Langzeitarbeitslose vs. Langzeitpersonaler
Hallo Renee,
was menschen machen, die wie ich bewerbungsunterlagen
prüfen und einstellungsgespräche führen…
Die suchen - sobald sie mit dem Stapel durch sind bzw. sobald
das Gespräch vorbei ist
[…]
oder gehen eine rauchen, ooooooder machen die
Schreibtischsschublade auf und genehmigen sich erst einmal
einen Cognac. 
Das hört sich an, als würden alle Personaler nur legale Drogen nehmen (bis auf die Schreibtischschublade), diese dafür regelmässig (bin ich froh, dass das bei mir nur ein Teil-Job ist…wenn ich das wöchentlich hätte müsste ich auf die Couch, bräuchte Supervision oder Superdrogen)!?
[…]
zum Beispiel an die Bewerbung einer Dame, die meine Sekretärin
werden wollte und unter anderem mehrfach ihre hervorragenden
Deutsch-Kenntnisse betonte.
[…]
wie man in seiner Muttersprache als
Chefsekretärin so viele Fehler auf einer einzigen Seite
unterbringen kann… Die Dame bekam ihre Bewerbung -
heutzutage mit dem bekloppten Antidingensgesetz absolut
undenkbar! - mit einem entsprechend ‚verzierten‘ Anschreiben
zurück.
Naja, hier ist meine Taktik so weit möglich durch die Blume zu reden. Im Anschreiben könnte man da ja mit „Sehr geehrte Dahme“ o.ä. beginnen (und noch bessere Rächtschraibfeler folgen lassen). Naja, ich höre jetzt schon Gudio von einem Beitrag weiter unten…auch wenn man letztendlich in einem solchen Fall womöglich Recht bekäme (Rechtschreibfehler machen vier ja alle
es würde prozessiert werden.
beispielsweise hatte ich jetzt einen deutschen ausländischer
herkunft mit einem arbeitszeugnis das einfach in
grottenschlechtem deutsch verfasst war
Für die Qualität des Übersetzers kann der gute Mann nichts…
Ich hatte nicht nochmal auf den evaluation-kontext des Vorgangs verwiesen: von einem hier studierten Akademiker(!) erwarte ich, dass er seine Bewerbung(en) hie und da gegen lesen lässt. Wenigstens das.
Aber das kann ich toppen: bei mir hat letztens ein ‚Arzt‘ als
Initiativbewerbung seine Unterlagen inclusive einer gefakten
Approbationsurkunde abgeliefert.
äh…und wie findet man das raus? www.pimp-my-approbation.com ?
das ganze mit „sehr
geehrte damen und herren“ beginnend.
Du stellst Dich ja an… TsTsTs Er hätte ja auch ‚Liebe
Primeln und Gänseblümchen‘ schreiben können. 
Das hätte ich eingesehen, wenn er die Bewerbung nicht an meine Job-email-Adresse geschickt hätte sondern eben an [email protected] oder so…
Ich mache mir jetzt wieder mal Feinde,
Ich mach’ gerne mit…
von der Arbeitsagentur bekommt man NIEMANDEN
vermittelt - ich habe es ausprobiert. Es kamen dahingerotzte
Bewerbungen á la ‚das Arbeitsamt hat mir gesagt, ich soll mich
bei Ihnen bewerben‘,
OK, keine Ahnung, was/wo Du so suchst, bei den Ings ist das nicht so schlimm…allerdings lehnen wir die meisten schon anhand der Bewerbungsunterlagen ab. Die können mir so eine nulliger-Geschichte vom Arbeitsamt-Versendedienst gar nicht erst erzählen.
Auch Deine anderen Beispiele sind aus einer anderen Welt…
Das schlimme am Arbeitsamt finde ich zuallererst die Strukturen, auch die Infrastruktur. Hast Du mal deren web-site zu nutzen versucht? Buggy bis zum anschlag, 0-usability…aber Dein Passwort, dass muss mind. 128 Zeichen lang sein, sollte mind. ein Fremdzeichen in kyrillischer Schrift oder Mandarin (einfach) enthalten…
Als ich 2002 in HH arbeitslos war hatte mich die Angestellte fragend angeguckt „Physiker, was machen Sie denn da? Ist das was mit Labor?“…Das hat sich wohl geändert, sie wissen inzwischen, was ein Physiker ist…nur, jetzt womöglich besser, als die Betroffenen selber - Ich frage mich immer, finden Akademiker übers AA einen Job? - ich käme gar net erst auf die Idee dort danach zu suchen…
Über die kranken Strukturen beklagen sich auch alle AA-Angestellten, mit denen ich bisher Kontakt hatte (zumindest zwischen den Zeilen). Am Besten sind die, die dort als Akademiker aus Flucht vor der Arbeitslosgikeit landen…ich hatte u.a. eine promov. Soziologin, die wg. Fr. Bulmans 12-Jahres Regelung aus dem Uni-Betrieb herausgeflogen ist. Inzwischen ist sie (schön für sie, doof für mich) wieder in einem DFG-Programm.
Tischkante suchen, Rauchen, Cognac trinken… 
Mein Tisch hatte einen Arbeitsunfall?
so long,
stefan