Feedback zu bewerbungen?

hallo liebe jobber und karrieristen,

der betreff ist evtl. etwas irreführend, denn mir geht es darum, was menschen machen, die wie ich bewerbungsunterlagen prüfen und einstellungsgespräche führen…v.a. im techn.-akad. bereich (dipl. ing.s und aufwärts)

bin selbst kein HR-profi und evtl. zu mitfühlend(?), aber vielen bewerbern würde ich schon gerne feedback geben, warum ich sie nicht in die engere auswahl nehme.

beispielsweise hatte ich jetzt einen deutschen ausländischer herkunft mit einem arbeitszeugnis das einfach in grottenschlechtem deutsch verfasst war, teilweise waren die falschen personalpronomina verwendet etc.

oder die bewerbung, wo ich bei den ersten zeilen dachte, er will mir irgendwelche unternehmenssoftware verkaufen (zitat: „moderne unternehmen brauchen … dazu ist … wichtig …“) um dann damit zu enden, dass er dafür mit seinen qualifikationen super geeignet sei. das ganze mit „sehr geehrte damen und herren“ beginnend.

es juckt mich dann immer wenigstens einen link auf die seite mit den bewerbungsratgebern bei amazon o.ä. zurückzuschicken. klar, auch um mich abzureagieren, aber auch um den menschen tatsächlich weiter zu helfen - ohne feedback und ohne veränderungen werden das doch langzeitarbeitslose - wenn sie es nicht schon sind.

also was macht ihr in dem fall - die rechtliche situation ist da ja nicht sehr feedback-freundlich…

danke,

stefan

Hallo Stefan,

ich kann Dich sehr gut verstehen, denn es geht mir genauso.

Bei der vielzahl der Bewerbungen die auf eine Stellenausschreibung ankommen, gibt es einfach manche, bei denen man in der Absage näher auf Details eingehen möchte; und ich mache das auch.

Zwar versuche ich immer sehr dosiert zu formulieren, also keine wertende Meinung abzugeben. Ich denke bzw. hoffe, dass manchmal solche Angaben von außen helfen.
Ich habe zum Beispiel mal eine Bewerbung für eine Stelle im Büro bekommen, per Anhang zu einer E-Mail. Nicht als pdf sondern als Word-Dokument. Die Bewerbung und der Lebenslauf waren derart schlecht formatiert; auf Papier hätte das alles wahrscheinlich ganz toll ausgesehen, aber so?
Wir suchten jemanden mit sehr guten Word-Kenntnissen. Darum hat sie eine Absage von uns bekommen und ich habe ihr auch geschrieben, aus welchem Grund wir uns so entschieden haben.

Ich finde die ganze Sache zwar auch immer schwierig, aber trotzdem mache ich es.

Außerdem ist es sehr aufwendig immer die richtige Formulierung zu finden, statt eine 08/15-Absage zu versenden.

Liebe Grüße

Andrea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Stefan,

ich war lange in ähnlicher Situation wir Du - Dutzende Bewerbungen, die im Prinzip nicht schlecht waren, aber in einzelnen Punkten so absolut nicht passten, dass der Standard „aufgrund der Vielzahl der Bewerber“/ „keine Wertung Ihrer persönlichen Qualifikationen“ etc. mir einfach nicht reichte.

Aus diesem Grund hier

also was macht ihr in dem fall - die rechtliche situation ist
da ja nicht sehr feedback-freundlich…

hat mich der Personalchef eindringlich darauf hingewiesen, dass das Standardschreiben verwendet wird. Punkt.

Meine Lösung, die auch stillschweigend toleriert wurde, war dann, das Standardschreiben zu verschicken und die, bei denen mich weniger meine eigene Genervtheit vom 100sten „Standart“ im Anschreiben sondern mehr echte Hilfsbereitschaft verleiten wollte, ein paar Tage später anzurufen.

Gruß
Ramona

Das Problem…
Hallo Andrea,

ja, aber sobald Du Gründe nennst wirst Du angreifbar, und die Klage beim Arbeitsgericht kostet - unabhängig vom Urteil (Bitte mich zu korrigieren, sollte ich mich täuschen). Ich unterstelle mal, das die Akademiker auch schneller auf die Idee kommen, dass sie wg. (m)einer Kritik diskriminiert wurden und daraufhin klagen. Und wir sind eines der kleineren KMUs - wir könnten uns derlei auf Dauer nicht leisten…

Analog zu Deiner Erfahrung: ich hatte letztens einen, der schickte Lebenslauf und Profil-Daten als .txt-Dateien, gezippt zusammen mit seinem Bild (dies als .jpg; lt. Datei-Zeitstempel aus dem Jahr 2004…).
Einerseits, wie gesagt ärgert es mich, dass ich mit derlei Dünnpfiff zu tun bekomme, andererseits, spätestens wenn ich meine Bürotüre schliesse und nach Hause radle denke ich, ey, der wird womöglich nie dazulernen und mit seinen 50+ als Dauerarbeitsloser enden.
Aber als Gutmensch das Wohlergehen unserer Firma riskieren will ich dann auch nicht…

Vielleicht hats ja bald (oder es gibt sie schon?) „klagesichere“ Formulierungen wie beim Arbeitszeugnis?

so long,

stefan

Hallo Ramona,

anrufen ist natürlich eine coole Lösung!

Nur, ich kann das:

meine eigene Genervtheit vom 100sten „Standart“ im Anschreiben

und das:

echte Hilfsbereitschaft

nur schwer trennen. Bei den Härtefällen bin ich auch schwer genervt!

Und ich bin ein schnellerer email-Schreiber als Telefonierer. Letzters sehe ich auch als stärkeren Eingriff in die Privatsphäre…aber ich will mich nicht herausreden, ich sollte das glatt mal versuchen (obwohl die sache mit dem Link auf die Bewerbungsratgeber bei Amazon telefonisch schwer wird :wink:

so long,

stefan

Unbedingt
Hallo,

ich habe in der Vergangenheit verschiedene Standardschreiben verwendet, die je nach Bewerbung, mehr oder weniger freundlich waren. Wenn es ganz dicke kam, habe ich schon ganz klar darauf hingewiesen. Z.B.

**Ihre Bewerbung konnten wir nicht berücksichtigen,

-da dieser wesentliche Dokumente (Anlagen, Zeugnisse, Nachweise etc.) nicht beilagen.
-da diese in Form und Umfang nicht den Kriterien entspricht, die unser Unternehmen an eine Bewerbung stellt.

Anbei erhalten Sie die Unterlagen zu unserer Entlastung zurück.**

Stets habe ich die Bewerber im Schreiben darauf hingewiesen, dass Sie sich bei Rückfragen gerne telefonisch melden können. Leider nimmt dies so gut wie keiner in Anspruch. Letztendlich müssen die Leute aber selbst darauf kommen, dass irgend etwas nicht stimmen kann, wenn von 100 Bewerbungen 100 postwendend zurück kommen. Leider sind viele Bewerber aber dermaßen von sich selbst überzeugt, dass sie Ablehnungen niemals selbstkritisch prüfen würden.

Ein Bewerber, der sich aufgrund eines Vermittlungsvorschlags vom AA bei uns mit total unvollständigen Unterlagen beworben hatte, rief uns mal an. Wir hatten als Grund für die Nichteinstellung dem AA mitgeteilt, dass Zeugnisse für fast ein Jahrzehnt und vier oder fünf angegebene Tätigkeiten fehlten. Natürlich hat das AA den Typen auf den Topf gesetzt. Er wollte dann eine Diskussion mit mir beginnen, welche Unterlagen in eine Bewerbung gehören und dass wir diese Aussage dem AA gegenüber gefälligst zurück zu ziehen hätten. Man erlebt da schon so einiges…

Du hast natürlich recht. Manchmal möchte man direkt zum Telefon greifen und dem Bewerber erzählen, was das eigentlich für eine Frechheit ist, die er sich da leistet.

Gruß

S.J.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Stefan,

schwierige Sache - das. Aber hast Du schonmal dran gedacht ein „Standardschreiben“ zu verfassen und bei denen die Dir wirklich am Herzen liegen noch einen Satz dazu „Wenn Sie meine ehrliche Meinung zu Ihrer Bewerbung hören wollen rufen Sie mich doch an, Tel…“ - allerdings halt etwas verbindlicher formuliert *fg*

Dann hat’s der Bewerber in der Hand ob er Dich anruft oder nicht :wink: Allerdings weiss ich nicht, wie das rechtlich aussieht. Am besten Du klärst diese Vorgehensweise mit Deinem Cheffe ab…

*wink*

Pezti

Auf keinen Fall!
Hi!

Ich habe jetzt ausschließlich den Gedanken des Arbeitgebers im Kopf, wenn ich Dir sage:

Lass es! Eben, weil Du Dich angreifbar machst, und es genug Leute gibt, die so etwas ausnutzen.

Es gibt genug Stellen, die sich auf Hilfe für Bewerber spezialisiert haben. Ein Bewerber, der es ernst meint, nimmt diese Stellen früher oder später in Anspruch (wenn er nicht vorher einen Job bekommt) - das ist NICHT Dein Job!

LG
Guido

Guido hat unbedingt Recht
Hallo,

wenn du detailliert in die Gründe der Ablehnung hineingehst, dann läufst du Gefahr, den Abzulehnenden zu diskriminieren, auch wenn es nicht deine Absicht ist. Daraus folgt eine Klage bzw. die Androhung, welche zur Folge hat, dass der Abglehnte dann doch eingestellt werden muss.
Die Folgen trägt dann der Held, der die zwar menschliche, aber weltsfremde Ablehnung geschrieben hat.
Man muss akzeptieren, dass in der Arbeitswelt das Herz an letzter Stelle kommt… oder leider die Konsequenzen tragen.

Liebe Grüße

Stefan

Das Schicksal der Personaler :wink:
Hi Stefan,

der betreff ist evtl. etwas irreführend, denn mir geht es
darum, was menschen machen, die wie ich bewerbungsunterlagen
prüfen und einstellungsgespräche führen…

Die suchen - sobald sie mit dem Stapel durch sind bzw. sobald das Gespräch vorbei ist - die nächste Tischkante und beißen genüßlich rein oder gehen eine rauchen, ooooooder machen die Schreibtischsschublade auf und genehmigen sich erst einmal einen Cognac. :wink:

vielen bewerbern würde ich schon gerne feedback geben, warum
ich sie nicht in die engere auswahl nehme.

Wie gut ich Dich verstehen kann, zumal ich mich noch zu gut zum Beispiel an die Bewerbung einer Dame, die meine Sekretärin werden wollte und unter anderem mehrfach ihre hervorragenden Deutsch-Kenntnisse betonte. Wenn jemand so etwas bezüglich seiner Muttersprache betont, ist es Wasser auf meine Mühlen (ich bin übrigens nicht-deutschsprachige Ausländerin)! Nun… Ich habe mich mit einem Rotstift hingesetzt und es ist mir bis heute ein Rätsel, wie man in seiner Muttersprache als Chefsekretärin so viele Fehler auf einer einzigen Seite unterbringen kann… Die Dame bekam ihre Bewerbung - heutzutage mit dem bekloppten Antidingensgesetz absolut undenkbar! - mit einem entsprechend ‚verzierten‘ Anschreiben zurück.

beispielsweise hatte ich jetzt einen deutschen ausländischer
herkunft mit einem arbeitszeugnis das einfach in
grottenschlechtem deutsch verfasst war, teilweise waren die
falschen personalpronomina verwendet etc.

Für die Qualität des Übersetzers kann der gute Mann nichts… Aber das kann ich toppen: bei mir hat letztens ein ‚Arzt‘ als Initiativbewerbung seine Unterlagen inclusive einer gefakten Approbationsurkunde abgeliefert.

das ganze mit „sehr
geehrte damen und herren“ beginnend.

Du stellst Dich ja an… TsTsTs Er hätte ja auch ‚Liebe Primeln und Gänseblümchen‘ schreiben können. :wink:

langzeitarbeitslose - wenn sie
es nicht schon sind.

Ich mache mir jetzt wieder mal Feinde, aber das ist die Realität: von der Arbeitsagentur bekommt man NIEMANDEN vermittelt - ich habe es ausprobiert. Es kamen dahingerotzte Bewerbungen á la ‚das Arbeitsamt hat mir gesagt, ich soll mich bei Ihnen bewerben‘, ich saß auch Bewerbern gegenüber, die mir ins Gesicht sagten, daß sie keinen Bock haben, aber den Stempel brauchen (den gab es von mir selbstverständlich nicht). Auf der anderen Seite gibt es auch seeeeehr freundliche Mitarbeiter im Job-Center, die einem ‚Null-Bock-Bewerber‘ mit ‚hilfreichen‘ Tips zur Seite stehen (es folgt der O-Ton einer ehemaligen Mitarbeiterin eines Job-Centers im Osten Deutschlands): ‚Sie dürfen nicht betrunken zum Vorstellungsgespräch erscheinen (Info: ist ein Grund für die Streichung des ALG), aber wenn Ihnen der Job nicht zusagt, dann tun Sie so, als ob sie gaaaaanz langsam und begriffsstutzig wären, dann werden Sie schon abgelehnt und bekommen den Stempel trotzdem.‘ Kannst Du Dir DAS vorstellen?! Ich könnte kotzen.

also was macht ihr in dem fall

Tischkante suchen, Rauchen, Cognac trinken… :wink:

die rechtliche situation ist
da ja nicht sehr feedback-freundlich…

Ja! *seufz*

Grüße
Renee

hello mr. apple (ein schmaler witz in schlanken personaler-zeiten :wink:,

die idee das angebot zum rückruf zu machen finde ich gut…die idee, die dinge, die mir da so manchmal auf der zunge liegen per telefon zu regeln kam ja schon…nur am ende habe ich auch keinen bock ‚unwanted services‘ wie sauerbier an frau/mann zu bringen;

dass da nur wenige wirklich anrufen, damit muss man wohl leben. das schlimme vermute ich mal ist, dass gerade die härtefälle derlei angebote nicht in anspruch nehmen…

so long,

stefan

hallo petzi,

oh, ja, ich merke, die telefonidee entwickelt sich…

naja, und rein rechtlich…habe ich womöglich noch nicht mal mit der dame dem herrn telefoniert (wie lange werden telco-daten jetzt gespeichert :wink: auf gar keinen fall habe ich irgendetwas diskriminierendes gesagt. ich bin ja nicht „doof“ - äh - „mental herausgefordert“…

danke…

stefan

hallo guido,

ja, ja … ABER :wink:

es kamen hier ja jetzt öfters die vorschläge mit telefon…mündliches ist doch so schön flüchtig und am telefon obendrein so ganz ohne zeugen.

was ist deine meinung?

danke…

stefan

Das Gute im Menschen…
Hi!

ja, ja … ABER :wink:

Gaaanz schlechter Beginn für einen Einwand :wink:

es kamen hier ja jetzt öfters die vorschläge mit
telefon…mündliches ist doch so schön flüchtig und am telefon
obendrein so ganz ohne zeugen.

Und da bist Du sicher?

was ist deine meinung?

Im Zweifel müsste dann abgewogen werden, welcher Aussage mehr zu glauben ist…

Ich glaube an das Gute im Menschen, und ich bin mir sicher, dass vielleicht nur 10% aller Bewerber so etwas ausnutzen würden.

Allerdings sind das dann 10% Ärger, den man sich völlig ersparen könnte…

LG
Guido

P.S. Letztendlich musst Du für Dich entscheiden, wie Du handelst. Allerdings habe ich für mein Unternehmen schon lange den Handlungsvorsatz: So viele Informationen wie unbedingt nötig!

Langzeitarbeitslose vs. Langzeitpersonaler
Hallo Renee,

was menschen machen, die wie ich bewerbungsunterlagen
prüfen und einstellungsgespräche führen…

Die suchen - sobald sie mit dem Stapel durch sind bzw. sobald
das Gespräch vorbei ist

[…]

oder gehen eine rauchen, ooooooder machen die
Schreibtischsschublade auf und genehmigen sich erst einmal
einen Cognac. :wink:

Das hört sich an, als würden alle Personaler nur legale Drogen nehmen (bis auf die Schreibtischschublade), diese dafür regelmässig (bin ich froh, dass das bei mir nur ein Teil-Job ist…wenn ich das wöchentlich hätte müsste ich auf die Couch, bräuchte Supervision oder Superdrogen)!?

[…]

zum Beispiel an die Bewerbung einer Dame, die meine Sekretärin
werden wollte und unter anderem mehrfach ihre hervorragenden
Deutsch-Kenntnisse betonte.

[…]

wie man in seiner Muttersprache als
Chefsekretärin so viele Fehler auf einer einzigen Seite
unterbringen kann… Die Dame bekam ihre Bewerbung -
heutzutage mit dem bekloppten Antidingensgesetz absolut
undenkbar! - mit einem entsprechend ‚verzierten‘ Anschreiben
zurück.

Naja, hier ist meine Taktik so weit möglich durch die Blume zu reden. Im Anschreiben könnte man da ja mit „Sehr geehrte Dahme“ o.ä. beginnen (und noch bessere Rächtschraibfeler folgen lassen). Naja, ich höre jetzt schon Gudio von einem Beitrag weiter unten…auch wenn man letztendlich in einem solchen Fall womöglich Recht bekäme (Rechtschreibfehler machen vier ja alle :wink: es würde prozessiert werden.

beispielsweise hatte ich jetzt einen deutschen ausländischer
herkunft mit einem arbeitszeugnis das einfach in
grottenschlechtem deutsch verfasst war

Für die Qualität des Übersetzers kann der gute Mann nichts…

Ich hatte nicht nochmal auf den evaluation-kontext des Vorgangs verwiesen: von einem hier studierten Akademiker(!) erwarte ich, dass er seine Bewerbung(en) hie und da gegen lesen lässt. Wenigstens das.

Aber das kann ich toppen: bei mir hat letztens ein ‚Arzt‘ als
Initiativbewerbung seine Unterlagen inclusive einer gefakten
Approbationsurkunde abgeliefert.

äh…und wie findet man das raus? www.pimp-my-approbation.com ?

das ganze mit „sehr
geehrte damen und herren“ beginnend.

Du stellst Dich ja an… TsTsTs Er hätte ja auch ‚Liebe
Primeln und Gänseblümchen‘ schreiben können. :wink:

Das hätte ich eingesehen, wenn er die Bewerbung nicht an meine Job-email-Adresse geschickt hätte sondern eben an [email protected] oder so…

Ich mache mir jetzt wieder mal Feinde,

Ich mach’ gerne mit…

von der Arbeitsagentur bekommt man NIEMANDEN
vermittelt - ich habe es ausprobiert. Es kamen dahingerotzte
Bewerbungen á la ‚das Arbeitsamt hat mir gesagt, ich soll mich
bei Ihnen bewerben‘,

OK, keine Ahnung, was/wo Du so suchst, bei den Ings ist das nicht so schlimm…allerdings lehnen wir die meisten schon anhand der Bewerbungsunterlagen ab. Die können mir so eine nulliger-Geschichte vom Arbeitsamt-Versendedienst gar nicht erst erzählen.

Auch Deine anderen Beispiele sind aus einer anderen Welt…

Das schlimme am Arbeitsamt finde ich zuallererst die Strukturen, auch die Infrastruktur. Hast Du mal deren web-site zu nutzen versucht? Buggy bis zum anschlag, 0-usability…aber Dein Passwort, dass muss mind. 128 Zeichen lang sein, sollte mind. ein Fremdzeichen in kyrillischer Schrift oder Mandarin (einfach) enthalten…

Als ich 2002 in HH arbeitslos war hatte mich die Angestellte fragend angeguckt „Physiker, was machen Sie denn da? Ist das was mit Labor?“…Das hat sich wohl geändert, sie wissen inzwischen, was ein Physiker ist…nur, jetzt womöglich besser, als die Betroffenen selber - Ich frage mich immer, finden Akademiker übers AA einen Job? - ich käme gar net erst auf die Idee dort danach zu suchen…

Über die kranken Strukturen beklagen sich auch alle AA-Angestellten, mit denen ich bisher Kontakt hatte (zumindest zwischen den Zeilen). Am Besten sind die, die dort als Akademiker aus Flucht vor der Arbeitslosgikeit landen…ich hatte u.a. eine promov. Soziologin, die wg. Fr. Bulmans 12-Jahres Regelung aus dem Uni-Betrieb herausgeflogen ist. Inzwischen ist sie (schön für sie, doof für mich) wieder in einem DFG-Programm.

Tischkante suchen, Rauchen, Cognac trinken… :wink:

Mein Tisch hatte einen Arbeitsunfall?

so long,

stefan

Ball flach halten
Hallo,

solange man nicht jemanden ableht, weil er schwul, zu alt, Ausländer oder rothaarig ist, liegt keine Diskriminierung vor (http://www.stop-discrimination.info/1219.0.html oder http://de.wikipedia.org/wiki/Antidiskriminierungsgesetz). Nicht jede begründete Ablehnung ist daher eine Diskriminierung!

Selbstverständlich darf man (auch jetzt noch) Bewerber ablehnen, weil sie einfach ungeeignet sind. Und wenn jemand eine saumäßige Bewerbung abgibt oder besoffen zum Vorstellungsgespäch erscheint, dürfte dieser jemand objektiv als ungeeignet gelten.

Also bitte nicht Überreagieren.

Gruß

S.J.

wenn du detailliert in die Gründe der Ablehnung hineingehst,
dann läufst du Gefahr, den Abzulehnenden zu diskriminieren,
auch wenn es nicht deine Absicht ist. Daraus folgt eine Klage
bzw. die Androhung, welche zur Folge hat, dass der Abglehnte
dann doch eingestellt werden muss.
Die Folgen trägt dann der Held, der die zwar menschliche, aber
weltsfremde Ablehnung geschrieben hat.
Man muss akzeptieren, dass in der Arbeitswelt das Herz an
letzter Stelle kommt… oder leider die Konsequenzen tragen.

Liebe Grüße

Stefan

Ist der Ball flach?
hallo s.j.,

Danke für die Links!

So weit ich das verstanden habe ist das Problem hier nicht, dass man bei einer Klage am Ende kein Recht bekommt (wenn man ‚political correct‘ vorgeht), sondern, dass man sich der ganzen Sache erst mal aussetzen muss.

Im Grund wie beim Arbeitszeugnis (Btw.: Da kenne ich den zugehörigen Paragraphen, der die Euphemismen und Verklausulierungen nach sich zieht nicht). Nur, dass im Falle der Absage einer Bewerbung ausser meinem zu-gut-menschlichen Einstellung kein Interess da ist überhaupt etwas ausser der Absage zu kommunizieren.

Ich gebe Dir Recht, es hat die ‚objektiven‘ Gründe, besoffen beim Vorstellungsgespräch etc… Aber, als Beispiel, der Bewerber für einen Ing-Job, der mir zwei .txt-Dateien und sein jpg-Bild gezippt schickt - kann ich dem sagen: Bitte lernen Sie erst mal das Aneignen / Recherchieren von Standards des alltäglichen Geschäftslebens?
Ich phantasiere mal eine Klage, wo er sich darauf beruft als Langzeitarbeitsloser (hatten wir schon) kein Geld für Textverarbeitungsprogramme wie Word zu haben um ein ordentliches .pdf zu erstellen. Klar finanziert das AA - bzw. kann er Ausgaben für - Bewerbungsverfahren von der Steuer absetzen…aber würde o.g. Grund für eine Absage in jedem Fall so wasserdicht sein, dass kein Gericht eine entsprechende Klage zuliesse?
Da bin ich, und vermutlich Guido und Stefan (der nicht ich bin :wink: nicht so sicher…und genau das ist der Grund…

so long,

stefan

So weit ich das verstanden habe ist das Problem hier nicht,
dass man bei einer Klage am Ende kein Recht bekommt (wenn man
‚political correct‘ vorgeht), sondern, dass man sich der
ganzen Sache erst mal aussetzen muss.

Dann gibst Du am besten gar keine Stellenauschreibungen mehr raus. Und am besten sprichst Du künftig weder mit deinen Mitarbeitern, noch mit Kunden oder anderen externen. Und bloss keine Geschäfte mehr machen oder Veträge schließen. Am besten das Haus nicht mehr verlassen. Könnten dich ja alle wegen irgend etwas verklagen. Mal im Ernst: Das Risiko, dass dich irgend ein Spinner wegen irgend etwas verklagt, besteht immer. Soweit ich weiß sind Klagen von Personen, die wegen Diskriminierung beim Einstellungsverfahren erhoben wurden, eher in homöopathischen Mengen bekannt. Das ganze Thema wurde politisch unglaublich aufgebauscht um das Gesetz zu verhindern. Tenor: Firmen, ihr werdet von Klagewellen und Schadenersatzforderungen wie sonst nur aus den USA bekannt, überzogen. Ich weiß bisher nur von einer Handvoll Urteilen, die allesamt von den Klägern verloren wurden.

Außerdem: No risk, no fun

Gruß

S.J.

Mal im Ernst: Das Risiko, dass dich
irgend ein Spinner wegen irgend etwas verklagt, besteht immer.

Ja, aber in unserem Fall sind die Klagen vorm Arbeitsgericht so weit mir bekannt nie „kostenneutral“. Bin mir hier aber nicht so sicher - wenns jemand besser weiss…

Soweit ich weiß sind Klagen von Personen, die wegen
Diskriminierung beim Einstellungsverfahren erhoben wurden,
eher in homöopathischen Mengen bekannt.

So sehe ich das auch.

Außerdem: No risk, no fun

Der Spassfaktor ist beim mointainbikeln deutlich höher :wink: