Seit gestern beschäftigt mich etwas sehr. Ich habe gestern meine letzte Abschlussprüfung gehabt und bin nun mit meinem Studium fertig. Ich habe nur die bestmöglichen Noten gemacht und trotzdem kann ich mich kein bisschen freuen. Im Gegenteil fühle ich mich so leer und unglücklich. Dabei habe ich einiges für die nächste Zeit geplant, u.a. einen längeren Packpackerurlaub in Thailand!
Woran liegt das? Und was kann ich machen, damit ich mich wenigstens ein bisschen über meinen Abschluss freuen kann?
Du hast die letzten Monate unter enormem Stress und Druck gestanden. Bei dir ist einfach der Akku leer.
Das ging mir nach meinem Diplom genauso. Da hing ich 2 Wochen lang nur rum, schlief 12 Stunden am Tag und bewegte mich wie eine Automat zwischen Bad, Bett, Kühlschrank und Glotze… Ich war total ausgebrannt.
Und was kann ich machen, damit ich mich
wenigstens ein bisschen über meinen Abschluss freuen kann?
Gönn dir was. Geh gut essen… mit Freunden oder Familie.
Fahr in den Urlaub. In die Sonne…
das wird schon wieder, keine Angst.
Hallo, Coco!
Dasselbe konnte ich bei meiner Tochter beobachten, die im Juni Abitur gemacht hat. Aber ich wusste, das es so kommen würde, weil das eine normale Reaktion ist - das Tief,nachdem man ein Ziel erreicht hat. Es war soooo wichtig, nun ist es da und…UND? In schlimmen Fällen reicht das bis zur Depression. Muss ja aber nicht.
Du hast Dir etwas vorgenommen, das ist gut, mach es auch, selbst wenn Du Dich zZt. nicht richtig (darauf?) freuen kannst. Das kommt auf jeden Fall wieder! Ganz sicher.
Die Leute vom NLP (neurolinguistisches Programmieren) oder auch Coaches fragen den Klienten (Coachee) immer nach dem „Ziel hinter dem Ziel“ : Wofür willst Du dieses Ziel erreichen? Welche Schritte willst du danach gehen mit diesem Erreichten? Was davon brauchst Du für den Weg danach? Man versucht, das, wofür man dieses Ziel erreichen wollte, möglichst genau zu visualisieren und zu verinnerlichen, um immer zu wissen, warum man diese Anstrengung auf sich genommen hat, was der Sinn dahinter war.
Ein bisschen ist es, wie wenn man Weihnachten alle Geschenke ausgepackt hat, dann ist in der Familie meist erstmal die Luft raus! Aber Kinder wissen genau, wofür sie sich den Kipplaster gewünscht haben und freuen sich dicke.
Ich hoffe, das beruhigt Dich ein bisschen und macht Dir Mut.
Zu Deinem Ergebnis gratuliere ich Dir ganz herzlich, natürlich!
Gruß - Anette
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erstmal Glückwunsch.
Diese kleine „Depression“ ist ganz normal.
Du bist, schlicht und ergreifend, erstmal etwas ausgepowered.
Das ist alles.
Kommt wieder in Ordnung.
Ein bischen mehr Schlaf, ein bischen Sonne, helfen meist.
Mach`, wenn Du es einrichten kannst, mal ein paar Tage Urlaub in der Sonne - am Besten irgendwo an einem warmen Strand.
Hallo,
Streß belebt, d.h. man merkt lange Zeit nicht wie sehr man über seine eigenen Grenzen geht. Fällt der abrupt weg, ist Antriebslosigkeit und bei vielen ein Stimmungstief die Folge. Weder ungewöhnlich, noch sonderlich bedenklich. Investier einfach wieder mehr in Freizeitaktivitäten und gönn’ Dir insgesamt mehr Ruhe. Die Freude an der erfolgreich absolvierten ‚Hürde‘, kommt wenn das Allgemeinbefinden wieder besser ist.
Post coitum …
…omnis animal triste.
Heißt es, liebe Coco.
Aber das trifft nicht nur auf diese sonder eigentlich auf jede Anstrengung zu, körperlich oder geistig.
Der plötzliche Wegfall einer so konzentrierten Tätigkeit wie Du sie hinter dier hast, läßt eine gewisse Leere zurück.
Alles drehte sich um das Studium, den Abschluß, der ist nun erreicht und zunächst einmal ist nichts da, das dieses Vacuum füllen kann.
Dein innerer Motor dreht immer noch auf Hochtouren, aber die Leistungsbereitschaft wird plötzlich nicht mehr abgefordert.
Also Fuß vom Gas, und langsam ausrollen lassen. Dann wirst Du plötzlich bemerken, dass Du in letzter Zeit einige der schönen Dinge des Lebens gar nicht bemerkt hast. Bereite Dich langsam auf eine tolle Reise nach Thailand vor, dann kommen die Lebensgeitser auch langsam wieder zurück.
Ich gratuliere Dir zu Deinem grandiosen Abschluss und wünsche Dir gute Erholung!
kenne ich gut: Stress, Angst, Anspannung können zwei Folgeerscheinungen haben (sozusagen wie im „Tierreich“): entweder „Totstellreflex“, sprich z.B. in Depression verfallen, apathisch werden, freudlos, ausgebrannt in eine Art „Starre“ verfallen oder „Fluchtreflex“, will heißen: powern, im übertragenen Sinn „loslaufen“, Energien entwickeln.
Nach deiner Prüfung fällt jetzt wohl erstmal der ganze Stress von dir ab, die ganze Anspannung weicht nach und nach, Körper und Seele „fahren“ wieder etwas runter. Alles braucht erstmal viel Ruhe und Entspannung.
Die Freude, denke ich, die kommt sicherlich in ein paar Tagen, wenn du dich körperlich und vor allem seelisch wieder regeneriert hast - da bin ich mir ganz sicher.
das gefühl, das du jetzt hast, tritt häufig nach 9 monaten schwangerschaft + geburt auf - aber auch, wenn mein freund einen roman zuende geschrieben hat, oder überhaupt, wenn jemand einen großen job erledigt und damit eine entwicklung abgeschlossen hat.
der mensch kann nicht so von jetzt auf gleich umswitchen, nachdem er sich eine zeitlang intensivst mit etwas beschäftigt hat.
abhilfe: gönn dir was schönes als sofortmaßnahme (bummeln gehen, freunde besucht, essen gehen, schönes buch kaufen - was auch immer) und bereite dann deinen thailandurlaub vor. (da gibt es doch auch sicher schönes zu lesen drüber?)
ach, und auch von mir noch: herzlichen glückwunsch!
Ich kann mich meinen zahlreichen VorrednerInnen nur anschließen. Deshalb ist es auch sehr sinnvoll, dass die Sponsion/Promotion erst eine Weile _nach_ der Erledigung der ganzen Prüfungen und der Abgabe der Arbeit ist. Dann kannst dich nämlich zur Sponsion/Promotion hoffentlich wieder drüber freuen.
Und auch den Ratschlägen kann ich mich nur anschließen: Pause machen. Wenn dir nach drei Tagen Glotze und Junk food ist - mach’s. Wennst Spazierengehen, Laufen, den Hund wieder stundenlang äußerln führen willst - mach’s.
Loslassen ist die Devise. Die Freude kommt schon von selber wieder.
wenn Du auf ein großes Ziel hinarbeitest, mag das zwar anstrengend sein, und Du hast Dich wahrscheinlich auf das Ende gefreut, wenn das Ziel erreicht ist. Aber Arbeit für ein Ziel ist ausgesprochen sinnstiftend, - und nun ist dieser zeitweilige Lebensinhalt weg.
Nun ist stattdessen Leere da, und Du brauchst einige Zeit, um das Leben wieder mit Inhalt zu versehen.
Dieses Phänomen kennt man im Volksmund auch unter dem Namen Entlastungsdepression. Es ist kein Zustand von Dauer.
Man könnte auch von einer Massenträgheit der Gefühle sprechen. So wie eine Lokomotive nicht aus voller Fahrt abrupt stehen bleiben kann, sondern nur nach und nach langsamer werden kann, bis sie schließlich zum Stehen kommt.
oh wie normal!
hi coco, du erlebst das viel beschriebene „loch“ nach dem studium. das ist eine phase, die fast alle hochschulabsolventen als leer und gefühlsfrei empfinden. grund ist, dass einerseits anlass zur freude über eine bestandenen prüfung besteht, andererseits aber auch der abschluss der ausbildung bedeutet, nun ohne wenn und aber eigenverantwortlich ins leben zu müssen. das macht den ernst der lage klar und überlagert die erleichterung. ergebnis ist ein gefühlszustand etwa bei null, weil sich positiv und negativ ausgleichen. bei mir hats drei wochen gedauert, danach kam aber freude und erleichterung (und stolz) durch. belohne dich erstmal mit dem flug nach thailand!