Fehler im Datenblatt

…oder bin ich einfach zu blöd?

Hallo!

Ich bin auf zwei eigenartige Datenblätter gestoßen:

Es geht um den Brückentreiber MAX8552 und HIP4081A.

Im MAX8552-Datenblatt http://datasheets.maxim-ic.com/en/ds/MAX8552.pdf steht auf Seite 5 als Erklärung zum PWM-Eingang: „PWM Input. DH is high when PWM is high; DL is high when PWM is low…“ (DH=Highside-Ausgang; DL=Lowside-Ausgang) Nach der Erklärung würden die beiden FETs vom PWM-Signal ständig hin und her geschaltet werden. In der Schaltung auf Seite 1 ist aber wirklich ein PWM-Signal abgebildet.

Im HIP4081A-Datenblatt http://www.intersil.com/data/fn/fn3659.pdf genau dasselbe. Nach der Schaltung auf Seite 3 würden bei dieser Vollbrücke die beiden unteren FETs vom PWM-Signal hin und her geschaltet werden.

Weiss einer von euch, wie das zu verstehen ist?

Danke!

Gruß,
Thomas

Hallo Thomas,

Im MAX8552-Datenblatt
http://datasheets.maxim-ic.com/en/ds/MAX8552.pdf steht auf
Seite 5 als Erklärung zum PWM-Eingang: „PWM Input. DH is high
when PWM is high; DL is high when PWM is low…“
(DH=Highside-Ausgang; DL=Lowside-Ausgang) Nach der Erklärung
würden die beiden FETs vom PWM-Signal ständig hin und her
geschaltet werden.

Das konnte ich nachvollziehen aber deine folgende Aussage verstehe ich nicht:

In der Schaltung auf Seite 1 ist aber wirklich ein PWM-Signal abgebildet.

In der Schaltung auf Seite 1 ist zu sehen, dass DL und DH jeweils auf die Gates der N-Kanal MOSFETs gehen. Damit das funktioniert, müssen die beiden Ausgänge ja komplementär schalten, damit bei DL=high V_{OUT} auf GND liegt und bei DH=high V_{OUT} auf V_{IN} liegt.

Im HIP4081A-Datenblatt
http://www.intersil.com/data/fn/fn3659.pdf genau dasselbe.
Nach der Schaltung auf Seite 3 würden bei dieser Vollbrücke
die beiden unteren FETs vom PWM-Signal hin und her geschaltet
werden.

Das ist in der Tat, wie du sagst, das gleiche Prinzip wie beim MAX aber „die beiden unteren“ FETs sind unabhängig von einander. Am Timing-Diagramm sieht man, dass man mit den A- und B- Eingängen die A- und B-Ausgänge anspricht, d.h. den linken und den rechten Teil der Brücke (unabhängig voneinander).

Dem Beispiel auf Seite 3 entspricht die Figure 2 auf Seite 3. Da sind AHI und BHI auf 12V konstant und durch Schalten von ALI und/oder BLI schaltet man die FETS von der Seite A (links) oder Seite B (rechts) komplementär – ist auch logisch denn wenn man beide FETs gleich schaltet, hat man entweder nichts davon oder man hat einen Kurzschluss.

Was hat das mit dem PWM-Signal zu tun?
Hallo Alpha-Kappa,

danke erstmal für deine Antwort. Ich antworte mal nur auf den unteren Teil, da das einfacher ist.

Im HIP4081A-Datenblatt
http://www.intersil.com/data/fn/fn3659.pdf genau dasselbe.
Nach der Schaltung auf Seite 3 würden bei dieser Vollbrücke
die beiden unteren FETs vom PWM-Signal hin und her geschaltet
werden.

Das ist in der Tat, wie du sagst, das gleiche Prinzip wie beim
MAX aber „die beiden unteren“ FETs sind unabhängig von
einander. Am Timing-Diagramm sieht man, dass man mit den A-
und B- Eingängen die A- und B-Ausgänge anspricht, d.h. den
linken und den rechten Teil der Brücke (unabhängig
voneinander).

Dem Beispiel auf Seite 3 entspricht die Figure 2 auf Seite 3.
Da sind AHI und BHI auf 12V konstant und durch Schalten von
ALI und/oder BLI schaltet man die FETS von der Seite A (links)
oder Seite B (rechts) komplementär – ist auch logisch denn
wenn man beide FETs gleich schaltet, hat man entweder nichts
davon oder man hat einen Kurzschluss.

Aber was hat das jetzt mit dem PWM-Signal zu tun? Sagen wir mal, ich möchte mit der Brücke einen Motor ansteuern. Dann schalte ich entweder den einen FET (Seite A), oder den anderen FET (Seite B) ein. Das eine ist vorwärts, das andere rückwärts. Im Datenblatt ist aber vom PWM-Signal die Rede. Wenn ich mein PWM-Signal mit 1kHz da reinschicke, dann schalte ich den Motor 1000 mal pro Sekunde von vorwärts auf rückwärts, was keinen Sinn macht. Ich habe das für einen Fehler in der Grafik gehalten. In dem anderen Datenblatt habe ich aber wie gesagt eine ähnliche Darstellung gefunden. Deshalb meine Frage…

Übrigens: Wenn ich beide FETs einschalte habe ich schon was davon, nämlich eine Motorbremse. Dann müssen die oberen FETs natürlich sperren…

Gruß,
Thomas

Hallo Thomas,

der Treiber ist ja nun nicht nur für Motoren gedacht sondern kann auch z.B. für Netzteile und Schrittmotoren verwendet werden und davon hängt dann die Beschaltung vorne vor ab (daher ist das Beispiel im Datenblatt für einen DC-Motor vielleicht etwas irreführend).

Erstmal musst du bedenken, dass die Frequenz deines PWM-Signals immer gleich ist. Du verstellst ja immer nur die Puls_weite_ und mit dieser stellt sich ein entsprechendes Drehmoment am Motor ein.

Beispielsweise könntest du mit den A-Eingängen bzw. der linken Seite der Brücke die Drehrichtung einstellen und auf die B-Eingänge gibst du das PWM-Signal für die Geschwindigkeit. Mit einer Pulsweite von 0…100% kannst du dann letztendlich die Geschwindigkeit des Motors steuern.

Nachtrag bezüglich 1000x vor- und rückwärts
Der Motor ist ja eine induktive Last und an dieser kann sich die Stromrichtung nicht sprunghaft ändern. In Gemeinsamkeit mit der hohen Schaltfrequenz des PWM-Signals „zittert“ sich der Motor also nicht zurecht sondern es stellt sich ein Mittelwert ein.

Achso, daran habe ich nicht gedacht - jetzt ist alles klar…

Danke!