Hallo!
Was Du ausrechnen möchtest, ist ja, wie sehr der Wert von y schwanken kann, wenn x zwischen +Δx und -Δx liegt. Für y nimmst Du y = x² an.
Die Rechnung für die Fehlerfortpflanzung, die Du angewendet hast, macht sich die Taylor-Entwicklung zunutze. Dabei wird die Funktion y(x) am Entwicklungspunkt X näherungsweise als Tangente angenommen. Bei y = x² (Normalparabel) hast Du für X = 0 die x-Achse als Tangente. Wenn Du ein bisschen nach rechts oder nach links gehst, ändert sich der y-Wert nicht. Das ist intuitiv natürlich auch korrekt:
Beispiel: Δx = 0,1
⇒ x1 = -0,1; x2 = +0,1
⇒ y1 = +0,01; y2 = +0,01
Während x einen Wert von -0,1 bis +0,1 annehmen kann, schwankt y nur zwischen 0 und +0,01 (zudem sind die Werte an den Rändern des Fehlerbalkens sogar gleich!).
Das Problem für die Fehlerfortpflanzung ist nicht der Messwert 0, sondern die Tatsache, das y(x) an dieser Stelle eine horizontale Tangente hat (lokales Extremum).
Ich würde so vorgehen, wie hier beschrieben: Im Fehlerintervall die maximalen und minimalen Werte für y explizit ausrechnen und die Differenz dann als Fehler annehmen. In diesem Beispiel könntest Du dann das Ergebnis so angeben:
Y(X) = 0 ± 0,01
Das ist nicht ganz korrekt, weil Y ja nie kleiner als Null sein kann. Das ist meistens nicht relevant, deswegen lasse ich es so stehen. Alternativen wären …
Y(X) = 0,005 ± 0,005
Das gefällt mir weniger. Es gibt zwar das Intervall korrekt wieder, aber suggeriert einen falschen Erwartungswert. Oder schließlich …
Y(X) = 0 (+0,01 / -0)
Michael