „Zauberspruch“, beste Anna, sondern den Wortlaut der Wette, die Faust dem Mephisto bietet und die geht so:

MEPHISTOPHELES:
Ein solcher Auftrag schreckt mich nicht,
Mit solchen Schätzen kann ich dienen.
Doch, guter Freund, die Zeit kommt auch heran,
Wo wir was Guts in Ruhe schmausen mögen.
FAUST:
Werd ich beruhigt je mich auf ein Faulbett legen,
So sei es gleich um mich getan!
Kannst du mich schmeichelnd je belügen,
Daß ich mir selbst gefallen mag,
Kannst du mich mit Genuß betrügen-
Das sei für mich der letzte Tag!
Die Wette biet ich!
MEPHISTOPHELES:
Topp!
FAUST:
Und Schlag auf Schlag! Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,

Dann will ich gern zugrunde gehn!
Dann mag die Totenglocke schallen,
Dann bist du deines Dienstes frei,
Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
Es sei die Zeit für mich vorbei!

Und im Faust II sagt dann Faust:

faust
Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
Verpestet alles schon Errungene;
Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,
Das Letzte wär’ das Höchsterrungene.
Eröffn’ ich Räume vielen Millionen,
Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.
Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde
Sogleich behaglich auf der neusten Erde,
Gleich angesiedelt an des Hügels Kraft,
Den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft.
Im Innern hier ein paradiesisch Land,
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,
Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht’ ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft’ ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Äonen untergehn. -
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß’ ich jetzt den höchsten Augenblick
.

Faust spricht im Potentialis! Erst wenn er all das geschaffen und geschafft hat, nämlich dem Meer das Land abzuringen - Goethe interessierte sich sehr für die damaligen holländischen Landgewinnungsprogramme, deren Erfolg erst jetzt, also fast zweihundert Jahre nach den Anfängen richtig sichtbar wurden - könnte/würde er den Spruch aus der Wette sagen.

Mephisto aber nimmt dies fälschlicherweise als Gewinn der Wette; er verliert aber die Seele Fausts an die „appetitlichen Racker“ - war wohl auch ein bissken schwul - und muss zugeben:

Mir ist ein großer, einziger Schatz entwendet:
Die hohe Seele, die sich mir verpfändet,
Die haben sie mir pfiffig weggepascht.
Bei wem soll ich mich nun beklagen?
Wer schafft mir mein erworbenes Recht?
Du bist getäuscht in deinen alten Tagen,
Du hast’s verdient, es geht dir grimmig schlecht.
Ich habe schimpflich mißgehandelt,
Ein großer Aufwand, schmählich! ist vertan;
Gemein Gelüst, absurde Liebschaft wandelt
Den ausgepichten Teufel an
.

Gruß Fritz