Hallo nochmal,
Was Du geschrieben hast deckt sich eigentlich mit dem was ich
mir zusammenüberlegt habe. Ich habe mir die Beißerchen meiner
Tochter vorhin nochmal angesehen. Genau wie ich hat sie auch
einen eher großen Kiefer. Man sieht jetzt schon durch den
einen fehlenden Zahn daß extrem viel Platz ist, denn zwischen
den Schneidezähnen unten sind ca. 2-3mm breite Lücken.
Am Ende der „Milchzahnzeit“ sollten auch Lücken im Bereich der Schneidezähne sein, da die bleibenden Zähne ja um einiges größer sind, das ist normal. Aber die weitere Entwicklung jetzt schon endgültig abzuschätzen ist schwierig, auch der Kieferorthopäde muss sich da auf Tabellen und Durchschnittswerte verlassen. Aber bei 2 fehlenden Schneidezähnen ist es schon möglich (wahrscheinlich), dass sich eine sehr lückige Stellung der verbleibenden Schneidezähne einstellt. Im Oberkiefer ist es häufiger, dass der seitliche Schneidezahn fehlt. Dann kann man die Lücken schließen und den Eckzahn mit einer Füllung ein „schneidezahnähnliches“ Aussehen geben. Das hatte ich schon häufiger in meiner Praxis, geht aber auch selten ganz ohne Kieferorthopädie ab.
Ich hatte auch an eine Art Platzhalter gedacht,der später,
wenn der Kiefer ausgewachsen ist, durch ein Implantat ersetzt
wird. Allerdings fehlt mir das Knowhow um zu wissen was
möglich ist. Nächste Woche wird ein Termin mein K-Orthopäden
gemacht.
Sogenannte „Marylandbrücken“ sind geklebte Brücken, wobei der fehlende Zahn mittels zweier (manchmal sogar nur mit einem) Flügelchen auf der Hinterseite der Nachbarzähne aufgeklebt wird. Das funktioniert recht brauchbar und die Nachbarzähne müssen nicht wie für eine herkömmliche Brücke abgeschliffen werden. Für Kinder ist das sogar eine Leistung der Krankenkasse. WANN man das genau macht, müsste man dann im Detail sehen, aber möglich ist das.
Implantate sind inzwischen eine bewährte Technik mit sehr guten Erfolgsaussichten. Natürlich gibt es auch - wir überall - mal Fälle, die aus den unterschiedlichsten Gründen danebengehen. Der Ersatz eines fehlenden Zahns bei zwei gesunden NAchbarzähnen bei einem jungen Menschen ist aber sicherlich eine der besten Indikationen für ein Implantat. Es geht aber erst nach Abschluss des Kieferwachstums. Ansonsten funktioniert ein gut eingeheiltes Implantat wie ein Zahn und muss natürlich auch wie ein solcher gepflegt werden.
Für den Laien ist es aber ganz schön schwierig zu entscheiden
was richtig ist. Ich habe auf meine Frage zwei Antworten
erhalten, die beide komplett verschieden sind. Woher weiß ich
nun was besser ist?
Eine richtige Antwort kann Dir hier im Forum niemand geben, da man dazu den Fall mit Modell und Röntgenbild und allen kennen müsste. Ich wollte nur herausstellen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, über die man zumindest als Patient aufgeklärt werden sollte. Welche dann die beste ist hängt auch vom Einzelfall ab und da hat vielleicht auch jeder Arzt eine eigene Meinung. Etwas mehr Aufklärung als gewöhnlich halte ich in so einem Fall allerdings schon für nötig, da es um eine weitreichende Entscheidung geht.
Vermutlich werde ich meiner weiblichen Intuition folgen, die
mir sagt dass es kompletter Schwachsinn ist gesunde Zähne zu
entfernen…
Da hast Du wahrscheinlich recht. Allerdings werden öfter im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung Zähne gezogen, um Platz im Kiefer zu machen. Ob Dein Fall genau so ein Fall ist, muss man sehen. Ich hatte schon Fälle mit nicht-angelegten Zähnen, wo der korrespondierende Zahn auf der Gegenseite gezogen wurde, weil es von der Entwicklung gut gepasst hat, und welche, wo die Lücke offengelassen und später versorgt wurde, weil sonst zu viel Platz da gewesen wäre. Prinzipiell haben wir schon genügend Zähne um mal auf zwei zu verzichten - was hinterher rauskommt muss halt passen.
Vielen Herzlichen Dank für Deine Antwort 
Gern geschehen
Gruß Christian