Hallo ihr Lieben,
ich sitze gerade ueber einer Ausarbeitung fuers Studium in welcher es grob um folgende Situation geht:
Mensch lebt in wirtschaftlich schlechtergestellten Umgebung, ist seid Jahren arbeitslos (und ist selbst mit der Situation seiner Eltern so gross geworden), hat ggf. Probleme mit Alkoholkonsum, psychischen Stoerungen wie Depression… Nun wird angenommen, dass viele Arbeitsplaetze geschaffen werden und eben diese Person sich nicht mehr, salop gesagt, in ihrem Schneckenhaeuschen verkriechen kann sondern eigentlich arbeiten koennte und nicht mehr als Rechtfertigung fuer die eigene Arbeitslosigkeit die fehlenden Arbeitsplaetze in dem Gebiet anprangern kann wenn es zu einer Veraenderung in der Lebenssituatin geht, die von der Person als angenehm empfunden wurde.
Nur welche psychologische Theorie koennte man hier anwenden?
Vielen Dank bereits im vorraus,
liebe Gruesse,
Larissa
Hi, ich schreib mal meine Gedanken dazu:
- Arbeitslose sind leider von einem Teil des gesellschaftlichen Lebens, und das ist die Arbeit, ausgeschlossen. Je länger dieses Ausgeschlossensein andauert, desto höher könnte die Hemmschwelle werden, sich wieder in diese streng geregelte und mit hohen psychischen Auflagen verbundene Situation zu begeben. Was wird von mir erwartet? Wie gehe ich mit den Leuten um? Was werden sie von mir denken?
- Wahrscheinlich schämen sich Leute auch, denn Arbeitslosigkeit ist nunmal leider ein Stigma.
- Dann müssen sie auf einmal Verantwortung übernehmen. Das muss man in der Familie auch, aber im Arbeitsleben haben Fehler unmittelbarere Konsequenzen. Arbeitslosigkeit erlebe ich häufig als Vorwand, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen.
Vielleicht könnte man diese Ausreden als klassisch ethologisches Appetenz-Aversionsverhalten beschreiben: Auf der einen Seite eine Sehnsucht nach einem strukturierten und entlohnten Arbeitsleben, auf der anderen Seite die Angst und Scham. Das dies zu inneren Konflikten führt, kann ich gut verstehen.
Was meinst Du?
Ich weiß auf jeden Fall, dass, sollte ich jemals nochmal arbeitslos werden, ich mich Hals über Kopf in ehrenamtliche Arbeit stürzen werde. Der schlimmste Feind des Menschen ist das Nachmittags-Fernsehprogramm. In meinen Augen.
Grüße!