Faustformel Eigenkap. bei Erwerb von Immo?

Moin!

Gibt´s eigentlich noch sowas wie ne „Faustformel“, wieviel Prozent des Kaufpreises man als Eigenkapital haben sollte, wenn man sich eine Eigentumswohnung, bzw. Häuschen zulegen möchte? Oder gibt´s inzwischen so viele finanzierungsmodelle, dass sowas überholt is (sofern Faustformeln noch überholt werden müssen …).

Ist es „angesichts der (Arbeitsmarkt-)Zeiten“ nicht fast grob fahrlässig, wenn man so ganz ohne EK Wohnraum finanzieren will?

Hab mal sowas gehört wie „30% sollte man schon haben …“.
Danke im Voraus!
Vince.

Hallo,

je mehr desto besser.
Je nach Bank schwanken da die Größen. Es ist fast immer gewünscht, daß die Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Notargebühren, Behördengebühren usw. als Eigenkapital gestellt werden. Das macht ca. 5% des Kaufpreises aus. Weitere 5% und noch was in der Hinterhand reichen bei vernünftigen Objekten schon aus.
Aber das ist heute sehr personen- und Objektabhängig geworden. Viele Banken möchten ja am liebsten gar keine Finanzierungen mehr machen.

Gruss
Christian

Hallo Vince,

mit den 30% als Faustformel liegst Du bei selbstgenutzten Immobilien schon ganz richtig. Wenn Du die Immobilien vermieten willst (Kapitalanlage) brauchst Du nicht ganz so viel.

Wie das Faustformeln so an sich haben, ist das natürlich nur ein sehr grober Orientierungswert. Wenn Du z.B. noch sehr jung bist, weit überdurchschnittlich verdienst oder in ein paar Jahren eine größere Erbschaft erwartest kann’s ein bißchen weniger sein.
Wenn Du dagegen Schwierigkeiten hast den Kredit vor Beginn des Rentenalters abzubezahlen (bei durchaus üblichen 1% Tilgung dauert so eine Finanzierung ca. 27 Jahre!) sollte es eher mehr sein.

Grundsätzlich gilt (immer Selbstnutzung vorausgesetzt): Je mehr Eigenkapital, je besser.

Aber mit 30% Eigenkapital, d.h. 70% Finanzierung machen die Banken i.d.R. wenig Probleme. Sie haben ja 100% des Wertes als Sicherheit.

Ob die Belastung durch die monatlichen Raten tragen kannst, mußt Du Dir natürlich selbst ausrechen.

Gruß
Werner

Hallo Vincent,

Gibt´s eigentlich noch sowas wie ne „Faustformel“, wieviel
Prozent des Kaufpreises man als Eigenkapital haben sollte,
wenn man sich eine Eigentumswohnung, bzw. Häuschen zulegen
möchte? Oder gibt´s inzwischen so viele finanzierungsmodelle,
dass sowas überholt is (sofern Faustformeln noch überholt
werden müssen …).

Also es gibt natürlich je nach eigenem finanziellen Hintergrund tausende Finanzierungsmöglichkeiten. Die einen haben einen Bausparvertrag, andere eine Lebensversicherung, usw.; alles Dinge, die sich in eine Finanzierung einbauen lassen.

Als Faustformel beim Immobilienerwerb, der sich „nur“ auf Geld stützt ist meine Devise:

Wenn Du 20% Eigenkapital für die Immobilie mitbringst und die Bank schiebt dir nicht sofort einen Vertrag über denTisch, dann bist Du bei der falschen Bank. Soll hießen 20% müßten jeder Bank ausreichen.

Ist es „angesichts der (Arbeitsmarkt-)Zeiten“ nicht fast grob
fahrlässig, wenn man so ganz ohne EK Wohnraum finanzieren
will?

100% - Finanzierungen für eigenen Wohraum können riskant sein. Es sei denn die Wohnung kostet 50.000 Euro und Du verdienst 500.000 Euro im Monat - dann gibt es kein Problem.

Die Belastung bei 100% - Finazierungen erreicht bei 1 % Tilgung schnell den Punkt an dem Du fast nur Zinsen bezahlst und die Tilgung zu kurz kommt.

Hab mal sowas gehört wie „30% sollte man schon haben …“.

Wie oben erwähnt 20% Eigenkapital sollten reichen. Aber besser ist es natürlich schon vorher nachzurechnen. Zum Erwerb einer Wohnung kommt nämlich noch:

  • Notargebühren
  • Grunderwerbsteuer
  • Maklergebühren
  • Kosten für den Umzug
  • eventuell einen neue Küche in der neuen Wohnung
  • eventuelle Mietkosten in der Zeit in der der neue Wohnraum auf die eigenen Bedürfnisse gebracht wird
  • eventuelle Kosten für eine „Renovierung“ des neuen Wohnraumes auf den eigenen Geschmack wie neue Fußböden, Tapeten, etc

Solltes Du konkretere Fragen haben, dann melde Dich bitte nochmal. Den einen Kredit von der Bank bekommt man sehr leicht, wenn man weiß, wie man mit den Burschen verhandeln muß. Auch 100 % Kredite sind zu erhalten und zu finanzieren, wenn man die Spielregeln und Fallen auf dem Weg dahin kennt.

Gruß Klaus

Hi Vin!

Habe soeben eine Wohnung gekauft. Zu 100% Fremdfinanziert.Mit meiner Hausbank. Die sogar weiss, daß ich anderes Geld habe, dieses aber nicht für den Hauskauf hernehme.

Habe alles in Yen aufgenommen, da der Kurs gerade hoch ist und der Zinssatz zwischen 1 und 1,25%!!! variirt. Den Kredit hab ich endfällig, das heisst ich zahl jetzt mal 20 Jahre nur Zinsen und dann den ganzen Betrag auf einmal. Der wird in einem Fond angespart der an die Bank verpfändet ist.
Dies nur kurz zur Info!

Bei den Banken nie vergessen: DU bist der KUNDE. Du brauchst nicht betteln. Akzeptiere niemals vorgegeben Zinssätze, Gebühren oder sonstiges. Man kann bei ALLEM feilschen.

ciao Armin

Keins nötig
Hi,
was da unten steht, stimmt wenigstens im meinem Fall nicht. Ich habe eine Finanzierung von 115 Prozent bekommen (mit Nebenkosten und einige Instandsetzungen). Auch bin nicht mehr allzuweit vom Rentenalter. Laufzeit bis 36 Jahre.
Die Bank hat da keinen Moment gezögert. Heutzutage kommen nicht allzuviele, die was haben wollen :smile:
Also erstmal versuchen.
Viel Glück
Hans

was da unten steht, stimmt wenigstens im meinem Fall nicht.
Ich habe eine Finanzierung von 115 Prozent bekommen (mit
Nebenkosten und einige Instandsetzungen). Auch bin nicht mehr
allzuweit vom Rentenalter. Laufzeit bis 36 Jahre.
Die Bank hat da keinen Moment gezögert. Heutzutage kommen
nicht allzuviele, die was haben wollen :smile:

Hallo Hans,

es sind aber zwei Paar Stiefel, was die Bank mitmacht und was hinsichtlich Zinsbelastung vernünftig ist.
Außerdem bist Du in solcher Konstellation in einer denkbar schwachen Position hinsichtlich der Kreditbedingungen. Mit Eigenkapital in angemessener Höhe kannst Du erfolgreich verhandeln, schon deshalb, weil der Banker weiß, daß Du sonst eben zu einem seiner zahlreichen Wettbewerber gehst.

Gruß
Wolfgang

Moin,

und wie hast Du das ernorme Risiko der Währung und des Investmentfonds abgesichert? Für einen Häuslebauer wohl etwas sehr risikoreich, oder?

Dumm ist bloss, daß Deine Finanzierung so auch leicht das Doppelte kosten kann.

Gruss
Christian

Keins nötig???
Moin,

die Berechnung der 115% ist sehr fraglich.

Wenn Du eine Wohnung für 50% vom Beleihungswert kaufst, dann kann man auch alle Nebenkosten mitfinanzieren. Kaufst Du sie zum banküblichen Beleihungswert, dann ist der Ofen aus.
Darüber hinaus ist es für einen Eigennutzer immer gut Eigenkapital mitzubringen. So spart er Zinsen.

Gruss
Christian

Hi Christian!

Moin,

und wie hast Du das ernorme Risiko der Währung und des
Investmentfonds abgesichert? Für einen Häuslebauer wohl etwas
sehr risikoreich, oder?

Grundsätzlich ist zu sagen, daß man die Finger von einem Fremdwährungskredit lassen soll wenn man den Kredit nicht auch in der eigenen Währung finanzieren könnte. Dies ist der Fall und ich kann jederzeit in eine andere Währung konvertieren. Auf der anderen Seite ist der Fond knappest kalkuliert sprich mit nur 6% Zinsertrag und ist auch gut 30% über den Kreditbetrag berrechnet.

Dumm ist bloss, daß Deine Finanzierung so auch leicht das
Doppelte kosten kann.

Im Falle das die gesammte Wirtschaft total einbricht vielleicht. Im Prinzip tu ich das gleiche was sonst die Bank mit meinem Geld macht. Und zahle somit nicht mal die Hälfte eines herkömmlichen Kredits.

Gruss

auch von mir

Armin

Christian

Muss ich auch mal fragen…
Ich habe den ganzen Treat aufmerksam und interessiert mitgelessen…

Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man also einen Wohnung/Haus zu 100% finanzieren.

Dazu erst mal ein paar Fragen:
Was kostet eine Wohnung ungefähr?
Was bezahle ich an Zinsen (insgesamt) bei einer 100%igen Finanzierung?
Wie hoch sind die monatlichen Raten?
Verliert eine Wohnung an Wert oder nimmt dieser sogar zu?

diese Fragen würden mich vorerst zu diesem Thema interessieren.

Hallo,

Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man also einen
Wohnung/Haus zu 100% finanzieren.

Ja das geht.

Dazu erst mal ein paar Fragen:

Was kostet eine Wohnung ungefähr?

Das kommt auf ewig viele Faktoren an.Lage, Ausstattung, Größe usw.

Was bezahle ich an Zinsen (insgesamt) bei einer 100%igen
Finanzierung?

Das kommt auf den Finanzierungsbetrag an.

Wie hoch sind die monatlichen Raten?

Das kommt auf die Konditionen und die Darlehenshöhe drauf an. Derzeit ca. 5,3% Zinsen und 1% Tilgung per anno.

Verliert eine Wohnung an Wert oder nimmt dieser sogar zu?

Das hängt vom Wohnungsmarkt bei Dir ab.

diese Fragen würden mich vorerst zu diesem Thema
interessieren.

Wie Du siehst, gibt es auf so allgeine Fragen leider keine konkrete Antwort.

Gruss
Christian

Ey…
gib mir doch mal anhand eines Beispiels ungefähre Daten, ich habe zur Zeit absolut keine Vorstellung!

Hallo,

hier mal ein Beispiel aus meiner Praxis.

Wohnung, 80qm, gute Stadtrandlage, Anbindung an öffentl. Verkehrsmittel, Kaufpreis 1800 Eur/qm

die Rechnung sieht wie folgt aus:

Kaufpreis: 144.000,- EUR
Nebenkosten: 7.200,- EUR

Wenn der Kaufpreis marktüblich ist, dann finanziert man meistens die 144.000,- EUR und nimmt die Nebenkosten (Grunderwerbssteuer, Notar usw.) aus Eigenmitteln. Es wird eine Grundschuld eingetragen und gertig.

Der Kapitaldienst errechnet sich wie folgt:

Zinsen 5,30%, 1% Tilgung

jährliche Kosten: 9072,- EUR
monatlich: 756,- EUR

Liegt die Wohnung jetzt gut, dann kannst Du mit einer Wertsteigerung rechnen.

Willst Du vermieten, musst Du mindestens 856,- EUR monatlich erzielen. Das kommt, da man mit 1,25 EUR Bewirtschaftungskosten pro qm rechnet.

Ich hoffe, daß Dich das etwas weiter bringt.

Gruss
Christian

Ok…
Also theoretisch könnte ich mir jetzt ein Haus kaufen, dieses vermieten und von den Mieteinnahmen das Haus abbezhalen?

Wenn das so einfach geht, warum macht das nicht jeder?

Also theoretisch könnte ich mir jetzt ein Haus kaufen, dieses
vermieten und von den Mieteinnahmen das Haus abbezhalen?

Wenn das so einfach geht, warum macht das nicht jeder?

Tja, weil das Risiko eines Leerstandes nicht gering ist. Banken wissen das auch. Du musst auch in der Lage sein die Kreditraten aus Deinem Einkommen zu zahlen. Wenn Du in meinem Beispiel mal gerechnet hast, dann ergibt das eine recht hohe qm-Miete. Die musst Du erstmal erzielen.
Und als Kapitalanleger bekommst Du selten eine 100% Finanzierung. Da musst DU schon was mitbringen.

Gruss
Christian

Ahhhhhh
Erst mal danke für deine Antwort…

Wenn man aber selber in diese Wohnnung zieht hat man dieses Risiko nicht…oder nur bedingt.

Dieses Thema ist zur Zeit sehr interessant für mich!
Kannst du dazu ein paar Bücher/Infoquellen empfhelen?

Dankeschön
Alex

Hallo Alexander,

Bücher zum Thema Immobilienkauf gibt es in jeder Buchhandlung zu hauf.

Wenn Du dich gedanklich wirklich mit einem Kauf beschäftigst, dann kann ich Dir gerne ein paar Tipps geben.

Ein Argument für einen Immobilienkauf ist sicherlich, daß Du immer ein Dach über dem Kopf brauchst. Und warum willst Du ein Leben lang die Kohle dafür jemanden anderes geben.

Schick mir doch mal privat ne Mail. Dann könnten wir uns darüber unterhalten.

Klaus