Faustregel zum Kalkulieren von Werbung

Liebe/-r Experte/-in,

ich bin auf der Suche nach einer Faustregel, die besagt, wie viel Prozent der Empfänger einer Werbebotschaft am Ende auch „kaufen“.

Vor vielen Jahren habe ich einmal etwas in dieser Art gelesen:
10% beschäftigen sich näher mit einer Annonce, davon gehen wiederum 10% in ein Geschäft usw.

Ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine :smile:

Diese Faustregel hätte ich nun gerne einmal im Bereich Printmedien und einmal für Onlinemedien gewusst.

Es würde mir unheimlich helfen, um auf die ‚Kosten pro Kunde‘ zu kommen. Meine Print- und Onlineanzeigen würde ich natürlich in zielgruppenrelavanten Medien schalten (also z.B. ein Kochbuch für Vegetarier in einem Vegetarier-Forum und nicht in der lokalen Tageszeitung - ich liebe dieses Beispiel :smile:)).

Ich freue mich sehr über ein paar Ratschläge.

Vielen Dank für Zeit und Mühe,

schöne Grüße

Julian

Lieber Julian,

dafür gibt es viele Erfahrungswerte. Allerdings hängt das immer sehr, sehr stark ab von der Sache die angeboten wird, der Branche, dem Preis, der Zielgruppe und der Art der Werbung. Du siehst, es fließen also mehrere Parameter ein in diese Kalkulation. Und man kann das immer nur für ein konkretes Beispiel, niemals allgemein kalkulieren.

Was man aber machen kann: Man kann den Deckungsbeitrag, den man beim Abverkauf einer Sache erzielt, als Ausgangsbasis nehmen. Sagen wir, ich verkaufe ein Kochbuch für Vegetarier und verdiene 10 Euro pro Kochbuch, dann muss ich mindestens 100 Bücher verkaufen, um eine Anzeige bezahlen zu können, die 1000 Euro kostet, wobei ich dann noch nix verdient, sondern nur meine Werbekosten wieder reingebracht habe.

Ohne weitere Daten kann ich nicht detaillierter werden.

Viele Grüße, Stephan

Hallo Julian Angel,

eine allgemeine Faustformel halte ich für ein reines Glaskugel-Orakel. Es gibt zuviele Faktoren, die dein Ergebnis beeinflussen.

Z.B.:

Auswahl des Mediums (eine Playstationanzeige hat im Spiegel sicher weniger Erfolg)(Hast du ja schon erkannt)

Gestaltung der Anzeige (wir sie wahrgenommen und verstanden)

Aktueller Bedarf. (kein Mensch braucht an Ostern ein Weihnachtsmann)

Mein Tipp Vergiss die Faustformel.

Vielleicht ist mein Blog für dich interessant. Du bist herzlich zum Lesen eingeladen (auch wenn er erst am entstehen ist). http://ralph-schwaegerl.blogspot.com/

Hallo Stephan,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Die wichtigste Frage bei Deinem Rechenbeispiel wäre ja eben, OB es mir gelingt, mit meinen 1000 Euro 100 Bücher zu verkaufen… :wink:

Es geht um eine Veranstaltung mit Fachseminaren für junge Unternehmer - vielleicht hilft das als Information weiter…

Viele Grüße
Julian

Lieber Julian,

völlig richtig. Fachseminar für Jungunternehmer. Nun, da es sich um eine geschäftliche Angelegeheit handelt, die an Geschäftsleute angeboten werden soll, eignet sich meines Erachtens das Mailing am ehesten. Denn Unternehmensgeschäftsführer stehen in Verzeichnissen und die Adressen kann man für relativ billiges Geld kaufen. Wenn das Seminar sagen wir mal 100 Euro kostet, ist das zuwenig für ein Mailing. Wenn es 1000 Euro kostet, muss der Grund, warum jemand das Seminar besuchen soll, schon wahnsinnig toll sein.
Anzeigen in Zeitungen oder Zeitschriften bringen meiner Erfahrung nach nix.
Mailing deshalb, weil gleich das Anmeldeformular mitgeschickt werden kann.
Möglicherweise muss man eine Art Guerilla-Marketing vorschalten, wenn die Sache nicht ausprobiert ist. Ich selbst habe mein erstes Seminar 1995 with a little help from my friends vollgemacht, um mal auszuprobieren, ob Leute wenigstens 200 Mark zahlen, wenn ich mein Know-How auspacke. Damals ging es um Neukundengewinnung. Später habe ich dann Mailings verschickt und 500 Mark verlangt. Ich habe durchschnittlich ein halbes Prozent Anmeldungen bekommen, was eine sehr gute Quote war, wenn man bedenkt, dass ich nichts anderes gemacht habe, als Briefe rauszuschicken und die Leute haben das Geld zurückgeschickt.

Viele Grüße, Stephan

Das halbe Prozent ist doch ein guter Anhaltspunkt…
Hast Du Dir die Adressen selbst zusammengesucht oder ‚gekauft‘? Die Idee mit dem Mailing ist nicht schlecht :smile:

Doch was, wenn die Zielgruppe womöglich noch gar kein Unternehmen hat (dessen Adresse man finden könnte), also erst noch am Pläne schmieden ist? Darin sehe ich die wohl größte Herausforderung.

Werbung an Universitäten? Existenzgründerforen?

Viele Grüße
Julian

Hallo Ralph,

danke Dir, habe den/das Blog kurz überflogen, werde das Ganze später vertiefen.

Die Welt ist klein, daher schöne Grüße aus ca. 5 km Luftlinie…

Julian

Adressen habe ich sowohl selbst abgeschrieben aus einem Branchenhandbuch (kreative Freiberufler) als auch gekauft.
Die Erfahrung ist die, dass „Anfänger“, also Leute, die erst die Idee haben, dass sie was machen wollen, viel besserwisserischer sind und weniger auf informative Seminare gehen als Profis. Daher immer auf die Profis gehen, von denen man eigentlich denken könnte, dass sie es nicht mehr nötig haben. Sie haben. Und sie wissen es, im Gegensatz zu den Anfängern, die alles besser wissen und glauben, sie brauchen keinen Rat.
LG Stephan

Verstehe. Der Profi stand schon mal vor Problemen und sucht jetzt Lösungen.
Letzte Frage (…), hast Du die angeschriebenen Unternehmer nach bestimmten Kriterien ausgewählt (Größe, Erfolg, Erscheinung…)?

Viele Grüße und vielen Dank
Julian

In meinem Fall waren es kreative Freiberufler, Agenturen etc. ohne Größenbegrenzung. Es hängt natürlich vom Angebot ab, welche Unternehmensgröße dafür in Frage kommt. Einzelunternehmer zahlen schätzungsweise nicht mehr als 500 Euro pro Tag für ein Seminar. Ab einer bestimmten Größe ist das Problem, den eigenen Körper zu einem Seminar zu bewegen, das Geld ist nachrangig.
VG Stephan