Hi! Ich habe ein Problem mit der Fehlerrechnung.
Einleitung
Und zwar lernt man ja allerorten, dass man den Fehler einer Groesse f = f(x1, x2, x3, …), die sich aus einzelnen Messgroessen xi zusammensetzt, entweder mit dem Gauszschen Fehlerfortpflanzungsgesetz
Δf = sqrt(∑((∂f/∂xi)2 (Δxi)2))
feststellt, oder den Groesstfehler
Δf = ∑(|∂f/∂xi| |Δxi|))
berechnet. Nehmen wir eine einfache Funktion der Art
f = xz , z ∈ Z (ganze Zahl), z ≠ 0;
also eine einfach Potenz von x oder deren Kehrwert. Dann ist
∂f/∂x = z xz-1
und somit
Δf = |z xz-1| |Δx|
(sowohl nach Gausz als auch Groesstfehler). Der relative Fehler von f ergibt sich dann zu
Δf/f = |(z xz-1) / (xz)| * |Δx| = |z| |Δx/x|
Ok, das ist die allgemeine Vereinfachung fuer den Fall, dass sich f aus Potenzen von xi multiplikativ zusammensetzt. Fuer den noch weiter vereinfachten Fall z=-1, also f=1/x, heisst das, der relative Fehler von f ist gleich dem von x.
Frage
Jetzt habe ich z.B. eine Messgroesse von x=10 (Einheit ist wurscht) mit einem Messfehler von Δx=1, der relative Fehler also 10%. Dann ist f=0.1 und Δf=0.01, da der relative Fehler derselbe wie von x ist. Das wahre x bewegt sich aufgrund des Messfehlers irgendwo zwischen 9 und 11, das wahre f irgendwo zwischen 0.09 und 0.11.
Rechne ich jetzt aber das minimale und maximale f direkt aus dem maximalen und minmalen x aus, also
fmin = 1/xmax = 1/11 = 0.090909 und
fmax = 1/xmin = 1/9 = 0.111111
dann ist auf einmal der Fehler von f ein ganz anderer – auf der einen Seite ragt er ueber den durch den relativen Fehler erlaubten Bereich heraus, auf der anderen Seite nutzt er ihn nicht ganz aus. Der Fehler von f ist jetzt nicht mal mehr symmetrisch.
Woher ruehrt denn diese Diskrepanz her bzw. was ist an der Rechnung falsch?