Fehlerhafter Gebrauchtwagen

Hallo,
im Dezember 2006 haben wir für unseren Sohn (Fahranfänger) einen Twingo Baujahr 2000 erstanden. Laut Autohändler im Topzustand. Da es ein namhafter Händler (+Werkstatt) hier am Ort ist, das Auto neuen TÜV bekam und von der Werkstatt durchgecheckt wurde, glaubten wir an einen guten Kauf:frowning:.
Wir haben mit dem Auto aber schon einige Probleme, die zwar bisher vom Händler alle mit vielen Entschuldigungen und einem „…soviel Probleme hatten wir noch nie bei einem Gebrauchtwagen…“ behoben wurden, aber dennoch stutzig machen. Zumal die Garantie ja nach einem Jahr ausläuft und mein Sohn dann theoretisch jede Reparatur selbst zahlen muss.
*Anzeigenleuchte Airbag flackerte; *Scheibenbremsen mussten ausgetauscht werden (auf eigene Kosten) * Tankdichtung war defekt und musste ausgetauscht werden, dabei verwendete man falsches Material , das den Filter verstopfte==> Austausch des Filters; * elektrischer Fensterheber ging nicht mehr ==> Austausch;* ABS - Sensor kaputt==> Austausch;* jetzt schleift etwas am Boden==> Übermorgen wieder Werkstatt.
Meine Frage:
nützt es etwas , den Wagen von einem Gutachter überprüfen zu lassen;
ab wann kann man so ein Gefährt zurückgeben, oder was gibt es für Möglichkeiten? Sollten wir einen Anwalt in Anspruch nehmen? So langsam verlieren wir die Geduld.

Viele Fragen, ich hoffe auf viele Antworten:smile:
Herzliche Grüsse

Bibiana

Hi.

Also generell ist es nie verkehrt einen Gutachter oder Anwalt zu Rate zu ziehen und einfach mal doof nachzufragen.
Im großen und ganzen sieht es aber auch wiederum so aus, dass ein Auto mit Modeljahr 2000 auch nicht unbedingt mehr ein Neuwagen ist, und dass sich halt bei jedem Fahrzeug irgendwann ein paar Macken einschleichen. Bei dem Einen etwas früher, bei dem Anderen halt etwas später.
Solche Sachen wie z.B. die Bremsen sind Verschleissteile die man keinem Händler ans Bein binden kann, es sei denn der Fehler war schon vorher bekannt.
Ein Fensterheber geht halt auch manchmal kaputt. Man darf nie vergessen, dass da überall bewegliche Teile drin sind, die halt mal kaputt gehen. Ich will hier jetzt nichts schön reden, aber so ist es nun mal.

Was allerdings noch sehr interessant zu wissen wäre, wieviel Kilometer das Fahrzeug schon gelaufen hat.

Greetz
Benny

Es ist ein Twingo, Metropolis 1.2, tiefergelegt, hatte beim Kauf in 12/2006 einen Kilometerstand von 57100.
Gruss
Bibiana

Hallo!

im Dezember 2006 haben wir für unseren Sohn (Fahranfänger)
einen Twingo Baujahr 2000 erstanden. Laut Autohändler im
Topzustand. Da es ein namhafter Händler (+Werkstatt) hier am
Ort ist, das Auto neuen TÜV bekam und von der Werkstatt
durchgecheckt wurde, glaubten wir an einen guten Kauf:frowning:.

Mehr als das kann ein Händler nicht machen, vorausgesetzt, das Auto war wirklich sauber durchgecheckt worden.

Wir haben mit dem Auto aber schon einige Probleme, die zwar
bisher vom Händler alle mit vielen Entschuldigungen und einem
„…soviel Probleme hatten wir noch nie bei einem
Gebrauchtwagen…“ behoben wurden, aber dennoch stutzig
machen.

Generell ist der Twingo nicht unbedingt das solideste Auto. In meinem Freundinnen-Kreis gab es einige dieser Autos und keiner lief wirklich problemlos.
Es ist halt eine französische Billigkiste auf dem technischen Stand der 90er Jahre.

Zumal die Garantie ja nach einem Jahr ausläuft und
mein Sohn dann theoretisch jede Reparatur selbst zahlen muss.

Evtl. kann man eine Anschlußgarantie abschliessen. Beim Händler nachfragen.

*Anzeigenleuchte Airbag flackerte;

Elektronikprobleme sind bei Renault, v.a. aus diesen Jahren, normal.

*Scheibenbremsen mussten
ausgetauscht werden (auf eigene Kosten)

Verschleißteile. Wieviel Km sind heute auf dem Wagen gelaufen?

* Tankdichtung war
defekt und musste ausgetauscht werden,

Bei einfacheren Autos kann so etwas nach 6-7 Jahren schon mal passieren.

dabei verwendete man
falsches Material , das den Filter verstopfte==> Austausch
des Filters;

hoffentlich auf Kosten der Werkstatt. Jeder macht mal Fehler. Es kommt dann auf das Fehlermanagement an…

* elektrischer Fensterheber ging nicht mehr
==> Austausch;

Das passiert. V.a. bei solchen Autos.

* ABS - Sensor kaputt==> Austausch;

Das kommt häufiger vor. Bei allen Fahrzeugklassen. Oft reicht eine Reinigung aus.
Hängt auch vom Einsatz des Wagens ab.

* jetzt
schleift etwas am Boden==> Übermorgen wieder Werkstatt.

Möglicherweise ein Luftleitblech. Die rosteten auch bei VW in der Vergangenheit öfter mal ab.

Meine Frage:
nützt es etwas , den Wagen von einem Gutachter überprüfen zu
lassen;
ab wann kann man so ein Gefährt zurückgeben, oder was gibt es
für Möglichkeiten? Sollten wir einen Anwalt in Anspruch
nehmen? So langsam verlieren wir die Geduld.

Solange der Händler die Mängel immer wieder beseitigt, sehe ich keinen Grund für eine Rückgabe. Natürlich kann man einen Gutachter und danach einen Anwalt beauftragen.
Ich persönlich würde mir jedoch das Geld sparen und die Kiste verkaufen, nachdem eine Anschlußgarantie vereinbart worden ist (als verkaufsfördernde Maßnahme).

Einen Twingo kauft man nicht, ich halte die genannten Mängel für normalen Verschleiß (Bremsen) bzw. für Kleinigkeiten, die bei einem solchen Auto einfach zu erwarten sind.

Ich persönlich würde meinen Kindern niemals eine solche Blechdose kaufen, lieber einen 30 Jahre alten Mercedes. So einen kaufte ich in 2005 für meinen bruder, er fuhr ihn 1 Jahr und es ging absolut gar nichts kaputt. Der Wagen wurde nur verkauft, weil er aufgrund der Emissionsstufe damit nicht mehr zu seiner Wohnung fahren durfte…
Kaufpreis Mercedes 200 Baujahr 1977: 2.000 Euro.
Einmalige Überprüfung, einige Blecharbeiten, neue Winterreifen und kleine Reparaturen, alles direkt nach Kauf: 1.500 Euro:
Für 3.500 Euro stand somit ein einigermassen sicheres Auto vor seiner Türe, welches auch noch weitere Jahre problemlos gelaufen wäre.

Angesichts der aktuellen Hetzjagd auf ältere Autos (Feinstaubregelungen, wobei alte Benziner Feinstaub höchstens beim bremsen erzeugen…), würde ich den Kauf eines sehr gut erhaltenen Mercedes 200 der Serie 124 (Bj. ca. 1990 - 1994) mit Euro 2 Kat empfehlen.

Grüße,

Mathias