Hallo Kurt,
(…)
der Fragesteller hat drei unterschiedlich genaue Werte!
Das hat er doch nirgends gesagt?
Ich denke schon :
Ich habe drei identische Spektroskopie-Messungen durchgeführt,
dort aber natürlich verschiedene Werte erhalten (Ich gehe von
einem zufälligem Fehler aus).
Die Messdaten habe ich jeweils gefittet und daraus meine drei
Ergebnisse und jeweils einen „Fehler“ berechnet (Origin +
Gausssche Fehlerfortpflanzung).
Zum Weiterarbeiten möchte ich diese drei Messungen gerne auf
einen Wert und einen Fehlerwert reduzieren.
und - Antw. auf dein Posting …
Außerdem geht bei dieser Rechnung nicht ein, wie „sicher“ die
Mittelwerte bestimmt worden sind. Mitunter ist ein Fit sehr
eindeutig (kleiner Fehler), ein zweiter ab nicht (großer
Fehler). Ich dachte es gibt da ein Modell, welches die
„Qualität“ der einzelnen Mittelwerte berücksichtigt.
Er kennt aus dem Fit eine Schätzung der Varianz für jeden
einzelnen Wert.
Das ist doch das Pferd von hinten aufgezäumt?
Ich verstehe das völlig anders.
Na ja, bei solchen Fits wird irgeneine Resonanzkurve (z.B. Gauß) über evtl. einem Untergrund gefittet und vor allem die Fläche bestimmt, die dann z.B. auf eine Konzentration umgerechnet wird. Wie er schreibt hat er Origin für die Fits benutzt. Das wird ihm dann u.a. die Fläche und deren stat. Fehler ausspucken. Das nenn’ ich dann für dich als Musiker Statistiker „eine Schätzung der Varianz für jeden einzelnen Wert“
Nun hat er drei Punktewolken, durch die jeweils eine Kurve
geht.
Jeweils drei Werte korrespondieren. Aus je drei Werten muss er
s berechnen. Das ist zwar ungenau, aber nicht tragisch, denn
er hat ja viele Tripletts, was die gesamte Modellgenauigkeit
wieder anhebt.
Von „Punktewolken“ und „vielen Tripletts“ hab ich nix gelesen …
Übrigens ist die Bestimmung von s ab bereits n=5 industriell
flächendeckend üblich (SPC).
Bei der Prozesskontrolle gibt aber (hoffentlich!) keiner unkommentiert s oder sm für n=5 an und behauptet, das der Mittelwer normalverteilt wäre und man deshalb aus dem Standardfehler etwas über die Genauigkeit des Mittelwertes (sein Konfidenzintervall) schließen könnte! Das multipliziert man dann eben „t“ dran …
Die 10 oder 20 sind nicht in Stein gemeisselt, genauso wenig
wie irgendwelche Signifikanzniveaus.
Stimmt! Hab’ ich auch nicht behauptet! Passt aber in der Praxis. Leicht zu merken ist z.B. die 5er-Regel von Tukey (Sachs, Angew. Statistik, Seite 172,oder Google „fünferregel statistik“, erster Treffer). Der empfiehlt für s gleich n=5² .
Gruß Kurt