Hallo,
im März 2006 entschloss ich mich, insgesamt 3 Zahnlücken mit Implantaten schließen zu lassen. Leider musste auch ein vorderer Zahn dran glauben. In Teenagerjahren hatte ein unfähiger Kiefernchirurg mir - damals um Platz zu schaffen für eine Zahnfehlstellung mittels Zahnspange - Rillen zwischen die Schneidezähne gefräst. Einer der oberen Vorderzähne hatte durch die Prozedur Schaden genommen und war mittendurch gebrochen.
Also wurde er gezogen. Da sich in der Wurzel auch eine Fistel befand und das Zahnfleisch angegriffen war, beschloss der Kiefernchirurg, dass die Wunde erst komplett verheilen müsse, um dann abschätzen zu können, ob ein Implantat gesetzt werden könne. So gut, so leidig - aber nicht zu ändern.
Da ich nicht willens war, mit einer Zahnlücke in der Frontpartie herumzulaufen bekam ich eine Prothese, die ich von März bis fast Dezember 2006 trug. Ständig war das Zahnfleisch auch anderer Zähne geschwollen, ich wies zudem meinen Zahnarzt darauf hin, dass ich das Gefühl hätte, an ganz anderer intakter Seite würde sich der andere Vorderzahn verschieben. Er schliff an der Prothese herum, nach seiner Aussage könne hier kein Druck mehr auf den intakten Zahn wirken.
Wiederholt (in der Zwischenzeit wurden die Implantate gesetzt) wies ich darauf hin, dass sich meine Zähne weiter verschöben. Es wurde wieder ein wenig an der Prothese geschliffen.
Im Dezember dann war es soweit: Die verheilten/festgewachsenen Implantate wurden freigelegt; die Kronen kamen noch drauf und ich konnte wieder kraftvoll zubeißen.
Auf der anderen Seite (wie schon gesagt der, die mit der Behandlung eigentlich gar nichts zu tun hatte), klafft nun ein deutlich sichtbarer Spalt von ca. 1 mm Breite. Der war vorher definitiv nicht da. Eine Freundin (gelernte Zahntechnikerin) sagte beim Blick auf den Gipsabdruck meines Gebisses, man sähe klar, dass der Zahn fehlgestellt sei bzw. sich verschoben habe.
Ich habe nun meinen Zahnarzt darauf angesprochen, dass ich nicht willens wäre, mit einer solchen Lücke herumzulaufen. Für ein Blend-a-med-Lächeln reichte es bei meinen Zähnen nie, aber sie waren nie krumm oder ungleich.
Mein Zahnarzt hat sich wohl jüngst fortgebildet und beabsichtigt nun, seine erworbenen Kenntnisse erstmalig auf mich anzuwenden. Er möchte auf den Zahn etwas aufbringen, um diese Lücke optisch zu schließen. Der Zahn müsse angerauht werden, dann würde eine Schicht von was-auch-immer aufgetragen. So sei eine kieferorthopädische Behandlung überflüssig, abgesehen davon ginge es natürlich auch viel schneller.
Es stellen sich mir nun diverse Fragen: Muss ich diese weitere Behandlung wohl selber bezahlen? Das wäre für mich so, als wenn z. B. ein Glaser ein Fenster einsetzt, dabei ein intaktes beschädigt und nun vom Hauseigentümer verlangt, die Kosten auch für dieses von ihm selber beschädigte Fenster zu tragen. Handelt es sich hierbei nicht um einen Schaden, der durch eine fehlerhafte Behandlung entstanden ist?
Dann stehe ich der eigentlichen Behandlung nicht ganz unkritisch gegenüber. Das Gefühl des Versuchskarnickels lässt mich nicht gerade entspannen. Weiß hier vielleicht jemand, wovon der gute Mann spricht und kann mich ein wenig beruhigen?
Danke vorab für eure Antworten und Gruß
Kirsten

