Fehlerursache und chk-Files

Hallo,

der PC einer Bekannten (w2k, fat32) hatte einen Fehler: Nach ein paar Minuten Laufzeit ließen sich der WINNT- und der Programm-Ordner nicht mehr öffnen. Nach Neustart funktionierte das wieder für einige Minuten. Alles andere funktionierte problemlos.

Ich wollte deshalb w2k von CD drüber installieren, wobei laut Erläuterungstext ja alle Einsellungen erhalten bleiben sollen. Beim Neustart suchte das System nach installierten Elementen, bracht nach einiger Zeit ab und begann wieder von vorn. Das unaufhörlich immer wieder.

Ich nahm den PC deshalb mit zu mir und hängte die HD als zweite in meinen PC. Zu meiner Überraschung erklärte er (bei 13 GB Belegung), dass keine anzeigbaren Ordner vorhanden seien.

Daraufhin ließ ich das Datenträger-Prüfgramm laufen. Danach war die HD plötzlich mit 30 GB belegt, in zwei Found-Ordnern, lauter chk-Files.

Jetzt frage ich mich:

  1. Wieso kann der Versuch einer Darüber-Installation das vorhandene funktionierende System außer Funktion setzen?

  2. Wieso macht die Prüfung lauter chk-Files aus den vorhandenen Dateien? Da das System vorher problemlos hochfuhr und bis zu einem bestimmten Punkt die Geräteerkennung versuchte, kann ja nicht alles kaputt gewesen sein, uns dürften doch die Anwendungsdaten gar nicht betroffen gewesen sein?

  3. Was kann man eigentlich mit den chk-Files machen? Welchen Sinn haben sie? Lassen sich daraus wenigstens Anwendungsdaten zurück gewinnen?

Mit ratlosen Grüßen
und in der Hoffung auf eure Hilfe
Carsten

Moin

  1. Wieso kann der Versuch einer Darüber-Installation das
    vorhandene funktionierende System außer Funktion setzen?

Die Festplatte (die FAT) war vorher schon in einem sehr schlechten Zustand. Die FAT war wohl nicht mehr so wie sie sein sollte und wurde durch das kopieren/löschen/erzeugen von Dateien nicht besser. Wieso die FAT „kaputt“ war lässt sich nicht so einfach sagen. Kann einer der (_plural_, nachzulesen auf http://www.mircosoft.com ) Fehler im FAT32-Treiber von windows sein, kann ein Virus/Trojaner sein, kann ein schlecht geschriebenes Anwendungsprog sein…

  1. Wieso macht die Prüfung lauter chk-Files aus den
    vorhandenen Dateien?

Das sind die Dateien, das sind nicht mehr in der FAT geführte Cluster-ketten.

Da das System vorher problemlos hochfuhr

Da die FAT vorher noch ein bisschen Sinn machte…

und bis zu einem bestimmten Punkt die Geräteerkennung
versuchte, kann ja nicht alles kaputt gewesen sein, uns
dürften doch die Anwendungsdaten gar nicht betroffen gewesen
sein?

Wenn die FAT flötten geht, gehen ALLE Dateien mit. (Backup, Backup, Backup… ?) Nur recovery-Programme oder Diskeditoren können dann noch helfen.

  1. Was kann man eigentlich mit den chk-Files machen? Welchen
    Sinn haben sie?

Sie enthalten Cluster-ketten die nicht mehr in der FAT eingetragen waren. Mit ein bisschen Glück sind Teile oder ganze Dateien in den chk-Files drin. Auf gut Glück nach Word-Dateien zu suchen macht also Sinn, wenn man ganz verzweifelt ist…

Lassen sich daraus wenigstens Anwendungsdaten
zurück gewinnen?

Mit mehr so einfach. Wenn man gleich mit einem anständigen Recover-programm an die Platte gegangen wäre (vor der Windows-installation) hätte man wahrscheinlich viel (>99% der Dateien) retten können. So kann man nur noch von Hand versuchen einzelne Dateien zu suchen (gleiche Grösse,… umbennen nach .doc (oder was auch immer…) testen… )

Wenn du aus dem PC noch was sinnvolles rauszeihen willst: schraub die Platte raus. Starte AUF KEINEN FALL von der Platte. SCHREIB NICHTS auf die Platte. Versuch NICHT windows von der Platte zu starten. Versuch NICHT irgendwas auf die Platte zu INSTALLIEREN. Bring sie zu jemanden der Ahnung von FAT32 hat. Evtl. kann der mit einem Suchprogramm noch Dateistücke finden. Automatische Standart-festplatten-tools haben in dem Fall keine Chance irgendwas (>20% der Dateien) zu finden.

cu

Hallo,

danke für die prompte Antwort.

Ist ja ein Hammer. Ich dachte,mit w3k wäre der frühere Ärger mit Windows vorbei. Auf meinem PC hatte ich jedenfalls seitdem keinen Absturz mehr.

Noch ungeheuerlicher finde ich, dass ein Programm dass PRÜFEN soll, etwas erst richtig kaputt macht.

Wenn du aus dem PC noch was sinnvolles rauszeihen willst:
schraub die Platte raus. Starte AUF KEINEN FALL von der
Platte. SCHREIB NICHTS auf die Platte. Versuch NICHT windows
von der Platte zu starten. Versuch NICHT irgendwas auf die
Platte zu INSTALLIEREN.

Das war mir klar, habe ich deshalb auch nicht gemacht.

Bring sie zu jemanden der Ahnung von FAT32 hat. Evtl. kann der
mit einem Suchprogramm noch Dateistücke finden.

Ich bin in meinem Umfeld der, der am meisten Ahnung hat. :smile: Kannst du mir ein Programm nennen, mit dem das möglich ist? Finde ich dann ja vermutlich auf den üblichen Downloadseiten.

Mit Gruß und Dank
Carsten

Moin

danke für die prompte Antwort.

bitte.

Ist ja ein Hammer. Ich dachte,mit w3k wäre der frühere Ärger
mit Windows vorbei.

Vor 2-3 Wochen ein Anruf eines Kumpels: Frisch installiertes und mit neustem Service-Pack versehenes winXP hatte eine NTFS-Platte gefressen, beim ersten Hochfahren… 80 GB Daten weg. Nach dem Backup-Band haben die 2 Stunden gesucht, etwa 3 Wochen Arbeit für die Katz.

Jetzt machen die Backups. jeden Tag. 2x.

Noch ungeheuerlicher finde ich, dass ein Programm dass PRÜFEN
soll, etwas erst richtig kaputt macht.

Ein Programm das ein Platte prüft und dabei etwas auf die Platte schreibt ohne sie zumindest vorher GANZ zu lesen ist schonmal beschei… Scandisk kommt mit Dateileichen von Abstürzen klar, alles was darüber hinaus geht ist tötlich.

Das war mir klar, habe ich deshalb auch nicht gemacht.

(Die windows-installation hätte auch schon nicht sein sollen…)

Kannst du mir ein Programm nennen, mit dem das möglich ist?

Ich benutz TCT oder Sleuthkit, je nach dem wie kaputt die Platte ist. Leider kann keiner von beiden nach Office (ihr sucht doch nach Office-Dateien, oder) Dateien suchen.

Finde ich dann ja vermutlich auf den üblichen Downloadseiten.

Die beiden gibts gratis. Laufen aber nur unter Linux. Wenn du noch nie eine Platte wiederbelebt hast: vergiss die zwei. Versuchs auf http://www.convar.de Da gibts auch Freiversionen diverser Windows-Progs. Diese Programme werden aber NICHTS aus den chk­Dateien retten. Das sind standart-Tools. Da du von 30GB-chk-Dateien geschrieben hast… ich glaub nicht an Wunder.

Wenn die Dateien richtig wichtig sind (>10.000?) kannst du die Platte auch gleich convar schicken. In so einem Fall werden die mit ihren Elektornen-raster-kraft-Magnetfeld-Schiess-mich-tot-scanner mehr rausen alles jedes Software-Tool. Hat aber seinen Preis. Und die werden Fragen stellen, z.b. ob dir die Daten auch wirlich gehören und ob du das beweisen kannst.

viel Glück.

Hallo,

(Die windows-installation hätte auch schon nicht sein sollen…)

Auf die Weise habe ich allerdings schon w95 Zeiten das System oft wieder hin bekommen.

Die beiden gibts gratis. Laufen aber nur unter Linux.

Benutze ich nicht und habe auch vorläufig keine Zeit, mich da einzuarbeiten.

noch nie eine Platte wiederbelebt hast: vergiss die zwei.
Versuchs auf http://www.convar.de Da gibts auch Freiversionen
diverser Windows-Progs. Diese Programme werden aber NICHTS aus
den chk­Dateien retten.

Auch ich bin ja viel von Microsoft gewöhnt, aber: Warum verwandeln die erst (vermutlich noch) funktionierende Dateien in chk’s, wenn anschließend niemand was damit anfangen kann?

Da du von 30 GB-chk-Dateien geschrieben hast…

Das ist die wunderbare Dateivermehrung: Vor der „Prüfung“ waren es nur 13 GB.

Wenn die Dateien richtig wichtig sind (>10.000?) kannst du
die Platte auch gleich convar schicken. In so einem Fall

Na ja, in den Dateien sind ja wohl so ziemlich alle Files dabei, die vorher auf der Platte waren. Allein Windows mit Hunderten, dazu all die Einzelfiles der Anwenderprogramme. Es geht der Bekannten primär um Fotos, also jpg-Dateien.

Mit nächtlichen Grüßen
Carsten

Da du von 30 GB-chk-Dateien geschrieben hast…

Das ist die wunderbare Dateivermehrung: Vor der „Prüfung“
waren es nur 13 GB.

Das kann ich auch mit meinem bescheidenen Wissen erklären :wink:

Soweit ich weiss werden dateien gelöscht indem einfach der erste Cluster in der Fat überschrieben wird, damit weiss das Betriebssystem nicht mehr wo der Rest der Datei ist und überschreibt den neuen „freigewordenen“ Platz wenn er gebraucht wird.

Ohne die Fat sind alle Daten auf der Platte nix Wert, denn welten werden benachbarte Cluster mit der gleichen Datei geschrieben, sondern es wird hin und hergeschrieben auf der platte und in der Fat steht einfach zu jedem Cluster der folgecluster damit das BS die Datei wieder rekonstruieren kann.

Falls ich groben Unfug erzählt habe (wir hatten nur 1 Semester Rechnerarchitektur) dann leugne ich alles und behaupte das Gegenteil *g*

Moin

Auf die Weise habe ich allerdings schon w95 Zeiten das System
oft wieder hin bekommen.

Nicht bei dem Fehler-typ. Wenn Ordner verschwinden oder Datei plötzlich ein Smile oder Euro-Zeichen im Namen haben hilft windows neu installieren i.d.R. gar nichts.

Bei vielen anderen Windows-Problemen (Registery zerschossen, DLL’s gegrillt, blöde Trojaner eingefangen) stimmt die Aussage natürlich voll und ganz.

Auch ich bin ja viel von Microsoft gewöhnt, aber: Warum
verwandeln die erst (vermutlich noch) funktionierende Dateien
in chk’s, wenn anschließend niemand was damit anfangen kann?

(lies mal zuerst den anderen Kommentar, der hat soweit Recht)

(grob einfacht)

Die Dateien werden als Kette von Datenblöcken (Cluster genannt, i.d.R. 4KB gross) gespeichert. Jeder Block kennt seinen Nachfolger und Vorgänger. In der FAT stehen der Dateiname und der 1. (und der letzte Block) einer jeden Datei. Ausserdem gibts eine Liste von nicht benutzten Blöcken. (Freiliste)

Löscht man eine Datei so wird der Eintrag in der FAT als gelöscht gekennzeichnet und die Blöcke werden in die Liste der nicht benutzten Blöcke eingetragen. Klappt das Eintragen der Blöcke nicht so „verschwinden“ diese aus dem FAT-System. Findet Scandisk/chkdisk eine Kette von Blöcken die weder zu einer Datei gehören noch in der Freiliste stehen so wird eine neue Datei angelegt mit genau diesen Blöcken als Inhalt.

Leider passt scandisk dabei nicht auf die Reihenfolge der Blöcke auf. Das heist die chk-Dateien enthalten wahrscheinlich schon die alten Dateien und die Daten sind auch noch da, aber die Blöcke wurden neu gemischt.

Ein Beispiel:

TXT-Datei mit dem Inhalt:
1234567890

kann als .chk-Datei so aussehen:

5671234890

Das wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen ist komplex… besonders wenns grosse Dateien sind die in mehrere chk-Dateien zerfallen sind.

Das ist die wunderbare Dateivermehrung: Vor der „Prüfung“
waren es nur 13 GB.

Dann sind da noch alte, schon lange gelöschte und evtl. halb überschriebene Dateien mit aufgetaucht. Das heist aber auch dass das Problem in der FAT schon länger besteht.

Es geht der Bekannten primär um Fotos, also jpg-Dateien.

Da könnte man Glück haben. jpeg’s sind in der Regel klein und werden in mehreren aufeinander direkt folgenden Blöcken abgelegt. Da könnten viele überlebt haben. Einfach mal ein paar Dateien in der richtigen Grösse in .jpeg umbennen und testen.

cu

Nachtrag
Hab mir deine Situation nochmal vorgenommen:

Wenn die Bilder nicht stark bearbeitet wurden müssten sie die scandisk-Aktion überlebt haben. Wenn welche draufgegangen sind dann beim windows-neu-installieren.

Ein simpler MagicNumber-scanner könnte also einen Teil der Bilder mit wenig Aufwand finden und wiederherstellen.

Da die normalen Recovery-Progs ihre Magic-Number-Scaner aber nur gelöschte Dateien (Cluster-ketten) loslassen werden sie wenig Erfolg haben. (Die chk-Dateien löschen damit die Recover-progs sie durchsuchen halte ich für eine grosse Dummheit)

Wenn du willst (und die chk noch da sind) schreib ich dir schnell einen Scanner für Bilder. Brauchst nur die Platte an einen anderen Rechner zu hängen und dann von desen Platte zu starten. (Ausserdem sollte Platz auf desen Platte frei sein und ich muss wissen in welchem Format die Bilder gespeichert waren). Wenns nicht klappt kannst du immernoch bei Convar nachfragen, der Scanner wird die Platte nicht verändern.

cu

Hallo,

Wenn du willst (und die chk noch da sind) schreib ich dir
schnell einen Scanner für Bilder. Brauchst nur die Platte an
einen anderen Rechner zu hängen und dann von desen Platte zu
starten. (Ausserdem sollte Platz auf desen Platte frei sein
und ich muss wissen in welchem Format die Bilder gespeichert waren).

Wenn du das machtest, wäre natürlich toll. Die Bilder waren fast alle jpg, könnten auch einige wenige gifs drunter sein.

Gruß
Carsten

Moin

Wenn du das machtest, wäre natürlich toll. Die Bilder waren
fast alle jpg, könnten auch einige wenige gifs drunter sein.

check deine e-mail und poste wenns geklappt hat.

cu